Edzards Filmriss

DER Filmblog. Alles andere is Quatsch!

Category Archives: Müllhaufen

Cop Out – Geladen und Entsichert (DVD)

Die 80er-Jahre Polizei-Komödien “Beverly Hills Cop” und “Nur 48 Stunden” standen ganz offensichtlich Pate für diesen schief gelaufenen Versuch, dem Genre neues Leben einzuhauchen. Bruce Willis spielt sich quasi selbst (also einen mit allen Wassern gewaschenen Bullen, hier Jimmy genannt), Tracy Morgan ist Jimmys Partner Paul – ein sehr emotionaler, etwas trotteliger, aber liebevoller Kerl.

Die beiden versauen eine Untersuchung – natürlich ohne selbst schuld zu sein – und werden suspendiert. Weil Jimmys Tochter heiraten wird will der seinen wertvollsten Besitz zu Geld machen: eine Baseball-Trading-Card. Leider wird der Laden just in dem Moment überfallen, in dem das gute Stück auf dem Tresen liegt. Der Schlamassel geht nun richtig los, vermischt sich mit dem Drogendeal vom Anfang und bietet den beiden die Möglichkeit sich als Cops zu beweisen. Weitere Figuren gibt es dabei natürlich auch, aber keine erwähnenswerten…

Die Story ist also nicht der Rede wert. Der Humor des Films zündet auch nicht, zu oft hat man ähnliche Filme gesehen, zu schlecht sind die Pointen, zu bemüht die Versuche politisch unkorrekte Jokes zu reißen. Der Soundtrack bietet eine weitere Überdosis 80er, was wohl halb ironisch gemeint war, aber letztlich genau ins schäbige Gesamtbild passt. Regisseur Kevin Smith (“Clerks”, “Dogma”) verfilmt hier erstmalig ein Drehbuch, das nicht von ihm selbst stammt, bleibt zu hoffen, dass er sich das zukünftig spart.

Schon die erste Szene, in der Paul einen Zeugen verhört, funktioniert in keiner Weise. Die Witze sind unkomisch und/oder peinlich, die Chemie zwischen den Hauptdarstellern funzt nicht, man möchte glatt gleich wieder ausmachen. Und genau das würde ich auch jedem raten. Besser früh als spät.

1/5

Das A-Team

Aus der Rubrik “Blockbuster, die die Welt nicht braucht” kommt nun das “A-Team” in die Kinos. Und wenn ich schreibe “die die Welt nicht braucht” ist das ja nicht zwingend etwas schlimmes. Welchen Blockbuster braucht die Welt schon, “Sherlock Holmes” oder “Fluch der Karibik 2″? Doch wohl kaum… Im Falle des “A-Teams” muss ich allerdings ein härteres Urteil fällen, was die Daseinsberechtigung angeht.

Denn – aus der Sicht von jemandem, der als Kind gerne die Serie geguckt hat – die Leinwand-Fassung enttäuscht komplett. Die neuen Darsteller sind noch das kleinste Problem, drei der vier Rollen sind treffend besetzt. Die Ausnahme ist Sharlto Copley als Murdock, denn aus dem liebenswerten Spinner ist hier ein echter Irrer geworden, ohne dass es nötig gewesen wäre.

Liam Neeson und Bradley Cooper als Hannibal und Face sind gut getroffen und entsprechen (soweit ich mich erinnern kann) etwa ihren Vorgängern, Quinton “Rampage” Jackson ist okayisch als B.A., kommt aber nicht wirklich an Mr T heran. Ein viel größeres Problem ist die Story. Es wird leider keine typische “A-Team”-Episode auf Kinolänge gestreckt und mit ein paar mehr Kniffen versehen – was ich mir gewünscht hätte, und wovon ich ehrlich gesagt auch wie selbstverständlich ausgegangen bin.

Stattdessen ist das Ganze ein “Prequel”, erzählt also die Vorgeschichte der vier Soldaten. Wie sie sich treffen (albern), wie sie zusammen Heldentaten vollbringen (noch am ehesten guckbar), wie sie reingelegt werden (laaaangweilig), und wie sie dann auf der Flucht ihre Namen reinwaschen wollen (08/15-Actionthriller auf RTL2-Niveau). Jessica Biel als Face’s Ex-Freundin und Patrick Wilson als schmieriger CIA-Agent sind die einzig nennenswerten weitere Figuren, wobei “nennenswert” schon eine wohlmeinende Beschreibung ist.

Es kommt aber noch schlimmer. Regisseur Joe Carnahan (“Smokin’ Aces”) vertraut – zurecht – seiner Story kein Stück, und inszeniert deshalb eine hektische und lärmende Hetzjagd auf der Flucht vor sich selbst. Leider gelingen ihm dabei keine sehenswerte Actionszenen. Die Effekte sind guter Durchschnitt, an Ideen mangelt es jedoch deutlich.

So stellt der Film letztlich niemanden so richtig zufrieden. Die Kids von heute, deren Kenntnis der TV-Serie überschaubar sein dürfte, haben schon bessere Actionfilme gesehen und werden sicher nicht nach einem zweiten Teil lechzen. Und die Freunde der Serie – auf deren Nostalgie-Anwandlungen die Produzenten sicher gehofft haben – bekommen einfach nicht genug serviert. Somit erleidet der Film das gleiche Schicksal wie eine Menge TV-Adaptionen vor ihm. Das Publikum riskiert mal einen Blick, will aber hinterher nicht noch mehr davon…

2/5

“The Last Airbender” – Für Regisseur Shyamalan hagelt es mal wieder Verrisse..

Man ist es bei Filmen des Regisseurs M. Night Shyamalan inzwischen schon gewohnt. Kaum sind sie draußen fallen die Kritiker drüber her. Der Mann, der sich  mit “The Sixth Sense”, “Unbreakable” oder “Signs” anschickte, eine Art ‘Volks-Hitchcock’ zu werden, kann es niemandem mehr rechtmachen. “The Village” fiel ebenso durch wie “Lady in the Water” und zuletzt “The Happening”. Shyamalan hat unbestritten ein gutes Gespür für die Inszenierung von Mystery-Stoffen, aber seine (von ihm selbst geschriebenen) Drehbücher waren allesamt Enttäuschungen. Man denke nur an das dämliche Ende von “The Village”…

Nun hat der gute Mann eine Anime-Reihe für die Leinwand adaptiert, ein Fantasy-Spektakel namens “The Last Airbender”. Und die Reaktionen der Kritiker sind verheerend, nicht nur wegen der offenbar richtig miesen nachträglichen Konvertierung in 3D. Egal ob etablierte Kritiker wie Roger Ebert von der Chicago Sun-Times (hier), die Kollegen vom “Time”-Magazin (hier), Internet-Schreiber wie James Beradinelli (hier) oder die Quatschköpfe von AintItCool.com (hier), sie sind sich alle einig, dass der Film zum Himmel stinkt. Wie übrigens auch schon der Trailer. Wenn der Film dann Mitte August auch bei uns anläuft bitte mindestens zweimal überlegen bevor man für den Streifen Geld bezahlt…

When in Rome

Ich kann nicht genau sagen, warum ich mir diesen Film überhaupt angesehen habe. Die Kombination aus Sonntag und Regen reicht als Begründung nicht aus, und rechtfertigt diese 90 verschwendeten Minuten in keiner Weise. Vorhersehbar, an entscheidenden Stellen übermäßig unlogisch und insgesamt ohne größere Lacher rauscht “When in Rome” vorbei, weder romantisch noch komisch. Ein Schuss in den Ofen, in jeder Hinsicht.

“Veronica Mars”-Darstellerin Kristen Bell spielt die New Yorker Kuratorin Beth, die bei der Hochzeit ihrer Schwester in Rom einen Fluch heraufbeschwört. Vier Männer sind plötzlich in sie verknallt, und tun alles um sie für sich zu gewinnen. Dabei wollte Beth eigentlich nur ihren Frust darüber loswerden, dass Ex-Football-Star Nick – den sie bei der Hochzeit kennengelernt hat – offenbar schon vergeben ist. Doch auch der rennt ihr nun hinterher. Oder ist er am Ende gar nicht von dem Fluch betroffen und wirklich in Beth verliebt?

So spannend wie es klingt (nämlich gar nicht) ist der Film auch, was noch zu verschmerzen wäre, wenn wenigstens ein paar gute Szenen dabei herum kommen würden. Weder der Humor noch die Romanze funktioniert, ganz zu schweigen von den Figuren, die allesamt blass und uninteressant bleiben. Seifig und stromlinienförmig geht die Story ihren Weg, schon nach einer guten halben Stunde von insgesamt knapp 90 Minuten hat man eigentlich genug gesehen. Viel platter kann man die gute alte Boy-meets-girl–Nummer nicht inszenieren, da hilft auch der “Zauber” des ‘Fontana di Trevi’ nichts, der als Entschuldigung für die lahme Story herhalten muss.

1/5

PS: Für alle, die ein Kontrastprogramm zur WM suchen: “When in Rome” ist die falsche Entscheidung! Dann lieber Honduras gegen Chile gucken – das hat wenigstens Seltenheitswert…

Die 50 schlechtesten Filme…

..aller Zeiten haben die Leser des von mir sehr geschätzten Empire-Magazines gewählt. Und sie haben Geschmack bewiesen. “Mit Schirm, Charme und Melone”, “Matrix 3″, “Showgirls” und “Tranformers 2″ geben sich die Ehre – bevor es überhaupt in die Top-10 geht. Mit dem für die Zeitschrift typischen und erbarmungslosen Witz widmet sich Empire hier 50 wahrlich miesen Filmen…bring it on!

Gegen jeden Zweifel

Thriller guck ich ja immer gerne, und wenn es ein bißchen Richtung “Matlock” geht – auch fein. So weit, so gut für “Beyond a Reasonable Doubt” (Originaltitel). Der Justizthriller bietet Michael Douglas in einer Hauptrolle, und der wiederum ist eigentlich selten in miesen Filmen dabei. Eigentlich. Denn dieser Film ist mehr als mies. Er stinkt. Die Story ist Quatsch, die Schauspieler lahm oder (Douglas) auf Autopilot, die Inszenierung bestenfalls einfallslos.

Am überraschendsten aber ist, dass irgendjemand den Mist überhaupt finanziert hat. Es muss jemand gewesen sein, der das Drehbuch nicht kannte. Denn vom Niveau her kommt der Film eher wie eine schlechte Folge einer mäßigen Serie her denn wie ein Kinofilm. Der Plot geht etwa so: Ein junger Jounralist will den bösen Staatsanwalt überführen – denn der platziert nachträglich DNA-Proben an Tatorten. 17 mal in Folge hat er so seine Fälle gewonnen! Also bringt sich besagter junger Journalist mithilfe von Indizien selbst als Mordverdächtiger ins Spiel. Wenn dann die DNA aus dem Hut gezaubert ist soll ein Film beweisen, dass er erst NACH der Tat die Schuhe/den Köter/die Jogginghose gekauft hat und folglich unschuldig sein muss…

Klappt natürlich so nicht, geschenkt. Eine Love-Story gibt es nebenbei auch, allerdings derartig unglaubwürdig, dass man besser drüber hinwegsieht. Und eine “große Überraschung” hat der Film auch im Gepäck, allerdings ist die meilenweit gegen den Wind zu riechen und kein Stück überzeugend.”Beyond a Reasonable Doubt” vereint die allermeisten Zutaten schlechter Filme. Er hält sich für mächtig clever, ist es aber nicht. Er bietet keine interessanten Figuren, sondern drehbuchgerechte Rollen. Der Hauptdarsteller ist untalentiert und wenig sympathisch, der Bösewicht langweilig. Sowas wie Logik existiert nicht, und der Film merkt das nicht einmal. Wer den überkonstruierten Thriller “The Live of David Gale” gesehen hat stelle sich den Film in richtig schlecht vor, und er bekommt eine Ahnung von der Grottigkeit dieses Streifens.

1/5

Die Top-10 Blockbuster zum Abgewöhnen

Ja, ich bin in Listen-Laune. Wie schon am Ende der Top-100 angekündigt hab ich mal ganz tief in meiner Grindfilmkiste gewühlt und die ätzendsten Exemplare ausgewählt. Ohne weitere große Worte (die hätten die Filme eh nicht verdient) hier also die Liste:

1. Armageddon
Dieser blödsinnige Beinahe-Weltuntergang von Michael Bay verursachte mir bei meinem einzigen Versuch mit dem Film geradezu körperliche Schmerzen. Beeindruckend inhaltslos und ohne eine einzige gelungene Figur tischt Bay seinen Macho-Schwachsinn auf, der selbstredend auch noch extrem vorhersehbar ist. Und vergessen wir die elende Aerosmith-Schnulze nicht, die das Gesamtpaket “veredelt”.

2. Transformers – Revenge of the Fallen
150 sinn- und wertlose Minuten stumpfer Action, null Spannung, alberne Schauspieler, lahme Gags, Pixel-Soße zum Abgewöhnen von Anti-Regisseur Michael Bay. Mittendrin Milchgesicht Shia LaBeouf, der aber auch nicht weiss, was das ganze soll, und Megan Fox, die weiss, dass sie heiss ist, aber sonst nichts anbieten kann. DER Inbegriff von Zeitverschwendung.

3. Matrix – Reloaded & Revolutions
Der wirre, mit miesen Dialogen vollgestopfte Quatsch, mit dem die Wachowskis den großartigen “Matrix” fortgesetzt haben, darf hier natürlich nicht fehlen. Schlüsselmeister, Architekt, Prophezeiung und allerlei bedeutungsschwangeres Geseier bestimmen das Geschehen, die Actionszenen wurden gleich für die Computerspiele “optimiert”. Am Ende sitzt man dann auf einer Parkbank, während Neo als “Ghost in the Machine” durch die Gegend wabert. Was für ein Schuss in den Ofen…

4. Con Air
Die Besetzung verspricht beinahe schon Oscar-Nominierungen, der Film verdient bestenfalls eine ‘Goldene Himbeere’. Nic Cage, John Malkovich, Steve Buscemi und ein paar weitere Hochkaräter haben sich in diesem beknackten over-the-top Actionfilm offenbar alle mächtig die Muffe versilbern lassen, anders ist ihre Anwesenheit nicht zu erklären. Dämlicher Drecksfilm mit alberner Pseudo-Moral und miesen Tricks.

5. Godzilla
Godzilla ist ja, soweit ich das verstehe, ein Singular. Also EIN Godzilla. In Roland Emmerichs “Godzilla” sind aber gleich mehrere Exemplare zu sehen, und sie sind immer genau so groß, wie die Actionszene es gerade erfordert – mal passt das Viech in eine U-Bahn-Röhre, mal ist sein Auge so groß wie eine U-Bahn-Röhre. Sehr überzeugend. Garniert wird der Mist mit Matthew Broderick in der Hauptrolle (Geld sparen, okay, aber Matthew Broderick?!) und ellenlangen Szenen, die auch aus “Jurassic Park” hätten stammen können – dem Film, den Emmerich mit diesem Scheiss unbedingt überbieten wollte. Fail.

6. Hannibal

Zugegeben, die Erwartungen waren auch (zu) hoch. Aber dann echt so? Julianne Moore, wahrlich keine schlechte Schauspielerin, bemüht sich vergebens, dem Publikum Clarice Starling vorzuspielen, ein paar gelungenen Szenen in Florenz stehen sehr viel mehr schlechte und unglaubwürdige irgendwo anders gegenüber. Dazu schafft es “Hannibal”, dass der Bösewicht von Gary Oldman gespielt wird und trotzdem total daneben ist. Und ja, am Ende wird Gehirn gelöffelt, aber wer sein eigenes durch den Film gerettet hat war da schon wieder zuhause…

7. Mission: Impossible 2
Ich hab ja gar nix gegen John Woo (“Face/Off” ist Quatsch, aber geiler Quatsch!), aber der von ihm inszenierte “M:I2″ ist echt ein Tritt ins Gesicht. Vorbei mit den altmodischen Agentenspielchen von DePalmas erstem Teil, Woo setzt auf nicht enden wollende Spielchen mit den Masken, eine lahme Bio-Tech-Story, die nie Fahrt aufnimmt, seine beschissenen Tauben und kriegt auch nur eine einzige anständige Actionszene hin. Und das trotz Überlänge. Jämmerlich.

8. Cast Away
Von wegen: Ich habe Feuer gemacht! Tom Hanks sitzt allein auf einer Insel rum. Irgendwann ist es besser, er und sein Volleyball haben sich auseinander gelebt. Dann macht er sich wieder davon. Aber seine Frau will ihn nicht mehr. Dafür kann er noch ein Paket abliefern – und sich ein Ei drauf pellen! Ob “Castaway” jetzt eher wie “Farbe beim trocknen zusehen” ist, oder doch mehr “Grass beim wachsen zugucken”, das will ich nicht entscheiden müssen. Was ich auch nicht will, ist mir diesen Stuss nochmal angucken müssen. Don’t make me!

9. Planet der Affen (Remake)
Tja, die Affenkostüme sind besser als beim Original, immerhin. Aber was soll die erbärmliche Besetzung, warum wurde das Ende verunstaltet? Und, Hand aufs Herz, was hat sich Tim Burton ÜBERHAUPT bei diesem Remake gedacht? Eine wahre Blaupause für miese Sommer-Blockbuster, von vorn bis hinten nur daneben.

10. Die Another Day
Ich setze echt ungern einen Bond-Film hier auf die Liste, aber “Die Another Day” war schlichtweg eine Frechheit. High-tech-Strampelanzüge von verunstalteten nordkoreanischen Offizieren, eine riesige Laser-Wumme (oder so), ein unsichtbares Auto, eine mies computer-animierte Riesenwelle UND Madonna?! Pierce Brosnans Ära als Bond hätte ein besseres Ende verdient gehabt als diesen zwanzigsten Bond, und das Publikum auch!

Radio Rock Revolution (DVD)

Eigentlich klang die Prämisse dieses Films nicht schlecht. Mitte der 60er Jahre spielen ein paar junge Rockmusik-Fans auf einem Schiff in der Nordsee Piratensender (Originaltitel: “The Boat That Rocked”) und beschallen England mit der Musik, die jeder hören will – aber kein staatlicher Sender spielt. Als Schauspieler mit dabei sind u. a. Philip Seymour Hofmann und Bill Nighy, außerdem Emma Thompson und Sienna Miller. Das hätte ein lustiger Film mit gutem Soundtrack werden können.

Doch irgendwie haben die Macher des Films fast alles falsch gemacht. Fangen wir bei der Story an. Sie setzt zu spät ein und verschenkt die potentiell interessante Entstehung des Senders. Wer kam auf die Idee, woher kommt das Schiff? Wenn der Film anfängt läuft die Chose schon auf Hochtouren. Die Figuren werden unzureichend vorgestellt und bleiben trotz ein paar Eskapaden und Verwicklungen blass. Sie sind nicht sonderlich interessant, und keine Figur taugt als echter Sympathieträger.

Bei den Partys, Streitereien und Eifersüchteleien der Crew sitzt man recht unbeteiligt da, der Funke springt nicht über. Es reicht eben nicht ein paar anständige Schauspieler beim Faxen machen zu filmen. Das Outlaw-Gepose der DJs wirkt übertrieben und ist bestenfalls für Leute akzeptabel, die sich an ‘damals’ noch erinnern können. Für alle anderen – egal ob mit Vorliebe für Sixties-Musik oder ohne – entfaltet sich die Story zäh und ohne Überraschungen. Einfach nur albern sind auch die Szenen, in denen Kenneth Brannagh als Vertreter der Obrigkeit den Rocksender endgültig verbieten will. Brannaghs Figur ist eine bräsige Hitler-Karikatur, seine Helfer langweilige Bürokraten. Wären sie nicht am Ende für die Story wichtig, man könnte sie einfach ersatzlos streichen.

Letzten Endes hat sich “The Boat that Rocked” einfach im Ton vergriffen. Zwischen Komödie, Roadmovie und etwas Zeitgeist-Drama dämmert er so vor sich hin, ohne richtig in Tritt zu kommen. Der Film ist schlichtweg nicht sonderlich witzig, auch nicht fesselnd, und ohne Überraschungen. An Ausstattung und Soundtrack gibt es immerhin nichts. auszusetzen. Nach einer Stunde sehnt man bereits das Ende vorbei, muss aber nochmal eine Stunde warten, bevor es soweit ist. Es ist mir nicht begreiflich, wie man aus diesem Stoff einen so mauen Film machen kann. Verantwortlich dafür dürfte in erster Linie Richard Curtis sein – als Regisseur und Drehbuchautor hat er schon eine bessere Figur gemacht (“Love Actually”, “Vier Hochzeiten und ein Todesfall”), hier hat er beide Jobs in den Sand gesetzt.

2/5

Observe and Report (Shopping Center King)

Der Schauspieler Seth Rogen ist etwa seit zwei Jahren ‘everybody’s darling’, wenn es um Komödien geht. Mit “Superbad” und vor allem “Knocked Up” wurde er zum Star zahlreicher Filme aus dem Umfeld von Regisseur und Produzent Judd Apatow. Für “Pineapple Express” und “Superbad” schrieb er auch an den Drehbüchern mit. Und tatsächlich ist Rogen echt komisch. Oder besser: kann komisch sein. Denn in seinem letzten Film “Observe and Report” gibt es eigentlich überhaupt nichts zu lachen, und das ist für eine selbsterklärte Komödie nicht so gut.

Rogen spielt Ronnie, den ‘Head of Security’ in einer großen Mall. Ronnie träumt von einer glorreichen Karriere als Cop, und wie es scheint ist die Gelegenheit günstig – erst macht ein Exhibitionist die Mall unsicher, indem er ungefragt Frauen seinen Schniedel zeigt, dann wird auch noch eingebrochen. Ronnie setzt alles daran, die Täter zu fassen.

“Oberserve and Report” macht bei der ganzen Sache leider einen grundlegenden Fehler. Denn Ronnie ist kein liebenswerter Loser, sondern schlichtweg ein erbärmliches und dummes Arschloch. Seine primitive Art, seine verzerrte Wahrnehmung der Realität, sein abstoßender Umgang mit anderen – alles nicht komisch. Wenn aber die Hauptfigur unsympathisch ist, und sich auch sonst keine Sympathieträger finden, dann stellt sich die Frage worüber man lachen soll. Ray Liotta etwa ist als echter Cop dabei, und seine Rolle hätte durchaus als (lustiger) Gegenpart zu Ronnie angelegt werden können. So aber ist er nur eine von vielen ätzenden Figuren, die lustlos überzeichnet sind und keinerlei Interesse wecken. Man möchte all diese Gestalten einfach nicht sehen.

Es gibt andere Filme, in denen die Figuren allesamt eher negativ gezeichnet sind, und die trotzdem funktionieren. Siehe etwa “Rules of Attraction” – aber das war auch eher ein satirisches Drama als eine Komödie. “Oberserve and Report” hat zwar ebenfalls durchaus satirische Tendenzen (etwa in der Figur von Ronnies Mutter), kommt aber vom Ton her doch wie eine normale Komödie rüber. Mit dem Ergebnis, dass dem Publikum statt Lachern eine Überportion Fremdschämen serviert wird, die aber nicht mal Fans von “American Pie” und Konsorten erfreuen wird. Ausnahmen bestätigen in Form einiger lustiger Szenen die traurige Regel. Insgesamt: “Thema verfehlt, setzen, sechs!”.

1/5

Transformers – Revenge of the Fallen

Es war mir durchaus bewusst, dass das Experiment “Transformers 2 gucken” misslingen könnte. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, und die ersten 80, 90 Minuten des ersten Teils haben ja durchaus Spaß gemacht. Auch beim zweiten Teil liegen die Stärken eher am Anfang des Films. Wobei “Stärken” nicht ganz das richtige Wort ist. Immerhin, wenn man die beknackten Teenie-Jokes ignoriert, Slapstick durchaus wohlgesinnt ist und käsige Dialoge toleriert, dann bietet “Transformers – Revenge of the Fallen” zunächst das gewünschte Programm. Ordentlich Action, viel Bewegung, Explosionen, Verfolgungsjagden.

Leider kippt das Verhältnis in der zweiten Hälfte (der Film läuft im Kino mit Pause) zugunsten von erbärmlicher Militär-Verherrlichung, endlosen Baller-Szenen und einer extrem lauen Story-Entwicklung. Ich habe sehr bald das Ende herbeigesehnt, aber 150 Minuten sind 150 Minuten, mit oder ohne Pause. Warum es eine solange Spielzeit sein musste? Vielleicht, weil “The Dark Knight” auch (zu) lang war, und mächtig abkassiert hat. Oder weil die Szenen schon im Kasten waren, also rein in den Film damit. Womit das Prinzip “value for money” zumindest theoretisch zum Zuge gekommen wäre…

Michael Bay und seine drei (!) Drehbuchautoren bedienen sich, unter anderem, beim “5. Element”, bei “Matrix”, “Herr der Ringe”, “Star Wars” und “Indiana Jones”. Der einzige Unterschied sind halt die Transformers selbst. Die allerdings sind zwar für allerlei Actionszenen gut, outen sich aber sehr schnell als hochgradig albern, wenn man ihnen Sprechrollen zugesteht. Kein Wunder auch, die Dinger wurden für Kinder erfunden, die beim spielen damit “Wrrrmmmm!”, “Tätätätätätä!” und sonstige Sounds machten. Die Story opfert vorrübergehend den Ober-Transformer der “guten”, namentlich Optimus Prime. Der verbringt den halben Film als Optimus Müllhaufen, während die fiesen Decepticons folgendes im Sinn haben: die Erde zerstören. Hooray!

Menschen sind auch dabei, in Person von Sam (Shia LaBeouf) etwa. Von allen Beteiligten ist seine Figur die interessanteste, was in diesem Fall eine schlechte Nachricht ist. Denn abgesehen von seiner speziellen Verbindung zu seinem Auto/Transformer, die einige Male zur Sprache kommt. ist er einfach nur da, um Blödsinn zu reden, der die Story voranbringt (Gelächter!), durch die Gegend zu rennen und ein paar Witze zu machen. Megan Fox ist als Mikaela, Sams sexy Freundin, wieder dabei, spielt aber keine wirkliche Rolle, sie ist einfach auch da. Der Film hat schlichtweg keine Verwendung für sie. Daneben ist John Turturro am Start, ein fieser Berater des US-Präsidenten und ein paar toughe GIs, die heldenhaft immer alles richtig machen.

Das Finale des Films spielt in Ägypten, die Pyramiden müssen als Kulisse für einen zähen Endlos-Fight herhalten, der so banal wie vorhersehbar ist. Zwischendurch rauschen Sams Eltern wieder auf, für ein paar (miese) Jokes nebenbei sorgen zwei mit schwarzem Slang redende Transformers (können nicht lesen, haben aber Goldzähne, how is that for a fucking cliché?). Sams Mitbewohner vom College darf auch mit, ist aber von vorne bis hinten weder sympathisch noch witzig.

Ja, man hätte es sich denken können: “Transformers 2″ ist liebloses, hirntotes Actionkino zum Abgewöhnen. Laut, schnell, stumpf, und – cineastische Todsünde – einfach langweilig. Im Kino waren die meisten Zuschauer offenbar trotzdem zufrieden, man lachte und frohlockte (gibt es das noch, “frohlocken”?). Ich habe auch lachen müssen, aber meist an anderen Stellen als der Rest. Wie auch immer, der Film wird das Taschengeld seiner Zielgruppe magnetisch anziehen, soviel steht fest. In den USA hat man in fünf Tagen $ 200 Mio. eingespielt, der Film wird sich für die Produzenten rechnen, und auch für Michael Bay. Denn der bekommt nicht nur Gewinnbeteiligung vom Film, er kassiert jetzt auch von Hasbro, dem Hersteller der Actionfiguren, eine Umsatzbeteiligung. Na denn, Mr. Bay: TRANSFORM MY ASS!

1/5

PS: Wen es interessiert: Hier der Spiegel-Artikel zu Transformers 2 und HASBROs weiteren Kino-Aktivitäten. Muss wohl als Warnung verstanden werden…

12 Runden

Durchschnittliche Actionfilme gibt es wahrlich genug, aber “12  Rounds” war für mich einer zuviel. Die nächsten paar Streifen mit Ex-Wrestlern als Actionhelden müssen ohne mich auskommen, da guck ich mir lieber noch ein paar mal die “Die Hard” oder “Lethal Weapon”-Filme an. “12 Runden” folgt einem einfachen Prinzip. Ein Cop (John Cena) stellt einen Schwerverbrecher, wobei dessen Geliebte stribt. Der Bösewicht schwört Rache, flieht aus dem Knast. Und dann klingelt beim Cop das Telefon und eine Stimme sagt: “Let’s play a game”. In dem Moment hätte ich den Film ausmachen sollen, man erinnere sich nur an die unseligen “Saw”-Filme, in denen auch immer irgendwer ein beklopptes Spiel spielen wollte. Lernt Skat, Jungs! DAS ist ein Spiel.

Nun denn, der fiese Kerl in “12 Rounds” spielt also mit seinem Opfer Katz-und-Maus, was der Film zum Anlass nimmt quer durch New Orleans zu hetzen und dabei ein paar nette Actionszenen aufzufahren. Wie das ganze ausgehen wird ist auch klar. Viel wäre also ohnehin nicht drin gewesen bei dem Material. Die Sache wird leider nicht besser durch die Anwesenheit von John Cena, gegen den Dwayne “The Rock” Johnson ein begnadeter Charakterdarsteller ist. Mit seinem vierkantigen Schädel,tiefer Stimme und nicht vorhandenem Mimik-Repertoire rennt, wirft und grummelt er sich durch den lauen Plot. Und es macht schlicht keinen Spaß, ihm dabei zuzusehen. So wie das etwa bei John McClane immer der Fall war. Was bleibt, sind ein paar Explosionen, Verfolgungsfahrten und Schießereien, die man auch schon besser gesehen hat, und das nicht nur einmal. Laaaangweilig.

2/5

The Man from London (DVD)

Im Videodrom in Kreuzberg gibt es so viele Filme, da muss man sich nicht schämen, wenn man mal daneben greift. Wenn einem das Schicksal nicht wohl gesonnen ist, kann z. B. auch ein 135 Minuten langer Film dabei rauskommen, in dem GENAU GAR NIX passiert. In ellenlangen Einstellungen zeigt der Film, wie sich aus dem vermeintlichen Plot eine Meditation über ellenlange Einstellungen entwickelt. Nach dem wie, wo und warum mag man schnell gar nicht mehr fragen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass wir gestern die ersten drei Menschen in Deutschland waren, die den Film bis zum Ende gesehen haben. Wenn unser Leiden einen Sinn gehabt haben soll, dann bitte diesen: Dass wir die einzigen UND letzten waren, die ihre Zeit mit diesem langatmigen Haufen Büffelkotze verschwendet haben.

Falls es doch jemand nicht lassen konnte: Don’t even ask me what the f**k it was all supposed to mean. Oder anders formuliert: Manche Fragen stellt man nicht!

1/5

Notorious

Bio-Pics sind ja generell nicht so meine Sache, das schreibe ich ungefähr jedes mal, wenn ich eines rezensiere. Diese Annäherung an Leben und Tod von Christopher Wallace aka Notorious B.I.G. aka Biggie Smalls kommt mit einem weiteren Fallstrick – als executive producer zeichnet Sean “P. Diddy” Combs verantwortlich. Wir erinnern uns kurz an das unsägliche “Every breath you take”-Cover, mit dem Diddy das Ableben von Biggie “für seine Familie” [und sein eigenes Label] vergoldete. Letzten Endes ist der Film auch eine Enttäuschung, er bietet keine Überaschungen, keine neuen Einblicke, sondern giesst weitgehend bekannte Fakten in eine typische Hollywood-Form.

Am Hauptdarsteller Jamal Wollard als B.I.G. gibt es nichts auszusetzen, er ist dem “Original” wirklich ähnlich und kann durchaus als MC überzeugen. Doch die Geschichte lässt ihm keinen Raum, wirklich zu glänzen. Vom Crackdealer zum neuen Star am Hip-Hop-Himmel, das geht wie aus einem Guss, ohne hinterfragen der sozialen Zustände oder kritische Zwischentöne zum Musikgeschäft. Die bekannten Frauengeschichten (Faith Evans, Lil’ Kim), die von bösen Geistern herbeigezauberte East Coast/West Coast- Fehde mit Tupac Shakur, alles wirkt arg künstlich. Der Stil der Inszenierung von “Notorious” ist nah an Musik-Videos, einziger echter Lichtblick ist – wen wundert es – die Musik. Die bekommt ausreichend Raum, kann aber insgesamt nichts daran ändern, dass der Film gänzlich belanglos ist. Wer für Notorious BIG” was über hat, der könnte es mit der DVD versuchen, den Ton ausmachen und stattdessen die derbsten Biggie-Tracks anschmeißen.

Noch ein – äußerst subjektiver – Kritikpunkt: die besten Songs von “Life after Death” fehlen allesamt. Ist schon irgendwie logisch, schließlich war Biggie bereits tot, als die Platte erschien. Ein cleveres Script hätte aber sicher einen Weg gefunden, noch ein paar wichtige Songs unterzubringen. Ein cleveres Script hätte vielleicht noch viel mehr gute Ideen einbringen können – doch die Hip-Hop-Seifenoper, auf dem der Film basiert ist leider alles andere als clever.

2/5

Box Office-Brechreiz

Dass sich nicht immer die besten Filme die meisten Zuschauer angeln ist ja geschenkt. Irgendwie musste ich trotzdem würgen, als ich bei SpiegelOnline las, dass “Männersache” mit Mario Barth das Kino erobert hat. Oder besser den größten Teil des Publikums. 600 000 Zuschauer haben sich seine “Komödie” reingezogen. Obwohl ich ungern vorschnell urteile kann ich mir angesichts der bisherigen Flachwitz-Parade aus dem Hause Barth nichts anderes unter dem Film vorstellen als eine miesere Variante von “Ballermann 5″ ohne die zwei lustigen Szenen.

Far Cry (DVD)

Wenn man schon mal bei schlechten Actionfilmen gelandet ist, dann doch bitte richtig. So folgt auf “Punisher – War Zone” nun die deutsch-kanadische Verfilmung des Computerspiels “Far Cry”. Regie führt Uwe Boll, der in den USA als einer der schlechtesten Regisseure ALLER Zeiten gilt, und sich diesen Ruf mit Filmen wie “House of the Dead”, “Alone in the Dark” und “Bloodrayne” erarbeitet hat. Die Durchschnittswertung dieser Streifen bei IMDB.com liegt in etwa bei 2,1 – nur zum Vergleich: der Kevin Costner-Langweiler “Postman” kommt immerhin auf 5,4…

Genug der Vorschusslorbeeren, mehr zum Film. Udo Kier gibt den “Mad Scientist”, der auf einer Insel menschliche Killermaschinen züchtet. Unter seinen “Opfern” ist Soldat Max (unglaublich aber wahr: Ralf Möller), was dessen Nichte (natürlich eine Journalistin) dazu bringt, ihn auf der Insel aufzuspüren. Hier kommt Ex-Elite-Soldat Jack (Til Schweiger) ins Spiel, denn der hat das passende Boot zum rübermachen. Kaum angekommen geht dann die Action los, es wird geballert und geprügelt, auch an Verfolgungsjagden und sogar einer richtig miesen Bettszene mangelt es nicht.

Ist der Film also schlecht? Ja und nein. Angesichts der unterirdischen Dialoge, der sinnlosen Story, des omnipräsenten C-Movie-Feelings und der miesen Schauspielerleistungen ließe sich schon sagen, dass der Film zu den grottigsten überhaupt gehört. Andererseits scheint mir niemand der Beteiligten das Geschehen bzw. den Film an sich richtig ernst zu nehmen, weshalb man ihn – am besten in Gesellschaft – auch richtig genießen kann, sofern man Spaß an schlechten Filmen hat. Und schlechte Szenen bietet “Far Cry” wahrlich am Fließband. Fraglich ist eigentlich nur, wer die geschätzten (IMDB) 30 Mio. Dollar für den Mist zur Verfügung gestellt hat – denn ein Publikum jenseits sich beömmelnder junger Männer (die bestenfalls EINMAL die DVD ausleihen) dürfte es auf dieser Erde nicht geben..

1/5