Filmkritik: Godzilla (3D)

Godzilla (2014) PosterAction/Sci-Fi, USA 2014

Regie: Gareth Edwards; Darsteller: Aaron Taylor-Johnson, Elizabeth Olsen, Bryan Cranston

Einer der schlechtesten Filme, die ich jemals im Kino gesehen habe, war Roland Emmerichs „Godzilla“ von 1998. Die aktuelle Neuauflage stand daher keineswegs auf meinem cineastischen Speiseplan – es waren einige überraschend positive Kritiken, die mich zum Gang ins Kino bewegten. Und die Tatsache, dass irgendwo noch erwähnt wurde, das „neue“ Monster sei 110 Meter groß…

Kurz vorweg zur Frage, ob es sich gelohnt hat: geht so. Story-mäßig im positiven Sinne interessant, aber nicht ohne Längen und anderen Schwächen. Sehenswert bezüglich der Effekte, aber nicht in einem Maße, dass allein die Schauwerte den Gang ins Kino rechtfertigten.

[Spoilers]

Anders als bei den bekannten Stoffen (zumindest die, die ich kenne – bin da kein Experte) schiebt die Story dem durch Radioaktivität mutierten Mega-Monster Godzilla nicht die Rolle des Bösewichts in die Schuhe. Godzilla ist auch nicht das Ergebnis menschlichen Kontrollverlustes über die entfachten Nuklearkräfte auf der Erde. Stattdessen ist er ein Relikt aus der Frühzeit der Erde, das im Gegensatz zu den Dinosauriern nur eben nicht ausgestorben ist.

Die Handlung erzählt vom schrittweisen Erwachen riesiger prähistorischer Monster, die sich in der Nähe von Atomkraftwerken mit Radioaktivität stärken, um sich dann zu Paarungszwecken zu treffen. Optisch sind sie eine Mischung aus Spinne, Lurch und Kakerlake, bald stampfen und schwimmen sie in großer Eile rund die Erde. Godzilla ist ihr natürlicher Feind, der „das Gleichgewicht wieder herstellen will“.

Während die Monster auf ihren großen Showdown zusteuern, dienen die menschlichen Figuren eigentlich nur dazu, dem Zuschauer die Zusammenhänge begreiflich zu machen. Eine Geheimorganisation, die von Godzillas Existenz weiss und sich nach Kräften bemüht, dem Geschehen den eigenen Stempel aufzudrücken, begleitet die ganze Show, meist per Flugzeugträger. Dazu gibt es ein Vater/Sohn-Drama zwischen Wissenschaftler Joe Brody (Cranston) und seinem Sohn Ford (Taylor-Johnson), einem Bomben-Spezialisten der US-Armee, die beide ebenfalls an den wichtigen Schauplätzen auftauchen.

Wie nicht anders zu erwarten ist „Godzilla“ auch im Jahre 2014 ein gigantisches Trashfest. Da knabbern die bösen Viecher zu Stärkung ein paar Atomsprengköpfe, verwüsten Städte in Japan, Hawaii und den USA. Am Ende gelingt es Godzilla, den Sieg im Kampf der Monster davon zu tragen, um sich dann mit einem Flachköpper in den Pazifik zu verabschieden – The End.

Natürlich ist es mutig und löblich, dass der Film sich vielen Konventionen des Genres verweigert. Die Monster in den Mittelpunkt zu stellen und die Menschheit (fast) zu reinen Zuschauern zu degradieren ist eine interessante Idee. Schön auch, dass „Godzilla“ nicht im einem Cliffhanger endet, um das Franchise dann bald weiterzuführen. Aber es ergibt sich daraus eben auch keine erzählerische Substanz. Die wird hier einfach nur etwas konsequenter als sonst abgeschenkt. Zumal der Film so ganz auch nicht ohne Eltern, die ihre Kinder retten müssen und ähnliche Heldentaten auskommt.

Am Ende bleibt ein zwiespältiger Eindruck. Den gut gemachten, zum Teil imposanten Effekten und Monstern sieht man gern zu, aber echte Spannung kommt nicht auf – zu egal sind einem die übrigen Figuren. Dazu kommen ein paar unnötig bescheuerte Szenen und Zufälle, die man mit etwas mehr Sorgfalt hätte vermeiden können. Für den selten gesehenen Mut der Macher ein Extrapunkt, daher:

3/5

 

 

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