The Hangover 2

Vor zwei Jahren war „The Hangover“ der Überraschungserfolg des Sommers. Der derbe, in keiner Weise um „political correctness“ bemühte Humor des Films traf den Geschmack des Publikums, obwohl das Setting – ein Junggesellenabschied in Las Vegas – wahrlich kein sonderlich neues war. Wegen des großen Erfolges war ein Sequel nur eine Frage der Zeit, zumal alle Beteiligten offenbar nicht abgeneigt waren. Neben den Hauptdarstellern ist auch Regisseur Todd Phillips mit dabei, der nun auch am Drehbuch mitgeschrieben hat.

„Never change a winning team“ hat sich Phillips wohl gedacht, denn in „The Hangover 2“ sind Stu (Ed Helms), Phil (Bradley Cooper) und Adam (Zach Galifianakis) in ganz ähnlicher Mission unterwegs wie beim letzten mal. Zahnarzt Stu hat die Buddies zu seiner Hochzeit auf eine paradiesische Insel Thailands eingeladen, ein krachender Junggesellenabschied ist nicht vorgesehen. Brav trinken die Jungs gemeinsam mit Stus thailändischem Schwager-in-spe Teddy, einem 16-jährigen Genie, am Strand ein Bier, mehr soll es nicht sein. Trotzdem wachen sie etwa 12 Stunden später in einem heruntergekommenen Hotelzimmer mitten in Bangkok auf – und erleben ein paar böse Überraschungen…

Selten hat es sich eine Fortsetzung so einfach gemacht wie „The Hangover 2“. Das bewährte Prinzip wird mit etwas Exotik aufgepeppt, die Gags und Bilder fallen noch einen Tick drastischer aus, die chaotische Handlung dagegen wird beinahe kopiert. Trotzdem (oder gerade deswegen) funktioniert der Film genau so gut wie der erste. Man bekommt, was man erwartet – und noch etwas mehr.

Die Darsteller sind inzwischen ein eingespieltes Team und beweisen im Zusammenspiel erneut großes komödiantisches Talent. Cooper gibt den lässigen Anführer, Helms den gestressten Jammerlappen, Galifianakis das neurotische und egozentrische Spielkind. Aus dieser recht simplen Konstellation holt der Film eine Menge gelungener Jokes raus. Die Story lebt von ihren guten Einfällen und dem ungewohnten Terrain in Bangkok, bietet dabei immer wieder große und nur selten mal länger als eine Minute gar keine Lacher. Das Ende ist ein wenig zu lahm und brav, doch der brüllend komische Abspann macht das sofort vergessen.

Die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet „The Hangover 2“ einige Male, steht dabei aber (gefühlt) auf höherem Niveau als viele jugendfreie Hollywood-Komödien, die in erster Linie auf Fäkalhumor setzen. Die Eskapaden des selbsternannten „Wolfpacks“ sind ebenso wild wie unwahrscheinlich, in erster Linie aber sind sie lustig. Noch mehr als im ersten Teil mag mancher das Geschehen – rauchende Äffchen, nackte Transvestiten oder prügelnde Mönche – auch anstößig finden, der jungen Zielgruppe jedoch gefallen genau diese vermeintlichen Tabubrüche am besten.

Wenn eine Fortsetzung lediglich „more of the same“ bietet ist das meistens keine gute Nachricht. Neue Entwicklungen und Einfälle sind fast immer unerlässlich, um dem Stoff neues Leben einzuhauchen. Im Falle von „The Hangover 2“ ist das anders. In leicht abgewandelter Form und vor exotischer Kulisse zündet der Film ein sehr ähnliches Gag-Feuerwerk wie vor zwei Jahren, und genau wie damals wird mächtig viel gelacht im Saal. Mehr kann man von einer Komödie nicht erwarten.

4/5

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