Constantine

In der streng katholischen Welt von „Constantine“ belauern sich Engel und Dämonen im Kampf um die Seele der Menschen. Als „Halbblute“ nehmen sie menschliche Gestalt an, doch völlig ins Diesseits überzutreten ist ihnen laut den „Spielregeln“ untersagt. Und die Regeln kommen immerhin von ganz oben“ John Constantine (Keanu Reeves) ist ein Dämonenjäger der besonderen Art (Bitte keine Fragen nach Dämonenjägern herkömmlicher Art, ja“). Nicht etwa Idealismus oder fester Glaube treiben ihn an “ ein lang zurückliegender Selbstmordversuch hat ihm den Eingang in den Himmel verbaut, und nun versucht er bei seinem Schöpfer ein paar Punkte gut zu machen, indem er für das Gute kämpft. Sein exzessiver Zigarettenkonsum bringt Constantine allerdings dem endgültigen Ableben (und damit der ewigen Verdammnis) von Tag zu Tag näher.

Ganz andere Sorgen hat die Polizistin Angela (Rachel Weisz). Ihre Zwillingsschwester ist vom Dach einer Psychiatrie gesprungen, offensichtlich geplagt von bösen Visionen. Bei der Rekonstruktion des Selbstmordes stößt sie auf eine Spur, die zu John Constantine führt. Zunächst widerwillig nimmt der doch noch die Chance wahr, der guten Frau zu helfen. Der Fall liegt nicht ganz unkompliziert, denn Anzeichen deuten daraufhin, dass sich ein recht bekannter Höllenbewohner auf der Erde einzurichten gedenkt. Doch auf welche Art und Weise?

Soweit klingt das alles arg nach „End of Days“ und anderen verkorksten Kirchenthrillern – und tatsächlich unterscheidet sich „Constantine“ von diesen auch weniger durch die Story, als durch die weitaus gelungenere Umsetzung des Ganzen. Das oben skizzierte Szenario hinzunehmen wird dem Zuschauer recht leicht gemacht, die Bibelzitate halten sich in Grenzen und unfreiwillige Komik konnte ebenfalls fast gänzlich verhindert werden, da sich der Film selbst nicht gar so ernst nimmt. Keanu Reeves überschaubare Gestikulierkunst ist hier richtig aufgehoben, und die geradlinige Erzählweise lässt kaum Langeweile aufkommen. Die wenigen Nebencharaktere sind schlüssig eingesetzt, doch der eigentliche Star des Films bleibt immer die stimmige Atmosphäre. Die eleganten, düsteren Bilder und die äußerst gelungene Ausstattung verhelfen dem Film zu vielen optischen Reizen, die die (geradezu zwangsläufig auftretenden) Storyunebenheiten problemlos ausbügeln können. Auch die mit Bedacht eingesetzten CGI-Effekte können überzeugen.

Nun machen all diese Pluspunkte „Constantine“ nicht zu einem großen Stück Kino, dafür mangelt es vor allem an Originalität und Szenen, die lange im Gedächtnis hängen bleiben. Für einen gediegenen, auf Unterhaltung ausgelegten DVD-Abend erfüllt er aber locker alle Kriterien. Nebenbei beweist er, dass nicht alle „großen“ Hollywood-Produktionen, die am Anfang des Kalenderjahres herauskommen, so verkorkster Mist wie „Basic“ sein müssen.

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