Nuck Chorris

Black Dynamite (DVD)

Posted in KenntKeinMensch, Nuck Chorris on August 9th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Den Blaxploitation-Filmen der 70er Jahre, in denen lässige afro-amerikanische Helden (“Shaft”, “Foxy Brown”) im Ghetto-Milieu aufräumten, setzt “Black Dynamite” ein nicht ganz ernst gemeintes Denkmal. Der Film schickt seinen omnipotenten Titelhelden auf einen Rachefeldzug gegen die Mörder seines Bruders – wobei ihn die Prügeleien tatsächlich bis ins Weiße Haus führen.

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Blitz (DVD-Import)

Posted in Nuck Chorris on Juli 31st, 2011 by edzehard – 1 Comment

Jason Statham spielt in “Blitz” ein Raubein mit dem Herz am rechten Fleck -ganz was neues also. Als Detective Sergeant Tom Brant sorgt er im Südosten Londons für Recht und Ordnung, was regelmäßig bedeutet, dass er Kleinkriminelle vermöbelt. Dafür hat er aber bald keine Zeit mehr, weil ein Serienkiller auftaucht, der es ausschließlich auf Cops abgesehen hat. Brant und sein neuer Vorgesetzter Porter Nash (Paddy Considine) nehmen die Ermittlungen auf, die Ereignisse beginnen sich bald zu überschlagen.

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Der Adler der 9. Legion (The Eagle)

Posted in KenntKeinMensch, Nuck Chorris on Juli 5th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Regisseur Kevin Macdonald hat sich mit “The Last King of Scotland” und “State of Play” einen Namen als Regisseur recht ambitionierter Dramen und Thriller gemacht. Nun kommt er – etwas überraschend, wie ich finde – mit einem Sandalenfilm um die Ecke gebogen. Doch das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, wenn es auch nicht restlos überzeugen kann.

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“Killer Elite” – Trailer online

Posted in Nuck Chorris, Trailer on Juni 24th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Ein bisschen wie eine Mischung aus “R.E.D.” und “The Expendables” sieht er aus, der Trailer zu “Killer Elite”. Jason Statham und Clive Owen geraten darin kräftig aneinander, auch Robert De Niro ist als alternder Special-Forces-Haudegen dabei. Für Freunde des reinrassigen Actionthrillers klingt das einigermaßen vielversprechend, wie so oft bleibt die Frage, ob der Film auch eine vernünftige Story anbieten kann. Falls ja, könnte ich mir einen Gang ins Kino vorstellen, ansonsten wäre “Killer Elite” trotz der großen Namen eher was für den (un)gepflegten Heimkino-Abend.

Ein Deutschlandstart steht noch nicht fest, in den USA entert das Geballer Ende September die Leinwände. Schaumermal…

Carlos – Der Schakal (Kinoversion)

Posted in KenntKeinMensch, Nuck Chorris on Juni 15th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Mit Filmbiographien tue ich mich bekanntlich schwer, und so hat es auch eine Weile gedauert, bis ich mir “Carlos” angesehen habe. Der Film ist in der Kurzfassung schlanke 3 Stunden lang und erzählt die Geschichte des internationalen Terroristen Ilich Ramírez Sánchez, genannt “Carlos”. Carlos (gespielt von Edgar Ramirez) ist überzeugt von der “anti-imperialen Sache” und hat sich dem bewaffneten Kampf verschrieben. Als Mitglied einer pro-palästinensischen Gruppe macht er sich schnell als eiskalter Vollstrecker einen Namen, eckt jedoch bald mit den Autoritäten an – denn reinreden lassen will er sich bei seinen Operationen nicht.

Der Film beginnt mit Carlos’ Zeit in Europa, vor allem London und Paris. Dort verübt er die ersten Mord- und Bombenanschläge, bevor ihm seine Bosse ein große Operation anvertrauen. Gemeinsam mit fünf Partnern stürmt Carlos das OPEC-Treffen in Wien und nimmt die anwesenden Öl-Minister als Geiseln. Die Gruppe kann mit ihren Geiseln fliehen, am Ende jedoch ihre Ziele nicht erreichen. Das Scheitern der Mission führt zur Spaltung von der Gruppe, Carlos gründet mit einigen Vertrauten eine selbstständige Terrorzelle – die unter anderem mit der Stasi Kontakte pflegt.

Eine klassische Dramaturgie hat der Film nicht zu bieten, es wird chronologisch die Geschichte der Titelfigur erzählt. In der Kurzfassung kommt – meinem Gefühl nach – das Ende ein bisschen kurz, da werden dann schnell auch mal 5 Jahre übersprungen. Die interessantesten Szenen sind in den ersten zwei Dritteln zu finden, wobei man ein wenig Vorwissen mitbringen sollte um zumindest das Nötigste von den politischen Hintergründen zu verstehen.

Die Inszenierung ist äußerst gelungen, Regisseur Olivier Assayas (“Boarding Gate”) setzt auf lichtdurchflutete Bilder im 70er-Jahre Cinemascope-Look. Die Darstellung der Gewalt im Film ist weniger an drastischen Effekten interessiert als an der plötzlichen Brutalität und der emotionalen Gleichgültigkeit der Terroristen gegenüber ihren Opfern. In der Hauptrolle überzeugt Edgar Ramirez, der “Carlos” als Monster mit menschlichem Antlitz spielt. Trotz vieler sich bietender Gelegenheiten zum Over-Acting bleibt er stets überzeugend und seiner Rolle – auch im Wandel der Zeiten – treu. Auch der Rest des großen Ensembles verbreitet große Authenzität, auch weil wenig bekannte Gesichter dabei sind (abgesehen von Alexander Scheer aus “Sonnenallee”).

Eine klare politische Aussage ist bei “Carlos” nicht zu erkennen. Der Fokus liegt ganz auf der Hauptfigur, und die wird nicht als romantischer “Che”-Verschnitt präsentiert sondern eher als machtbessener, kaltblütiger und von sich selbst berauschter Egomane. Die komplexen Zusammenhänge im Hintergrund sind – zumindest in der Kurzfassung – nur zu erahnen, gut möglich, dass die 330 Minuten lange DVD- und Fernsehfassung hier mehr zu bieten hat. Wer sich für das Thema Terrorismus interessiert wird dem Film sicherlich etwas abgewinnen können. Eine actionreiche Killer-Story sollte man aber nicht erwarten, dafür hat der Film – nicht nur wegen der vielen eingestreuten Archivbilder – zu stark dokumentarischen Charakter.

4/5

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Source Code

Posted in Kranker Scheiss, Nuck Chorris on Juni 8th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Angesichts des wie üblich von Sequels, Prequels und Remakes geprägten Filmsommers habe ich mich auf “Source Code” sehr gefreut. Auch weil Duncan Jones (“Moon“) Regie führte und unter anderem Franz Everschor den Film in seiner Kolumne für den Filmdienst lobend erwähnte. Eine erstmals erzählte Story verspricht mehr Spannung als der x-te Aufguss von “Fluch der Karibik” oder den demnächst wiederkehrenden “Men in Black”. Trotzdem hoffe ich, dass “Source Code” nicht schon den Höhepunkt der diesjährigen Sommerkino-Spektakel darstellt.

Wobei es nicht fair ist, den Film als Spektakel zu bezeichnen, zumindest nicht im Vergleich zu um die $ 200 Mio. teuren Produktionen wie “Transformers”. Die Story beginnt mit Jake Gyllenhaal, der in einem Vorort-Zug Richtung Downtown Chicago aufwacht und nicht so recht weiss, wie er dort gelandet ist. Er führt eine kurze Unterhaltung mit einer attraktiven Frau – die ihn als Sean Fentress zu kennen scheint – und ein paar Minuten später, ohne besondere Vorkommnisse, explodiert der Zug.

Doch Sean ist nicht tot. Er ist auch gar nicht Sean. Gyllenhaals Figur findet sich stattdessen in einer Kapsel voll von militärischem Gerät wieder, in der eine Frau (Vera Fermiga) über Videotelefon zu ihm als Captain Colter Stevens spricht. Ein paar Minuten später wacht er erneut im selben Zug auf, gegenüber derselben Frau und denselben anderen Fahrgästen.

Auf die Story genauer einzugehen würde akuten Spoiler-Alarm auslösen, deshalb lasse ich es hier sein. Der Trailer verrät genug über das Szenario, ohne die letzten Geheimnisse der Story zu lüften. “Source Code” lässt einige cineastische Vorbilder erkennen, insbesondere “Twelve Monkeys”, außerdem eine Prise “Matrix” und auch “Und täglich grüßt das Murmeltier”. Das ganze ergibt eine recht stimmige Variation der bekannten Motive und Versatzstücke, findet aber nie zu einer eigenen, wirklich neuen Bildsprache.

Die Story bietet keinen radikal neuen Erzählansatz, was aber auch etwas viel verlangt wäre. Etwas schade ist es dennoch, dass “Source Code” viele bekannte Sci-Fi Themen anschneidet, ohne sich so recht für ein zentrales entscheiden zu können. An den Schauspielern liegt das immerhin nicht. Gyllenhaal, Michelle Monaghan, Vera Fermiga und Jeffrey Right machen allesamt ihre Sache gut. Doch auch hier muss ein wenig gemeckert werden – das Szenario erlaubt lediglich einer, mit Abstrichen zwei Figuren ein echtes Eigenleben, die anderen Rollen sind durch das Szenario quasi vorherbestimmt und machen keine Entwicklungen durch.

So bleibt ein interessanter Film, der flott und fesselnd daher kommt, aber doch nicht restlos überzeugen kann. Ein paar gute Ideen ersetzen keine echte Vision, die “Source Code” zu einem herausragenden Beitrag zum Genre machen könnte. Deshalb sollte man ihn keineswegs liegen lassen, man darf aber auch (mit gemäßigterer Erwartungshaltung als ich im Kino) auf die DVD warten und hat in der Zwischenzeit nicht allzuviel verpasst.

3/5

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Hobo With A Shotgun (DVD-Import)

Posted in KenntKeinMensch, Kranker Scheiss, Nuck Chorris on Juni 1st, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Man könnte “Hobo With A Shotgun” allein wegen des Covers für einen klassischen Trash-Film halten, wie gemacht für die hinteren Regale der Videotheken. Ein älterer Landstreicher wird Opfer eines brutalen Verbrechens und will sich an seinen Peinigern rächen. Her mit der Shotgun, los geht das Geballer. Doch das wird dem Film nicht ganz gerecht.

Tatsächlich ist er weniger klassische Rachegeschichte als brutale Satire mit Tendenzen zur Farce. Sein übertriebenes Szenario zeigt eine fiktive Stadt, in der ein sadistischer Gangster namens Drake mit seinen zwei Söhnen eine Schreckensherrschaft errichtet hat. Die Polizei ist geschmiert, die normalen Menschen sind die großen Verlierer – sie müssen sich der Willkür der Schurken unterwerfen. Auf den Straßen herrschen Chaos und Angst, auch weil Drake gerne mal auf offener Straße jemanden köpfen lässt.

In dieses Szenario gerät also unser “Hobo”, gespielt von Rutger Hauer und anfangs noch ohne Shotgun. Schockiert von den Zuständen um ihn herum mischt er sich ein, als einer von Drakes Söhnen eine junge Frau kidnappen will. Eine edle Tat, die nicht ungestraft bleibt. Mit einem Messer ritzt man ihm das Wort “Scum” (Abschaum) in die Brust und wirft ihn im wahrsten Sinne des Wortes auf den Müll. Doch der “Hobo” berappelt sich mit Hilfe eben jener Frau, die er vorher vor schlimmerem bewahren konnte, und startet – nun mit seiner Shotgun – seinen Feldzug gegen die kriminellen Elemente der Stadt. Natürlich ist Drake nicht gewillt ihn gewähren zu lassen, und seine Schergen sind dem “Hobo” auf der Spur.

Nicht nur das Szenario des Films ist übertrieben (ein Crack-Ghetto Ende der 80er scheint ein Paradies dagegen), sondern auch die extreme Darstellung der Gewalt. Es explodieren Köpfe, es werden Eingeweide rausgerissen und auch mal ein Bus voller Kinder verbrannt. Der Film geht an die Grenze des Zumutbaren, und für viele Zuschauer sicher weit darüber hinaus.

Dem ganzen eine Note zu geben ist eine zwiespältige Angelegenheit. “Hobo With A Shotgun” ist nicht schlecht gemacht. Der Film setzt auf einen 70er-Jahre B-Movie-Look (stark überbelichtet), der zur Handlung passt. Die wiederum ist straff inszeniert, das Erzähltempo ist zügig. Die Frage ist jedoch, ob der Film eine echte Satire ist (oder sein will), oder sein Setting nur als Vorwand für die krassen Gewaltorgien benutzt.

Die “Message” des Films soll wohl sinngemäß sein, dass die Menschenwürde ALLEN Mitgliedern der Gesellschaft zusteht – und die Leute das (wieder) lernen müssen. So könnte man das Finale (in dem Drake den “Hobo” öffentlich hinrichten will) verstehen, bei dem die Stimmung der Zuschauer zugunsten des “Hobos” kippt. Eine etwas dünne Aussage zwischen all dem Gemetzel, aber immerhin. Wer an blutigen B-Movies seine Freude hat kann zugreifen, alle anderen würden ohnehin nicht auf die Idee kommen.

3/5

PS: Mit einer Veröffentlichung des Films in Deutschland ist eher nicht zu rechnen, schon weil bezweifelt werden darf, dass der Film überhaupt eine FSK-Freigabe erhalten würde…

Battle Los Angeles

Posted in Müllhaufen, Nuck Chorris on Mai 20th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Vor etwa einem halben Jahr habe ich zum ersten mal den Trailer für “Battle Los Angeles” gesehen, und der war richtig gut. Zu sphärischen Klängen waren da Bilder von einer riesigen Schlacht zwischen Menschen und Aliens zu sehen, in dokumentarischem Look (sprich Handkamera). Das sah nach einem Film aus, der die Intensität von “Black Hawk Down” mit der Thematik von “Independence Day” verbindet. Eine Material-Schlacht, die auch erzählerisch und vor allem atmosphärisch etwas zu bieten hat.

Aber dem ist leider nicht so, der Eindruck täuschte. Bis auf die dokumentarische Machart (und die nervt recht bald) bietet “Battle Los Angeles” keine der erhofften Qualitäten. Der Film ist eine endlose Abfolge von mittelmäßig inszenierten Actionszenen, in denen blutleere Figuren in einem blassen Endzeit-Szenario solange auf die Aliens ballern, bis es irgendwann besser ist. Ohne Interesse an den Charakteren bleiben einem als Zuschauer nur die Schauwerte, doch in der ersten Liga spielen die Effekte nicht. Und so schleppt sich der Film über knapp zwei Stunden dahin, arm an Spannung oder Ideen.

Zu Beginn des Films wird die von Aaron Eckhart gespielt Hauptfigur eingeführt, ein Soldat und Irak-Veteran kurz vor dem Ende seiner Dienstzeit. Bei seinem letzten Einsatz als Anführer seiner Einheit ging etwas schief, was ihn und seine Kollegen immer noch beschäftigt. Als dann plötzlich die Aliens angreifen muss er noch mal an die Front, allerdings nicht mehr als Anführer – zu dem er dann im Verlauf der Gefechte natürlich doch wieder aufsteigt. Mit dabei ist auch Michelle Rodriguez, die in Actionfilmen ja nicht fehl am Platz ist – aber auch ihre Figur bleibt oberflächlich.

Und dann wären da natürlich noch die Aliens. Die sehen aus wie die “Predators” in klein, schießen mit Energiestrählen um sich, sind in handelsüblichen UFOs unterwegs und offenbar auf der Suche nach Wasser. Was sie dazu bewegt hat gerade jetzt und gerade auf der Erde anzugreifen wird nicht erklärt – zumindest nicht so, dass man sich das merken würde.

Ich weiss nicht so recht, WAS die Idee war, als “Battle Los Angeles” in Produktion ging, die Studios verkaufen ihre Projekte ja gern als Varianten und Mixturen anderer bekannter Filme. Dem Ergebnis nach zu urteilen wollten sie “Black Hawk Down” in Scheisse und mit Alien-Beigabe drehen. Aber ich könnte wetten die Macher hatten eigentlich was anderes im Sinn…

1/5

Sucker Punch

Posted in Kranker Scheiss, Nuck Chorris on April 6th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Sucker Punch Film PosterDass “Sucker Punch” ein Trash-Fest werden würde war bereits nach dem Trailer klar. Doch es stand noch nicht fest, ob der neue Film von “300″ und “Watchmen”-Regisseur Zack Snyder vielleicht gar großartiger Trash sein würde. Leider ist er nicht großartig geraten, sondern bestenfalls mittelmäßig.

Die Story beginnt wortlos und stimmungsvoll. Ein fieser alter Sack ermordet nach dem Tod seiner Frau in einem schlossähnlichen Anwesen seine jüngere Stieftochter, schiebt das der älteren von beiden in die Schuhe und liefert die dann gleich in der Irrenanstalt ab. Dort wird es richtig wild, denn kaum ist Baby Doll (so ihr einfallsreicher Name) in der Klapse, verwandelt die sich in eine Art Burlesque-Show-Bordell, in dem die “Insassinnen” (insgesamt fünf schicke junge Damen in heissen Fummeln) fürs Publikum tanzen müssen, während ein schleimiger Ganove einen Reibach mit Ihnen macht.
Das ist aber noch nicht alles, denn kaum fängt Baby Doll an zu tanzen findet sie sich einer surrealen Traumwelt wieder, in der sie mit Superkräften Monster, Drachen und – kein Witz – deutschen Soldaten-Zombies im ersten Weltkrieg bekämpft. Ihre vier Gefährtinnen sind ebenfalls dabei. Die Handlungsebenen vermischen sich dann, aber weil sie nicht gar so neuartig miteinander zusammenhängen ist diese vordergründige Komplexität kein Garant für Spannung.

Stattdessen ermüden die wilden Kämpfe mit den recht lauen Spezial-Effekten bald, das Treiben erinnert (wenn auch absichtlich) sehr an einen Ego-Shooter und ist nicht wirklich spannend. Die Bordell-Szenen werden zunehmend emotionaler – und damit peinlicher, denn die Schauspielerinnen können gegen das bizarre und provokative Szenario nicht anspielen. Dass ist insgesamt schon noch auszuhalten, der Film ist so offensichtlich over-the-top, dass man ohnehin kein ernstes Drama erwartet.

“Sucker Punch” variiert nicht ungeschickt bekannte Story- und Genre-Elemente, die er zuweilen auch ironisch kommentiert. Vielleicht kommt diese Ironie aber erst zum Tragen, wenn man den Film ein zweites mal sieht und also die Bedeutung der unterschiedlichen Ebenen besser einschätzen kann. Lässt man diese nämlich weg bleibt erstmal “nur” ein buntes Spektakel mit halbnackten Mädels und Monstern über, das hin und wieder von einer nur mäßig funktionierenden Rahmenhandlung unterbrochen wird. Man kann sich das schon ansehen, aber die Begeisterung hält sich doch arg in Grenzen.

2/5

PS: Ein aufschlussreiches Interview mit dem Regisseur und seine Absichten findet sich hier bei SpiegelOnline.

The Fighter

Posted in Allgemein, Nuck Chorris on April 4th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

The Fighter” verbindet zwei Genres, die ich nicht so sehr gerne mag. Einerseits das Boxer-Drama (weil es ohnehin immer dieselbe Story ist), andererseits die Filmbiografie (weil da die Fakten immer verbogen werden). Von beiden Vorwürfen kann man den Film von David O. Russell keineswegs freisprechen, doch das gute Drehbuch und die hervorragenden Darsteller machen “The Fighter” trotzdem eine sehenswerte Story.

“Irish” Micky Ward (Mark Wahlberg) ist ein talentierter Boxer im Weltergewicht, dessen Karriere Ende der 80er Jahre fast schon gelaufen scheint. Seine Familie ist nicht ganz unschuldig daran. Sein Halbbruder und Trainer Dicky (Christian Bale) kämpft mit Drogenproblemen, seine Mutter und Managerin Alice versteht nicht viel vom Geschäft. Sie alle stammen aus einfachen Verhältnissen, ihr Horizont reicht nicht über die Grenzen ihrer Heimatstadt Lowell in Massachusetts hinaus.

Nach einer Serie von Niederlagen hängt Micky die Handschuhe an den Nagel; Dicky muss in den Knast, seine Freundin Charlene trennt sich von ihm, ein komplizierter Bruch in der Hand verhindert normales Training. Doch so ganz kann er seinen Traum vom großen Erfolg nicht vergessen, und nach ein paar Jahren greift “The Fighter” noch einmal an…

Der Ausgang der Geschichte ist recht vorhersehbar, einzig die Frage ob Micky den großen Kampf am Ende gewinnen kann oder nicht bleibt spannend. Es sei denn, man ist mit dem Geschehen schon vertraut, denn das Ganze basiert auf einer wahren Geschichte. Die Stärke des Films liegt in der genauen Milieu- und Figurenzeichnung, im Realismus und den (weitgehenden) Verzicht auf “Rocky”-mäßiges Gepose.

Christian Bale, für seine Rolle mit einem Oscar ausgezeichnet, und Mark Wahlberg liefern sich als ungleiche, in Hassliebe verbundene Brüder ein starkes Duell. Melissa Leo überzeugt als sture Matriarchin des Familienclans, und konnte dafür ebenso einen Oscar in Empfang nehmen. Das Drehbuch liefert den Darstellern die vielen starken Szenen, die es braucht um die Story glaubwürdig zu machen. Hinter den genannten Stärken gerät die Tatsache, dass sich die Dinge fast zwangsläufig so entwickeln, wie sie es tun, zur Nebensache.

Trotzdem, die Neuerfindung des Rades ist “The Fighter” nicht – wer also meint, genug Boxer-Filme gesehen zu haben kann sich den Film auch schenken. Freunde des gepflegten (Sport)-Dramas kommen definitiv auf ihre Kosten und sollten schon wegen des grandiosen Darsteller-Ensembles einen Blick riskieren.

4/5

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Essential Killing

Posted in KenntKeinMensch, Nuck Chorris on März 25th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Dass der Hauptdarsteller eines Films über die gesamte Laufzeit kein Wort spricht ist selten. So ist es aber im Falle von “Essential Killing”, in dem Vincent Gallo den Taliban-Kämpfer Mohammed spielt. Anfangs kauert er in einer Schlucht in seiner Heimat und tötet einen US-Soldaten und zwei Söldner. Anschließend wird er von den US-Streitkräften gefangen und – mit Dolmetscher – verhört. Doch da hat er wegen der Explosion einer Granate noch ein so entsetzliches Fiepen im Ohr, dass er kein Wort versteht.

Als er dann per Waterboarding verhört/gefoltert wird ist niemand dabei, der eine ihm verständliche Sprache spricht. Mit etwa einem Dutzend weiteren “ungesetzlichen Kämpfern” wird er dann nach Polen geflogen, wo er in eines der geheimen CIA-Gefängnisse gebracht werden soll. Ein Unfall des Militär-Konvois verhindert das, Mohammed kann fliehen. Doch in der kargen Winterlandschaft Polens spricht – sofern überhaupt Menschen unterwegs sind – auch keiner seine Sprache…

“Essential Killing” erzählt schnörkellos und (trotz des potentiell sehr heiklen Sujets) ohne politische Untertöne die Geschichte eines Mannes, der in einer feindlichen Umgebung auf der Flucht ist. Die Frage danach, ob er in irgendeinem Sinne schuldig ist spielt dabei keine Rolle. Mohammed kämpft ums Überleben, mit allem was er hat. Daher auch der martialische Titel des Films, denn ohne gewalttätige Konflikte geht das nicht über die Bühne. Den Großteil des Films hetzt seine Hauptfigur durch verschneite Wälder, auf der Suche nach Sicherheit, Nahrung und einem Ausweg. Zuweilen übersteigert Regisseur Jerzy Skolimowski dabei die Handlung bis ins Surreale.

Somit ist “Essential Killing” reines Bewegungskino und lebt (fast) allein von der Fähigkeit seines Hauptdarstellers, die Leiden, Nöte und Ängste des einsamen Kriegers anschaulich, begreiflich und nachfühlbar zu machen. Vincent Gallo – der streitbaren Independent-Ikone – gelingt das sehr gut, und auch deshalb ist es kein wirkliches Vergnügen, den Film zu sehen; es tut immer wieder auch weh. Gallos Figur ist gefangen in einer Abwärts-Spirale, tritt in Bärenfallen, isst giftige, Halluzinationen auslösende Früchte und wird gar von einem gefällten Baum getroffen.

Der Film folgt ihm dabei mit minimalistischen Mitteln. Kein künstliches Licht, nur spärliche Musik und ein paar aus dem Hubschrauber gefilmte Sequenzen. Immerhin verzichtet man auf nerviges, pseudo-realistisches Handkamera-Gewackel, sondern bleibt mit konventionellen Methoden nah dran an seiner Hauptfigur. Ganz bewusst als Gegenteil von modernen Actionfilmen inszeniert, in denen Gewalt gern vereinfacht, verherrlicht und ohne psychologische Nebenwirkungen gezeigt wird, präsentiert “Essential Killing” einen Menschen, der gezwungen ist, wie ein Tier zu leben. Gewalt ist hier grausames Mittel zum Zweck. Und der Zweck heisst überleben.

4/5

PS: Regulär im Kino läuft der Film hierzulande nicht, “Essential Killing” wird aber ab dem 23. Mai von Ascot Elite auf BluRay und DVD gestartet.

The Green Hornet

Posted in Müllhaufen, Nuck Chorris on März 18th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Eigentlich wollte ich mir “The Green Hornet” im Kino angucken, aber die hohen Preise für die 3D-Vorstellung haben mich abgeschreckt. Zumal ich den Film gar nicht in 3D sehen wollte, sondern lieber ganz normal – was mein Lieblingskino aber nicht im Angebot hatte. Rückblickend war es definitiv eine gute Entscheidung, es ist schwer vorstellbar, dass sich diese unterdurchschnittliche Comic-Verfilmung durch die große Leinwand oder die zusätzliche Dimension zu einem sehenswerten Film gemausert hätte.

Ursprünglich klang das Projekt mal vielversprechend. Da hatte Seth Rogen – bekannt als Schauspieler und Autor – bekannt gegeben, dass er sich berufen fühlt, mal einen Superhelden zu spielen. Dafür nahm der gute Mann gar locker 20 Kilo Gewicht ab, pummeliger Superheld wollte er wohl nicht sein. Und dass mit Michel Gondry (“The Science of Sleep”) ein Regisseur dabei sein würde, der innovativ und kunstvoll zu inszenieren vermag. Leider hat diese Kombination bei “The Green Hornet” nicht zu einem guten Film geführt, sondern zu einer unausgegorenen Mischung aus klassischer Seth-Rogen-Comedy-Show (wie etwa in “Knocked Up”) und eher uninspiriertem Superhelden-Kino (wie etwa bei “Daredevil” oder dem letzten “Hulk”).

Rogen spielt den verwöhnten, feierfreudigen Millionärssohn Britt Reid. Nach dem abrupten Ableben seines Vater (gespielt von Tom Wilkinson) tut der sich aus einer Laune heraus mit dem jungen Alleskönner Kato (Jay Chou) zusammen. Die beiden nutzen die vielen Gimmicks, die Kato entwickelt hat und machen als “The Green Hornet” und Sidekick einen auf Superhelden. Parallel lässt Reid die Zeitung, die sein Vater hinterlassen hat, eine Riesengeschichte aus seinen ersten Abenteuern machen – nur weiss dort natürlich keiner, dass er selbst die grüne Hornisse ist…

Ohne einen Bösewicht geht es nicht, und so kommt Christoph Waltz als Gangsterboss Benjamin Chudnofsky ins Spiel. Ihm ist der neue Verbrecher-Jäger ein Dorn im Auge, schon weil er ohne seine Zustimmung für Schlagzeilen sorgt. Waltz weiss allerdings mit seiner Rolle nicht viel anzufangen, weil sie – wie so oft in diesem Genre – zu beliebig und eindimensional angelegt ist. Um das Geschehen sprichwörtlich aufzuhübschen hat Cameron Diaz eine Rolle als schmucke Sekretärin, auf die Reid und Kato gleichermaßen abfahren. Mehr als ein paar scheele Jokes kommen aber auch aus dieser Konstellation nicht heraus.

Nun ist es nicht so, dass das Geschehen nicht auch seine Momente hätte – es gibt durchaus ein paar Lacher, und auch (wenige) gute Actionszenen. Der Fisch stinkt einfach vom Kopfe her. Die Exposition ist dünn und nicht recht ernst zu nehmen, der Verlauf der Story allzu vorhersehbar, die Figuren bleiben blass während der Comedy-Faktor das alles nicht kompensieren kann. Wie auf Autopilot geht alles seinen Gang, bis es (endlich) vorbei ist. “The Green Hornet” reiht sich nahtlos ein in die Reihe langweiliger, uninteressanter Comic-Adaptionen. Bleibt zu hoffen, dass die zahlreichen allein 2011 noch ausstehenden Filme dieses Genres mehr zu bieten haben werden.

2/5

Unknown Identity

Posted in Nuck Chorris on März 7th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Es ist keine soo große Besonderheit mehr, dass “Hollywood”-Filme in Potsdam und Berlin gedreht werden. Trotzdem guckt man beim Trailer als (Wahl-)Berliner schon zwei mal hin, wenn Liam Neeson und Diane Kruger in einem Taxi von der Oberbaumbrücke stürzen. So geht es auch gleich los in “Unkown Identity”. Neeson spielt den Biologen Dr. Martin Harris, der mit seiner schönen Frau Liz (January Jones) für eine Konferenz  in der Stadt weilt.

Doch noch bevor er ins Hotel Adlon eincheckt bemerkt er, dass ihm ein Koffer fehlt und will mit dem Taxi schnell zurück zum Flughafen. Den erreicht er wegen des besagten Unfalls an der Seite der illegalen Einwanderin Gina (Kruger) nicht, als er wieder zu sich kommt hat er vier Tage im Koma gelegen und ein paar Erinnerungslücken. Doch viel schlimmer ist, dass er sich in einem äußerst realen Albtraum wähnt – seine Frau kennt ihn nicht mehr, an seiner Stelle tritt nun ein anderer Martin Harris auf. Und im Gegensatz zu Neesons Figur ist der auch mit einem Reisepass dieses Namens ausgestattet…

Man muss kein Prophet sein (nur ein paar “Bourne”-Filme gesehen haben), um zu erahnen, wie das ganze weiter geht. Die Story schlägt einige Haken und führt dabei noch eine Reihe neuer Figuren ein. Bruno Ganz gibt einen Ex-Stasi-Mitarbeiter namens “Herr Jürgen”, der Harris helfen will, sein Kollege Dr. Cole (Frank Langella) reist ihm nach, während er und Gina permanent von zwei üblen Schergen (gespielt von Stipe Erceg und Aidan Quinn) gejagt werden.

So richtig fesseln und faszinieren kann “Unknown Identity” leider nicht, dafür ist die Story zu konstruiert und die Charaktere zu wenig spannend. Hin und wieder muss man glatt mal schmunzeln, wenn der Film seine etwas weit hergeholten Haken schlägt. Der Unterhaltung tut das freilich keinen Abbruch, es geht rasant und mit einigen Kampf- und Actionszenen zur Sache. Doch der offenbar gewünscht Hitchcock-Effekt von einem Puzzle, dessen Teile sich langsam zusammenfügen ist mit zu grober Nadel gestrickt, um überzeugen zu können.

Immerhin, für Zuschauer mit Ortskenntnissen von Berlin sind allein die Action-Sprünge quer durch die Stadt interessant zu verfolgen – auch oder weil sie keinerlei Sinn machen. Heimlicher Mittelpunkt des Film ist das Adlon-Hotel am Brandenburger Tor, aber auch am Hauptbahnhof und an der Friedrichstraße sind Aussenaufnahmen gedreht worden. Wie schon in “The Bourne Supremacy” wird ein recht dunkles, winterliches und von DDR-Architektur geprägtes Bild der Stadt vermittelt, wenngleich auch ein paar schönere Ecken gezeigt werden.

Liam Neeson steht seine Rolle – trotz der offensichtlichen Schwächen der Story – gut zu Gesicht, auch der Rest der Besetzung ist gut gewählt. Einzig Diane Kruger muss undankbarerweise mit starken Akzent Englisch sprechen (sie spielt ja eine illegale Einwanderin aus Bosnien-Herzegowina), was zumindest in der Originalfassung für unfreiwillige Erheiterung sorgt. “Unknown Identity” ist ein recht offensichtlicher Versuch, den Erfolg von “Taken” (ebenfalls mit Neeson als unfreiwilligem Action-Held) zu wiederholen. Schon das Film-Poster ist letztlich dasselbe. Vom Gesamteindruck erinnert er mich an eine düstere Variante von “The Tourist” – verspielt, temporeich und unterhaltsam. Und völlig unsinnig.

3/5

Stirb Langsam 5 ist in Arbeit…

Posted in Allgemein, Nuck Chorris on Februar 13th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Wie Deadline.com berichtet steht die Produktion des Films in den Startlöchern. Bruce Willis hat Interesse noch einmal im Unterhemd den Helden zu spielen, ein Script ist auch am Start. Mit Noam Murro steht auch schon der Regisseur fest. Der hat zwar bisher erst einen Spielfilm gedreht (“Smart People”) und kommt aus der Werbebranche, aber das galt auch mal für einen gewissen David Fincher – und der hat sich ja auch als fähig erwiesen. Ich schätze das Studio peilt einen Release im Frühjahr 2012 an, es könnte aber auch (ein Jahr) länger dauern…

Tron – Legacy

Posted in Geht so..., Kranker Scheiss, Nuck Chorris on Februar 1st, 2011 by edzehard – 3 Comments

Zum ersten mal seit “Avatar” hat mich ein Film ins IMAX gelockt. Ich bin nun mal kein großer Fan von der 3D-Technik, oder genauer von dem, was dabei an Mehrwert rumkommt. Das Sequel zu “Tron” sah immerhin im Trailer so aus, als würde es sich mindestens visuell lohnen, und tatsächlich sieht der Film richtig gut aus. Den ganz großen Spaß hat die Sache aber nicht gemacht, beim nächsten 3D-Streifen könnte das Pendel also auch wieder in Richtung “lieber ein gutes Buch lesen” ausschlagen.

Die meisten werden den ersten Film der Reihe kennen, anno 1982 gab es da zum (gefühlt) ersten Mal rein am Computer entstandene Szenen, die in 80er-Jahre-Optik und mit einigen guten Einfällen dargeboten wurden. Die Story kreiste um eine Softwarefirma namens Encom und den Kampf des Programmierers Flynn (Jeff Bridges) gegen finstere Programme – alles innerhalb des “Master Control Program”, in einer virtuellen Realität also. Der Faden wird in “Legacy” weiter gesponnen, natürlich mit aktueller Trick-Technik und also mit atemberaubenden Effekten.

Soweit, so gut. Der Anfang des Films hat mir noch am besten gefallen. Flynn ist, wie wir erfahren, 1989 verschwunden und hinterlässt seinen Sohn Sam, der als junger Erwachsener Mehrheitseigner von Encom ist, aber keine wichtige Rolle in der Leitung des Konzerns spielt. Es dauert nicht lange bis Sam (Garrett Hedlund) sich in der “Matrix”-ähnlichen Computerwelt wiederfindet, in der sein Vater (Jeff Bridges) offenbar verschütt gegangen ist. ‘Let the games begin!’ ist hier schnell das Motto, die aus dem Original bekannten Motorradrennen werden werden optisch zeitgemäß in die Gegenwart übersetzt.

Visuell und auch vom Sound her ist “Tron Legacy” schlichtweg beeindruckend, die Effekte machen Spaß und sehen hervorragend aus. Auch das – wie bei 3D üblich – etwas trübe Bild stört nicht, der Film kommt  ohne Tageslicht-Szenen aus, und die bunten Anzüge der Figuren geben dem ganzen einen hohen Kontrast. Auch der Schnitt stimmt, es geht weniger hektisch zu als heutzutage üblich, längere Einstellungen sind bei den Actionszenen keine Seltenheit. Der Look ist dem Original weitgehend nachempfunden, es sind aber definitiv auch Einflüsse von den beiden “Matrix”-Fortsetzungen und den letzten “Star Wars”-Teilen zu finden.

Doch der Gesamteindruck wird auch von anderen Faktoren bestimmt, und da schneidet der Film recht bescheiden ab. Hauptdarsteller Garett Hedlund kann als Actionheld nicht überzeugen, und auch seine Figur bleibt blass und uninteressant. Jeff Bridges scheint seinen Spaß zu haben, das Ganze aber nicht sonderlich ernst zu nehmen. Da passen die zwei oder drei Anspielungen auf seine Rolle als “Dude” in “Big Lebowski” ins Bild. Bridges tritt gleich zweimal auf, denn sein selbst geschaffenes digitales alter ego Clu (digital um 30 Jahre verjüngt) ist als Bösewicht mit von der Partie. Die weiteren Figuren sind bis auf eine Ausnahme (Michael Sheen als eine Art “Ziggy Stardust”) auch recht langweilig und aus dem Sci-Fi-Baukasten für Anfänger entliehen, was eine unnötige Verschwendung ist.

Was noch schwerer wiegt als die lahme Story sind die zuweilen grenzdebilen Dialoge. Vor allem im zweiten Teil dominieren sie viele Szenen, was die Darsteller nicht wirklich überspielen können. So saß ich gegen Ende dann schon eher belustigt da als dass mich das Finale noch interessiert hätte. Was aber auch daran liegt, dass “Tron Legacy” sein Pulver zu schnell verschießt und dann in den letzten 30 bis 40 Minuten nicht mehr zulegen kann.

Für den happigen Eintrittspreis vom IMAX bietet der Film letztlich schon genug Schauwerte und Spektakel. In einigen Szenen ist er “larger than life” und holt alles aus der Technik raus – mächtiger Sound und beeindruckende Effekte mit einigen guten 3D-Szenen zaubern einem schon ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht. Vom technisch-handwerklichen abgesehen hat er aber deutlich zu wenig zu bieten, weshalb ich eigentlich nur 3D- und “Tron”-Fans raten kann sich den Film in dieser Form anzusehen. Deshalb gerade so noch eine

3/5