I am Number Four

„I am Number Four“ ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich Hollywood derzeit voll auf die Zielgruppe der Teenager konzentriert. Wer länger als ein paar Jahre nicht mehr auf einer Schulbank gesessen hat, der kann (wie der Autor dieser Zeilen) mit dem sinnfreien Brimborium eher nichts anfangen. Bemerkenswert ist am Film eigentlich nur, wie dreist er sich bei bekannten Vorbildern bedient, daraus nichts neues, aber irgendwie was anderes macht und damit wohl auch durchkommt.

Im Mittelpunkt steht (natürlich) ein Teenager. Doch John (Alex Pettyfer) sieht nur aus wie ein gewöhnlicher junger Kerl, oder genauer wie ein überdurchschnittlich gut aussehender junger Kerl. Tatsächlich ist John ein Alien von einem fernen Planeten, von seiner Art geschaffen seinen Planeten zu retten. Doch bevor er in diese Rolle reinwachsen konnte haben andere Aliens seinen Heimatplaneten zerstört, nur wenige Bewohner können fliehen. Unter ihnen die neun „Auserwählten“, denen die fiesen Planeten-Zerstörer auf der Spur sind. Die ersten drei sind bereits tot, und John hat als Nummer vier der Liste auch schon böse Vorahnungen…

So lebt er also mit seinem Beschützer Henri (Timothy Olyphant) auf der Erde, wo es ihn in das Nest Paradise im Bundesstaat Ohio verschlägt. Dort soll er sich – auf Henris Wunsch – eigentlich möglichst unauffällig verhalten und keine Spuren hinterlassen. Doch dann kommt eine schöne Mitschülerin ins Spiel, inklusive eifersüchtigem Ex-Freund, und Johns Freundschaft mit einem jungen Nerd, dessen Vater angeblich von Außerirdischen verschleppt wurde, birgt auch eine gewisse Sprengkraft.

„I am Number Four“ ist klassisches Teenie-Drama, das die Macher mit einer großen Portion Sci-Fi-Quatsch aufgemotzt haben. Pixelige Monster-Aliens kommen ins Spiel, auch eine Gefährtin von John, Number Six, gibt sich zum Finale die Ehre. Irgendwo im Niemandsland zwischen „Twilight“ und „Transformers“ sind dabei letztlich alle wichtigen Zutaten verbraten. Doch die Story wirkt durchgehend wie zusammengewürfelt, und die Inszenierung (von D.J. Caruso, der mit „The Salton Sea“ vielversprechend begonnen hatte) ziel- und ideenlos. Auch die Schauspieler wirken verloren.

Das größte Problem dabei ist das Drehbuch, denn die Geschichte entwickelt sich derart künstlich, dass es gegen Ende schon weh tut. Zudem bleibt das ganze Szenario mit den Aliens und den Auserwählten viel zu vage, um überzeugen oder wenigstens unterhalten zu können. Wer sind die bösen Aliens, warum wollen sie John und seine Gefährten platt machen? Warum hängt John auf der Erde rum und nicht irgendwo sonst? Oder kurz gesagt: Was soll der Scheiss?!

2/5

PS: Ich habe soeben gelesen, dass Michael Bay hier als Produzent beteiligt ist. Das passt auch ganz gut ins grottige Gesamtbild.

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