Filmkritik: While We’re Young (Dt. Titel „Gefühlt Mitte Zwanzig“)

While We're Young FilmplakatComedy/Drama, USA 2014

Regie: Noah Baumbach; Darsteller: Ben Stiller, Naomi Watts, Amanda Seyfried, Adam Driver

Clash der Generationen: Das kinderlose Ehepaar Cornelia & Josh (Stiller & Watts), beide Anfang/Mitte 40, trifft auf seine knapp zwanzig Jahre jüngere Hipster-Version Darby & Jamie (Seyfried & Driver). Man freundet sich an, die Älteren sind von Elan und Lebenslust der Jüngeren begeistert und inspiriert.

Dieses Szenario hätte witzig werden können, wird es aber leider nicht. “Gefühlt Mitte Zwanzig” (einmal mehr ein völlig unpassender deutscher ’Verleihtitel’) bürdet sich zu viele Themen und Konflikte auf, versucht es damit allen Zielgruppen (oder zumindest den meisten) Recht zu machen. Darüber verliert er jeden Biss und jeden Anspruch auf spontane Wahrhaftigkeit – eigentlich das Steckenpferd von Regisseur Noah Baumbach („Frances Ha“, „The Squid and the Whale“).

Die Hauptfiguren des natürlich in NYC spielenden Films haben in bester Woody-Allen-Manier zwar alle Jobs, aber trotzdem jede Menge Zeit. Die vorherrschenden Motive sind die die Kinderlosigkeit von Josh & Cornelia und ihre damit verbundene Suche nach einem “Sinn” in ihrem Leben sowie die – vermeintlichen – Unterschiede zwischen Ihnen und der von Jamie und Darby verkörperten jungen Generation. Eine weiteres Thema sind Dokumentarfilme und ihr Anspruch auf Wahrheit/Objektivität – denn sowohl Josh als auch Jamie und Cornelias Vater gehen dieser Profession nach…

Kein sonderlich glaubwürdiger Zufall, aber damit wird das Drehbuch noch auf recht geschickte Weise fertig. Mit vielen anderen Problemen eher weniger. Vor allem das Verhältnis zwischen John/Cornelia und einem befreundeten Paar mit frisch geborenem Kind ist vollkommen unglaubwürdig bis ärgerlich.

„While We’re Young“ ist nicht platt und plakativ genug für den Mainstream-Geschmack; für das Arthouse-Publikum wiederum ist das Setting zu gekünstelt, zudem stören die penetranten Versuche, irgendwelche Erklärungen und „die Moral“ der Geschichte heraus zu arbeiten. Der Versuch, einen Film zu machen, der das gesellschaftliche Befinden und die Eigenheiten der heutigen Zeit treffend veranschaulicht, ist aller Ehren wert. Geklappt hat es aber insgesamt nicht. Daher knapp:

3/5

Ein Kommentar

  • Dagmar

    Gefühlt Mitte 20 ist vollkommen misslungen.
    Das war übrigens auch die Meinung des Publikums.
    Die Idee ist gut, die Parodie weder lustig noch intelligent,
    die Hauptdarsteller wirken einfach nur dumm.
    Rausgeschmissenes Geld und verlorene Zeit.
    Woody Allen ist viel intelligenter und feinsinninger.

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