Filmkritik: Whiplash

Whiplash FilmposterDrama, USA 2014

Regie: Damien Chazelle; Darsteller: Miles Teller, J.K. Simmons

Der 19-jährige Andrew (Teller) ist besessen von seinem großen Traum – er will ein berühmter Jazz-Schlagzeuger werden. Er studiert an einer Elite-Hochschule für Musik und gerät dort auch schnell ins Blickfeld von Fletcher (Simmons), dem berüchtigten Dirigenten der renommierten „Studio Band“. Fletcher ist ein charismatischer, strenger Über-Vater, der seine Schüler bis an die Grenzen fordert, sie quält und öffentlich lächerlich macht.

Andrews ist fasziniert und entwickelt den manischen Ehrgeiz, den manipulativen Fletcher von sich zu überzeugen. Es entwickelt sich ein – von beiden Hauptdarstellern fantastisch gespielter – Schlagabtausch, der zunehmend ins Extreme abgleitet.

Eine sehr simple Prämisse, wenige Darsteller und eine überschaubare Anzahl von Schauplätzen: „Whiplash“ ist sicher nicht das, was man ein cineastisches Spektakel nennt. Der Film verlangt seinem Publikum ab, dass es sich auf die – für viele sicher eher wenig vertraute – Materie einlässt. Dazu gehören auch die vielen sich wiederholenden Szenen der Orchesterproben.

„Whiplash“ mischt geschickt Elemente von Coming-of-Age-Filmen, Comedy, Musikfilm (artverwandt mit dem Sportfilm) und klassischem Drama. Dem jungen Regisseur und Drehbuchautor Damien Chazelle gelingt eine intensive Inszenierung, die in einem fulminanten Finale ihren Höhepunkt findet. Mir persönlich blieben Zweifel, ob ich die Aussage des Films unterstützen kann (oder sie richtig verstanden habe). Unter dem Strich kein sonderlich zugänglicher Film, der sein Publikum jedoch belohnt und den zumindest Musik-Fans so schnell nicht vergessen werden.

4/5

Update 15.1.15: Mehr Publikum ist nun garantiert. Der Film wurde in den Kategorien „Bester Film“ und „Bester Nebendarsteller“ für den Oscar nominiert. Dass J.K. Simmons nicht wirklich eine Nebenrolle spielt dürfte den Machern zurecht egal sein…

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