Kurzkritik: Sully

Sully FilmplakatDrama, USA 2016

Regie: Clint Eastwood; Darsteller: Tom Hanks, Aaron Eckhart

Die berühmte „Bruchlandung“ auf dem Hudson River in NYC im Jahre 2009 – in den USA ‚Miracle on the Hudson‘ genannt – hat Clint Eastwood hier zum Kinostoff gemacht. Die Eckdaten sind ja weitgehend bekannt: kurz nach dem Start fallen beide Triebwerke eines Passagierfliegers aus, weil Gänse hineingeflogen sind. Kurz danach landet Pilot Chesley „Sully“ Sullenberger die Kiste im Hudson, Passagiere und Crew können weitgehend unverletzt gerettet werden.

Das zentrale Drama des Films ist die Frage, ob der Pilot richtig gehandelt hat und als Held gefeiert werden sollte, oder ob er waghalsig handelte und eine normale Notlandung an einem nahe gelegenen Flughafen die bessere Option gewesen wäre. „Sully“ erinnert zuweilen an „United 93“, stellt detailliert und dokumentarisch die Szenerie nach (vom Start bis zur Rettung vergehen nur wenige Minuten). Die Rahmenhandlung zeigt wie Sullenberger und sein Co-Pilot versuchen mit dem Medienrummel zurecht zu kommen und der kritischen Kommission der Verkehrsbehörde Rede und Antwort stehen müssen.

Die Rolle des routinierten, bescheidenen Piloten ist Tom Hanks quasi auf den Leib geschrieben, was dem Film ein solides emotionales Fundament gibt. Doch trotz der soliden und unaufgeregten Inszenierung ist „Sully“ letztlich nicht mehr als eine Nacherzählung, die ihren Stoff zwar wunderbar aufzubereiten versteht, aber ohne echten Stimmungsbogen auskommen muss. Man kann sich das gut ansehen, es führt aber letztlich zu nichts. Womöglich wollte Eastwood einfach einen unterhaltsamen Anti-Katastrophenfilm drehen – das ist ihm sehr gut gelungen.

3/5

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