The Fighter

The Fighter“ verbindet zwei Genres, die ich nicht so sehr gerne mag. Einerseits das Boxer-Drama (weil es ohnehin immer dieselbe Story ist), andererseits die Filmbiografie (weil da die Fakten immer verbogen werden). Von beiden Vorwürfen kann man den Film von David O. Russell keineswegs freisprechen, doch das gute Drehbuch und die hervorragenden Darsteller machen „The Fighter“ trotzdem eine sehenswerte Story.

„Irish“ Micky Ward (Mark Wahlberg) ist ein talentierter Boxer im Weltergewicht, dessen Karriere Ende der 80er Jahre fast schon gelaufen scheint. Seine Familie ist nicht ganz unschuldig daran. Sein Halbbruder und Trainer Dicky (Christian Bale) kämpft mit Drogenproblemen, seine Mutter und Managerin Alice versteht nicht viel vom Geschäft. Sie alle stammen aus einfachen Verhältnissen, ihr Horizont reicht nicht über die Grenzen ihrer Heimatstadt Lowell in Massachusetts hinaus.

Nach einer Serie von Niederlagen hängt Micky die Handschuhe an den Nagel; Dicky muss in den Knast, seine Freundin Charlene trennt sich von ihm, ein komplizierter Bruch in der Hand verhindert normales Training. Doch so ganz kann er seinen Traum vom großen Erfolg nicht vergessen, und nach ein paar Jahren greift „The Fighter“ noch einmal an…

Der Ausgang der Geschichte ist recht vorhersehbar, einzig die Frage ob Micky den großen Kampf am Ende gewinnen kann oder nicht bleibt spannend. Es sei denn, man ist mit dem Geschehen schon vertraut, denn das Ganze basiert auf einer wahren Geschichte. Die Stärke des Films liegt in der genauen Milieu- und Figurenzeichnung, im Realismus und den (weitgehenden) Verzicht auf „Rocky“-mäßiges Gepose.

Christian Bale, für seine Rolle mit einem Oscar ausgezeichnet, und Mark Wahlberg liefern sich als ungleiche, in Hassliebe verbundene Brüder ein starkes Duell. Melissa Leo überzeugt als sture Matriarchin des Familienclans, und konnte dafür ebenso einen Oscar in Empfang nehmen. Das Drehbuch liefert den Darstellern die vielen starken Szenen, die es braucht um die Story glaubwürdig zu machen. Hinter den genannten Stärken gerät die Tatsache, dass sich die Dinge fast zwangsläufig so entwickeln, wie sie es tun, zur Nebensache.

Trotzdem, die Neuerfindung des Rades ist „The Fighter“ nicht – wer also meint, genug Boxer-Filme gesehen zu haben kann sich den Film auch schenken. Freunde des gepflegten (Sport)-Dramas kommen definitiv auf ihre Kosten und sollten schon wegen des grandiosen Darsteller-Ensembles einen Blick riskieren.

4/5

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