Kurzkritik: Logan

Logan FilmplakatFantasy/Action, USA 2017

Regie: James Mangold; Darsteller: Hugh Jackman, Patrick Steward, Boyd Holbrook, Dafne Keen

Ich habe in diesem Blog gefühlt in den letzten Jahren nichts häufiger getan, als mich über die Beliebigkeit der Fortsetzungen von Comic-Verfilmungen zu beschweren. Die „X-Men“-Reihe war da genau so schuldig im Sinne der Anklage wie die anderen Marvel-Filme, schlug sich allerdings insgesamt etwas besser. Nun ist es diese Filmreihe, die mit „Logan“ die ausgetretenen Pfade der austauschbaren Sequels verlässt.

Man muss „Logan“ nicht mögen (ich war insgesamt mehr als zufrieden, aber auch nicht begeistert) um anzuerkennen, dass es höchste Zeit dafür war. Die immer gleichen großen Spektakel mit immer mehr Figuren, die nur wieder mit dem größtmöglichen Cliffhanger enden, damit das ganze entweder weiter oder einfach von vorne losgehen kann, führen das Genre in eine Sackgasse.

Wolverine aka Logan (H. Jackman) lebt hier irgendwann in der nahen Zukunft im Süden der USA ein recht erbärmliches Leben. Er verdingt sich als Chauffeur einer Stretch-Limousine, trinkt zu viel und kümmert sich um Professor X (P. Steward), dessen Zustand ähnlich jämmerlich ist. Die Story ist dann recht simpel. Gegen seinen Willen muss sich Logan um eine junge Mutantin kümmern, die aus einem Labor geflohen ist. Ein Heer von Söldnern ist bald im Auftrag des fiesen Bio-Tech-Unternehmens hinter den beiden (die auch den Professor noch im Gepäck haben) her.

„Logan“ ist deutlich brutaler als die meisten Comic-Verfilmungen, die Macher des Films setzen dies als Stilmittel ein, um ihn als ‚Kost für Erwachsene“ zu platzieren. Inhaltlich hätte man darauf durchaus verzichten können. Sci-Fi-Elemente wie Zeitreisen (zuletzt ja sehr angesagt im „X-Men“-Universum) sind hier nicht zu finden, auch die Auftritte von Mutanten mit fantastischen Superkräften sind sehr begrenzt, was zum „down to earth“-Feeling des Geschehens beiträgt (es gibt auch keinen Endkampf mit ins All gerichteten Energiestrählen).

Ich war wie oben bereits erwähnt nicht durchweg begeistert von „Logan“. Der Film ist aus einem Guss und mit den (aus meiner Sicht) richtigen Absichten inszeniert, bietet dazu eine Menge Action. Für sich stehen kann er aber natürlich auch nicht wirklich – ein Makel in der DNA jeder Fortsetzung, die nicht das Ende einer Filmreihe bedeutet.

Man könnte hier, um die Stärken und Schwächen des Films genauer auszuloten, noch eine Menge Szenen und Entwicklungen diskutieren. Das aber würde einige Spoiler mit sich bringen, die ich wie üblich lieber vermeiden will. Absolut positiv ist die unübersehbare Erkenntnis zu bewerten, dass die inhaltliche Langeweile von Comic-Blockbustern mit dem heraufbeschwören immer neuer Mega-Showdowns um die Zukunft der Menschheit nicht wirkungsvoll bekämpft werden kann. Ich bin gespannt, dabei aber äußerst skeptisch, ob und wie sich dies in den -zig anderen Filmen des Genres der nächsten Jahre auswirken wird.

4/5

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