Drama/Comedy/Fantasy, 2026
Creator: Ira Parker; Darsteller: Peter Claffey, Dexter Sol Ansell, Henry Ashton
Die zwei größten Probleme der ersten „Game of Thrones“-Prequelserie „House of the Dragon“ sind ein zu großer Fokus auf die Drachen und der quasi vollständige Verzicht auf Humor. Dabei war ‚GoT‘ für Nicht-Fantasyfans wie mich doch gerade deshalb so ein Genuss, weil die Show ihre Drachenstory über mehrere Staffeln hinweg nur im Hintergrund entwickelt hat, und hauptsächlich von einer unfassbar gelungenen Mischung aus Shakespeare-artigem Königsdrama, Seifenoper, Road Movie und Comedy getrieben wurde.
„A Knight of the Seven Kingdoms“ macht da schon deutlich mehr Spaß. Etwa 100 Jahre vor „Game of Thrones“ haben in den ewigen Machtkämpfe von Westeros die Targaryens die Oberhand. Die Show zeigt von Beginn an (spätestens ab der Szene mit dem Schiss der Hauptfigur), dass sie über sich und ihre Figuren ein bisschen schmunzeln kann. Und breitet in der Folge erstmal lakonisch ein Szenario von überschaubarer Größe aus. In dem es dann am Ende allerdings auch ein bisschen zur Sache geht…
Im Zentrum des Geschehens steht der selbsternannte ‚Heckenritter‘ Sir Duncan the Tall, gespielt vom knapp 2 Meter großen ehemaligen Amateur-Rugbyspieler Peter Claffey. Auf dem Weg zu einem Turnier trifft er auf den kahlköpfigen Jungen Egg, der ihn begleitet – und dessen wahre Herkunft die Handlung entscheidend prägt.
Die erste Staffel besteht aus sechs Folgen, die fast alle sehr entspannt und nur gut eine halbe Stunde lang sind. Aber jede einzelne macht eine Menge Spaß, und auch Dramaturgie und Timing sind absolut stimmig. Gelungen ist auch die Besetzung der Hauptfigur, sowie auch die insgesamt weitgehend unbekannte Besetzung (Daniel Ings ist glaube ich noch der bekannteste Name, und der ist bisher nicht durch Hauptrollen aufgefallen). In Unkenntnis der Vorlage kann ich nur hoffen, dass es in dieser Manier noch ein bisschen weiter geht…
Wo kann ich das gucken?
Bei HBO Max.
8/10

