Die Wutprobe

Dave Buznik, gespielt von Adam Sandler, ist Angestellter einer Firma für Haustier-Accessoires. Eines Tages steigt der eher schüchterne und stets höfliche Dave in ein Flugzeug, wo er sich neben dem kauzigen und taktlosen Buddy Rydell (Jack Nicholson) wiederfindet. Genervt von seinem anstrengenden Sitznachbarn bittet er die Stewardess, ihm einen Kopfhörer zu bringen um sich den Spielfilm ansehen zu können. Die Stewadess braucht ein bisschen sehr lange, weswegen Dave sie noch zweimal darauf anspricht. Nach kurzer Zeit taucht ein Security-Heini auf, der Dave auffordert, zur Ruhe zu kommen. Der ist zwar völlig ruhig, aber das sieht die Crew ganz anders.

Dave findet sich tatsächlich vor Gericht wieder, wo er zu 20 Stunden „Anger Management“ (Originaltitel) verdonnert wird. Sein Therapeut ist niemand geringeres als der kauzige Sitznachbar Buddy Rydell, ein Psychiater mit eben dem namensgebenden Spezialgebiet. In einer Gruppe voller Semi-Psychopathen soll Dave lernen seine – nicht vorhandenen – Wutattacken in den Griff zu bekommen. Rydell bestimmt den cholerischen Chuck (John Turturro) zu seinem Partner für den Alltag. Der zerstört mit einem Ausraster dann auch gleich den gemütlichen Abend von Dave und seiner Freundin Linda. Als Chuck völlig grundlos eine Schlägerei anzettelt, schlägt Dave versehentlich eine Kellnerin nieder – und landet wieder vor Gericht. Sein einzige Alternative zu einem Jahr Haft ist eine persönliche 30-Tage-Therapie in den Händen Dr. Rydells, der flugs bei ihm einzieht. Von nun an verschwimmt im Leben des harmlosen Mannes alles im Chaos, denn sein „Therapeut“ entpuppt sich als gestörter und aggressiver Psychopath.

Er zwingt Dave dazu auf der Broklyn Brigde Boradwaystücke zu singen, während ihn die anderen Autofahrer beschimpfen, schmeißt in Daves Wohnung Teller an die Wand und schrickt auch vor offenen Feindseligkeiten gegen Daves Chef Mr. Head nicht zurück. Es sind einige sehr komische Szenen und Dialoge zu finden, die bei dieser Schauspieler-Konstellation fast unausweichlich sind. Adam Sandler spielt – wie so oft – einen Durchschnittstypen, der in eine Ausnahmesituation gerät, er ist ein ganz netter Kerl, wenn auch ein bißchen langweilig. Nicholson spielt Dr. Rydell als bärtiges Monster, eine menschliche Katastrophe, die den armen Dave um den Verstand bringt mit seinen äußerst fragwürdigen Therapie-Methoden. Und dann scheint der Doc seinem Patienten auch noch seine Freundin auspannen zu wollen… So weit, so gut. An der Besetzung liegt es nicht, dass „Die Wutprobe“ nicht über das Mittelmaß hinauskommt.

Die Cameos von Heather Graham, John C. Reilly und John McEnroe sind ebenfalls nicht verkehrt. Das wirklich störende ist die obligatorische „Wendung“ des Films am Ende, die zwei Meilen geht den Wind zu riechen ist und so das Vergnügen am Geschehen doch arg schmälert. Die Tatsache, dass bereits die Gerichtsverhandlung zu Beginn völlig unsinnig ist und es in diesem Stile weitergeht wäre besser zu verschmerzen gewesen, wenn der Film nicht arg formelhaft daherkommen würde. Leider nimmt sich der Film die Freiheit „unrealistisch“ zu sein nur zu dem Zweck, ein kitschiges Großstadt-Märchen zu erzählen. Einigermaßen lustig und auch unterhaltsam bietet sich dem Zuschauer hier ein zwar solides, aber auch ärgerliches Filmvergnügen, das getrost schnell wieder vergessen werden darf.

3/5

The Core

Erdbeben, Großfeuer, Vulkanausbrüche, Wirbelstürme, Meteoriteneinstürze, alle diese Katastrophen haben schon herhalten müssen für die unzähligen Katastrophenfilme, die Hollywood allein in den letzten 15 Jahre produziert hat. Nun kommt ein weiteres Desaster hinzu: In „The Core“ stockt die Rotation des inneren Erdkerns, was diverse Katastrophen auf der Oberfläche zufolge hat. Um es gleich vorweg zu nehmen: Jon Amiels („Verlockende Falle“) Film ist nicht ganz so kitschig und platt geraten wie etwa „Armageddon“, und das war ja durchaus zu befürchten.Nachdem die Tauben am Trafalgar Square Amok geflogen sind und in San Francisco einige Dutzend Träger von Herzschrittmachern ins Gras beißen, kommt Wissenschaftler Josh (Aaron Eckhart, „Erin Brockovich“) zu dem Ergebnis, dass die Rotation des Erdkerns im Begriff ist, zu stoppen, was verheerende Folgen für den Planeten hat. Nobelpreisträger Zimsky (Stanley Tucci), ein unsymphatischer und arroganter Superhirn-Schnösel, ist nach kurzer Zeit von Joshs These überzeugt. Das Problem, so scheint es, ist, dass man an den Erdkern schlicht nicht herankommt, um ihn mit Hilfe von einigen Atombomben wieder „anzuwerfen“.

Doch Zimskys Ex-Kollege Brazzelton hat seit einger Zeit an einem Gefährt gearbeitet, was dem Druck im Innern der Erde standhält, und mit vielen Milliarden Dollar Militär-Unterstützung ist das Gerät schon bald einsatzbereit. Die Crew besteht neben den drei Wissenschaftlern noch aus Serge, einem Bombenspezialist und den beiden Astronauten Iverson und Beck (Hilary Swank). Und los geht es ins Innere der Erde.

Von nun an übernehmen die Effekte mehr oder weniger den Part der Handlung. Optisch recht gelungen bohrt sich das Ungetüm aus Titan (oder so) in die Erde, bis in den äußeren Erdkern, wo eine nicht unbeträchtliche Hitze herrscht. Das größte Probleme an der Sache ist, dass keine Sekunde lang Spannung aufkommt, schließlich sind die Helden ja unterwegs, die Menschheit zu retten. Zwar muss die Crew einige Opfer bringen, doch das Gelingen der Mission steht für den Zuschauer nie in Frage, auch wenn einige Figuren hin und wieder Zweifel hegen, und auf der Erde „Plan B“ schon beinahe angelaufen ist.

Keine Sekunde wird in „The Core“ ein Zweifel daran gelassen, daß die Rettung unseres Planeten die Sache von Amerikanern und ihrem Militär ist. Abgesehen von ein paar Katastrophen, die als eine Art „Abfallprodukt“ z.B. in Rom ihren Lauf nehmen, gibt es keinen Hinweis darauf, dass sonst noch irgendwer einen Versuch unternimmt, die Lage in den Griff zu bekommen. Immerhin wird das Militär der USA nicht nur gefeiert, denn die Jungs in Uniform sind nicht ganz unschuldig an der Katastrophe, wie sich im Laufe des Films herausstellt.

Die Schauspieler spielen auf ordentlichem Niveau, wenn auch fast ausschließlich stereotypisch angelegte Figuren. Lediglich Josh und Beck sind einigermaßen interessant. So bleibt dann unterm Strich nicht viel über, was den Zuschauer begeistern könnte. Einzig nennenswert sind die Special-Effects, die allerdings bei weitem nicht in die Kategorie „Muss man gesehen haben“ fallen. „The Core“ empfiehlt sich nur für jene, die Zeit und Lust für zwei durchaus kurzweilige Stunden Mainstream-Action aufbringen können.

4/10

Femme Fatale

„Mission:Impossible“ von 1996 war Brian DePalmas letzter Hit. Seitdem ist seine Karriere ein wenig ins Stocken geraten, und auch mit seinem neuesten Film ist er – zumindest in den USA – kommerziell baden gegangen. Was schade ist, aber auch nicht wirklich überrascht, wenn man „Femme Fatale“ gesehen hat. Der Titel spielt ganz offensichtlich auf die Noir-Filme der 40er und 50er Jahre an, und so beginnt der Film auch mit Szenen aus einem der alten Klassiker, Billy Wilders „Double Indemnity“. Den guckt sich Diebin Laure (Rebeca Romijn-Stamos) im Fernsehen an, während ihr Auftraggeber ihr letzte Anweisungen gibt. Darauf beginnt eine der schönsten Diebstahl-Szenen der letzten Jahre und es wird klar, daß der Meister solcher Filme wie „Dressed to Kill“, „Blow-Out“ und „The Untouchables“ sein Handwerk nicht verlernt hat.

Bei einer Filmpremiere der Festspiele von Cannes trägt die Freundin des anwesenden Regisseurs ein sündhaft teures Schmuck-Etwas anstelle eines Oberteils. Auf eben dieses haben es Laure und ihre Partner abgesehen. Zur wunderbaren Musik von Ryuichi Sakamoto („Der letzte Kaiser“) machen sich die Diebe an ihr Werk. Laure verführt die Trägerin der Beute auf dem luxuriösen Damenklo, während ihre Partner die Wärter an der Nase herumführen. Doch, wie sollte es anders sein, im letzten Moment geht etwas schief und Laure macht sich allein mit der Beute aus dem Staub.

Sie flüchtet nach Paris, wo sie mit einer jungen Frau namens Lily verwechselt wird, die sich kurz darauf umbringt. Laura steigt unter dem Namen der Verstorbenen in ein Flugzeug nach Amerika, wo sie den reichen Ex-Unternehmer Watts kennen lernt. Nach 30 Minuten Film und der Einblendung „Sieben Jahre später“ ist Watts Botschafter in Paris, Laure (jetzt Lily) seine Frau und die Story beginnt erneut – mit einem Foto, daß Paparazzi Nicolas (Antonio Banderas) im Auftrag ominöser Hintermänner von Laura/Lily schießt. Klingt kompliziert? Ist es auch – und auch wieder nicht. DePalma hat mit „Femme Fatale“ eine herausragend inszenierte Stilübung absolviert. Seine Hauptdarstellerin ist eine Variante der von Kim Novak gespielten Madeleine aus Hitchcocks Meisterwerk „Vertigo“.

Um diese herum entwirft der Regisseur eine traumhafte Welt voll von Betrug, Sex und Gewalt. Keine schöne Welt, aber eine, die schön anzusehen ist. Auch wenn der Film sein – wohl wenig zahlreiches – Publikum sehr wahrscheinlich spalten wird, so werden die Bilder und die Eindrücke, die er hinterläßt, jedem Zuschauer wohl länger im Gedächnis bleiben, ganz gleich ob wohlwollend oder widerwillig. „Femme Fatale“ erinnert in seiner mysteriösen Traumhaftigkeit zuweilen ein wenig an David Lynchs „Mulholland Drive“. Doch im Gegensatz zu Lynch läßt DePalma letztlich wenige Fragen offen, was die Einen enttäuschen und die Anderen zufriedenstellen mag.

Darüber, ob die Aufklärung und das Ende einen zu hohen Preis für die „Glaubwürdigkeit“ oder einen gelungenen Abschluß des Films darstellen, werden Cineasten wohl noch lange diskutieren. Ich persönlich kann gut damit leben – und ich habe das Gefühl, Brian DePalma ist das sowieso völlig egal. Irgendwo zwischen Hommage und Persiflage angesiedelt schrammt sein Film manchmal hart an der Grenze des guten Geschmacks vorbei – und vielleicht auch darüber hinaus. Was bleibt, sind 110 äußerst kurzweilige Minuten, die so ziemlich alles beinhalten, was Kino faszinierend macht.

5/5

Daredevil

Unzählige Comic-Verfilmungen hat uns Hollywood in den letzten Jahren bereits beschert, doch nach dem immensen Erfolg von „Spider-Man“ legen die Studios noch eine Schippe drauf, was die Anzahl der Filme angeht. „Daredevil“ wurde bereits im Frühjahr in die Kinos gebracht, und ist nun bereits auf DVD erhältlich. Ich habe in meinem Leben nicht ein einziges Comicheft gelesen, dessen Protagonist es zu auf die Kinoleinwand gebracht hat. Will sagen: ich habe keine Ahnung, inwiefern „Daredevil“ und andere Verfilmungen ihrem „Original“ entsprechen, was geändert wurde, und so weiter. Deshalb bitte keine erbosten Zuschriften der Marke „Daß war doch im Comic alles anders!“, die nicht der Aufklärung dienen, wenn ich bitten darf. Darf ich? Doch nun zum Film. Matt Murdock ist 14 Jahre alt, als er durch einen Unfall sein Augenlicht verliert. Sein Vater, ein Ex-Boxer, ist nicht ganz unschuldig an dem Unfall gewesen, und so schwören sich Vater und Sohn, niemals mehr aufzugeben und sich gegenseitig immer zu unterstützen. Während Jack Murdock seine Karriere wieder aufnimmt, stellt Matt fest, daß seine übrigen vier Sinne so extrem geschärft sind, daß er seine Umgebung genauer wahrnehmen kann, als je zuvor. Sein Hörvermögen ermöglicht es ihm, die Welt vor seinem geistigen Auge wieder sichtbar zu machen. Kurzum: Matt ist nun ein „Superhero“.

Als sich sein Vater eines Tages weigert, einen manipulierten Kampf zu verlieren, wird er von den Hintermännern kurzerhand ermordet. Matt schwört Rache, und geistert von nun an des nachts durch New York City, um das Unrecht zu bekämpfen. „Daredevil“, als Erwachsener nun dargestellt von Ben Affleck, ist ein düsterer Held, ein „Loner“, der sich, um schlafen zu können, in einen schalldichten Wassertank zurückziehen muss. Tagsüber arbeitet er als Anwalt, der laut seinem Partner Foggy zuviele unschuldige und arme Klienten vertritt.

Wie die meisten Comicverfilmungen ist „Daredevil“ ein optisch beeindruckender Film, mit schönen Kamerafahrten, großartigen Kulissen, schöner Farbgebung und anständiger Action. Doch leider funktioniert die Story nicht besonders gut. Ein Grund hierfür ist, daß der der Film schlicht zu kurz ist. Nur eine knappe Stunde dauert die eigentliche Handlung, zuvor werden lediglich die Handelnden Person eingeführt. Zu diesen gehören Gangsterboss „Kingpin“ (Michael Clarke Duncan), dessen Hitman „Bullseye“ (Colin Farrell) und die schöne Elektra (Jennifer Garner), Tochter eines Milliardärs. Mit Ausnahme einer zwar lustigen, aber völlig deplatzierten Kampfszene zwischen Matt und Elektra scheint „Daredevil“ zunächst den richtigen Erzählton zu treffen, doch geht es dann mit großer Geschwindigkeit in die Richtung eines allzu simplen Standard-Comic-Plots, der wirklich keinen Zuschauer überraschen dürfte.

Was eigentlich sehr schade ist, denn die Figur des Daredevils ist weitaus interessanter, als viele seiner Comic-Kollegen, und so steckt in dem Material das Potential für einen richtig guten Film. An einigen Stellen, etwa wenn unser Superheld zur Beichte eine Kirche besucht, ist dies dem Film anzumerken, doch das ist leider zu selten. Die Tatsache, dass das Ende nach einer Fortsetzung geradezu schreit, kann ich bei einem solchen Film locker verschmerzen, was aber nicht heißt, daß der Weg zu diesem Ende der richtige war.

Kurz bevor „Daredevil“ in den USA anlief, war irgendwo zu lesen, daß wegen des „Spider-Man“-Erfolges noch einmal einige Millionen Dollar ausgegeben wurden, um die Special-Effects ein wenig aufzumöbeln. Eigentlich, so hieß es, sollte der Film billiger und länger sein, wirklich düster dazu, und mit einer „R“-Freigabe versehen. Schaut man sich den fertigen Film an, kann man dies durchaus glauben. Wenn es stimmt, dann ist es schade um das verlorene Material, aber vielleicht setzen sich die Beteiligten ja demnächst mal daran, an einen ausführlichen Director`s Cut zu schneiden. Ich wäre dabei.

4/10

Disclaimer – Haftungsausschluss

Haftung für Inhalte

Obwohl wir uns um Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Inhalte unserer Seiten bemühen, können wir hierfür keine Garantie übernehmen.

Nach § 7 Absatz 1 TDG sind wir als Diensteanbieter für eigene Inhalte auf unseren Seiten nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich.

Eine Verpflichtung zur Überwachung übermittelter oder gespeicherter fremder Informationen besteht jedoch nicht (§§ 8-10 TDG). Sobald uns Rechtsverstöße bekannt werden, werden wir die entsprechenden Inhalte umgehend entfernen. Eine dahingehende Haftung wird jedoch erst ab dem Zeitpunkt der Kenntnis konkreter Rechtsverletzungen übernommen.

Haftung für Links

Unsere Seiten enthalten Links auf externe Webseiten Dritter. Auf die Inhalte dieser verlinkten Webseiten haben wir keinen Einfluss. Für die Richtigkeit der Inhalte ist immer der jeweilige Anbieter oder Betreiber verantwortlich, weshalb wir diesbezüglich keinerlei Gewähr übernehmen.

Die fremden Webseiten haben wir zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Zum Zeitpunkt der Verlinkung waren keinerlei Rechtsverletzungen erkennbar. Eine ständige Überprüfung sämtlicher Inhalte der von uns verlinkten Seiten ohne tatsächliche Anhaltspunkte für einen Rechtsverstoß können wir nicht leisten. Falls uns Rechtsverletzungen bekannt werden, werden wir die entsprechenden Links sofort entfernen.

Urheberrecht

Die durch den Betreiber dieser Seite erstellten Inhalte und Werke auf diesen Webseiten unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Sämtliche Beiträge Dritter sind als solche gekennzeichnet. Die Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechts bedürfen der schriftlichen Zustimmung des jeweiligen Autors bzw. Erstellers. Kopien von diesen Seiten sind nur für den privaten Bereich gestattet, nicht jedoch für kommerzielle Zwecke.

Datenschutz

Für die Sicherheit der Datenübertragung im Internet können wir keine Gewähr übernehmen, insbesondere besteht bei der Übertragung von Daten per E-Mail die Gefahr des Zugriffs durch Dritte.

Im Falle der Erhebung personenbezogener Daten auf unseren Seiten erfolgt die Preisgabe dieser Daten seitens des Nutzers stets auf freiwilliger Basis. Die Inanspruchnahme und Bezahlung aller angebotenen Dienste ist auch ohne Angabe solcher Daten bzw. unter Angabe anonymisierter Daten oder eines Pseudonyms gestattet, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist .

Einer Nutzung der im Impressum veröffentlichten Kontaktdaten durch Dritte zu Werbezwecken wird hiermit ausdrücklich widersprochen. Der Betreiber behält sich für den Fall unverlangt zugesandter Werbe- oder Informationsmaterialien ausdrücklich rechtliche Schritte vor.

Rechtswirksamkeit dieses Haftungsausschlusses

Sollten einzelne Regelungen oder Formulierungen dieses Haftungsausschlusses unwirksam sein oder werden, bleiben die übrigen Regelungen in ihrem Inhalt und ihrer Gültigkeit hiervon unberührt.

Quelle: anwalt-seiten.de

Jackass: The Movie

Johnny Knoxville und seine Schergen haben es mit ihren Anarcho-Scherzen bis ins Kino gebracht, was Einige freuen und Andere beunruhigen wird. Allerdings kann man das Werk beim besten Willen nicht als Kinofilm betrachten. Freunde der MTV-Show sollten sich das lieber so vorstellen, als liefe aus irgendwelchen Gründen eine lange Sonderfolge im Kino. Alle anderen, bei genauerer Betrachtung, übrigens auch.

So ist der Grund für den Film natürlich kein überzeugendes Drehbuch, sondern die Tatsache, daß der Film todsicher Kohle machen wird. Was Steve-O, Knoxville und co in die angenehme Situation brachte, ihren Schabernack auf der Basis eines 20-Mio.$ Budgets zu treiben. Mit dem Geld wurden offensichtlich eine Japanreise, mehrere Autos, Golfwagen und ein Ausflug für ein ausgewachsenes Krokodil bezahlt.

Und so geht es dann auch ordentlich zur Sache, wobei schon der Vorspann die Lachmuskeln strapaziert. Darauf folgt das, was man von der Fernsehshow gewohnt ist. Knoxville setzt sich völlig unnötig großen Schmerzen aus, ebenso der Rest der Truppe. Teilweise extrem gefährlich, wie die Nummer mit den Golfwagen, teilweise extrem unappetitlich, wie die Nummer mit dem Matchboxauto im Rektum, gehen die Dingen ihren gewohnten Gang.

Der Film erfüllt mehr oder weniger alle Erwartungen, die man an ihn haben konnte. Er ist lustig, brutal und überflüssig. Vom Feinsten also, für alle Freunde des schlechten Geschmacks. Denen sei ???Jackass: The Movie? denn auch empfohlen. Dem Autor dieser Zeilen hats über weite Strecken ganz gut gefallen.

-/5

Good Bye, Lenin!

Es ist schon eine große Überraschung, dass dieser Film mit ca. 6 Mio. Besuchern bis jetzt der erfolgreichste Film des Jahres in Deutschland ist. Allein deshalb, weil mit „Matrix: Reloaded? oder „Terminator 3? einige hockkarätige Blockbuster angetreten sind, diese Position für sich zu beanspruchen. „Good Bye, Lenin!?, gedreht mit einem Budget von 4,8 Mio. Euro, hat bis Ende August über 36 Mio. eingespielt und ist somit ein großer finanzieller Erfolg, der allen Beteiligten zu gönnen ist. Schön, dass auch wirklich gute Filme hierzulande Geld einspielen können. Schade, dass es davon immer nocht nicht sehr viele gibt.Aber zur Sache jetzt, mit dem deutschen Kino der Gegenwart kenne ich mich sowieso nicht aus. Wolfgang Beckers („Das Leben ist eine Baustelle?) Film spielt in den Jahren 1989/90 in Ostberlin. Eingeführt durch eine Rückblende, unterlegt mit dem Off-Kommentar von Alexander Kerner (Daniel Brühl), erfährt der Zuschauer davon, dass Robert Kerner seine Frau Christiane verließ, um mit einer West-Frau im benachbarten Kapitalismus glücklich zu werden. Christiane (Katrin Saß) ist todunglücklich und stürzt sich zur Überwindung ihrer Trauer voll ins sozialistische Leben, überzeugt von der guten Sache, und bemüht, sie noch ein bißchen besser zu machen. Dafür schreibt sie „Eingaben?, in denen die Parteiführung um Verbesserungen im alltäglichen Leben gebeten wird. Mit „sozialistischem Gruß?, versteht sich. Ihre Kinder Alex und Ariane (Maria Simon) haben sich an ein Leben ohne Vater gewöhnt, Ariane hat bereits ein Kind – und die DDR steht kurz vor dem Zusammenbruch.

Gerade zu Beginn jener Demonstrationen, die die Wende einläuteten, fällt Christiane Kerner beim Anblick ihres Sohnes inmitten einer Schar von Demonstranten ins Koma. Als sie wieder aufwacht, ist nichts mehr wie es wahr. Aufgrund ihres immer noch kritischen Zustandes (der Arzt instruiert Alex, sie von jedweder Aufregung fernzuhalten) können Alex und Ariane ihrer Mutter von der Wende nichts erzählen, denn dies könnte ihren Tod bedeuten. Und so macht sich vor allem Alex daran, im Krankenzimmer seiner Mutter die DDR am Leben zu erhalten. Das geht natürlich nicht ohne Probleme, schließlich wechselt im Supermarkt die Produktpallette äußerst drastisch, Arianes neuer Freund Rainer ist waschechter Wessi, und Christianes Wunsch nach ein wenig Fernsehen kann Alex erst nachkommen, als er zusammen mit seinem Freund und Kollegen Denis, einem Hobby-Regisseur, eigene Folgen von der „Aktuellen Kamera? produzieren kann.

Doch zusammen mit seiner Freundin Lara meistert Alex die Sache ganz gut, und es ist eine Freude, ihm bei seinem kreativen Treiben zuzuschauen. Der Film balanciert gekonnt auf einem schmalen Grat zwischen Humor und Tragik, zwischen Ostalgie und kritischer Auseinandersetzung, und wirkt dabei (fast) immer völlig glaubwürdig. Wenn am Ende Christiane, die von ihren Kindern seit Monaten hinters Licht geführt wird, gesteht, sie über die wahren Trennungsgründe von ihrem Mann gelogen zu haben, schafft es „Good Bye, Lenin!?, auch diese dramaturgische Wendung ohne Gefühlsduselei und mit viel Feingefühl zu erzählen.

Alle Hauptdarsteller spielen überzeugend und mitreißend, und so kommt in den zwei Stunden, die der Film dauert, keine Langeweile auf. Grund dafür ist natürlich auch das exzellente Drehbuch, das die Geschichte seiner Figuren wunderbar mit der Geschichte Deutschlands verknüpft. Lediglich an einigen wenigen Stellen wird der Bogen dann doch leicht überspannt, wird einiges wiederholt, aber dem Gesamteindruck schadet das nicht. Ein gelungenes Stück Kino, mal zum lachen und mal zum weinen wird hier geboten, weshalb ich jedem, der nicht zu den 6 Mio. Kinogängern gehört, empfehle, sich „Good Bye, Lenin!? nicht entgehen zu lassen.

5/5

The Tuxedo

Jackie-Chan-Filme gibt es zu Hunderten in Deutschlands Videotheken. Der Mann dreht, so scheint es, alle drei Wochen einen neuen Film. Ich bin mit seinen Filmen nie so richtig warm geworden, was mich aber nicht daran hinderte, mir „The Tuxedo“ anzusehen, der in Deutschland den Zusatz „Gefahr im Anzug“ trägt. Tuxedo bezeichnet jene Klamotte, die man im Deutschen als Smoking kennt. Und um so einen gehts hier.

Jimmy Tong (Jackie Chan) arbeitet als Chauffeur für den Superagenten Clark Devlin, dem sein Maßanzug herausragende Fähigkeiten beschert. Ausgestattet mit perfekter Kampftechnik und allerlei Gimmicks ist Devlin undercover unterwegs, um irgendeinen Fal zu lösen. Um ehrlich zu sein, ich hab die Story schlicht vergessen. Ist aber egal, Devlin ist bald weg vom Fenster und Tong schlüpft in den Smoking, der ihm dann auch hervorragend passt. Von nun an gibt er sich als Devlin aus, unter anderem vor der hübschen Del Blaine (Jennifer Love Hewitt), die im Auftrag irgendeines Geheimdienstes mit ihm zusammen diesen Fall lösen soll, der mir leider entfallen ist.

Jimmy und Del geraten in eine Reihe von Situationen, in denen Chan seine Trickkiste auspacken kann. Natürlich kommen sich die beiden auch emotional langsam, aber sicher näher. Das alles ist unterhaltsam, wenn auch wenig spektakulär. Ein großer Wurf ist denn „The Tuxedo“ so auch nicht, aber der Film ist einigermaßen komisch, actionreich und kurzweilig. Verglichen mit Nullnummern wie „The Transporter“ waren hier wohl wahre Meister der locker-flockigen Actionkomödie am Werk. So bleibt als Fazit ein durchaus wohlwollendes „Ja, ach!“

5/10

The Body

Ein interessanter Gedanke, daß in Israel die Leiche von Jesus Christus gefunden wird. Für Christen undenkbar, aber für Ungläubige und Anhänger anderer Religionen immerhin nicht ausgeschlossen. Antonio Banderas spielt in „The Body“ Pater Gutierrez, den der Vatikan ob seines unerschütterlichen Glaubens nach Jerusalem schickt, weil dort das ungewöhnliche Grab eines gekreuzigten Mannes entdeckt wurde.Ist es tatsächlich das Grab Jesu? Die israelische Archäologin Sharon und Gutierrez wollen dies herausfinden. Doch die beiden sind ein ungleiches Paar. Während Sharon schnell einen Artikel über das Grab und den Leichnam veröffentlichen will, möchte Gutierrez erst ganz sicher gehen, wer der Tote ist. Während sich die Anzeichen verdichten, das Christus selbst die Leiche in dem Grab ist, sorgt das Geschehen auch für politische Verwicklungen. Die Israelis wollen kooperieren – wenn der Vatikan sie im Kampf gegen eine Teilung Jerusalems unterstützt. Doch die Palästinenser wissen dies und versuchen ihrerseits, die Gebeine des Toten in ihren Besitz zu bringen. Gutierrez lassen diese Entwicklungen zunächst kalt, denn für ihn handelt es sich um eine Sache des Glaubens. Und den droht er über immer neue Fakten zu verlieren. Diese Idee zu verfilmen ist ein äußerst schwieriges Unterfangen.

So wundert es auch nicht, daß „The Body“ letztlich scheitert. Denn auch im Kino geht es um Glauben. Ist es glaubhaft, daß sich die Dinge so abspielen oder entwickeln könnten wie sie auf der Leinwand präsentiert werden? Das frage ich mich als Zuschauer eines Thrillers, der realistisch sein will – und hier die Antwort ist ganz klar nein. Ich glaube nicht, dass das mögliche Grab Jesu abwechselnd bewacht und nicht bewacht werden würde. Ich glaube auch nicht, daß Archäologen jene Knochen in eine Sporttasche einpacken als wären sie Feuerholz. Ich glaube nicht an die Existenz einer Archäologin, die die Evangelien auswendig kennt, aber nicht weiß, was denn für Christen so schlimm daran wäre, wenn der Leichnam Jesu Christi gefunden würde. Und auch die politischen Verwicklungen sind fadenscheinig. Böse Palästinenser entführen Kinder, ein böser Israeli erpreßt den Vatikan – ohne dass man sich dort wundert, mit wem man es überhaupt zu tun hat. Das Ganze wird zudem auf erstaunlich kleiner Flamme gekocht. Nicht der Papst oder Israels Ministerpräsident greifen ein (oder erfahren wenigstens den Sachverhalt), sondern untere Ebenen – offensichtlich wollte man niemand Wichtigen mit der Darstellung beleidigen.

Banderas spielt seine Rolle gut, ohne daß seine Rolle gut wäre. Denn Gutierrez begreift lediglich die religiösen Folgen, erahnt aber nicht mal im Ansatz die politischen – obwohl ihm ein Palästinenser diese deutlich macht. „Gott hat in der Politik nichts verloren.“ sagt der Pater zu diesem, und das an einem Ort, wo man diese Vorstellung schon ein paar Tage länger über Bord geworfen hat. Es gibt noch mehr zu kritisieren an „The Body“, aber es sei nur noch erwähnt, daß sich die Frage nach der Identität des Toten auf eine sehr voraussehbare Weise klärt. Der Film schafft es, nicht völlig lächerlich zu wirken. Viel mehr aber auch nicht.

2/5

Passwort: Swordfish

Bei uns mit Verspätung ins Kino gekommen, lief „Swordfish“, so der Originaltitel, in den USA bereits vor dem 11. September 2001. John Travolta spielt darin Gabriel Shear, eine schillernde Figur der Unterwelt mit Verbindung zum Geheimdienst, dessen Monolog zu Beginn mit schlechten Hollywood-Filmen abrechnet. Shear plant einen gigantischen Coup, für den er noch einen Top-Hacker braucht. Seine Wahl fällt auf Stanley Jobson (Hugh Jackman), und so schickt er seine sexy Komplizin Ginger (Halle Berry), um diesen zu engagieren.

Aussteiger Jobson weigert sich zunächst, steigt dann aber doch in den undurchsichtigen Multi-Millionen-Raub ein. Nach Travoltas Monolog beginnt der Film mit dem zentralen Raubüberfall und überwältigender Action, um dann seine Geschichte chronologisch bis zu diesem Punkt zu erzählen. Dabei geht es vor allem um die Planung des Coups, aber auch über die Rolle von Ginger bei dem Ganzen und um Jobsons Wunsch, nach dem Raub seine Tochter von deren Mutter (einer Pornodarstellerin) zurück zu gewinnen. Gabriels Intentionen und seine wahren Pläne für den Überfall kommen ans Tageslicht, doch Jobson – der inzwischen realisiert hat, dass es sich nicht um einen reinen Diebstahl handelt – kann nicht mehr zurück.

Nach dem Überfall treten die Mitglieder der Bande eine wahrlich spektakuläre Flucht an, in der ein Bus sich auf eine etwas ungewöhnliche Weise von seinen Verfolgern zu befreien versucht. Als unterhaltsamer Actionfilm funktioniert „Passwort:Swordfish“ durchaus, auch wenn der einzige Held (Hacker Jobson) nur mäßig überzeugend und als Travoltas Gegenspieler ein wenig blass bleibt. Die große Schwäche ist jedoch die künstlich aufgebauschte Story. Zwar ist das Ganze einigermaßen spannend, doch kommt am Ende nicht so richtig raus, was genau sich eigentlich abgespielt hat – war es ein raffinierter Zug von Gabriel, um sich Feinde vom Hals zu schaffen und Geld zu erbeuten? Oder die reine Ausführung eines Regierungs- oder Geheimdienstauftrags? Und Gingers Verhalten macht auch wenig bis keinen Sinn, obwohl sie am Ende eindeutig auf einer Seite steht.In der Deutung der Geschehnisse ist durchaus Diskussionswürdiges zu entdecken, aber all das geht in einem oberflächlichen Actionfilm wie diesem unter.

Denn der Film will keine moralischen Fragen aufwerfen, sondern mit schillernder Action unterhalten und überzeugen. Nun ja, unterhalten tut er. Überzeugen nicht. Bleibt die Frage, was Regisseur und Drehbuchautor über das Geschehen zu sagen haben. Sollte ich was finden, wird es an dieser Stelle nachgereicht.

2/5

Start-Up

„Start-Up“ erzählt die Geschichte von Milo (Ryan Phillipe), einem Informatikstudenten aus Kalifornien, der nach dem Abschluss seines Studiums die Entscheidung trifft, beim Software-Giganten NURV zu arbeiten, anstatt mit seinen Freunden ein „Start-Up“-Unternehmen zu gründen.

NURV-Chef Gary Winston, dessen Figur mehr als nur Ähnlichkeiten mit Bill Gates hat, überzeugt Milo persönlich von den Vorteilen einer Zusammenarbeit. Erstes Ziel ist die Fertigstellung von SYNAPSE, einem System zur globalen Datenübertragung. Im Laufe der Zeit fallen Milo höchst seltsame Dinge an seinem neuen Arbeitgeber auf. NURV ist in kriminelle Machenschaften verwickelt und verschafft sich so entscheidende Wettbewerbsvorteile. Und auch seine Freundin Alice scheint etwas zu verbergen. Menschen sterben, Milo wird überwacht, Absichten bleiben im Dunklen – und so geht es bis zum erbärmlichen Finale des Films.

Die wirre und völlig unglaubhafte Story von „Start-Up“ ist nicht in der Lage, einen ernsthaft für die Charaktere zu interessieren, gleiches gilt für die Schauspieler. Trotz einiger spannender Szenen wirkt das Geschehen gekünstelt und konstruiert. Und dass sich einige Figuren erst am Ende als gut/böse zu erkennen geben, ist so klar, dass man sich wünscht, zur Überraschung gäbe es mal keine Wendungen!Das ganze Gerede von SYNAPSE läßt die Frage offen, wie das eigentlich funktionieren soll. So wie ich das sehe hat Gates, äh Winston, etwas ähnliches wie UMTS am Start, ohne allerdings auf kompatible und verbreitete Hardware angewiesen zu sein. Seine Satelliten senden automatisch auf jeden Fernseher – sehr interessant! Dabei verschenkt der Film die Möglichkeit, aus dem interessanten Thema eine schlüssige Story herauszuholen.

Unfairer Wettbewerb unter Softwarefirmen, Monopole und Mitarbeiter, die der Sache auf die Schliche kommen – das hätte doch für ein anständiges Drehbuch genügen können. Aber „Start-Up“ teilt so naiv in Gut und Böse, das es schnell langweilig wird. Natürlich werden Milo und die anderen Nerds den Software-Riesen besiegen. Dabei quatschen sie ununterbrochen von „open source“, ganz als wäre das die Lösung für alle Probleme.

Das große Finale ist sich dann nicht mal mehr für folgendes zu schade: Milo und Winston sitzen vor ihren Laptops, Winston versucht Satelliten abzuschalten, Milo will sie einschalten. Beide haben eine Liste mit 12 Codes, die sie zunächst beide von oben nach unten durchgehen. Milo probiert es dann mal andersherum. Winston auch, denn, wie er stolz ausruft: „Ich weiß genau wie er denkt!“. Na, herzlichen Glückwunsch!

1/5

Final destination

Teenie-Horrorfilme gibts wie Sand am Meer, nicht erst seit Wes Craven mit „Scream? zeigte, dass man trotz 26 „ElmStreet?-Teilen damit noch Geld verdienen kann. In den späten Neunzigern kamen Langweiler a la „Düstere Legenden? und Konsorten heraus, allesamt mit Fortsetzung versteht sich.Auch „Final Destination? schwimmt auf dieser Welle mit, und so müssen auch hier vorzugsweise Teenager dran glauben. Richtig viele davon geben gleich zu Beginn des Films den Löffel ab. Eine Schulklasse besteigt ein Flugzeug nach Paris, doch weil Alex (Devon Sawa) eine Schreckenvision vom Absturz dieses Fliegers hat und ausrastet, müssen er und fünf andere Schüler zusammen mit einer der Lehrkräfte vor dem Start aussteigen. Während sie sich noch beschimpfen und fragen, wer denn nun Schuld am Rauswurf sei, fliegt das Flugzeug tatsächlich in die Luft.

Eine Ende mit Schrecken? Nicht ganz, denn wie Alex bald herausfindet, hat der Sensenmann alle noch auf seinem Zettel stehen, die damals das Flugzeug verließen. Nachdem die ersten über den Jordan gegangen sind, beginnen Clear, Billy und Carter (allesamt Klassenkameraden von Alex) langsam, an den „großen Plan? zu glauben, der laut Alex dabei ist, sie nach und nach ihrer sterblichen Hülle zu berauben. Und es kristallisiert sich auch eine Reihenfolge heraus, in der dies geschehen soll…

Obwohl auch „Final Destination? genre-typisch voller Klischees ist, muss ich doch gestehen, dass der Film seine Geschichte ganz gut und mit einigen netten Schockeffekten erzählt. Vielleicht liegt auch ein großer Vorteil darin, dass kein maskierter Killer mit Umhang und langem Messer den Teenies ans Leder will. Der Tod tritt hier als eine Art „Was-passiert-dann?-Maschine mit Todesfolge auf, und ist teils sehr nett anzuzsehen. Das Urteil „wenig nervtötend? ist für einen Teenie-Horror-Streifen wohl eine Art Ritterschlag, den sich der Film in seinen kurzweiligen und blutigen 94 Minuten aber durchaus verdient. Die Story nimmt am Ende ziemlich plötzlich den Notausgang, wahrscheinlich weil ein zweiter Teil längst geplant war. Inzwischen ist „Final Destination2“ bereits gedreht,aber ob der auch noch sein muss, dass entscheide ich ein andermal.

3/5

Go

„Go“ ist Doug Limans zweiter Film nach dem Überraschungserfolg „Swingers“. Der Regisseur beschäftigt sich wieder mit jungen Leuten, diesmal jedoch mit einem noch höheren Erzähltempo, einer „Pulp Fiction“-artigen Struktur und ohne den melancholischen Ernst des Vorgängers. Im Mittelpunkt seines Filmes stehen drei Gruppen, die alle auf die ein oder andere Art in einen kleinen Drogendeal verwickelt sind. Verkäuferin Ronnas Weg kreuzt den der beiden Soap-Stars Adam und Zack. Aus einem kleineren Ecstasy-Deal entwickelt sich eine mittelschwere Katastrophe. Ganz nebenbei ist eine dritte Gruppe unterwegs nach Las Vegas, anscheinend ein wiederkehrendes Liman-Motiv.Dieser inszeniert seine Geschichten mit sicherer Hand und einem guten Gespür dafür, welche Richtung der Film nehmen muß, um nicht inmitten von verschiedenen Erwartungen an die Story zu implodieren. So wie er seine Charaktere zunächst auf eine haarsträubende Reise schickt, so holt er sie am Ende wieder in die Normalität zurück, ohne dem Geschehen damit in den Rücken zu fallen.

Die Handlungsstränge, die sich alle an einigen Punkten wiedertreffen, sind allesamt so unterhaltsam wie überzogen. Der Film geht sein hohes Tempo bis zum Schluß, und er bezahlt das natürlich in Teilen mit seiner Glaubwürdigkeit – was allerdings nicht wirklich stört. Ich sehe den Film als reine Komödie mit Anleihen bei der Realität, nicht anders herum. Die hierzulande weitgehend unbekannten Schauspieler machen einen guten Job, und so ergibt sich ein kurzweiliges Vergnügen, ein Film, der sich verpflichtet fühlt seine zumeist jungen Zuschauer zu unterhalten. Und das tut er auch ? mit der Konsequenz, daß nicht so junge Zuschauer möglicherweise wenig Gefallen am Geschehen finden könnten.

4/5

1 93 94 95