Alles Erlaubt (Hall Pass)

Es ist schwer zu glauben, dass „Alles Erlaubt“ von den selben Regisseuren kommt, die mit „There’s Something About Mary“ eine der schönsten Komödien der 90er gedreht haben. Peter und Bobby Farrelly scheint danach der Stoff ausgegangen zu sein, denn weder „Shallow Hal“ noch „Stuck On You“ konnten überzeugen, und „Hall Pass“ (Originaltitel) ist gar eine äußerste quälende Angelegenheit geworden.

Der Film handelt von den zwei Freunden Rick (Owen Wilson) und Fred (Jason Sudeikis), die sich in ihren Ehen irgendwie gefangen fühlen und nicht aufhören können, anderen Frauen hinterher zu glotzen. Die haben von ihren Männern bald die Nase voll und geben ihnen eine Woche „frei“. Fremdgehen ist ausdrücklich erlaubt, die beiden sollen sehen, wo sie ohne ihre Frauen stünden in der Welt der Junggesellen.

Aus dieser ohnehin recht stumpfen Prämisse holt der Film dann nichts, aber auch wirklich nichts heraus. Ein paar Geschmacklosigkeiten und Ferkeleien sind im Angebot, kaum ein Witz zündet, dazu ist das Geschehen fürchterlich vorhersehbar und einfältig. Für die „Extended Version“ hat man sich ein paar extra-versaute Sachen einfallen lassen, wirkliche Ideen sind Mangelware.

Am schlimmsten wiegt dabei, dass die Hauptfiguren unsympathisch und langweilig sind, während man zudem versäumt hat witzige Nebenrollen zu schreiben. Das Setting in Providence – bei Boston – ist das klassische Vorort-Amerika, das aber genauso wenig Konturen gewinnt wie die Figuren.

Trotz der drastischen Sprache und ein paar nackten Tatsachen kann „Alles Erlaubt“ nicht verbergen, dass er dem Wesen nach ein kreuzbraver Film ist. Das klassische Familienmodell will er weder hinterfragen, noch unternimmt er den Versuch, eine echte Satire draus zu machen. Das Ergebnis ist ein überlanger, stinklangweiliger und piefiger Film, dessen hellere Momente zu den miesesten in „There’s Something About Mary“ gehört hätten.

1/5

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