Filmkritik: The Avengers

The AvengersDer All-Star-Film des Marvel-Universums ist mit Spannung erwartet worden, immerhin tummelt sich darin eine bisher nicht da gewesene Menge an Superhelden. Das hätte locker daneben gehen können, doch „The Avengers“ überzeugt als witziges und aufregendes Action-Spektakel, das von der ersten Minute an Spaß macht. Verantwortlich dafür zeichnet vor allem Joss Whedon (Erfinder der TV-Serien „Buffy“ & „Firefly“), der das Drehbuch schrieb und Regie führte – und dabei fast alles richtig gemacht hat.

Der Bösewicht der Story ist Thors Bruder Loki (Tom Hiddleston), der die Erde mit einer außerirdischen Armee erobern will, um Rache an Thor zu nehmen. Der Schlüssel zum Plan ist ein Tesserakt, das Energie produziert und den Angreifern als Portal zum Planeten Erde dienen soll. Gleich zu Beginn des Films fällt es Loki und seinen Schergen in die Hände, woraufhin Captain Fury (Samuel L. Jackson) die Helden-Truppe aus Captain America (Chris Evans), Iron Man (Robert Downey, Jr.), Thor (Chris Hemsworth), Hulk (Mark Ruffalo) und Black Widow (Scarlett Johansson) zusammentrommelt. Kaum befinden die sich jedoch in einem Raum, wird klar, dass die „Avengers“ als Team auf anhieb nicht sehr gut funktionieren („We’re not a team. We’re a time-bomb!“), sondern sich auch gerne gegenseitig an die Gurgel gehen.

Der Plot schweisst sie natürlich letztlich doch noch zusammen, soviel darf verraten werden. Die große Stärke des Films ist insgesamt weniger die Story als Ganzes, sondern die sehr guten Teile, aus denen sie zusammengesetzt ist. Fast jede Action-Sequenz macht richtig Laune, die Spezialeffekte sind äußerst gelungen. Dazu kommen Dialoge, die vom Wortwitz her auch aus der Feder von Quentin Tarantino stammen können, was ausdrücklich als Lob gemeint ist. Auch die Schauspieler sind in bester Spiel-Laune, allen voran Robert Downey, Jr.. Der einzige Neuling im Ensemble ist Mark Ruffalo als Hulk, zwei frühere Hulk-Filme mit Edward Norton und Eric Bana konnten nicht recht überzeugen. Ruffalo erfindet die Rolle ganz nebenbei ein wenig neu und sorgt so für den bisher überzeugendsten Leinwand-Hulk.

Die 3D-Effekte sind ebenfalls gut gelungen, zumal der bekannte Effekt des etwas verdunkelten Bildes nicht so stark ist wie bei anderen Filmen. Die knapp fünf Euro Aufpreis sind trotzdem happig, denn in 2D macht der Film sicher fast genaus so viel Spaß. Mit 142 Minuten ist „The Avengers“ lang geraten, ohne dabei aber störende Längen aufzuweisen. Ein paar Szenenübergänge sind nicht ganz sauber, was aber auch fast der einzige Makel ist. Der Plot beinhaltet ständige Bewegung: kein Wunder, schließlich ist die Zentrale der Superhelden ein fliegender Flugzeugträger. Die Chemie zwischen den Figuren und Schauspielern stimmt, der Comedy-Faktor ist hoch (in etwa auf „Iron Man“-Niveau), ohne dass der Film im Klamauk versinken würde. Insgesamt eine absolut runde Sache, ein großartiges, mitreißend-unterhaltsames Stück Popcorn-Kino.

5/5

PS: Dass es am Ende eine Atomwaffe ist , die den Angriff der fiesen Aliens abwehrt, wird einigen Zuschauern sauer aufstoßen, darf aber als Schönheitsfehler bezeichnet werden, weil der Ton ansonsten nicht kriegs- und militärverherrlichend ist.

 

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