Kurzkritik: Train Dreams

Drama, 2025

Regie: Clint Bentley; Darsteller: Joel Edgerton, Felicity Jones, William H. Macy

„Train Dreams“ hat für mich etwas geschafft, was nur wenige Filme schaffen: eine Welt, in der man sich für die Laufzeit des Filmes gerne komplett verliert. Deren Sinn- und Wahrhaftigkeit man nie in Frage zu stellt, weder des Szenarios, noch der Figuren oder der Story.

Angesiedelt im pazifischen Nordwesten der USA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erzählt er die Lebensgeschichte eines einfachen Mannes. Robert Grainier ist ein Mann ohne große Bindungen, ein Einzelgänger, der sich als Holzfäller und Bahnarbeiter durchschlägt. Unverhofft findet Robert familiäres Glück, womit sein Leben eine ungeahnte Wendung nimmt.

„Train Dreams“ ist ein existenzielles Drama, das hoffnungsfrohe Momente mit großer Traurigkeit vermischt. In grandiosen Bildern erzählt er von den intensivsten, prägendsten Stationen im Leben seiner Hauptfigur. Dabei entsteht Stück für Stück ein berührendes, authentisches Porträt, lakonisch aus dem Off kommentiert, um dem Innenleben des schweigsamen Robert eine Stimme zu geben.

Die größte Qualität von „Train Dreams“ ist der rhythmische, beinahe hypnotische Erzählfluss, die bedächtige Entwicklung dieses vermeintlich einfachen Stoffes. Und der in seiner kleinen Welt mit vielleicht einem halben Dutzend perfekt besetzter Darsteller so vielfältige, faszinierende, mit Feingefühl inszenierte Momente erschafft. Ein mit überschaubaren Mitteln realisiertes kleines Meisterwerk – und schon meine zweite „10/10“ des Jahres!

Wo kann ich das gucken?
Bei Netflix.

10/10