The Joneses (DVD-Import)

Posted in KenntKeinMensch on August 16th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Nicht erst seit “American Beauty” sind die amerikanischen Suburbs ein beliebter Schauplatz moderner Hollywood-Dramen. Das Fernsehen hat sich mit “Weeds” und “Desperate Housewives” damit beschäftigt, im Kino eine ganze Reihe von Filmen, von Indie-Dramen wie “The Chumscrubber” bis zur Jim-Carrey-Komödie “Fun With Dick and Jane”. Nun geben sich im Regie-Debut von Derrick Borte die “Joneses” die Ehre, eine echte Vorzeige-Familie, bestehend aus Daddy Steve (David Duchovny), Mama Kate (Demi Moore) und den Teenager-Kids Mick (Ben Hollingsworth) und Jenn (Amber Heard).

Sie ziehen zu Beginn des Films in das schönste Haus eines noblen Vororts. Gleich drei schicke Audis haben sie im Gepäck, eine Inneneinrichtung vom allerfeinsten und High-Tech-Entertainment auf dem Stand von Übermorgen. Die Nachbarn sind schwer beeindruckt von dem ganz offensichtlichen Glück der “Joneses”. Nach kurzer Zeit lässt der Film das Publikum wissen, was es bereits ahnt – da stimmt irgendwas nicht mit der vermeintlichen Idylle. Ich lasse die Details hier mal weg, auch wenn der Trailer sie munter ‘ausplaudert’…

Nach diesem Neustart versucht sich der Film erst einmal als Mischung aus Satire und Komödie, mit ein paar dramatischen Untertönen. Die Konsumlust geht munter weiter, neue Golfschläger, neue Autos, neue Klamotten, neue all-inclusive-Reiseanbieter, die Joneses geben mächtig Gas. Doch es tun sich auch die ersten Risse auf in der falschen Idylle, das Konstrukt beginnt zu bröckeln – nach innen ebenso wie nach außen. Schließlich spitzen sich die Ereignisse soweit zu dass die Fassade endgültig einstürzt. Spätestens hier wird klar, dass der Film den Spagat zwischen Gesellschaftskritik, Komödie und Drama nicht überzeugend hinbekommt.

Die Idee der Story ist nicht schlecht, die hemmungslose Konsumsucht der oberen Mittelklasse bietet genug Angriffsfläche für satirische Kommentare. Doch es fehlt hier an Konsequenz. Die Charaktere entdecken doch noch ihr Herz, lernen recht banale Lektionen des Alltags und stehen am Ende geläutert da. Womit alle anderen Ebenen des Films letztlich ins Leere gelaufen sind und nur der Unterhaltung dienlich waren. Das ergibt einen zwar kurzweiligen, aber angesichts des guten Beginns enttäuschenden Film. An den Schauspielern liegt es jedenfalls nicht, Duchovny und Co. haben sichtlich Spaß an ihren Rollen, können aber am Ende nicht überspielen, dass die Story in zu seichte Gewässer gerät.

3/5

Die 10 besten Agentenfilme (OHNE Bondfilme) der letzten 15 Jahre

Posted in Großes Kino! on August 15th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Wieso genau ich auf die Idee gekommen bin eine Liste mit den 10 besten Agentenfilmen der letzten 15 Jahre zu machen – und dabei auf Bondfilme zu verzichten – weiß ich nicht genau. Vielleicht haben die Jungs von “Inception” mir den Gedanken im Traum eingepflanzt, und jetzt haben wir den Salat. Immerhin, es sind gute Filme darunter, und auch viele die man sich gut ein zweites oder drittes Mal anschauen kann. Ich werde jedenfalls in Bälde noch mal “München” gucken, mal sehen ob mich die Erinnerung trügt oder nicht…

Hier die Liste, wie unschwer zu erkennen in alphabetischer Reihenfolge:

  • The Bourne Ultimatum
    Der bisher letzte Teil der “Bourne”-Reihe bietet alles, was es für einen guten Agententhriller braucht. Eine Menge Ortswechsel, falsche Identitäten, Verrat, Verfolgungsjagden – das ganze Programm. Anders als die meisten Blockbuster dieser Tage kann der Film dabei auf eine gut durchdachte und spannende Story zurückgreifen. Ich bin (anders als Regisseur Paul Greengrass) kein großer Fan des Handkamera-Gewackels, aber bei diesem Film spare ich mir mein Gemecker darüber. Er funktioniert einfach zu gut.
  • Burn After Reading
    Diese Agenten-Farce der Coens nimmt sich selbst nicht allzu ernst – das deutet schon der Titel an. Eine CD mit vermeintlich geheimen und wichtigen Daten fällt zwei etwas unbedarften Menschen in die Hände, mit fatalem Ausgang. CIA. die Russen und andere Gruppierungen werden in die Story verwickelt, ohne dass je einer wirklich wüsste, was eigentlich genau Phase ist. Die Welt der Geheimnisträger wird zur Kulisse einer ebenso lustigen wie verworrenen Geschichte, wie sie nur die Coens so inszenieren können. Ein erfrischend anderer Agentenfilm.
  • The Good German
    Steven Soderberghs “The Good German” ist eine Hommage an “Der Dritte Mann”, Alfred Hitchcock und die alten Noirs aus den 40er Jahren. Er schickt George Clooney als Journalisten Jake Geismer in das Berlin von 1945, der Krieg ist gerade vorbei, die Potsdamer Konferenz in vollem Gange. Jede Seite hat ihre eigene Agenda, Geismer gerät bald zwischen die Fronten – während er nach seiner verflossenen Liebe sucht (Cate Blanchett als Tochter eines Raketenforschers). Konsequent auf alt getrimmt besitzt “The Good German” nicht nur den Look eines alten Schinkens, sondern auch die erzählerische Klasse der besten von ihnen. Nur das Erzähltempo ist ein bisschen flotter als anno dazumal…
  • Mission: Impossible
    Auch in Brian DePalmas “Mission: Impossible” zeigt sich, dass es auf die richtigen Zutaten ankommt. Ein spannendes Szenario, eine geheimnisvolle Liste als MacGuffin, ein paar gute Nebenfiguren und mächtig viel Bewegung. Von Prag über Paris nach Langley und weiter nach London treibt das Geschehen, und auch wenn der Film so seine Macken hat – der Weg ist das Ziel, und die Reise bietet feinste Unterhaltung.
  • München
    Steven Spielbergs “München” basiert auf historischen Tatsachen – zumindest bis zu einer gewissen Grenze. Eine Gruppe von Mossad-Agenten macht sich nach dem Attentat der Olympiade 1972 auf die Suche nach den Hintermännern und reist dafür um die halbe Welt. Die Fronten sind hier – unüblich bei Agentenfilmen – recht schnell geklärt, doch “München” bezieht seine Spannung aus der äußerst realistischen Darstellung und die quasi-dokumentarische Erzählweise. Geschichtliches Vorwissen sollte man allerdings mitbringen, um die Story bewerten zu können.
  • The Quiet American
    Ein Fan des Romans von Graham Greene bin ich ja schon länger. Um so erfreulicher, dass es auch eine gute Verfilmung des Stoffes gibt. Kurz vor Beginn des Vietnam-Kriegs gerät ein erfahrener britischer Reporter in eine Undercover-Operation des US-Geheimdienstes. Das politische Drama vermischt sich dabei immer mehr mit dem persönlichen – es geht natürlich um eine Frau. nicht ganz ein klassischer Agentenfilm, aber einer der sich des Themas aus einer sehr interessanten Perspektive annimmt und dabei sein Publikum doch nicht vergisst.
  • Spartan
    Dieser feine Thriller von David Mamet handelt von der Entführung der Tochter des US-Präsidenten. Doch wer bei dem Stoff einen klassischen Action-Reißer erwartet wird enttäuscht. Mamet entwickelt die Handlung voller Überraschungen, ohne sich um die Konventionen des Genres zu kümmern. Viele Motive des Films sind altbekannt, aber die großartigen Dialoge, die rastlose Inszenierung und die entscheidenden Kniffe sind ganz klar dem Regisseur (und Drehbuchautor) Mamet zuzuschreiben. Sein bisher bester Film, mit einem glänzend spielenden Val Kilmer in der Hauptrolle.
  • Syriana
    Einen scharfen und kritischen Blick auf die Machenschaften des US-Geheimdienstes (und Militärs) im Nahen Osten wagt “Syriana”. Obwohl kein Genre-Film im engeren Sinne (zu viele politische Untertöne) funktioniert er auch als reiner Agententhriller, der sich dazu ausgiebig nicht nur den Geheimdienst-Operationen sondern auch den Auftraggebern im Hintergrund und ihren Motiven widmet. Und ganz nebenbei ist “Syriana” der mit weitem Abstand beste Film der letzten Jahre, der sich (vor Ort) mit dem Thema Irak/Naher Osten auseinander setzt.
  • The Spanish Prisoner
    Ein weiterer Film von David Mamet, der auf dieser Liste nicht fehlen darf. Ein Angestellter eines Großkonzerns fürchtet um den Lohn für die geleistete Forschungsarbeit und bietet sie auf dem “Markt” an. Kaum hat er sich versehen ist das FBI involviert und er in keiner Weise mehr Herr des Geschehens. Wer es nicht mag, von einem Film an der Nase herum geführt zu werden sollte “The Spanish Prisoner” meiden, für alle anderen hat der Film eine Menge Einfälle und Überraschungen zu bieten.
  • The Tailor Of Panama
    Es ist 007 höchstpersönlich (in Gestalt von Pierce Brosnan), der in dieser Agentengeschichte für beste Laune sorgt. Als überambitionierter und zwangsversetzter Spion nötigt er einen ebenso teuren wie verschuldeten Schneider zur Kooperation – sprich zur Spitzelei. Die Geschichte wächst allen Beteiligten bald mächtig über den Kopf, sehr zur Freude des Publikums. Sowohl die Schauspieler (Geoffrey Rush, Jamie Lee Curtis, Brendan Gleeson) als auch die Story können restlos überzeugen, Regie-Altmeister John Boorman hat ganze Arbeit geleistet.

Kinofahrplan Herbst 2010

Posted in Laber, Laber... on August 13th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Wie hier bereits erwähnt ist von diesem Kinosommer nicht mehr allzu viel zu erwarten. Anders als befürchtet wird es bis Ende des Jahres doch noch mehr als nur ein oder zwei interessante Filme geben, wer wissen möchte welche das sind, der lese nun einfach weiter…

Im September läuft zunächst der neue Film mit George Clooney an. “The American” verspricht solide Unterhaltung und einen konsequenten Siebziger-Jahre-Touch. Außerdem gilt, dass Filme in denen Clooney mitspielt, selten ungenießbar sind.  Wenn man mal von “Batman & Robin” absieht, und der ist ja nun schon 13 Jahre her. Außerdem interessant Ben Afflecks zweiter Kinofilm (nach “Gone, Baby, Gone”), in dem er selbst an der Seite von Jon Hamm, Blake Lively, Chris Cooper, Rebecca Hall und Jeremy Renner zu sehen ist. Der Film heisst “The Town“, spielt in Boston und ist Krimi, Drama und Love-Story in einem, wenn ich richtig informiert bin. Die Romanverfilmung “Eat Pray Love” bringt eine ganze Reihe illustrer Namen zusammen, darunter Julia Roberts, Javier Bardem, Billy Crudup, James Franco und Richard Jenkins. Die Handlung kreist um eine Frau in der Sinnkrise (Roberts), die auf Weltreise geht.

Der Oktober bringt uns David Finchers Verfilmung des Facebookschen Gründungsmythos, mitspielen tun dabei Jesse Eisenberg (“Zombieland”) und ein gewisser Justin Timberlake. Ob “The Social Network” Spaß machen wird kann ich auch nach den ersten Trailern nicht wirklich vorhersagen, für zwei Stunden Unterhaltung sollte es tendenziell wohl reichen. Auch “The Road” von John Hillcoat kommt auf seine alten Tage noch ins Kino – mit einem Jahr Verspätung, aber deshalb nicht weniger sehenswert (siehe hier). Die Actionkomödie “RED“, prominent besetzt mit Bruce Willis, Helen Mirren, John Malkovich und Morgan Freeman, verspricht kurzweilige Unterhaltung durch wenig ernst gemeintes Geballer zwischen einem Haufen Ex-Agenten und einem High-Tech-Killer, der ihnen aus unbekannten Gründen auf den Fersen ist.

Die große Attraktion des Novembers ist der neue “Harry Potter”-Film, vorausgesetzt man verfolgt die Saga seit diversen Jahren. Außerdem um die Gunst des Publikums buhlt “Somewhere“, der neue Film von Sofia Coppola, von dem ich hier schon mal geschrieben habe. Ein zünftiges Spektakel bietet dann (hoffentlich) Robert Rodriguez mit “Machete“, in dem ein ehemaliger Staatspolizist einen Rachefeldzug startet. Wie in diesem relativ simplen Szenario Platz für mit Robert De Niro, Jessica Alba, Michelle Rodriguez, Tim Roth, Lindsay Lohan und Steven Seagal (!) besetzte Rollen gefunden wurde, das wird man sich dann wohl “vor Ort” ansehen müssen Das US-Indie-Drama “The Kids Are All Right“, in den Staaten bei Publikum und Kritik sehr beliebt, wird ebenfalls an den Start gehen. Darin machen sich zwei Teenager auf die Suche nach ihrem biologischen Vater – zum Unwillen ihrer Mütter, selbstverständlich.

Neben den genannten Filmen laufen natürlich noch eine Menge weitere an. Tony Scott hat nach “The Taking of Pelham 123″ gleich noch einen Action-Film mit einem Zug UND Denzel Washington in den Hauptrollen gedreht, “Unstoppable” dürfte in ähnlichem B-Movie-Territorium zuhause sein. Die Komödie “Due Date” bringt Robert Downey Jr., Zach Galifianakis (“The Hangover”) und Michelle Monaghan (“Kiss Kiss Bang Bang”) in einem Road-Movie zusammen. “Takers” ist ein Actiondrama, dass mit Hayden Christensen und Paul Walker wenig vielversprechend (“wenigversprechend”?) besetzt ist, von Matt Dillon mal abgesehen. Joel Schumachers “Twelve” soll “Gossip Girl”-Star Chace Crawford im Kino etablieren, er spielt einen jungen Drogendealer in einem – wie man so hört – äußerst düsteren Film aus dem Milieu der reichen New Yorker Kids.

Soweit so, so gut. Die ganz große Begeisterung mag angesichts des Angebots nicht aufkommen, aber es wird immerhin auch kein kinofreier Herbst werden. Insbesondere auf “The Town”, “The American” und “Machete” freue ich mich wirklich, bei den anderen Streifen werden wohl Tagesform und Wetter entscheiden, ob sie wirklich den Gang ins Kino lohnen.

Der Nebel – The Mist (DVD)

Posted in Allgemein on August 12th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Normalerweise verfahre ich mit Horrorfilmen wie folgt: ich leihe sie nicht aus, kaufe keine, gucke sie nicht im Kino und erst recht nicht im Fernsehen. Weil Ausnahmen die Regel bestätigen und das Wetter in Berlin dieser Tage zu wünschen übrig lässt habe ich mir doch mal wieder einen angesehen, und zwar die Stephen-King-Verflimung “The Mist”. Inszeniert hat die Geschichte Frank Darabont, der seit “The Green Mile” und “Die Verurteilten” quasi als Spezialist für King-Adaptionen gelten darf. Die Story spielt in einer kleinen Stadt im Nordosten der USA (wie eigentlich alle Stories des Autors), die über Nacht von einem unheimlichen Nebel heimgesucht wird.

Eine Gruppe von Bewohnern der Stadt ist gerade im Supermarkt, als klar wird, dass der Nebel nicht einfach nur die Sicht behindert – Menschen fallen ihm zum Opfer, mysteriöse Kreaturen bewegen sich darin, Telefone und Radios geben den Geist auf. Die Menschen im Supermarkt versuchen mit der schwierigen Situation umzugehen, werden jedoch bald auf eine harte Probe gestellt, denn der Nebel drängt mit aller Macht in ihren Rückzugsort. Es kommt bald zur Spaltung der Gruppe. Die einen folgen einer religiösen Spinnerin (Marcia Gay Harden), die vom Ende der Welt schwafelt, die anderen scharen sich um David Drayton (Thomas Jane) und versuchen irgendwie zu entkommen.

Die Stärke des Films liegt eher in der Beobachtung der Gruppendynamik, die Horror-Sequenzen sind zwar guter Durchschnitt, aber auch schon zig mal da gewesen. Nicht alles stimmt, was Dramaturgie und innere Logik angeht, es reicht aber, um das interessante Szenario unterhaltsam auszuloten. Zum Ende geht dem Film dann deutlich die Luft aus, da hilft auch das durchaus überraschende Finale nicht. Insgesamt ein gelungener Film, der weitgehend Spaß macht. Das gewisse Etwas fehlt allerdings, weshalb man sich “The Mist” auch problemlos sparen kann.

3/5

Das A-Team

Posted in Müllhaufen, Nuck Chorris on August 11th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Aus der Rubrik “Blockbuster, die die Welt nicht braucht” kommt nun das “A-Team” in die Kinos. Und wenn ich schreibe “die die Welt nicht braucht” ist das ja nicht zwingend etwas schlimmes. Welchen Blockbuster braucht die Welt schon, “Sherlock Holmes” oder “Fluch der Karibik 2″? Doch wohl kaum… Im Falle des “A-Teams” muss ich allerdings ein härteres Urteil fällen, was die Daseinsberechtigung angeht.

Denn – aus der Sicht von jemandem, der als Kind gerne die Serie geguckt hat – die Leinwand-Fassung enttäuscht komplett. Die neuen Darsteller sind noch das kleinste Problem, drei der vier Rollen sind treffend besetzt. Die Ausnahme ist Sharlto Copley als Murdock, denn aus dem liebenswerten Spinner ist hier ein echter Irrer geworden, ohne dass es nötig gewesen wäre.

Liam Neeson und Bradley Cooper als Hannibal und Face sind gut getroffen und entsprechen (soweit ich mich erinnern kann) etwa ihren Vorgängern, Quinton “Rampage” Jackson ist okayisch als B.A., kommt aber nicht wirklich an Mr T heran. Ein viel größeres Problem ist die Story. Es wird leider keine typische “A-Team”-Episode auf Kinolänge gestreckt und mit ein paar mehr Kniffen versehen – was ich mir gewünscht hätte, und wovon ich ehrlich gesagt auch wie selbstverständlich ausgegangen bin.

Stattdessen ist das Ganze ein “Prequel”, erzählt also die Vorgeschichte der vier Soldaten. Wie sie sich treffen (albern), wie sie zusammen Heldentaten vollbringen (noch am ehesten guckbar), wie sie reingelegt werden (laaaangweilig), und wie sie dann auf der Flucht ihre Namen reinwaschen wollen (08/15-Actionthriller auf RTL2-Niveau). Jessica Biel als Face’s Ex-Freundin und Patrick Wilson als schmieriger CIA-Agent sind die einzig nennenswerten weitere Figuren, wobei “nennenswert” schon eine wohlmeinende Beschreibung ist.

Es kommt aber noch schlimmer. Regisseur Joe Carnahan (“Smokin’ Aces”) vertraut – zurecht – seiner Story kein Stück, und inszeniert deshalb eine hektische und lärmende Hetzjagd auf der Flucht vor sich selbst. Leider gelingen ihm dabei keine sehenswerte Actionszenen. Die Effekte sind guter Durchschnitt, an Ideen mangelt es jedoch deutlich.

So stellt der Film letztlich niemanden so richtig zufrieden. Die Kids von heute, deren Kenntnis der TV-Serie überschaubar sein dürfte, haben schon bessere Actionfilme gesehen und werden sicher nicht nach einem zweiten Teil lechzen. Und die Freunde der Serie – auf deren Nostalgie-Anwandlungen die Produzenten sicher gehofft haben – bekommen einfach nicht genug serviert. Somit erleidet der Film das gleiche Schicksal wie eine Menge TV-Adaptionen vor ihm. Das Publikum riskiert mal einen Blick, will aber hinterher nicht noch mehr davon…

2/5

“Eastern Promises 2″ – Cronenbergs Russenmafia kommt zurück

Posted in Laber, Laber... on August 10th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Wie bei EmpireOnline zu lesen ist hat sich Regisseur David Cronenberg entschieden sein Gangsterdrama “Eastern Promises” (hier als “Tödliche Versprechen” gelaufen) fortzusetzen. Vincent Cassel und Viggo Mortensen werden ihre Rollen wohl wieder aufnehmen, die Handlung dann aber nicht mehr in London, sondern zurück in der Heimat (sprich Russland) spielen.

Ist ja eher ungewöhnlich, dass ein Film mit mittlerem bis niedrigem Budget, der auch nicht soo sonderlich erfolgreich war, eine Fortsetzung bekommt. Bei David Cronenberg habe ich aber die Hoffnung, dass er tatsächlich die Geschichte weiter erzählen möchte und nicht nur nach dem Geld schielt. Warten wir mal ab, erstmal steht bei dem kanadischen Regisseur ja die Don DeLillo-Verfilmung “Cosmopolis” an – und der hat noch keinen Drehstart-Termin…

Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest (DVD)

Posted in KenntKeinMensch on August 10th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Die Kurzbeschreibung von Antoine Fuquas (“Training Day”) neuestem Film klingt nicht gerade nach der Neuerfindung des Rades. Der Film erzählt die Geschichten von drei Cops in Brooklyn, die mit inneren und äußeren Dämonen zu kämpfen haben – am Ende kreuzen sich ihre Schicksale. Eddie (Richard Gere) steht wenige Tage vor seiner Pensionierung, soll aber vorher noch ein paar Grünschnäbel einarbeiten. Sal (Ethan Hawke) braucht dringend Geld für seine 8-köpfige Familie, die er mit seinem Gehalt nicht mehr versorgen kann. Tango (Don Cheadle) arbeitet Undercover im Drogenmilieu und droht nach der Scheidung von seiner Frau den Kontakt zur “richtigen” Seite zu verlieren.

Die Themen von “Brooklyn’s Finest” sind altbekannt, es ist in erster Linie den Schauspielern zu verdanken, dass man trotzdem nicht das Interesse verliert. Hawke spielt eine düstere Version seiner “Training Day”-Figur und bringt Sals Dilemma glaubwürdig rüber. Gere spielt zurückhaltend, fast stoisch, bis sich seine Figur doch noch einmal vom Leben berühren lässt. Cheadle ist souverän als Spitzel, der von seinen Vorgesetzten zu oft leere Versprechen gehört hat – und dann ausgerechnet seinen alten Freund Caz (Wesley Snipes) ans Messer liefern soll.

Regisseur Fuqua trägt sehr dick auf, und das über die gesamte Spielzeit auch gänzlich ironiefrei. Dass er es ernst meint ist ja verständlich, doch mit dem überladenen Soundtrack und einigen überdeutlich-dramatischen Szenen schießt er über das Ziel hinaus –  weswegen der Film in diesem Momenten ein wenig an “LA Crash” erinnert. Für das breite Publikum ist der Film aber ohnehin nicht gemacht. Nur wer wirklich Interesse für die Cop-Thematik und die kriminelle Halbwelt aufbringt wird Gefallen an “Brooklyn’s Finest” finden können. Und zwischen den persönlichen Dramen findet sich auch noch eine ordentliche Portion Gesellschaftskritik, die angesichts der pompösen Inszenierung allerdings (zu) weit in den Hintergrund gerückt ist.

3/5

Die Top-100: The Gospel According to Edzehard

Posted in Allgemein, Großes Kino! on August 9th, 2010 by edzehard – 3 Comments

So, es hat dann doch eine Weile gedauert, aber hier sind sie wieder: meine persönlichen 100 Lieblingsfilme. Dieses mal mit Bild und kurzem Text zu jedem Film, auf einer Seite zusammengefasst. Die Liste hat ihren festen Platz auf diesem Blog und wird dauerhaft oben unterm Header und im “Überblick” rechts oben zu finden sein.

Eigentlich würde ich mich nach dem erfolgreichen Zusammenfrickeln der Liste ja gerne zurücklehnen, aber Fakt ist, dass die Liste schon wieder überarbeitet werden müsste. Ich habe jedenfalls länger keine kritische Prüfung mehr vorgenommen, ob nicht ein paar neuere Filme sich einen Platz darin verdient haben. Sollte es Änderungen geben werde ich das kurz berichten.

Fahrplan August 2010

Posted in Allgemein on August 6th, 2010 by edzehard – 1 Comment

Kaum ist mit “Inception” das Highlight des Sommers angelaufen stellt sich die Frage: Was kommt denn danach noch? Nicht so sonderlich viel, wie ein Blick auf Filmstarts.de ergibt.

An diesem Donnerstag laufen keine Filme an, die mich ins Kino locken. “Kiss & Kill” mit Ashton Kutcher und Katherine Heigl ist eine Killer-Farce, die ich mir für zuhause “aufspare”. “Freche Mädchen 2″ ist auch nicht meine Baustelle, die neueste Adam-Sandler-Klamotte “Kindsköpfe” wird bestenfalls einen Versuch auf DVD erleben. Am interessantesten klingt noch das südkoreanische Drama “Mother”, was aber nicht in meinem Lieblingskino läuft und irgendwie auch warten kann.

Die Woche drauf gibt sich das “A-Team” die Ehre – den ich bereits gesehen, gewogen und für zu leicht befunden habe, Kritik kommt dann pünktlich zum Film. Ein neuer Teil der “Cats & Dogs”-Reihe löst auch keine Begeisterung aus, die restlichen Titel sagen mir auf den ersten Blick nicht viel.

Am 19. August könnte “Salt” einen Blick wert sein. Angelina Jolie spielt eine (Doppel-)Agentin, die vor ihren eigenen Leuten fliehen muss. Der Trailer verspricht eine Menge Action, bleibt zu hoffen, dass die Story nicht zu dünn ist um sie tragen.

“Die Legende von Aang” läuft ebenfalls am 19. an, das Machwerk von M Night Shyamalan bietet einen grottigen Trailer und ganz miese Kritiken. In den USA lief er trotzdem ganz gut… Eine Woche später kommt dann Sly Stallones Söldner-Spektakel “The Expendables” in die Kinos. Irgendwie habe ich fast Lust mir den Streifen mal anzusehen. Ob es aber viel gutes drüber zu berichten gäbe ist bestenfalls (noch) unklar.

Und dann ist er auch schon wieder vorbei, der Kinosommer. Wenn es nach Plan läuft werde ich wohl gerade mal vier Filme im Kino gesehen haben – eine traurige Bilanz. Nächstes Jahr dürfte es kaum besser werden, mir fallen grad nur “Transformers 3″ und “Pirates of the Carribean 4″ als feste Starts ein. Und die werde ich mir beide ganz sicher nicht ansehen…

Inception

Posted in Großes Kino!, Kranker Scheiss on August 4th, 2010 by edzehard – 2 Comments

Von Christopher Nolans neuem Film “Inception” habe ich genau genommen nichts anderes erwartet als dass er diesen Kino-Sommer rettet. Die Trailer und Teaser waren vielversprechend, die Kritiken und Ratings vom allerfeinsten, das Ganze schien fast zu schön um wahr zu sein. Und tatsächlich ist “Inception” ein absolutes Highlight geworden – ein Film, der im Gedächtnis bleibt. Und an den sich die “Oscar”-Academy sicher erinnern wird, wenn es darum geht, das beste Original-Drehbuch des Jahres auszuzeichnen.

Worum es geht lässt sich schwer zusammenfassen (ohne zu viel zu verraten), die Grundzüge der Handlung  sind in etwa diese: ein Team vom Traum-Dieben bekommt den Auftrag, einem Milliarden-Erben einen folgenschweren Gedanken ins Hirn zu pflanzen. Damit das gelingt, müssen sie tief in sein Unterbewusstsein eindringen – sprich in seine Träume. Dass es gar nicht seine Träume sind, sondern speziell für ihn entworfene Traumwelten, die vom Team kontrolliert werden, ist einer der zahlreichen Kniffe des Films.

Leonardo DiCaprio spielt Cobb, den Anführer des Teams, der in den Träumen häufiger seiner verstorbenen Frau Mal (Marion Cotillard) begegnet. Außerdem mit dabei sind Cobbs langjähriger Partner Arthur (Joseph Gordon-Levitt), die neu ins Boot geholte Ariadne (Ellen Page), der begabte Fälscher und Dieb Eames (Tom Hardy), der Chemiker Yusuf (Dileep Rao) und Saito (Ken Watanabe). Michael Caine als Cobbs Mentor und Stiefvater, Cilian Murphy als schwerreicher Erbe und Tom Berenger als dessen Vertrauter komplettieren die All-Star-Besetzung.

Nolan erfindet mit “Inception” das Rad nicht neu, und auch nicht den modernen Action-Thriller. Was er tut ist viele bekannte und einige weniger bekannte Story-Versatzstücke mit beeindruckenden, zum Teil nie da gewesenen Spezial-Effekten zu vermischen, und dabei den Überblick nicht (oder nur selten) zu verlieren. Die Story hat viele Facetten und vereint Elemente aus Filmen wie “Dark City”, “Matrix”, “Eternal Sunshine of the Spotless Mind” oder “Letztes Jahr in Marienbad” (den der Regisseur nach eigener Aussage erst hinterher gesehen hat). Es geht um Träume, ihre Beziehung zur Realität und letztlich darum, woran man die Realität eigentlich genau erkennen kann.

Zu Beginn des Films ist so häufig von Träumen, Extraktion, Traum-Architekten und ähnlichem Fach-Jargon die Rede, dass man sich ein wenig an die unseligen “Matrix”-Sequels erinnert fühlt. Doch wahrscheinlich ist es einfach notwendig, dem Publikum das nicht ganz einfache Handwerk zu erklären, auf dem die Story aufbaut. Die “Inception” des Titels (engl. Anfang oder Gründung) wird ebenso angesprochen wie die verschiedenen Traum-Ebenen und der unterschiedliche Verlauf der Zeit darin. Das Thema ist dabei nicht unbedingt neu, wohl aber die Art und Weise, in der sich der Film diesem annimmt.

Das Spiel mit den diversen Handlungsebenen beherrscht der Film virtuos. Gegen Ende geht es auf vier Traumebenen zur Sache, ein echtes Highlight des Kinojahres. Als Zuschauer ist man beschäftigt, aber nicht überfordert, den Überblick zu behalten, hat dabei genug Zeit die atemberaubenden Bilder auch zu genießen. Zu den visuellen Höhepunkten gehört definitiv ein auf den Kopf gestelltes Paris, ein Hotelflur in Schwerelosigkeit und ein Van im freien Fall. Der Look von “Inception” ist dabei erstaunlich frei von CGI, die meisten Tricks und Effekte sind “altmodisch” gemacht. Was doch am Computer entstanden ist sieht nicht oder nur leicht danach aus – kein Vergleich mit dem lahmen Pixelbrei, der in so vielen Filmen zu sehen ist.

Den Hut ziehen muss man insgesamt sicher als erstes vor Regisseur und Drehbuchautor Christopher Nolan. Sowohl die Dramaturgie als auch die Inszenierung sind absolut auf den Punkt gebracht. Action, Drama und sogar ein wenig Humor ergänzen sich prächtig. Wäre Nolan durch die immensen Einnahmen von “The Dark Knight” nicht zum Liebling von Warner Bros. geworden hätte er sein Drehbuch wohl niemals verfilmen können. Das Studio wiederum hat Mut bewiesen, einen derartig verkopften Film mit riesigem Budget (ca. $ 200 Mio.) auf den Mainstream loszulassen – und wird gerade weltweit mit klingelnden Kassen belohnt.

Das starke Schauspieler-Ensemble trägt ebenfalls zum Gelingen bei. Sie bevölkern die realen und surrealen Filmwelten, als hätten sie nie etwas anderes getan, ohne nerviges Over-Acting oder den Hang zur übertriebenen Pose. Die Figur von DiCaprio hat – wie schon zuletzt in “Shutter Island” – am meisten emotionales Gepäck dabei, und auch hier gelingt ihm eine beachtliche Darstellung. Auch wenn “Inception” nicht ohne kleinere Schwächen – nicht jeder Kniff kann überzeugen – ist: einen besseren, aufregenderen Film habe ich dieses Jahr im Kino noch nicht gesehen.

5/5

PS: Dass “Inception” weltweit richtig Kasse macht (es dürften jenseits von 500 Mio. $ werden) ist insgesamt eine gute Sache. Es wird den Fortsetzungswahn nicht stoppen, setzt ihm aber eine deutliche Duftmarke entgegen.

From Paris With Love (DVD)

Posted in KenntKeinMensch, Nuck Chorris on August 2nd, 2010 by edzehard – 1 Comment

James Reece (Jonathan Rhys Meyers), Angestellter bei der US-Botschaft in Paris, führt kein sehr spannendes Leben. Als Berater des Botschafters sind seine analytischen Fähigkeiten gefragt, sein Wunsch als “echter” Agent tätig zu werden, scheint sich nicht zu erfüllen. Bis er eines Abends – seine Freundin hat ihm gerade einen Heiratsantrag gemacht – den Auftrag erhält dem eingereisten Spezialagenten Charlie Wax (John Travolta) bei dessen Umtrieben in Paris als Partner zur Seite stehen. Kaum sind die ersten Worte gewechselt hat Wax den verdatterten Reece schon in eine Schießerei mit Drogen-Gangstern verwickelt. Und das ist erst der Anfang der wilden Fahrt, die “From Paris With Love” anstelle eines schlüssigen Plots zu bieten hat.

John Travolta hat sichtlich Spaß an seiner Rolle als überdrehter Super-Spion, dessen Vorgehen man als “ohne Rücksicht auf Verluste” noch milde umschreibt. Mit Teint aus dem Sonnenstudio, Kinnbart und Glatze liefert er eine Energie-Leistung ab, die beinahe überspielt, dass der Figur jegliche Bodenhaftung fehlt. Wax ballert sich durch eine Masse von Bösewichtern, die Stallone und Arnie zu ihren besten Zeiten kaum abgearbeitet haben. Rhys Myers spielt Reece als irgendwie linkischen, nicht unsympathischen aber deutlich überforderten Anfänger – der die erste Hälfte des Films fast komplett eine mit Koks gefüllt Vase mit sich rumschleppt.

Die Story schlägt eine Menge Haken und gipfelt in ein wenig plausibles Szenario in der US-Botschaft – was aber herzlich wenig zur Sache tut. Denn in “From Paris With Love” geht es um Action, Bewegung und ein paar selbstironische Gags am Rande. Figuren und Handlung sind dabei nur Mittel zum Zweck. Zusammengeklaut bei Vorbildern wie “Mission: Impossible” oder “Wanted” entwirft er ein lose der Realität entlehntes Szenario, in dem man es ordentlich krachen lassen kann. Nach dem recht ruhigen Beginn nimmt der Film richtig Fahrt auf, kann aber nicht lange verheimlichen, dass ihm zündende Ideen bei der Inszenierung von Action- und Ballerszenen fehlen.

Mit gut 90 Minuten ist “From Paris With Love” ein recht kurzes Vergnügen – doch jede Minute länger wäre ohnehin zu viel gewesen. Das zuweilen etwas willenlose bunte Vergnügen kann es an Brutalität fast mit “Kick-Ass” aufnehmen, “komischer” Höhepunkt ist hier ein recht unvermittelter Kopfschuss für einen Dinner-Gast. Wer Actionfilme um der Action willen mag, der wird seinen Spaß haben. Nur hinterfragen sollte man in diesem Potpourri nichts und niemanden – das macht ebenso wenig Sinn wie der Film selbst.

3/5

Green Zone (DVD)

Posted in KenntKeinMensch, Nuck Chorris on Juli 28th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Nach ihrer Zusammenarbeit in den letzten beiden “Bourne”-Filmen haben sich Regisseur Paul Greengrass und Schauspieler Matt Damon in “Green Zone” erneut für einen Thriller zusammen getan. Doch diesmal ist der Hintergrund sehr viel ernster. Der Film handelt von den kniffligen Tagen nach dem Einmarsch der US-Armee in den Irak anno 2003, als alle Welt auf die Entdeckung von Saddams Massenvernichtungswaffen wartete. Waffen, die es gar nicht gab, wie wir heute alle wissen.

Matt Damon spielt Captain Miller, der mit seinem Team in Bagdad nach den ‘Weapons of Mass Destruction’(WMD) sucht. Doch die Informationen, die ihrer Suche zugrunde liegen, scheinen nicht viel zu taugen. Miller folgt bald seinen eigenen Hinweisen, zum Mißfallen seiner Vorgesetzten trifft er dabei schnell ins Schwarze und kommt einem untergetauchten General der Baathisten auf die Schliche. Militär und CIA arbeiten gegeneinander, auch eine Journalistin des ‘Wall Street Journal’ ist – stellvertretend für die “gleichgeschalteten” Mainstream-Medien der USA - irgendwie involviert.

In der Figur des Spitzels “Freddy” findet sich auch ein – interessanter – Blick aus der Perspektive eines Einheimischen. Damon spielt Miller durchaus glaubwürdig, allerdings bleibt doch recht offen, warum gerade er im Gegensatz zu seinen Kollegen die Befehle seiner Vorgesetzten zu hinterfragen beginnt. Greg Kinnear ist als ideologisch verbrämter “Falke” der bürokratische Bösewicht, den Gegenpart spielt Brendan Gleeson als hemdsärmliger CIA-Mann mit Durchblick.

“Green Zone” ist DER Film für alle, die immer gesagt haben, der Einmarsch der USA basiere auf Lügen und Propaganda. Er reiht sich nicht ein in die Riege der Irakkriegsfilme, die ohne ein einziges Statement zu den Hintergründen der Invasion auskommen. Die Handlung ähnelt zwar einem Thriller, ist aber von der Botschaft her äußerst eindeutig: WMD hat Saddam nie besessen, und die US-Regierung (oder wenigstens Teile der Regierung) haben das gewusst und also gelogen. Die Auflösung der irakischen Armee war ein schwerer Fehler, die fragile Situation mit den drei großen Volksgruppen wurde falsch eingeschätzt. So, jetzt ist es raus! Und es stimmt ja tatsächlich…

Nur ist das ja leider schon sehr viel länger klar, weshalb “Green Zone” thematisch also nicht sehr brisant daher kommt. Zwischen den Ereignissen, die hier portraitiert werden und der Gegenwart liegt eine Wiederwahl von George W. Bush, dessen zweite Amtszeit und inzwischen 18 Monate der Amtszeit seines demokratischen Nachfolgers Obama. Die Geschichte ist also streng genommen kalter Kaffee, und riecht ein wenig nach Rechthaberei. Erlaubt sein muss die Aussage trotzdem, sie gehört zur Ära Bush wie die Farce bei der Auszählung der Stimmen aus Florida.

Was bleibt, ist ein gut gemachter Thriller, der dem letzten “Bourne”-Teil in punkto Rasanz (fast) das Wasser reichen kann. Greengrass findet überzeugende und packende Bilder für den Großstadtdschungel Bagdads, die Unsicherheit der politischen Situation, den vermeintlich bereits errungenen Sieg der US-Armee sowie die bereits erkennbaren ersten Anzeichen des Terrors. Dabei setzt er weniger auf große Explosionen oder spektakuläre Stunts als auf enge Verfolgungsjagden und den Einsatz von Handkameras, die für Authenzität sorgen sollen (was in diesem Kontext besser passt als bei den “Bourne”-Filmen…). Kein schlechter Film, aber auch keiner den man – aus welchen Gründen auch immer – gesehen haben muss.

3/5

Legion (DVD)

Posted in KenntKeinMensch, Laaaangweilig!, Nuck Chorris on Juli 27th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Bei manchen Filmen ist mir einfach nicht klar, wie sie es jemals von der Drehbuchidee zum Kinofilm schaffen konnten. “Legion” ist so ein Fall. Der Film ist nicht sonderlich schlecht, aber auch nicht gut. Er kombiniert Horror- und Zombiefilm-Elemente mit biblischen Apokalypse-Szenarien und verfeindeten Engeln – ist aber als Ganzes nicht mehr als die Summe seiner Teile.

In einem trostlosen Diner in der Wüste bei Las Vegas kommt es zum Showdown zwischen Engel Michael (Paul Bettany) und seinem Widersacher Gabriel, der mit seinen Zombie-mäßigen Horden angereist ist. Mitten in den Schlamassel geraten Bob (Dennis Quaid), der Betreiber des Diners, mit seinem Sohn und der schwangeren Kellnerin, sowie einige (unfreiwillige) Gäste.

Es folgen Shootouts und Gemetzel, unterbrochen von obligatorischen Drama-Szenen, die bemüht sind alle Figuren ein wenig auszuleuchten. Den Aufwand hätte man sich allerdings sparen können, denn auch wenn die Schauspieler einen korrekten Job machen bringt man nur mäßig Sympathien für die Charaktere auf. Die Story wiederum ist schlichtweg beknackt. Bob protestiert an einer Stelle, er glaube gar nicht an Gott, worauf Michael nur erwidert, Gott glaube auch nicht an ihn und den Rest der Menschheit – alles klar?

Sinnfrei und willenlos ist “Legion” also geworden, aber nicht unguckbar. Für mehr als bloße Bespaßung auf mäßigem Niveau reicht es dabei nicht. Warum dieser Quatsch im Kino lief während andere Filme gleich auf DVD “verschwinden” ist jedenfalls schwer nachvollziehbar.

2/5

Neue Trailer: “Howl” und “Stone”

Posted in Trailer on Juli 23rd, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Biopics sind nicht so meins, aber in diesem Fall mache ich vielleicht eine Ausnahme. In “Howl” ist James Franco als US-Beatnik-Autor Allen Ginsberg zu sehen, und der Trailer sieht gut aus. Mit David Straithairn (“Good Night, and Good Luck) und Jon Hamm (“Mad Men”) wurden genau die richtigen Schauspieler-Typen für einen in den 50er Jahren angesiedelten Film engagiert. Der Film lief auf der Berlinale, einen regulären Starttermin gibt es noch nicht..

Außerdem frisch aus dem Ei geschlüpft ist der Trailer zu “Stone“, einem mit Robert De Niro, Edward Norton und Milla Jovovich hochklassig besetzten Drama. Norton spielt einen Häftling, der mit seiner Frau (Jovovich) ein perfides Spiel mit seinem Bewährungshelfer (De Niro) beginnt. Das könnte richtig Potential haben, oder auch die Reihe der zuletzt eher enttäuschenden Filme von Norton und De Niro fortsetzen. Der Trailer gibt da nur bedingt Auskunft, ist aber auch kein Grund zur Panik…

Tony Soprano trifft “Twilight”-Bella: “Welcome to the Rileys”

Posted in Trailer on Juli 22nd, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Es war nicht UNBEDINGT zu erwarten, dass James “Tony Soprano” Gandolfini und Kristen “Bella” Stewart im selben Film mitspielen würden. Aber genau das ist in “Welcome to the Rileys” der Fall, wie in diesem Trailer zu bestaunen ist. Gandolfini und Melissa Leo spielen das Ehepaar Riley, das eine Tochter verloren hat und darüber zu zerbrechen droht. Bis Mr. Riley auf einer Reise nach New Orleans die junge Stripperin Mallory (Stewart) kennenlernt und eine Art Ersatzfamilie aufbauen will – eine Idee, von der Mrs. Riley zunächst wenig begeistert ist. Der Trailer sieht nach solidem Drama aus, wobei das Ganze vielleicht einen Tick zu seifig geraten sein könnte. Der Film lief auf den Festivals in Sundance und Berlin, einen deutschen Kinostart gibt es aber noch nicht.