Sucker Punch

Sucker Punch Film PosterDass „Sucker Punch“ ein Trash-Fest werden würde war bereits nach dem Trailer klar. Doch es stand noch nicht fest, ob der neue Film von „300“ und „Watchmen“-Regisseur Zack Snyder vielleicht gar großartiger Trash sein würde. Leider ist er nicht großartig geraten, sondern bestenfalls mittelmäßig.

Die Story beginnt wortlos und stimmungsvoll. Ein fieser alter Sack ermordet nach dem Tod seiner Frau in einem schlossähnlichen Anwesen seine jüngere Stieftochter, schiebt das der älteren von beiden in die Schuhe und liefert die dann gleich in der Irrenanstalt ab. Dort wird es richtig wild, denn kaum ist Baby Doll (so ihr einfallsreicher Name) in der Klapse, verwandelt die sich in eine Art Burlesque-Show-Bordell, in dem die „Insassinnen“ (insgesamt fünf schicke junge Damen in heissen Fummeln) fürs Publikum tanzen müssen, während ein schleimiger Ganove einen Reibach mit Ihnen macht.
Das ist aber noch nicht alles, denn kaum fängt Baby Doll an zu tanzen findet sie sich einer surrealen Traumwelt wieder, in der sie mit Superkräften Monster, Drachen und – kein Witz – deutschen Soldaten-Zombies im ersten Weltkrieg bekämpft. Ihre vier Gefährtinnen sind ebenfalls dabei. Die Handlungsebenen vermischen sich dann, aber weil sie nicht gar so neuartig miteinander zusammenhängen ist diese vordergründige Komplexität kein Garant für Spannung.

Stattdessen ermüden die wilden Kämpfe mit den recht lauen Spezial-Effekten bald, das Treiben erinnert (wenn auch absichtlich) sehr an einen Ego-Shooter und ist nicht wirklich spannend. Die Bordell-Szenen werden zunehmend emotionaler – und damit peinlicher, denn die Schauspielerinnen können gegen das bizarre und provokative Szenario nicht anspielen. Dass ist insgesamt schon noch auszuhalten, der Film ist so offensichtlich over-the-top, dass man ohnehin kein ernstes Drama erwartet.

„Sucker Punch“ variiert nicht ungeschickt bekannte Story- und Genre-Elemente, die er zuweilen auch ironisch kommentiert. Vielleicht kommt diese Ironie aber erst zum Tragen, wenn man den Film ein zweites mal sieht und also die Bedeutung der unterschiedlichen Ebenen besser einschätzen kann. Lässt man diese nämlich weg bleibt erstmal „nur“ ein buntes Spektakel mit halbnackten Mädels und Monstern über, das hin und wieder von einer nur mäßig funktionierenden Rahmenhandlung unterbrochen wird. Man kann sich das schon ansehen, aber die Begeisterung hält sich doch arg in Grenzen.

2/5

PS: Ein aufschlussreiches Interview mit dem Regisseur und seine Absichten findet sich hier bei SpiegelOnline.

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