Der älteste Film in der Imdb-Liste der 250 besten Filme aller Zeiten ist Charlie Chaplins “The Kid”. Darin spielt Chaplin den bekannten namenlosen Tramp, mit dem lustigen Hut auf dem Kopf, dem zerrissenen Frack und den viel zu großen Schuhen. Zu Beginn des Films entledigt sich eine junge Mutter ihres Neugeborenen, weil sie sich nicht in der Lage wähnt sich um das Kind zu kümmern. Über einige lustige Umwege landet das Kind in den Armen von Chaplins Tramp – und weil gerade ein Polizist in der Nähe ist, wird er es auch nicht mehr los.
Filmklassiker: “The Kid” (1921)
Deutscher Kinostart von “The Rum Diary” steht fest…
“The Rum Diary” wird am 2. August 2012 in Deutschland anlaufen. Damit wird der Film (in dem Johnny Depp zum zweiten Mal in einer Hunter S. Thompson-Verfilmung zu sehen ist) hierzulande fast ein Jahr später laufen als etwa in den USA oder Großbritannien, wo er letzten Herbst startete. Man könnte Verleiher Wild Bunch fast dankbar sein, dass er überhaupt noch anläuft – offenbar wurden für die Rechte Mondpreise aufgerufen, obwohl “The Rum Diary” in den USA nicht sonderlich gut lief. Trotzdem bleibt nun die Frage, ob man wirklich bis August warten will, oder sich einfach fünf Monate vorher (am. 5. März) bei Amazon.co.uk die BluRay bestellt. So oder so – als Fan des Buches kennt man nun seine Optionen…
PS: Wer nicht weiss, wovon eigentlich die Rede ist: Hier geht es zum Trailer von “The Rum Diary”.
Abseits der Blockbuster: Kinovorschau 2012
Die Blockbuster-Vorschau 2012 habe ich vor ein paar Tagen schon rausgehauen, widmen wir uns nun den weniger teuren, aber nicht weniger viel versprechenden Produktionen. Nicht alle werden noch in diesem Jahr in Deutschland anlaufen, einige wird dasselbe Schicksal erwischen wie jüngst “The Rum Diary” mit Johnny Depp: Es findet sich kein Verleih, der die aufgerufenen Preise bezahlt und der Film bleibt erstmal ohne Release. Oft ist der Film dann schon in den USA oder Großbritannien auf BluRay erschienen (siehe auch “The Road” oder “London Boulevard”) bevor er dann verspätet auch hier veröffentlicht wird.
Bei einigen Streifen darf man sich aber recht sicher sein, dass sie ohne zu große Verzögerung in die hiesigen Kinos kommen, denn Filme von Oliver Stone etwa, auch von David Cronenberg oder Woody Allen werden ihren Weg schon finden.
Filmkritik: Verblendung (Remake)
Mit den schwedischen Verfilmungen von Stieg Larssons “Millenium”-Trilogie habe ich wie hier berichtet so meine Probleme gehabt. Jetzt ist die US-Version des ersten Teils erschienen, Regie führte dabei David Fincher (“Sieben”, “The Social Network”). Tatsächlich gefällt mir dessen Version von “Verblendung” besser – aber das bedeutet keineswegs, dass nicht auch sein Film Schwächen hätte. Die wie ich glaube größte Schwäche ist die, dass es für nicht-Kenner des Stoffes schwer sein dürfte, die Handlung komplett zu verstehen.
“The Girl With The Dragon Tattoo” (Originaltitel) konzentriert sich in der ersten von zweieinhalb Stunden Laufzeit fast komplett auf die Exposition. Der vor Gericht wegen Verleumdung verurteilte Journalist Mikael Blomkvist (Daniel Craig) bricht seine Zelte in Stockholm ab und verlässt die Zeitschrift “Millenium”. Er nimmt den Auftrag des alternden Großindustriellen Henrik Vanger (Christopher Plummer) an, das Verschwinden von dessen Nichte im Jahre 1966 aufzuklären. Dazu zieht er (vorübergehend) auf das ländliche Anwesen der Vanger-Familie.
Blockbuster Vorschau 2012
Jedes Jahr beschwere ich mich darüber, dass fast jede Großproduktion in Hollywood ein Sequel, Prequel oder Remake ist. Nicht, dass ich mich auf “The Dark Knight Rises” nicht freuen würde, doch den ‘guten’ Filmreihen stehen eindeutig zu viele mittelmäßige bis schwache entgegen. Aber konzentrieren wir uns erstmal auf diese Minderheit.
2012 wird ein neuer Bondfilm anlaufen. Hooray! “Skyfall” soll er heißen, und alle Beteiligten (Regie führt Sam Mendes) sind sich jetzt schon einig, dass er deutlich besser wird als “Quantum of Solace”. Das ist aber auch dringend nötig, denn als trockene Actionreihe funktioniert 007 auf Dauer nicht – auch wenn die Einspielergebnisse des letzten Films noch stimmten.
Filmkritik: Real Steel
Die USA in naher Zukunft. Boxkämpfe zwischen Robotern begeistern die Massen. Mittendrin in der Branche steckt Ex-Boxer Charlie (Hugh Jackman), den das Glück allerdings schon lange verlassen hat. Und als hätte er nicht schon genug Sorgen steht plötzlich auch noch sein 11-jähriger Sohn Max auf der Matte.
Das Szenario von “Real Steel” ist gelinde gesagt ziemlicher Quatsch. Die Roboter werden gefeiert wie Rockstars, obwohl sie anders als in “Transformers” keine eigenen Persönlichkeiten sind, sondern ‘nur’ von Menschen gesteuerte Blechhaufen. Ihnen beim Boxen zuzusehen ist keine sonderlich aufregende Sache (auch wenn die Effekte sehr gut gemacht sind), deshalb ist “Real Steel” als Action-Film ein Reinfall. Wenn überhaupt funktioniert er als Kinderfilm, denn die Vater-Sohn-Beziehung ist so ziemlich die einzige, die der Film ernsthaft entwickelt.
Filmkritik: Beginners
Letztes Jahr verpasst habe ich “Beginners”, obwohl ich ein großer Fan von “Thumbsucker” bin, dem vorigen Film von Mike Mills. Wie es scheint war dessen Stärke nicht ganz zufällig das große Einfühlungsvermögen in die Charaktere, denn auch “Beginners” besticht vor allem durch die gelungenen Figuren und ihre starken Darsteller. Der Film beginnt damit, dass Oliver (Ewan McGregor) dem Publikum im Off-Kommentar erzählt, wie sich sein Vater Hal nach dem Tod seiner Frau im Alter von 75 Jahren als schwul geoutet hat. Nicht viel später hat Hal für seinen Sohn noch eine wichtige Nachricht: er leidet an unheilbarem Krebs.
Trailer online: Moonrise Kingdom
US-Regisseur Wes Anderson hat ein paar herrliche Filme gedreht, darunter “Rushmore”, “The Royal Tenenbaums” und zuletzt den animierten “Fantastic Mr. Fox”. Dieses Jahr bringt er “Moonrise Kingdom” in die Kinos, der anno 1965 spielt und die Geschichte zweier von Zuhause geflohener Kinder erzählt – und die verzweifelten Versuche der Erwachsenenwelt, die beiden zu finden. Dem Trailer nach zu urteilen erzählt Anderson die Story in der für ihn typischen lakonischen, etwas abseitigen Art und Weise.
Einige Schauspieler gehören schon zur Stamm-Besetzung eines Anderson-Films, in diesem Fall sind Jason Schwartzman und Bill Murray dabei, aber auch Frances McDormand, Edward Norton und Bruce Willis geben sich die Ehre. Einen deutschen Starttermin konnte ich nicht herausfinden, ich hoffe mal dass er von dem US-Start Ende Mai nicht zu weit nach hinten abweicht…
Filmkritik: 50/50
Regisseur Jonathan Levine hat 2008 das überzeugende Coming-of-Age-Drama “The Wackness” gedreht, ein Film, der den Ernst des Teenie-Lebens sehr gut mit einer ordentlichen Portion Humor verband. Mit “50/50″ hat er sich nun eine ungleich anspruchsvollere Aufgabe gesucht – die Mischung von Krebs-Drama und Buddy-Komödie. Joseph Gordon-Levitt (“Inception”) spielt Adam, einen Produzenten bei einem Radiosender in Seattle. Adam ist noch keine 30 und leidet unter merkwürdigen Rückenschmerzen; völlig unvermittelt bekommt er nach Untersuchungen im Krankenhaus dann die Diagnose. Er leidet an einer seltenen Form von Krebs, hat einen Tumor an der Wirbelsäule. Seine Aussichten: “50/50″.
Millenium-Trilogie (Stieg Larsson)
Bevor am Donnerstag David Finchers US-Version von “Verblendung” anläuft habe ich mir mal die schwedischen Verfilmungen der Millenium-Trilogie angesehen. Mein Fazit fällt recht bescheiden aus, ehrlich gesagt. “Verblendung” erzählt ohne größere Abweichungen oder Überraschungen die (äußerst spannende) Geschichte des Romans nach. Die beiden Hauptrollen sind treffend besetzt, allerdings hat man sich im Falle von Michael Blomkvist (gespielt von Michael Nyqvist) für eine fürchterlich unpassende Synchron-Stimme entschieden…
Filmklassiker: Panzerkreuzer Potemkin
Der erste Film in der Reihe der Filmklassiker, die ich im Sinne einer breiteren Filmbildung mal nachholen möchte, ist Segej Eisensteins “Panzerkreuzer Potemkin” von 1925. Stummfilme, in denen Charlie Chaplin NICHT mitspielt, habe ich in meinem Leben nicht viele (erst recht nicht in voller Länge) gesehen, gut möglich, dass dieser sogar der erste war. Für heutige Sehgewohnheiten ist das durchaus eine Herausforderung, schon weil durchgehend äußerst ausdrucksstarke (zuweilen nervige) Musik läuft, die Emotionen und Dramatik transportieren soll.
Filmkritik: The Ledge – Am Abgrund (DVD Premiere)
Kurz gefasst ist “The Ledge – Am Abgrund” ein überkonstruiertes, aber gut gespieltes Psychodrama. Zu Beginn des Films kletter ein junger Mann auf das Dach eines Hochhauses, offensichtlich mit der Absicht, seinem Leben ein Ende zu setzen. Für solche Fälle ist Polizist Hollis Lucetti (Terrence Howard) zuständig, der an diesem Tag aber selbst eine ziemlich bittere Pille schlucken muss: eine Ärztin teilt ihm mit, dass er keine Kinder zeugen kann. Doch Hollis hat schon zwei Kinder…
Filmkritik: The Whistleblower
Lange, sogar sehr lange lag dieser Film bei mir schon rum. Ein Drama, das in Bosnien nach Ende des Balkankriegs spielt und sich mit dem finsteren Thema Menschenhandel beschäftigt passt eben nicht so gut in das Konzept “gemütlicher Film zum Feierabend”. Und ein solcher ist “The Whistleblower” auch nicht, sondern ein Drama im wahrsten Sinne des Wortes – unter anderem deshalb, weil er auf einer wahren Geschichte beruht. In der Hauptrolle ist Rachel Weisz als allein erziehende Mutter und Polizistin Kathryn Bolkovac zu sehen. Die nimmt einen lukrativen Auftrag an, sich für sechs Monate der Peacekeeping-Truppe der UN in Bosnien anzuschließen. Von dem Geld will sie ihre Hypothek abbezahlen, damit sie in die Nähe ihrer Tochter ziehen kann.
Filmkritik: Contagion
Es geht mit einem Husten los. Dann kommen Kopfschmerzen dazu, man fühlt sich schlapp und kann sich kaum auf den Beinen halten. Schließlich macht das Herz schlapp – die Erkrankten sterben. So etwa ist der übliche Krankheitsverlauf bei den Menschen, die sich in Steven Soderberghs “Contagion” mit dem fiktiven Virus MEV-1 anstecken. Der Film erzählt verstörend nüchtern vom Ausbruch einer globalen Seuche und dem Kampf von Medizinern und hohen Beamten, die Situation in den Griff zu bekommen.
Die besten Filme des Jahres 2011
Wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier die 10 Filme des Jahres, die mir am besten gefallen haben. Platz eins dürfte niemanden verwundern. Ich finde meine Wahl selbst ein wenig langweilig, zumal der Film gefühlt vor zwei Jahren anlief. Aber er war ganz hervorragend und soll auch entsprechend gewürdigt werden.
Die Überraschung des Jahres war für mich “Planet der Affen – Prevolution”, weil er es geschafft hat der totgeglaubten Reihe neues Leben einzuhauchen und eine stimmige Idee zu entwickeln – damit war nicht wirklich zu rechnen nach Tim Burtons miesem Remake von 2001. Den Sprung in diese Liste hat der Film nur knapp nicht geschafft.
UPDATE: Nachdem ich “Planet der Affen – Prevolution” noch einmal gesehen habe bin ich überzeugt, dass er ganz gewiss in diese Liste gehört und habe sie entsprechend angepasst.
Neu ist in diesem Jahr eine kleine Auflistung meiner liebsten Performances von Schauspielern, jeweils Haupt- und Nebenrolle männlich/weiblich. Das sind aber ganz sicher NICHT meine Tipps für die Oscar-Verleihung!