Kurzkritik: Criminal

Criminal FilmplakatThriller/Action, USA/UK 2016

Regie: Ariel Vromen; Darsteller: Ryan Reynolds, Kevin Costner, Gal Gadot, Gary Oldman, Tommy Lee Jones

Der deutsche Titel „Das Jericho-Projekt – Im Kopf des Killers“ passt tatsächlich besser zu diesem trashigen Thriller als der minimalistische Originaltitel. Der Plot ist selten bekloppt: CIA-Agent Bill (R. Reynolds) ist in London einem Mega-Bösewicht auf der Spur, der per Hackerangriff die Welt zerstören will (oder zumindest einen Teil davon). Bevor Bill wertvolles Wissen, wie die Katastrophe zu verhindern ist, weitergeben kann, wird er ermordet.

Deshalb werden seine Erinnerungen operativ dem Soziopathen und Gewaltverbrecher Tom Jericho (Kevin Costner) eingepflanzt, der – extra aus den USA eingeflogen – den Karren aus dem Dreck ziehen soll. Natürlich spielt der das Spiel der CIA-Bosse nicht lang mit und macht sich auf eigene Faust auf die Suche nach einem Batzen Geld, den Bill für irgendeine Art von Übergabe vor seinem Tod versteckt hat.

Vollkommen ‚over the top‘ und (trotz der hochkarätigen Besetzung) zu keiner Zeit ernst zu nehmen ist „Criminal“ ein gutes Beispiel für einen schlechten Film, der trotzdem Spaß machen kann (mir fällt zum Vergleich am ehesten „Face/Off“ ein, wobei der noch einen Tick beknackter ist). Zugegeben, die Erwartungen muss man entsprechend runterschrauben, damit das funktionieren kann. Das Publikum wird von Anfang an dazu animiert mit dem Brutalinski Jericho zu sympathisieren, dessen Verkörperung Kevin Costner sichtlich Spass macht (ohne dass er Jerichos „Wandlung“ wirklich überzeugend spielen könnte, dafür ist die Story aber auch viel zu dämlich).

Es fliegen schnell die Fetzen, das Erzähltempo ist hoch genug, um die vielen Ungereimtheiten des Plots in den Hintergrund zu drängen. „Criminal“ nimmt sich selbst nicht ganz ernst, was der Handlung zwar irgendwie in den Rücken fällt, wegen deren offenkundiger Rammdösigkeit jedoch auch nicht stört. Die Stars holen sich hier weitgehend auf Autopilot ihre Gagen ab, was man ihnen kaum verübeln kann (Tommy Lee Jones und Gary Oldman etwa sind aber auch auf Autopilot noch großartige Schauspieler).

Insgesamt ein Film, den die Welt nicht braucht. Und gleichzeitig einer, der sich zur niveauarmen Berieselung zum Ende eines anstrengenden Arbeitstages ziemlich gut eignet – sofern man eine kleine Schwäche für trashige Thriller mitbringt…

3/5

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