Kurzkritik: The Lighthouse

Drama, 2019

Regie: Robert Eggers; Darsteller: Willem Dafoe, Robert Pattinson

Worum gehts?
Zwei ungleiche Leutturmwärter verrichten anno 1890 vor der Ostküste Neuenglands ihren Dienst. Während in der kargen Ödnis um sie herum ein Sturm den nächsten jagt, müssen sie sich miteinander arrangieren. Dass Thomas den ihm unterstellten Ephraim gnadenlos herum kommandiert . Doch er hat noch eine andere, etwas unheimliche Herausforderung, zu bewältigen…

Was soll das?
„The Lighthouse“ ist ein Kammerspiel, bewusst reduziert auf das Wesentliche. In Schwarzweiss und in einem fast quadratischen Bildformat gedreht setzt der Film auf schleichende Spannung und seine beiden starken Darsteller, die sich ein stetig eskalierendes Psychoduell liefern.

Taugt das was?
Ja, wenn man denn bereit ist, sich auf die spröde, mysteriöse und ruhige Art des Films einzulassen. Für mich war „The Lighthouse“ genau die Abwechslung, die ich gebraucht habe – ein willkommener Bruch mit den Sehgewohnheiten der Neuzeit, getragen von zwei wunderbaren Darstellern.

4/5

Kurzkritik: Marriage Story

Drama, 2019

Regie: Noah Baumbach; Darsteller: Scarlett Johansson, Adam Driver, Ahzy Robertson

Worum gehts?
Die Ehe von Theater-Regisseur Charlie und Schauspielerin Nicole geht in die Brüche. Obwohl sich die beiden friedlich trennen wollen, wird die Sache bald kompliziert. Denn neben der Sorgerechtsfrage für den 8-jährigen Henry, müssen sich die beiden auch einigen, wo sie künftig leben wollen. In Los Angeles, wo Nicole ihre Fernsehkarriere in Gang bringen will, oder in New York, wo Charlie kurz vor dem Durchbruch am Broadway steht…

Was soll das?
Regisseur Baumbach verarbeitet in „Marriage Story“ das Scheitern seiner Ehe mit Schauspieler Jennifer Jason Leigh, hat aber auch seinen Hauptdarstellern Freiheiten gegegeben, ihre Figuren auszugestalten. Dabei interessiert sich der Film vor allem für die Details, Widersprüche und Grauzonen, welche der Beziehung ihren Stempel aufgedrückt haben.

Taugt das was?
Eine ganze Menge sogar. Der Film ist das schauspielerisch wie formell überzeugende Portrait einer Beziehung, die der Zeit nicht Stand halten kann. Obgleich mit viel Humor inszeniert, ist „Marriage Story“ ein ernsthafter Film, der sich bemüht, alle Facetten seiner Geschichte zu durchleuchten. Seine größte Stärke sind die glaubwürdigen Dialoge, vorgetragen von den beiden Hauptdarstellern, zwischen denen die Chemie absolut stimmt. Trotz seiner 137 Minuten Laufzeit würde ich ihn fast kurzweilig nennen, wenn er sich nicht kurz vor dem Ende doch noch ein wenig ziehen würde…

4/5

Kurzkritik: The Morning Show

Drama/Comedy, 2019

„Creators“: Jay Carson, Kerry Ehrin; Darsteller: Resse Witherspoon, Jennifer Aniston, Billy Crudup, Mark Duplass, Steve Carell

Worum gehts?
Die „Morning Show“ ist eine brave, unterhaltsame und äußerst erfolgreiche Nachrichtensendung. Bis sie durch einen handfesten Skandal um die sexuellen Umtriebe ihres langjährigen Co-Moderator erschüttert wird. Die Belegschaft kämpft um ihren Ruf. Die unerfahrene neue Moderatorin Bradley und ein freigeistiger Chef der News-Sparte des Senders sorgen für zusätzlichen Zündstoff.

Was soll das?
„The Morning Show“ beschäftigt sich vor allem mit den Folgen von „#MeToo“, will also ganz offensichtlich ernst genommen werden. Apple hat für die Flagship-Serie seines neuen Streaming-Angebots keine Kosten gescheut, und dabei vieles richtig gemacht. Für Jennifer Aniston ist es die Rückkehr ins Fernsehen (technisch gesehen ist es natürlich nicht Fernsehen, sondern Streaming), 15 Jahre nach dem Ende von „Friends“.

Taugt das was?
Ja. Die Mischung aus hochkarätig besetzter Seifenoper und Gesellschaftskritik funktioniert weitgehend gut. Allerdings rumpelt es etwas bei der Figurenzeichnung, durch die sich einige Widersprüche ziehen. Und von der erzählerischen Klasse sowie dem großartigen Ensemble von „The Newsroom“ (einer Serie, die in Deutschland leider kaum jemand kennt) ist man auch ein gutes Stück entfernt.

Wo kann ich das gucken?
Bei Apple TV+.

Kurzkritik: Ad Astra (mit kleinen Spoilern)

Drama/Science-Fiction, 2019

Regie: James Gray; Darsteller: Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Liv Tyler, Ruth Negga

Worum gehts?
Rätselhafte elektrische Schockwellen aus dem Weltall drohen die Erde ins Chaos zu stürzen. Eine vor über 25 Jahren gestartete, angeblich gescheiterte Expedition an den Rand des Sonnensystems scheint damit in Verbindung zu stehen. Die Weltraum-Behörde schickt Roy McBride (Pitt), Sohn des damaligen Kommandanten und selbst Astronaut, auf eine Mission, um Verbindung mit seinem Vater aufzunehmen…

Was soll das?
„Ad Astra“ ist ein Vater-Sohn-Drama im Gewand eines Science-Fiction-Films. Im Off-Kommentar sowie durch Rück- und Vorblenden erzählt der Film dabei von Roys innerem Ringen, das Verhältnis zu seinem Vater und die eigenen Lebensentscheidungen zu hinterfragen. Parallen zu Motiven aus „Apocalypse Now“ sind dabei nicht zu übersehen, was aber keinesfalls negativ gemeint ist.

Taugt das was?
Ja. Bildgewaltig und opulent setzt „Ad Astra“ seine Effekte nie als blossen Selbstzweck ein. Brad Pitt überzeugt durch eine weitgehend nach innen gerichtete Darstellung, Tommy Lee Jones als eine Art „Colonel Kurtz am Rande des Universums“. Selten hat ein Film die äußere und innere Reise seines Protagonisten so offensichtlich „übereinandergelegt“. Die psychologische Pointe des Films ist wenig überraschend, kann aber trotzdem (oder vielleicht eben deshalb) überzeugen.

4/5

Kurzkritik: Joker

Drama/Thriller, 2019

Regie: Todd Phillips; Darsteller: Joaquin Phoenix, Robert de Niro, Zazie Beetz

Worum gehts?
Der einsame, an einer merkwürdigen Lach-Krankheit leidende Arthur Fleck fristet sein Dasein als Gelegenheits-Clown in Gotham City. Die Stadt erlebt schwere Zeiten, Armut, Gewalt und Klassenkampf beherrschen den Alltag. Fleck träumt von einer Karriere als Stand-up Komiker, erleidet aber allerlei herbe Rückschläge an vielen Fronten.

Was soll das?
„Joker“ ist eine – angeblich alleinstehende – ‚Origin-Story‘ aus dem Universum von DC. Wo bzw. ob sich die hier erzählte Version der Figur in den Comic-Vorlagen findet entzieht sich meiner Kenntnis… Ungewöhnlich ist dabei, dass das Warner-Studio eine seiner berühmtesten Figuren mit einem überschaubarem Budget und ohne echten Blockbuster-Appeal ins Rennen schickt. Der Mut wurde an der Kinokasse belohnt.

Taugt das was?
Ja. Hauptdarsteller Joaquin Phoenix und das Drehbuch schaffen es, der Figur ein komplett anderes Profil zu geben, als die vorigen „Joker“ der Filmgeschichte. Es gibt kaum Action und keine Spezialeffekte, dafür einige extrem verstörende Szenen. Auch der Ton ist für eine Comic-Verfilmung ungewöhnlich, liegt irgendwo zwischen Tragikomödie, Satire und Farce. So ganz stimmig finde ich das Ergebnis dieser Mixtur nicht, unter anderem weil einige Schlüsselszenen für mich nicht funktioniert haben. Trotzdem setzt „Joker“ einen sehenswerten Gegenpol zu der end- und sinnlosen Daueraction der allermeisten Comic-Adaptionen.

4/5

Kurzkritik: Der Distelfink (The Goldfinch)

Drama, 2019

Regie: John Crowley; Darsteller: Ansel Elgort, Jeffrey Wright, Finn Wolfhard

Worum gehts?
Um einen Jungen namens Theo, der bei einem Bombenattentat seine Mutter verliert. Und den davon geprägten weiteren Verlauf seines Lebens, in dem antike Möbel, sehr unterschiedliche Menschen und ein Gemälde die Hauptrollen spielen.

Was soll das?
„Der Distelfink“ ist die Verfilmung von Donna Tartts gleichnamigem Roman. Da dieser eher weniger durch die Handlung, als durch das eindrücklich und ausgiebig geschilderte Innenleben der Hauptfigur überzeugen konnte, muss der Film andere Wege gehen, um der Faszination des Stoffes gerecht zu werden.

Taugt das was?
Nein, der Film scheitert auf fast allen Ebenen. Es wurde (trotz 150 Minuten Laufzeit) viel gekürzt, wodurch vor allem die innere Logik von Theos Entwicklung auf der Strecke bleibt. Die meisten Figuren sind eindimensional, die einzelnen Stationen der Handlung ziehen im Eiltempo vorbei, die Darsteller können dem nicht wirklich entgegen wirken. Einzig visuell kann „Der Distelfink“ durchaus überzeugen. Schade, dass der Roman nicht im besser passenden Format einer Mini-Serie verfilmt wurde – und mit einem überzeugenden Ansatz, wie die Story in ein neues Medium zu überführen ist. Er hätte es verdient gehabt.

2/5

Kurzkritik: Parasite

Drama, 2019

Regie: Bong Joon Ho; Darsteller: Kang-ho Song, Sun-kyun Lee, Yeo-jeong Jo

Worum gehts?
Die Wege der in Armut lebenden Familie Kim und der reichen Familie Park kreuzen sich auf bemerkenswerte Art und Weise. Nach und nach erschleichen sich die Kims alle Positionen als Haushaltshelfer, die die Parks zu vergeben haben. Dabei ahnen die vornehmen Parks nicht, dass ihre neuen Angestellten tatsächlich eine Familie sind – und für ihre Positionen zum Teil in keiner Weise ausgebildet sind…

Was soll das?
„Parasite“ beginnt als Gesellschaftsdrama mit komödiantischen Zügen, biegt dann aber scharf in Richtung Satire und Horror ab. Die Kritik an den sozialen Verhältnissen in Südkorea ist dabei auch für Europäer zumindest zum Teil verständlich – auch wenn sicher viele Nuancen und Details verloren gehen.

Taugt das was?
Sehr wohl. „Parasite“ ist spannend, witzig und voller Überraschungen. Über weite Strecken übernimmt in dem Kammerspiel-artigen Szenario das ultra-moderne und luxuriöse Haus der Parks die heimliche Hauptrolle. Das Drehbuch schafft es dabei, die Intensität der herrlich subversiven Handlung sowie der Konflikte kontinuierlich zu steigern, so dass trotz 130 Minuten Laufzeit niemals Langeweile aufkommt.

5/5

Kurzkritik: The Peanut Butter Falcon

Drama, 2019

Regie: Tyler Nilson, Michael Schwatz; Darsteller: Shia LaBeouf, Dakota Johnson, Zack Gottsagen

Worum gehts?
Zack, ein junger Mann mit Down-Syndrom, reisst aus seinem Wohnheim aus, um seinen großen Traum zu verwirklichen – er will Wrestler werden. Seine Betreuerin Eleanor macht sich auf die Suche nach ihm. Doch Zack hat sich dem Außenseiter Tyler angeschlossen, der seinerseits auf der Flucht vor dunklen Gestalten ist, und eher unkoventionelle Arten der Fortbewegung bevorzugt…

Was soll das?
„The Peanut Butter Falcon“ ist eine Mischung mit vielen Zutaten. Road Movie, Buddy Movie, Romanze, Behinderten-Drama und Feel-good-Movie wären alles passende Beschreibungen. Doch er wirkt dabei keineswegs wie ein Flickenteppich, sondern weiss genau, was er erzählen will.

Taugt das was?
Ja, unbedingt. Die Story ist simpel, aber überzeugend, die Figuren sind gelungen und hervorragend gespielt. Dass „The Peanut Butter Falcon“ nicht mit recht einfachen Lebensweisheiten geizt, und am Ende (fast) den Schritt ins Märchenhafte wagt, hat mich dabei wenig bis gar nicht gestört. Auch das ist schon eine Leistung…

4/5

Kurzkritik: The Dead Don’t Die

Zombie-Komödie, 2019

Regie: Jim Jarmusch; Darsteller: Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, Chloe Sevigny

Worum gehts?
Eine Kleinstadt in den USA erlebt den Ausbruch einer Zombie-Epedemie. Ein Grund dafür scheint das (fiktive, auf die Trump-Regierung zielende) „Polar Fracking“ zu sein, in dessen Folge die Erdrotation verrückt spielt (oder so was in der Art)…

Was soll das?
Jim Jarmusch bietet eine ganz Reihe seiner prominenten Lieblingsschauspieler in einem für ihn ungewöhnlichen Genre auf. Seine Handschrift als Regisseur ist dabei nicht zu übersehen, „The Dead Don’t Die“ kommt gewohnt lakonisch daher und lässt sich viel Zeit für seine schrulligen Figuren.

Taugt das was?
Nur bedingt. Ich bin durchaus Fan von Jarmusch, aber „The Dead Don’t Die“ fehlt der besondere Reiz, der Filme wie „Ghost Dog“, „Broken Flowers“ oder „Only Lovers Left Alive“ ausmacht. Gerade im Vergleich mit letzterem fällt auf, dass es einer überzeugenden Idee fehlt, dem Genre einen besonderen Touch zu verleihen. Trotzdem ist der Film recht kurzweilig und lustig geworden – vielleicht wollte Jarmusch hier auch einfach mal nur albern sein..

3/5

Kurzkritik: John Wick 3 – Parabellum

Action, 2019

Regie: Chad Stahelski; Darsteller: Keanu Reeves, Halle Berry, Ian McShane, Asia Kate Dillon

Worum gehts?
John Wick steht ohne Verbündete da und ist auf der Flucht. Dass diese ausnahmslos aus blutigen Zweikämpfen besteht überrascht nicht wirklich. Allerdings wird dabei deutlich häufiger als im den Vorgängern mit anderen Waffen aufeinander losgegangen. Die Ereignisse des zweiten Teils haben derweil auch für andere Figuren Konsequenzen, von denen der Film parallel erzählt.

Was soll das?
Erfolg erzwingt Fortsetzung. Und so kommen wir in den Genuss einer Trilogie. Die Formel bleibt dabei gleich – wer an stylischer Gewalt, massig Kopfschüssen und digitalem Blut keine Freude hat, ist hier falsch.

Taugt das was?
Ja. Wer die ersten Teile kennt und mochte, der wird auch den letzten mögen. Insgesamt schafft es „Parabellum“, der Reihe ein würdiges Finale zu bereiten. Auch Keanu Reeves scheint noch Spass dran zu haben, auch wenn seine Figur mehr leiden muss als je zuvor. Es fällt allerdings nach drei Filmen auch ziemlich auf, dass die Gangster-Schattenwelt von “John Wick” schon einen immensen Trash-Faktor besitzt. Mir reicht es dann jetzt auch, weiter muss man diesen Faden wahrlich nicht spinnen…

3/5

Kurzkritik: Booksmart

Drama/Comedy, 2019

Regie: Olivia Wilde; Darsteller: Kaitlyn Deaver, Beanie Feldstein, Jessica Williams

Worum gehts?
Die Teenies Amy und Molly sind in der High School unzertrennlich. Sie haben sich zu schulischen Höchstleistungen getrieben – und sind echte Streberinnen. Vor ihrem Abschluss wird ihnen schmerzlich bewusst (gemacht), dass sie dabei so einiges verpasst haben. Was sie so schnell wie möglich nachholen wollen.

Was soll das?
Das Regie-Debut von Schauspielerin Olivia Wilde („Tron – Legacy“) ist ein Coming-of-Age Drama mit zwei für dieses Genre herrlich unkonventionellen Hauptfiguren. Der Ton ist überwiegend komödiantisch, und doch ist „Booksmart“ ein ernsthafter Film, der viel über sein Milieu (Mittelklasse-Kids am Rande von Los Angeles) zu erzählen hat.

Taugt das was?
Yep. Es ist allein ein großes Vergnügen, den beiden Hauptdarstellerinnen zuzusehen und zuzuhören. Auch die gelungenen Nebenfiguren und der Soundtrack bleiben im Gedächtnis. Auf einige „Over the Top“-Momente hätte ich verzichten können, aber die sind zu verschmerzen und allemal unterhaltsam. Wer „Superbad“ mochte, der wird an „Booksmart“ seine Freude haben.

4/5

Kurzkritik: The Affair (Staffel 5)

Drama, 2019

Creators: Hagai Levi, Sarah Treem; Darsteller: Dominic West, Maura Tiernay, Julia Goldani Telles

Worum gehts?
Es geht da weiter, wo die letzte Staffel aufgehört hat. Helen, Noah und ihre Kinder kämpfen sich mit Höhen und Tiefen durchs Leben. Einige Nebenfiguren sind bekannt, wenige neue kommen auch hinzu. Parallel beginnt „The Affair“ einen in der Zukunft liegenden Erzählstrang, in dem Alisons inzwischen Erwachsene Tochter Joanie nach einer Ehekrise in Montauk auf Spurensuche ihrer Familienhistorie geht..

Was soll das?
Die finale Staffel der Serie bewegt sich einige Folgen lang in gewohntem Tempo durch das Leben ihrer Figuren. Dann spitzt sich die Handlung deutlich zu und „The Affair“ ist sichtlich bemüht die wichtigsten Konflikte so gut es geht aufzulösen. Sofern das noch möglich ist, schließlich hat die Show sich vorzeitig von zwei ihrer einst vier Hauptdarsteller getrennt.

Taugt das was?
Ja, mir hat die letzte Staffel gefallen. Nicht immer stimmt die Mischung aus Drama und gesellschaftlichem Kommentar, und einige Subplots wirken wie üblich eher wie Nebelkerzen in der großen Erzählung. Die aber wird schlüssig entwickelt und wie immer vor allem von den starken Darstellern und wechselnden Perspektiven getragen und geprägt. Man muss das Ende nicht mögen, um es zumindest einigen Figuren nach all dem Drama von Herzen zu gönnen.

Wo kann ich das gucken?
Hier.

4/5

Kurzkritik: Goliath (Season 3)

Krimi/Drama, 2019

Creators: David E. Kelley, Jonathan Shapiro; Darsteller: Billy Bob Thornton, Nina Arianda, Dennis Quaid

Worum gehts?
Eine Studienfreundin von Anwalt Billy McBride stirbt bei einem Erdrutsch im kalifornischen Central Valley. Schnell treten dabei Ungereimtheiten zu Tage, die mit der Wasserversorgung des unter einer Dürre leidenden County zusammen hängen. Und mit den reichen Farmern, die unter zwielichtigen Umständen ihren eigenen Wasserbedarf ganz locker decken können…

Was soll das?
„Goliath“ bleibt sich treu und beginnt eine gänzlich neue Geschichte, in der allerdings bestehende Handlungsfäden weitergesponnen werden. Anders als in Staffel 2 geht es hier auch etwas häufiger einen Gerichtssaal zu sehen, heimlicher Hauptdarsteller ist jedoch die Landschaft des Central Valley.

Taugt das was?
Ja. Zwar sind einige (neue) Figuren so bizarr, dass die Serie manchmal am Rande der Parodie wandelt. Doch die Autoren leisten gute Arbeit, sowohl der Story als auch den bekannten Charakteren genügen Raum zu geben. Insgesamt gelungene Unterhaltung mit hohem Unterhaltungswert. Eine finale Staffel würde ich sicher auch noch schauen – mehr muss es aber auch nicht werden.

Wo kann ich das gucken?
Bei Amazon Prime Video.

4/5

Kurzkritik: El Camino

Drama/Thriller, 2019

Regie: Vince Gilligan; Darsteller: Aaron Paul, Jesse Plemons, Matt Jones

Worum gehts?
„El Camino: A Breaking Bad Movie“ setzt an, wo die Serie aufgehört hat. Jesse Pinkman hat das große Massaker überlebt – in Sicherheit ist er damit aber noch längst nicht. Nach Wochen der Gefangenschaft schwer gezeichnet sind nicht nur die Cops auf seiner Spur. Und das nötige Kleingeld, um für immer zu verschwinden fehlt ihm ebenfalls…

Was soll das?
Soweit ich es gelesen habe, war es Serienschöpfer Vince Gilligan selbst, der die Idee hatte, Pinkmans Story weiterzuerzählen. Die Fans-Basis von „Breaking Bad“ ist immer noch riesig, daher wundert es auch nicht, dass er dafür ein Budget bekommen hat. Warum Netflix den Film rausbringt (und nicht Serienproduzent AMC) ist mir allerdings nicht ganz klar. Wirklich entscheidend ist das aber ohnehin in keiner Weise.

Taugt das was?
Ja. „El Camino“ ist wie ein zweistündiger Epilog der Serie. Der Film ist spannend, sieht super aus und lässt das Universum von „Breaking Bad“ wunderbar wiederauferstehen. Die Rückblenden sind ebenfalls gelungen, ergänzen die Story eher als dass sie Dinge in neuem Licht erscheinen ließen. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich „El Camino“ nicht unbedingt gebraucht hätte. Das (etwas) offene Ende der Serie hat mir wunderbar gefallen, und diese gelungene Weitererzählung ändert daran letztlich nichts.

4/5

Kurzkritik: Mindhunter (Staffel 2)

Krimi/Drama, 2019

Creator: Joe Penhall; Darsteller: Jonathan Groff, Holt McCallany, Anna Torv, Stacy Roca, Albert Jones

Worum gehts?
Das Team der ‚Behavioral Science Unit“ des FBI bekommt einen neuen Boss, der Großes im Sinn hat. Die Show nimmt zunehmend das Privatleben der Figuren (vor allem von Bill Tench und Dr. Carr) in den Fokus, während Holden sich auf einen kniffligen, öffentlichkeitswirksamen Fall in Atlanta konzentriert.

Taugt das was?
Ja, die Serie kann ihr Niveau tatsächlich halten. „Mindhunter“ bleibt spannend, niveauvoll und stark gespielt. Und die Autoren schaffen es, nicht nur die Krimi-Handlung(en), sondern auch die Figurenentwicklung glaubwürdig zu halten. Das Finale überzeugt ebenfalls – hoffentlich kommt die nächste Staffel sehr bald…

Wo kann ich das gucken?
Bei Netflix.

5/5

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