Filmkritik: The Grand Budapest Hotel

Grand Budapest Hotel PosterDrama/Komödie, USA 2014

Regie: Wes Anderson; Darsteller: Ralph Fiennes, Adrien Brody, Edward Norton

Wes Anderson gehört zu den Regisseuren, die polarisieren. Entweder man mag seine Filme, oder man kann nicht viel mit ihnen anfangen. Das ändert sich auch mit „The Grand Budapest Hotel“ ganz sicher nicht – der Film ist noch verspielter, überdrehter und märchenhafter als sein übriges Schaffen.

Angesiedelt in einer Art Paralleluniversum (in dem ein kleiner osteuropäischer Staat namens Zubrowka in einen großen Krieg gerät) erzählt er auf drei (Zeit-)Ebenen die Geschichte des „Grand Budapest Hotels“ bzw. seiner Besitzer und Bediensteten. Im Zentrum steht dabei Concierge Monsieur Gustave (Fiennes), der Anfang der 30er Jahre für den besonderen Glanz des Etablissements sorgt. Gustave, der sich vor allem der besonderen Fürsorge wohlhabender älterer Damen widmet, hat nebenbei den jungen Bellboy Zero unter seine Fittiche genommen, der ihn fast die gesamte Zeit begleitet.

Das Tempo ist oft ziemlich halsbrecherisch, wenn der Film seine Helden durch die von Todesfällen, Krieg, Verschwörungen und ironisch-liebevoller Nostalgie geprägte Story jagt. Road Movie, Abenteuerfilm, Märchen, Gesellschaftskomödie, Historienfilm, Drama, es ist von allem etwas zu finden. Zusammen gehalten wird das aberwitzige Konstrukt von der durchweg grandiosen Ausstattung, dem für Anderson typischen abseitig-albernen Humor, dem großartigen Ensemble und Hauptdarsteller Ralph Fiennes, dessen Performance ein echtes Highlight des noch jungen Kinojahres ist.

Das Schaffen eigener Mikrokosmen war immer zentraler Bestandteil von Wes Andersons Kino, mit „The Grand Budapest Hotel“ hat er in dieser Disziplin vorübergehend seinen Zenit erreicht. Die hier gezeigte, äußerst schräge Variation der europäischen Geschichte glänzt nicht unbedingt mit tiefen Einsichten, aber sie unterhält ganz zauberhaft und mit mit einzigartigem Humor.

5/5

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