Kurzkritik: The Story of Film – A New Generation

Dokumentation, 2021

Regie: Mark Cousins

Worum gehts?
Quasi als Zugabe zu der mir unbekannten 15-teiligen Doku-Serie „The Story of Film“ von 2011 beschäftigt sich Regisseur Mark Cousins hier mit Filmen der letzten gut zehn Jahre. Dabei geht es allerdings nicht um die Entwicklungen in Sachen Technik (3D oder 48 FPS) oder Vertrieb (Kino vs Streaming), sondern eher um Themen und Inhalte.

Was soll das?
Gute Frage. Mir scheint, der Regisseur lässt hier seiner Faszination und seinen Interessen einfach freien Lauf, erzählt von seinen Entdeckungen und verbindet sie äußerst lose zu einer über zweieinhalb Stunden langen Essay-Sammlung.

Taugt das was?
Ja. Dass so etwas wie ‚wissenschaftliche Tiefe‘ fast komplett fehlt, hat mich jedenfalls nicht gestört. Bei den Beobachtungen, Erklärungen oder Fragen zu vielen einzelnen Filmen oder Filmszenen (von denen ich vielleicht knapp die Hälfte kannte), sticht das extrem genaue Hinsehen und der Drang, eine Szene zu Deuten und aufzulösen hervor. Und genau damit fesselt der Film, während er gleichzeitg sehr leicht verdaulich ist. Ein bisschen wie ein Katalog, oder ein sehr intellektuell kommentierter, nicht enden wollender Trailer für das aktuelle Kino im Allgemeinen – mit der klaren Zielgruppe der Film-Nerds. Begleitet übrigens von der wunderbar gleichmäßigen, beinahe hypnotischen Erzählstimme mit dem starken irischen Akzent des Regisseurs.

Wo kann ich das gucken?
Bisher nur auf Festivals, eine reguläre Veröffentlichung im Kino oder per Streaming ist mir noch nicht bekannt.

9/10

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