Filmkritik: Argo

ArgoDrama, USA 2012

Regie: Ben Affleck; Darsteller: John Goodman, Alan Arkin, Ben Affleck, Bryan Cranston

Die Geschichte hinter „Argo“ ist so gut, dass sie einfach verfilmt werden musste. In den Grundzügen geht sie so: Bei der Geiselnahme von Teheran 1979/80 spielen sich am Rande schier unglaubliche Geschehnisse ab, die lange vom US-Geheimdienst unter Verschluss gehalten wurden. Sechs Diplomaten sind bei der Stürmung der Botschaft geflohen und haben im Haus des kanadischen Botschafters Unterschlupf gefunden.

Eine offizielle Möglichkeit, sie außer Landes zu fliegen gibt es nicht. Also sucht man in Washington nach einer geeigneten Tarnung, um die wahre Identität der fünf Beamten zu verschleiern. CIA-Mann Tony Mendez (gespielt von B. Affleck) lässt seine Kontakte nach Hollywood spielen und entwickelt mit Makeup-Artist John Chambers (J. Goodman) und Produzent Lester Siegel (Alan Arkin) die Idee, die Diplomaten gegenüber den iranischen Behörden als Filmteam eines fiktiven Sci-Fi-Streifens namens „Argo“ zu verkaufen, die sich zur Drehort-Erkundung im Land aufhalten. Die Politik in Washington ist ob dieses haarsträubenden Plans wenig begeistert, doch die Zeit ist knapp – und so fliegt Mendez nach Teheran, um die Operation durchzuführen.

„Argo“ erzählt seine irrwitizge Geschichte ruhig und besonnen, mit spannenden und witzigen Momenten, aber im Kern immer mit ernstem Ton. Die politischen und historischen Dimensionen werden soweit es nötig ist erwähnt, doch ist der Film bemüht, keine politischen Statements abzugeben. Er zielt auf eine unterhaltsame und realistische Nachstellung der Story, die wegen des guten Drehbuchs, der souveränen Inszenierung (Afflecks zweite Karriere als Regisseur nimmt nach „Gone, Baby, Gone“ und „The Town“ weiter einen vielversprechenden Verlauf) und der durch die Bank großartigen Darsteller auch sehr gut gelingt.

Natürlich nimmt sich „Argo“ bei der dramatischen Ausgestaltung einige Freiheiten, unter anderem – so ist zu lesen – bauscht er die Rolle der CIA zu Ungunsten der kanadischen Behörden auf. Man braucht auch keine großen Geschichtskenntnisse um zu ahnen, dass der Showdown sicherlich etwas weniger actionreich ablief als hier gezeigt. Den gewöhnlichen Kinogänger sollte das aber alles nicht stören, er bekommt ein im besten Sinne interessantes und doch mainstream-taugliches Stück Kino zu sehen.

4/5

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