Kurzkritik: Leave No Trace

Drama, 2018

Regie: Debra Granik; Darsteller: Ben Foster, Thomasin McKenzie, Derek Dresher

Worum geht’s?

Ex-Soldat Will lebt mit seiner 13-jährigen Tochter Tom in einem selbstgebauten Camp in einem Nationalpark in Oregon. Ihre Kontakte mit der Zivilisation beschränken sich auf das Nötigste. Eines Tages erhalten die Behörden einen Hinweis auf ihren ‚illegalen‘ Daueraufenthalt im Park. Will und Tom müssen den Park verlassen. Trotz guten Willens der Behörden gestaltet sich ihre Existenz in einem konventionelleren Umfeld schwierig. Vor allem Will, der unter einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung leidet, ist weder gewillt noch in der Lage, normale soziale Beziehungen zu pflegen.

Was soll das?

„Leave No Trace“ konzentriert sich ganz auf die Nuancen und Details der unmittelbaren Gegenwart seiner Hauptfiguren – die Hintergründe werden lediglich skizziert. So bleiben Fragen offen, es bleibt Raum für Interpretationen. Es ergibt sich keine reine Charakterstudie, sondern eine eher parabelhafte Annäherung an Themen wie Älterwerden, Kinder ziehen lassen – und die Absurdität der modernen Leistungsgesellschaft.

Taucht das was?

Einiges. Die gemächliche (aber keinesfalls ereignislose) Story und die Entwicklung der Hauptfiguren sowie deren Beziehung zueinander entwickelt sich packend und überzeugend. Getragen wird der Film von den starken Darstellern, die jede Art von ‚Overacting‘ vermeiden und jederzeit glaubwürdig bleiben. Ein feines kleines Drama.

4/5

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