Kurzkritik: Fargo (Staffel 4)

Drama/Krimi, 2020

Creator: Noah Hawley ; Darsteller: Chris Rock, Jessie Buckley, Ben Wishaw, Jason Schwartzman, Timothy Olyphant

Worum gehts?
Kansas City, anno 1951. Das organisierte Verbrechen der Stadt besteht aus der italienstämmigen „Familie“ der Faddas, neuerdings haben auch die Afro-Amerikaner mit ihrem Anführer Loy Cannon ein Wörtchen mitzureden. Der Frieden ist bereits brüchig, als der Patriarch der Faddas stirbt – oder besser ermordet wird. Bald eskaliert die Gewalt zwischen den Gruppen, mittendrin finden sich eine Krankenschwester mit Vorliebe für ungewollte Giftspritzen, zwei geflohene Sträflinge aus dem Frauenknast und eine Familie von Bestattungsunternehmern.

Was soll das?
In der mittlerweile vierten Staffel der Show geht es vom Lande in die Großstadt. Der Ton allerdings ist weitgehend der selbe, auch die Vorliebe für pointierte Dialoge, verschrobene Charaktere und urplötzlich ausbrechenden Gewalttätigkeiten ist geblieben. Natürlich sind wieder Verweise auf das Original (den Film von 1996) sowie andere Werke der Coen-Brüder zu finden.

Taugt das was?
Ja. Die Show hat weiterhin Klasse und lässt in Punkto Darsteller, Optik und Produktionsdesign den Großteil der „Konkurrenz“ weit hinter sich. Mir hat jede einzelne Folge viel Spaß gemacht, herauszuheben ist vor allem die neunte – ein ungewöhnlicher Roadtrip mit äußerst überraschendem Ende. Was der Staffel fehlt ist allerdings eine Figur, die zur Identifikation einlädt. Die Tochter der Bestattungsunternehmer (die auch die Rahmenhandlung erzählt) ist nicht zentral genug. Die vielen Cops und Gangster passen nicht zu dem „Fargo“-Prinzip, dass es unbescholtene bis unglücklich agierende Bürger sind, deren Blick man als Zuschauer teilt. Insgesamt gehört die Staffel aber immer noch zu den besten des Jahres.

Wo kann ich das gucken?
Bei JoynPlus.

4/5

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