The Wrestler

the_wrestler_poster_klein1Darren Aronofskys („Requiem For A Dream“, „The Fountain“) neuer Film wäre ohne seinen Hauptdarsteller nicht vorstellbar. Mickey Rourke – einst ein Star der späten 80er, inzwischen ein von Exzessen und Skandalen verzehrter Outsider der Filmszene – spielt den namensgebenden Wrestler Randy „The Ram“ Robinson mit einer Intensität und schonungslosen Offenheit, die zuweilen weh tut. Robinson war (wie Rourke) vor 20 Jahren ein Star, nun ist er physisch und mental am Ende. Mit über 50 steigt er unter immensen Schmerzen in den schäbigen Ring brutaler Amateur-Wettkämpfe, angetrieben durch die Schlachtrufe der Menge und die eigene Ausweglosigkeit. Rourke gelingt es, diese Figur bei aller Monströsität als echten, greufbaren Menschen zu spielen, und er beschwört dabei einige Momente herauf, die traurig und mitreißend sind wie wenige zuvor.

Robinsons Kontakte zur Außenwelt sind dünn gesät. Das Verhältnis zu seiner Tochter ist zerrüttet, seine „Beziehung“ zu einer Stripperin (wie immer großartig: Marisa Tomei) ein Aufeinandertreffen von zwei seelenverwandten Losern, und die Kameradschaft zwischen den Kämpfern erschöpft sich in gegenseitigem Schulterklopfen und der Weitergabe von Steroiden. Was „The Wrestler“ dabei auszeichnet, ist die geradlinige und realistische Inszenierung der Geschichte. Wer hier an „Rocky Balboa“ denkt liegt vollkommen falsch, denn mit der Wiedererweckung alter Helden hat der Film nichts am Hut. Regisseur Aronofosky beweist mit „The Wrestler“, dass er sein Gespür für fesselndes, unbequemes Independent-Kino alles andere als verloren hat.

Das von vielen Seiten herbeigeschriebene Comeback von Mickey Rourke, vergleichbar mit dem von Robert Downey, Jr., wird wohl trotzdem ausbleiben. Ein Blick in sein Gesicht reicht aus um zu wissen, dass es für Rourke nur mehr darum gehen kann, noch ein paar „Monster“ zu spielen, wie etwa die Rolle des Marv in „Sin City“. Erst der reale Verfall seines Hauptdarstellers konnte „The Wrestler“ zu einem außergewöhnlich authentischen Film machen. Darin liegt die Tragik dieser Geschichte, aber auch die Größe – die ihm zurecht schon einige Auszeichnungen eingebracht hat. Für den Oscar hat es leider nicht gereicht, aber das passt eigentlich ganz gut ins Gesamtbild…

4/5

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