Final destination

Teenie-Horrorfilme gibts wie Sand am Meer, nicht erst seit Wes Craven mit „Scream? zeigte, dass man trotz 26 „ElmStreet?-Teilen damit noch Geld verdienen kann. In den späten Neunzigern kamen Langweiler a la „Düstere Legenden? und Konsorten heraus, allesamt mit Fortsetzung versteht sich.Auch „Final Destination? schwimmt auf dieser Welle mit, und so müssen auch hier vorzugsweise Teenager dran glauben. Richtig viele davon geben gleich zu Beginn des Films den Löffel ab. Eine Schulklasse besteigt ein Flugzeug nach Paris, doch weil Alex (Devon Sawa) eine Schreckenvision vom Absturz dieses Fliegers hat und ausrastet, müssen er und fünf andere Schüler zusammen mit einer der Lehrkräfte vor dem Start aussteigen. Während sie sich noch beschimpfen und fragen, wer denn nun Schuld am Rauswurf sei, fliegt das Flugzeug tatsächlich in die Luft.

Eine Ende mit Schrecken? Nicht ganz, denn wie Alex bald herausfindet, hat der Sensenmann alle noch auf seinem Zettel stehen, die damals das Flugzeug verließen. Nachdem die ersten über den Jordan gegangen sind, beginnen Clear, Billy und Carter (allesamt Klassenkameraden von Alex) langsam, an den „großen Plan? zu glauben, der laut Alex dabei ist, sie nach und nach ihrer sterblichen Hülle zu berauben. Und es kristallisiert sich auch eine Reihenfolge heraus, in der dies geschehen soll…

Obwohl auch „Final Destination? genre-typisch voller Klischees ist, muss ich doch gestehen, dass der Film seine Geschichte ganz gut und mit einigen netten Schockeffekten erzählt. Vielleicht liegt auch ein großer Vorteil darin, dass kein maskierter Killer mit Umhang und langem Messer den Teenies ans Leder will. Der Tod tritt hier als eine Art „Was-passiert-dann?-Maschine mit Todesfolge auf, und ist teils sehr nett anzuzsehen. Das Urteil „wenig nervtötend? ist für einen Teenie-Horror-Streifen wohl eine Art Ritterschlag, den sich der Film in seinen kurzweiligen und blutigen 94 Minuten aber durchaus verdient. Die Story nimmt am Ende ziemlich plötzlich den Notausgang, wahrscheinlich weil ein zweiter Teil längst geplant war. Inzwischen ist „Final Destination2“ bereits gedreht,aber ob der auch noch sein muss, dass entscheide ich ein andermal.

3/5

Go

„Go“ ist Doug Limans zweiter Film nach dem Überraschungserfolg „Swingers“. Der Regisseur beschäftigt sich wieder mit jungen Leuten, diesmal jedoch mit einem noch höheren Erzähltempo, einer „Pulp Fiction“-artigen Struktur und ohne den melancholischen Ernst des Vorgängers. Im Mittelpunkt seines Filmes stehen drei Gruppen, die alle auf die ein oder andere Art in einen kleinen Drogendeal verwickelt sind. Verkäuferin Ronnas Weg kreuzt den der beiden Soap-Stars Adam und Zack. Aus einem kleineren Ecstasy-Deal entwickelt sich eine mittelschwere Katastrophe. Ganz nebenbei ist eine dritte Gruppe unterwegs nach Las Vegas, anscheinend ein wiederkehrendes Liman-Motiv.Dieser inszeniert seine Geschichten mit sicherer Hand und einem guten Gespür dafür, welche Richtung der Film nehmen muß, um nicht inmitten von verschiedenen Erwartungen an die Story zu implodieren. So wie er seine Charaktere zunächst auf eine haarsträubende Reise schickt, so holt er sie am Ende wieder in die Normalität zurück, ohne dem Geschehen damit in den Rücken zu fallen.

Die Handlungsstränge, die sich alle an einigen Punkten wiedertreffen, sind allesamt so unterhaltsam wie überzogen. Der Film geht sein hohes Tempo bis zum Schluß, und er bezahlt das natürlich in Teilen mit seiner Glaubwürdigkeit – was allerdings nicht wirklich stört. Ich sehe den Film als reine Komödie mit Anleihen bei der Realität, nicht anders herum. Die hierzulande weitgehend unbekannten Schauspieler machen einen guten Job, und so ergibt sich ein kurzweiliges Vergnügen, ein Film, der sich verpflichtet fühlt seine zumeist jungen Zuschauer zu unterhalten. Und das tut er auch ? mit der Konsequenz, daß nicht so junge Zuschauer möglicherweise wenig Gefallen am Geschehen finden könnten.

4/5

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