Kurzkritik: C’mon C’mon

Drama/Comedy, 2021

Regie: Mike Mills; Darsteller: Joaquin Phoenix, Woody Norman, Gaby Hoffman, Scoot McNairy

Worum gehts?
Radio-Journalist Johnny kümmert sich einige Wochen um seinen 9-jährigen Neffen Jesse, weil dessen geschiedene Eltern andere Sorgen haben (sein Vater hat eine manische Episode, seine Mutter kümmert sich um ihn). Nach ein paar Tagen in L.A. gehen sie gemeinsam für Johnnys Audio-Dokumentation über die Zukunftsvorstellungen von Kindern auf Reisen.

Was soll das?
Man könnte „C’mon C’mon“ als ‚coming of age‘-Film über einen Mann Mitte 40 bezeichnen. Er ist deutlich mehr an den inneren Entwicklungen der Charaktere interessiert als an einem klassischen Plot. Quasi als Sparringspartnerin dient den beiden Hauptfiguren dabei Johnnys Schwester und Jesses Mutter Viv, mit der sie regelmäßig telefonieren. Dabei kommen nicht nur die Herausforderungen von Johnnys neuem Ersatzdaddy-Dasein zur Sprache, sondern auch ihre komplizierte Vergangenheit.

Taugt das was?
Ja, durchaus. Regisseur Mike Mills gelingt es, den Figuren in einem wirklich intim wirkenden Setting (zu dem auch die schwarzweiss-Bilder beitragen) Raum zur Entwicklung zu geben. Die Darsteller holen aus diesem und den Dialogen auch viele gute Szenen raus. Doch dieser im positiven Sinne relativ gefällige Teil des Films will zu der „Rahmenhandlung“ (in der Johnny echte Kids nach ihrem Blick auf die Welt und ihre Zukunft befragt) nicht so recht passen. Was sicherlich dazu dienen sollte, „C’mon C’mon“ eine zusätzliche Dimension zu verleihen, öffnet stattdessen den Blick für die Schwächen der Haupthandlung.

Wo kann ich das gucken?
Ab dem 24. März im Kino.

7/10

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