Kurzkritik: Frau im Dunkeln (The Lost Daughter)

Drama, 2021

Regie: Maggie Gyllenhaal; Darsteller: Olivia Cole, Jessie Buckley, Dakota Johnson, Ed Harris

Worum gehts?
Die Literaturprofessorin Leda (Cole) verbringt einen zunächst recht idyllischen Urlaub auf einer griechischen Insel. Als an ihrem Lieblingsstrand eine Großfamilie aus New York auftaucht, fällt ihr die junge Mutter Nina (Johnson) mit ihrer kleinen Tochter ins Auge – und Leda beginnt, sich mit ihrer eigenen Vergangenheit zu beschäftigen. Während sich dann für die restliche Laufzeit Rückblenden und Gegenwart abwechseln, spielt die Puppe von Ninas Tochter eine ominöse Schlüsselrolle.

Was soll das?
„Frau im Dunkeln“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Elena Ferrante, die durch die ’neapolitanische Saga‘ berühmt wurde. Der Film entfaltet sich als Psychogramm einer komplexen Persönlichkeit, wobei er immer wieder mit Elementen der Krimi- und Thrillergenres spielt (z. B. durch den in den ersten Szenen gezeigten Zusammenbruch einer Hauptfigur, die Andeutungen über kriminelle Verbindungen von Ninas Familie, usw.).

Taugt das was?
Ja, unbedingt. „Frau im Dunkeln“ ist ein packendes und spannendes Drama, und insbesondere in der Hauptrolle großartig gespielt. Dabei lässt sich der Film durchaus Zeit, die es aber auch braucht, um die vielen Nuancen und Widersprüchlichkeiten von Ledas Charakter greifbar zu machen. Für das Publikum (zumindest sofern es die Vorlage nicht kennt) bleibt bis zum Ende unklar, in welche Richtung sich der Film entwicklen wird. Die Spannung schwelt hintergründig, ist aber jederzeit spürbar und wird durch die aus das Wesentliche reduzierte Inszenierung geschickt verstärkt.

Wo kann ich das gucken?
Bei Netflix.

9/10

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