Kurzkritik: Minari – Wo Wir Wurzeln Schlagen

Drama, 2021

Regie: Lee Isaac Chung; Darsteller: Steven Yeung, Yeri Han, Alan S. Kim

Worum gehts?
Eine vierköpfige Familie koreanischer Einwanderer zieht Anfang der Achtziger Jahre von Kalifornien nach Arkansas. Jacob träumt davon, rund um das entlegene neue Haus eine Farm aufzubauen, Monica ist in Sorge, weil Sohn David ein Herzleiden hat und das nächste Krankenhaus weit entfernt ist.

Was soll das?
Minari erzählt von Immigranten auf der Suche nach einer neuen Heimat. Das Milieu mag hiesigen Zuschauern fremd sein, doch die Geschichte ist universal zugänglich (den dämlichen deutschen Untertitel des Films hätte es nicht gebraucht). Heimlicher Hauptdarsteller ist die Landschaft von Arkansas – auch wenn der Film größtenteils in Oklahoma gedreht wurde.

Taucht das was?
Ja. Einfühlsam und gemächlich entsteht das Porträt einer Familie, die sich nach innen und außen immer wieder anpassen muss. „Minari“ setzt dabei auf die Kraft der Bilder, ungeduldige Zuschauer werden mit dem Erzähltempo nichts anfangen können. Dass weitgehend koreanisch gesprochen wird hilft da sicher auch nicht, zwingt einen aber, wirklich hinzusehen – ohne Untertitel ist man verloren. Ich habe diese Abwechslung sehr genossen, nach mehreren Monaten Lockdown sind es solche geistigen Reisen, die einem den gefühlt hundertzwanzigsten in Folge zuhause verbrachten Abend retten können.

Wo kann ich das sehen?
Der Kinostart am 8. April wird wohl verschoben werden, Streaming-Angebote gibt es in Deutschland aktuell (noch) nicht.

8/10

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