Drama/Comedy, 2026
Ich bin Film-Nerd genug, um ein paar Filme der „Nouvelle Vague“ des französischen Kinos gesehen zu haben. Darunter auch „À bout de souffle“, das Kinodebut von Jean-Luc Godard aus dem Jahr 1960, dessen Entstehung Richard Linklater mit diesem Film ein Denkmal setzt.
Ein bisschen habe ich mit mir gerungen, ob mich das wirklich ausreichend interessiert. Denn so richtig viel hängen geblieben ist von „Außer Atem“ vor ca. 25 Jahren nicht. Jean-Paul Belmondo als Gauner, der auf Humphrey Bogart macht und eine junge Amerikanerin für sich gewinnen will. Hat nicht weh getan, war aber auch kein Erweckungserlebnis.
Dann musste ich aber daran denken, dass mir Linklaters „Blue Moon“ ja auch Spaß gemacht – und darin ging es um Musicals, womit ich nun wirklich gar nix am Hut habe…
„Nouvelle Vague“ ist für alle einen Blick wert, die sich ein bisschen für Filmgeschichte im Allgemeinen und das französische Kino im Speziellen interessieren. Der Film stellt seine vielen Figuren alle einmal namentlich vor, merken muss man sich aber die wenigsten. Regisseur Godard (stilecht in jeder Szene mit Sonnenbrille), die Hauptdarsteller Jean Seberg und Jean-Paul Belmondo, und eine Handvoll weiterer wichtiger Gestalten aus dem Umfeld der berühmten „Cahiers du cinema„.
Linklater hat den Film in schwarzweiss und im 4:3-Format gedreht, was tatsächlich als Kunstgriff gut funktioniert, um sich in die porträtierte Zeit einzufühlen. Sprachlich ist „Nouvelle Vague“ nicht ohne Anspruch, es wird deutlich mehr Französisch als Englisch gesprochen – aber eine Übersetzung, in der alle Deutsch sprechen, schien mir hier auch keine echte Option zu sein…
Hervorragend gespielt, mit viel Witz in herrlichen Dialogen vorgetragen ist „Nouvelle Vague“ eine unterhaltsame Zeitreise, die durchaus Lust macht, sich ein paar Filme aus der Zeit (noch einmal) anzuschauen.
Wo kann ich das gucken?
Im Kino (ab dem 12.3.).
8/10

