Kurzkritik: Mank

Drama, 2020

Regie: David Fincher; Darsteller: Gary Oldman, Amanda Seyfried, Tuppence Middleton, Tom Pelphrey

Worum gehts?
„Mank“ ist der Spitzname von Herman Mankiewicz, seines Zeichens Alkoholiker, Drehbuchautor und Hollywood-Urgestein auf dem Abstellgleis. Angelpunkt des Films ist die Zeit, in der Mank für Orson Welles das Drehbuch des legendären „Citizen Kane“ schreibt. In Rückblenden erfährt man dabei die Vorgeschichte(n), die sich vor allem um Manks Bekanntschaft mit dem Medienmogul Randolph Hearst und Studio-Boss Louis B. Mayer drehen.

Was soll das?
Der Film ist in erster Linie eine stylishe cineastische Fingerübung, eine Nummernrevue mit reichlich Gelegenheiten für Gary Oldman, um ganz groß aufzuspielen. Die Titelfigur „Mank“ ist ein Antiheld, dessen versoffene Selbstgefälligkeit schwer auszuhalten ist. Das Herz aber trägt er unzweifelhaft am rechten Fleck, ist außerdem unfassbar witzig und talentiert. Einen Menschen aus Fleisch und Blut hinter der Darstellung zu erkennen ist allerdings nicht so einfach.

Taugt das was?
Jein. Man muss das alte Hollywood, die damalige Zeit und am besten auch „Citizen Kane“ schon kennen und mögen, um an „Mank“ Freude haben zu können, befürchte ich. Dabei ist der Film handwerklich- wie bei Fincher nicht anders zu erwarten – schon eine große Freude, die Dialoge sprühen vor Witz und die gut zwei Stunden Laufzeit gehen schnell vorbei. Aber es bleibt ein Film für „Eingeweihte“, ein erzählerisches Spiel auf drei Ebenen – den verbrieften historischen Fakten, der lustvollen Nacherzählung in diesem Film, und eben „Citizen Kane“, in dem besagter Medienmogul, seine Kindheit, sein Werdegang in der Politik und seine Liebschaften thematisiert werden. Mir hat „Mank“ – ausgestattet mit unvollständigem Filmnerd-Wissen – durchaus Spaß gemacht.

Wo kann ich das gucken?
Hier.

4/5

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