Kurzkritik: Top Gun – Maverick

Action/Drama, 2022

Regie: Joseph Kosinski; Darsteller: Tom Cruise, Jennifer Connelly, Miles Teller, Jon Hamm, Val Kilmer

Worum gehts?
Maverick (Cruise) hat es sich mal wieder mit seinen Vorgesetzten verscherzt. Seine letzte Chance, um nicht aus der Navy zu fliegen: er soll eine Gruppe junger Piloten auf einen schier unmöglichen Kampfeinsatz vorbereiten. Zu den Auserwählten zählt auch Rooster (Miles Teller), der Sohn von Mavericks verstorbenem Partner Goose.

Was soll das?
Schlanke 35 Jahre nach dem ersten „Top Gun“ haben Tom Cruise und seine Produzenten entschieden, dass die Zeit reif ist, dem Kultfilm der Achtziger eine Fortsetzung zu spendieren. Die Zutaten sind weitgehend gleich geblieben, doch der Zeitgeist ist natürlich ein deutlich anderer. Das Abfeiern von Patriotismus, individuellem Heldentum und dem zur Schau gestellten Glauben an die eigene militärische Übermacht hat jedoch ganz offensichtlich erneut einen Nerv getroffen – „Top Gun“ ist in den USA bisher der erfolgreichste Film des Jahres.

Taugt das was?
Ich bin nie ein großer „Top Gun“-Fan gewesen, muss aber gestehen: rein handwerklich ist „Maverick“ nah an der Perfektion. Es gibt jede Menge spektakuläre Kampfjet-Action (großartigerweise ohne erkennbare CGI), einen altbekannten, aber modernisierten Soundtrack, stylishe Bilder und eine starke Besetzung. Über all dem schwebt Tom Cruise, der eindrucksvoll demonstriert, wie Kino als Star-Vehikel funktioniert. Man muss ihn (bzw. seine ‚Star-Persona‘) nicht mögen, um das anzuerkennen.

Trotzdem ist der Film – wenig überraschend – auch ziemlich platt, an vielen Stellen vorhersehbar und in seiner simplizistischen Weltsicht quasi gefangen. Das Erfolgsrezept erinnert ein bisschen an das von „Star Wars – Das Erwachen der Macht“. Man blickt genussvoll zurück, spielt gleichzeitig alles noch mal für die neue Zuschauergeneration nach, und erfindet beim Weiterstricken der eigenen Legende wenig bis nichts neu.

Wo kann ich das gucken?
Im Kino und als Pay-per-View bei diversen Plattformen.

7/10

PS: Ich bin meinem eigenen Rat nicht gefolgt, könnte aber wetten: es lohnt sich, „Maverick“ auf der größtmöglichen Leinwand und mit gewaltigem Sound im Kino zu schauen…

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.