Kurzkritik: It Was Just an Accident

Drama, 2025

Regie: Jafar Panahi; Darsteller: Vahid Mobasserie, Maria Afshari, Ebrahim Azizi

Hochgelobte Filme aus dem Iran gab es in den letzten 25 Jahren glaube ich eine ganze Menge, gesehen habe ich keinen. Nicht aus Prinzip, sondern einfach weil ich gewohnheitsmäßig anderen Stoffen eher eine Chance gebe. Bei „It Was Just an Accident“ habe ich – keine Ahnung warum – einfach mal zugegriffen, und es definitiv nicht bereut.

Thematisch geht es um Rache: Der vermeitliche Folterknecht des Mullah-Regimes Eghbal wird von Vahid, einem seiner ehemaligen Opfer, zufällig im zivilen Leben aufgespürt. Beinahe blind vor Rachsucht will Vahid den Mann direkt lebendig begraben – doch dann kommen ihm leise Zweifel, ob er wirklich den richtigen erwischt hat. Um sicher zu gehen, zieht er eine Reihe weitere ehemalige Gefangene ins Vertrauen.

Aus diesem Szenario entwickelt sich eine aberwitzige Handlung, in der sich jede Menge schockierende, traurige, chaotische und trotz allem auch komische Momente ergeben. Neben der offenkundigen politischen Aussage und der moralischen Frage, wie Opfer von Gewalt Gerechtigkeit erwirken können, schwingt eine Menge Kritik an den Verhältnissen im Iran mit, die eher beiläufig inszeniert ist.

Insgesamt ist „It Was Just an Accident“ ein intensives und temporeiches Road-Movie mit viel Drama und Humor. Ein Film, der seinem düsteren Inhalt zum Trotz auch unterhält und immer immer wieder überrascht, ohne seine Handlung oder die vielen starken Figuren damit zu unterlaufen.

Wo kann ich das gucken?
Im Kino.

8/10