Top-10 Listen von Lieblingsfilmen aller Art

Mein Serien-Fahrplan für 2018

Ein so derber Serien-Nerd, dass ich mir tatsächlich einen detaillierten Plan für das Jahr mache, bin ich dann doch nicht. Aber genug Interesse für das, was dieses Jahr so kommen wird, ist doch vorhanden, um einen hier kleinen Beitrag zu schreiben. Wer wissen möchte, welche Show wo aktuell läuft, dem sei die Seite werstreamt.es empfohlen.

Hier und jetzt

Aktuell hole ich „American Crime Story“ Staffel 1 nach, eine großartige Serie – spannend, witzig, stark gespielt und thematisch (O.J. Simpsons Prozess und die Spaltung der US-Gesellschaft) hochinteressant. Vielleicht mache ich direkt mit Staffel 2 (Mord an Gianni Versace) weiter.

Dazu gibt es „The End of the Fucking World“ und „Altered Carbon„, zu beiden Serien kann ich aktuell nur sagen dass ich sie wohl bis zu Ende schauen werde.

Und auch „The Marvelous Mrs. Maisel“ steht gerade auf dem Programm. Die Show macht definitiv Laune, sollte aber (so etwa nach der Hälfte) nun auch langsam Fahrt aufnehmen.

Das Pflichtprogramm

Die dritte Staffel von „Hap & Leonard“ beginnt am 7. März. Angesichts der wunderbaren zweiten Staffel sind die Erwartungen natürlich gestiegen, aber ich habe hier Hoffnung, dass sie nicht enttäuscht werden.

HBO’s neue Prestige-Serie „Westworld“ hat sich über ein Jahr Zeit genommen für Staffel 2, die am 22. April anlaufen wird. Ich will mal glauben, dass das Jahr ‚Pause‘ dafür genutzt wurde, sich genau zu überlegen wohin die Reise gehen soll, und freue mich drauf…

Von den aktuellen Superhelden-Serien verfolge ich nur „Legion„. Staffel 2 läuft am 3. April an, und wird seinen erfrischend anderen Weg hoffentlich weitergehen.

Better Call Saul“ ist bekannt dafür, dass es in gemächlichem Tempo voran geht. Meintwegen kann Staffel 4 (läuft wohl im Frühjahr an) jetzt tatsächlich mal einen Zahn zulegen, ein Vorstoß ins (zeitliche) Territorium von „Breaking Bad“ wäre langsam angebracht.

Mit „Mr. Robot“ hatte ich ja fast schon abgeschlossen, doch die großartige letzte Staffel hat Überzeugungsarbeit geleistet. Auch hier geht es weiter, Staffel 4 wird wohl wie üblich im Herbst anlaufen.

Großes Fernsehen lieferte David Fincher mit dem Serienkiller-Stoff „Mindhunter„, es wird also nicht leicht das Niveau zu halten. Im Herbst werden wir sehen ob es gelingt.

Mit „The Deuce“ verfolgt David Simon („The Wire“, „Treme“) den für ihn typischen Erzählansatz, und entwirft ein ausschweifendes Gesellschaftsporträt der entstehenden New Yorker Hardcore-Szene in den frühen Siebzigern. Staffel 1 hat viele interessante Entwicklungen skizziert, auf deren weitere Ausgestaltung in der kommenden Staffel ich mich sehr freue. Weiter geht es wohl im Spätsommer/Herbst.

Schaun‘ mer mal..

13 Reasons Why“ war absolut sehenswert, aber aus meiner Sicht auch in sich geschlossen – und also vorbei. Nun sind erfolgreiche Serien nur vorbei, wenn die Produzenten das so wollen, Netflix lässt hier Staffel 2 folgen. Wenn ich Gutes höre bin ich vielleicht gewillt reinzuschauen, sicher ist das aber nicht.

Viel Lob bekam letztes Jahr „The Handmaids Tale„, und das durchaus zurecht. So begeistert wie viele Kritiker war ich allerdings nicht. Ob Staffel 2, die am 25. April beginnt, sich lohnen wird, hängt auch davon ab, ob die Autoren in der Lage sind, die Story (deren Romanvorlage auserzählt ist) einen interessanten neuen Dreh zu verleihen…

PS: „Game of Thrones“ werden viele hier erwartet haben, aber die finale Staffel wird erst 2019 ausgestrahlt. Selbiges gilt für die dritte Staffel von „Stranger Things„, bei der ich aber nicht sicher bin ob ich noch mal dabei bin…

Meine Top 10 Filme des Jahres 2017

Auch wenn der Trend zu mehr Serien als Filmen anhält: Für eine Top 10 Liste, die sich nicht verstecken muss, reicht es auch dieses Jahr noch. Wie üblich ist mir auch viel entgangen, gegebenenfalls wird hier also noch mal nachgebessert…

  1. Blade Runner 2049
  2. Die Taschendiebin
  3. Magical Mystery
  4. Nocturnal Animals
  5. Get Out
  6. Personal Shopper
  7. Manchester by the Sea
  8. Moonlight
  9. Silence
  10. Hell or High Water

Nah dran an den Top 10: Wind River, Marjorie Prime, Logan Lucky, The Killing of a Sacred Deer

 

Die besten Serien des Jahres 2017

Mittlerweile gehört diese Liste ebenso zum Pflichtprogramm des Blogs wie die „Top 10 Filme“. Ich habe mal wieder eine Menge Serien gesehen, mehr als ich eigentlich wollte. Hier sind nun die „Top 5“, in Kategorien eingeteilt – einerseits die „Neuerscheinungen“ (sowohl Mini-Serien als auch erste Staffeln), andererseits die Fortsetzungen … und ein seltener „Sonderpreis“.

Die 5 besten neuen Serien des Jahres 2017

Twin Peaks The Return PosterTwin Peaks – The Return
Man muss David Lynchs Art und Weise, Geschichten zu erzählen schon mögen. Sonst wird man mit seiner „Twin Peaks“-Fortsetzung wenig anfangen können.

Ich war und bin begeistert, trotz aller losen Handlungsstränge und ungelösten Rätsel – eine unvergleichliche Serie, ein spätes Meisterwerk. [Gilt mir als „neu“, weil es keine klassische „nächste Staffel“ ist…]


Legion PosterLegion
Aus dem Superhelden-Genre habe ich keine große Serien-Unterhaltung erwartet, und doch gibt es sie mit „Legion“. Die Geschichte einer Untergrundtruppe von Mutanten, die in einem schizophrenen Insassen einer Psychiatrie einer der ihren erkennt, ist spannend, einfallsreich und visuell top.

Lohnt sich auch für Menschen, die mit Action à la „Avengers“ nix anfangen können.

 


The Deuce PosterThe Deuce
Die neue Serie von David Simon funktioniert nach einem ähnlichen Muster wie dessen „The Wire“. Schauplatz ist New York, genauer die Straßen um den damals heruntergekommenen Times Square. Prostitution, Drogen und schäbige Bars bestimmen die Szenerie, als die Handlung der Serie 1971 einsetzt. Mittendrin entwickelt sich die Schmuddelfilm-Branche zur Pornoindustrie.

Wie das ganze zusammenhängt, und wer die treibenden Kräfte sind, das rückt langsam, aber sicher in den Fokus der Erzählung. Wie schon „The Wire“ nichts für Ungeduldige, aber für alle anderen äußerst sehenswert.


Mindhunter PosterMindhunter
Mitte der 70er Jahre kommen zwei FBI-Agenten auf die Idee, Serienkiller als gesonderte Verbrecher-Spezies zu klassifizieren. Gegen einige interne Widerstände machen sie sich daran, deren Verhaltensmuster und Handlungen zu erforschen. David Fincher (als Produzent und Regisseur von 4 Folgen) und seine Kollegen machen aus dem Stoff ein fesselnde Serie, die glaubwürdige Figuren entwickelt.

„Mindhunter“ ist stylisch, aber nicht oberflächlich, und setzt eher auf psychologische Tiefenschärfe als auf Schockeffekte, um die Faszination und den Schrecken ihres Sujets sichtbar zu machen.


Taboo
London, anno 1812. Der aus dem Militärdienst zurückgekehrte Erbe eines reichen Reeders gerät zwischen die Fronten von Regierung und der mächtigen ‚East India Company‘.

Die düstere und brutale Serie mischt dabei politisches und soziales Drama mit einer Portion dunkler Magie.


  • Außerdem empfehlenswert:13 Reasons Why, The Handmaid’s Tale, Dark, The Sinner, 4 Blocks
  • Noch nicht gesehen: Babylon Berlin

Die 5 besten fortgesetzten Serien des Jahres 2017

Mr. Robot
Durch die zweite Staffel habe ich mich ziemlich durch gequält, mit der dritten dann einfach mal angefangen. Und siehe da, „Mr. Robot“ hat das Comeback des Jahres hingelegt. Die Sache hat neuen Schwung bekommen, insbesondere die Story ist wieder fesselnd statt verwirrend, und die Zukunftsvision der Show ist beängstigend nah an der Realität.

Vergleichsweise düster ist „Mr. Robot“ dabei geblieben, einige Folgen der dritten Staffel gehörten zum Besten, was das „TV-„Jahr 2017 zu bieten hatte.


The Leftovers
Wer die ersten Staffeln kennt, der weiss, dass es definitiv keine leichte Aufgabe war, diese Show sauber zu „landen“. „The Leftovers“ hat es geschafft, die dritte Staffel ist ein sehenswerter Abschluss einer ungewöhnlichen Show.

Am Ende überwiegt ganz deutlich die Faszination gegenüber der (befürchteten) Frustration, weil die Macher sich und ihren Figuren treu geblieben sind.


Hap and Leonard Season 2Hap & Leonard
Hierzulande weitgehend unbekannt (läuft bei Amazon „Prime“) hat sich „Hap & Leonard“ in seiner zweiten Staffel noch einmal kräftig gesteigert. Die Show ist ernster geworden, und verpackt ihre deutlicher hervortretende Gesellschaftskritik im Gewand einer düsteren Krimi-Story.

Geblieben ist dagegen der Charme der beiden Hauptfiguren und das Setting im Osten von Texas in den 80er Jahren.


Fargo
Zum dritten und vorerst letzten Mal erzählt „Fargo“ eine krude Geschichte von mehr oder weniger durchschnittlichen Menschen, die in einen verbrecherischen Plot geraten, und sich darin ziemlich derbe darin verirren.

Auf dem schmalen Grad zwischen fesselndem Thriller/Drama und absurder Komik wandelt Staffel 3 souverän bis ins Ziel.


Stranger Things
Wie schon die erste Staffel überzeugt „Stranger Things“ auch dieses Jahr mit Atmosphäre und Spannung, nimmt sich dabei recht viel Zeit für die Figuren (vor allem in den ersten 6 Folgen), bevor die Story am Ende mächtig Fahrt aufnimmt.


Knapp dahinter: Better Call Saul, Sherlock

Sonderpreis: Beste (und einzige von mir gesehene) Doku-Serie des Jahres 2017

The Vietnam War
Ich bin nicht so der Doku-Fan, aber hier mache ich gerne eine Ausnahme. 18 Stunden lang erzählt die Serie die Vorgeschichte, den Verlauf, die Hintergründe und nicht zuletzt auch die Geschehnisse innerhalb der USA – ohne Vietnamkrieg keine Hippie-Kultur. Nicht alle Originalaufnahmen und -aussagen sind neu, trotzdem liefert „The Vietnam War“ nicht nur interessante Informationen, sondern stellt auch die vielen kleinen Tragödien des Konflikts heraus. Hierzulande bei arte nur in einer gekürzten Version zu sehen.

TV-Serien – Aktuelle Kurzkritiken

Hap and Leonard Season 2

Bevor am Sonntag mit „Game of Thrones“ der Platzhirsch unter den TV-Serien weitergeht, hier eine kleine Übersicht aller Serien, die mir dieses Jahr vor die Flinte gelaufen sind. „House of Cards“, „The Walking Dead“ und „Homeland“ habe ich allesamt nicht weiter gesehen, falls die jemand vermisst…

Zu den aktuell laufenden und noch kommenden Serien („Game of Thrones“, „Twin Peaks“, usw.) schreibe ich dann voraussichtlich im Herbst ein paar Zeilen.

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13 Reasons Why [Tote Mädchen Lügen Nicht] (Staffel 1 /Netflix)

Die Serie erzählt vom Suizid einer Schülerin, mischt dabei ausgiebige Rückblenden mit den Entwicklungen in der Gegenwart. Das große Ensemble der Jungdarsteller überzeugt ebenso wie die spannende, unterhaltsame und doch immer niveauvolle Art der Erzählung und das präzise Timing.

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Better Call Saul (Staffel 3 / Netflix)

Nach dreieinhalb Staffeln kommt er, fast wie nebenbei – der Moment, in dem aus Jimmy McGill Saul Goodman wird. Allein deshalb lohnenswert, aber auch ansonsten kann Staffel 3 das Niveau halten.

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Big Little Lies (Staffel 1 / Sky)

Ein interessanter erzählerischer Ansatz (ein vorweg genommener Mord, über den das Publikum bis zum Ende rätseln muss) und ein spannendes Thema (häusliche Gewalt), doch der Funke springt nicht so recht über. Überzeugen tun jedoch die Darsteller.

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Billions (Staffel 2 / Sky)

Die zweite Staffel bot weitgehend „more of the same“ (niveauvolle Finanz-Thriller-Seifenoper), konnte jedoch mit einem unterhaltsamen Plot und den insgesamt gelungenen Figuren überzeugen.

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Fargo (3. Staffel / Netflix)

Auch beim dritten „Neubeginn“ macht diese Serie fast alles richtig, wieder glänzt ein starkes Darsteller-Ensemble in einer etwas skurrilen Story. Wenige Serien haben so eine unverkennbare erzählerische Handschrift wie „Fargo“, und das liegt längst nicht nur an den vielen Querverweisen ins filmische Universum der Coen-Brüder.

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Hand of God (Staffel 2 / amazon)

Insgesamt eine eher enttäuschende Staffel, weil keiner der weiterentwickelten Handlungsstränge wirklich zu fesseln vermag. Immerhin wussten die Macher, dass es die letzte Staffel sein würde und konnten die Sache insgesamt noch zufriedenstellend beenden.

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Hap & Leonard (Staffel 2 / amazon)

Lässig & witzig, dabei aber nicht albern und tatsächlich spannend. Die zweite Staffel von „Hap & Leonard“ war noch besser als die erste – hier geht es hoffentlich auf diesem Niveau weiter...

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Sherlock (Staffel 4 / iTunes, amazon, ARD)

Am Ende der drei Folgen hat „Sherlock“ die Grenze zur Selbstparodie mehr als eindeutig überschritten, trotzdem gehört die Serie weiterhin zum unterhaltsamsten Stoff, den das Fernsehen je produziert hat.

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Sneaky Pete (Staffel 1 / amazon)

Einen Versuch war es wert, aber mehr auch nicht. „Sneaky Pete“ ist – sofern man das nach drei Folgen beurteilen kann – keine schlechte Serie. Angesichts der großen Konkurrenz fühlte sich die Show trotzdem ein bißchen wie Zeitverschwendung an, daher habe ich hier früh die Reißleine gezogen…

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Taboo (Staffel 1 / amazon)

Historische Serien umfahre ich meist weiträumig, für „Taboo“ habe ich aber gerne eine Ausnahme gemacht. Die Story um den Erben eines reichen Reeders ist spannend, die Inszenierung nichts für schwache Mägen, und auch die Abstecher ins Übernatürliche passen hier gut rein.

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The Affair (Staffel 3 / amazon)

Die Unbeständigkeit ist wohl die größte Konstante dieser Serie, und sorgt auch in Staffel 3 für einige großartige und einige merkwürdig unpassende Entwicklungen der Story. Insgesamt aber weiterhin auf einem hohen Niveau und psychologisch interessant, dazu grandios gespielt – ich werde dabei bleiben…

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The Handmaid’s Tale (Staffel 1 / unklar)

Auch wenn ich die zugrunde liegende Dystopie nicht ganz schlüssig finde, war die Adaption von Margaret Atwoods gleichnamigen Roman durchaus sehenswert. Es bleibt abzuwarten, ob die Serie in der zweiten Staffel einen überzeugenden Weg findet, die Story fortzusetzen – der Roman wird, soweit ich das verstanden habe, in Staffel eins bereits zu Ende erzählt.

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The Leftovers (Staffel 3 / Sky)

Die finale Staffel von „The Leftovers“ ist für mich eine positive Überraschung. Denn es gelingt tatsächlich, die an Sprüngen, Verwirrungen und offenen Fragen nicht arme Story zu einem absolut befriedigenden Ende zu bringen. Die Stärke der Show waren immer die Figuren, und genau diese stehen im Mittelpunkt der finalen acht Folgen. Was nicht heisst, dass es im Universum von „The Leftovers“ langweilig geworden wäre. Doch die wilde Fahrt um die halbe Welt (und in einige andere „Welten“) endet auf einer zutiefst menschlichen und vortrefflich passenden Note.

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The Man in the High Castle (Staffel 2 / amazon)

So richtig war mir nicht nach weitergucken, denn die erste Staffel war mir irgendwie zu unfokussiert und fahrig. Ich habe dann doch weitergeschaut, und bin zufrieden mit meiner Entscheidung. Die Richtung stimmt in Staffel 2, das Geschehen nimmt ordentlich Fahrt auf…

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The Red Road (Staffel 1 & 2 / amazon)

Eine mutige Mischung aus Krimi-Drama und Gesellschaftskritik, in der eine bürgerliche Kleinstadt und die Bewohner eines nahegelegenen Reservats aneinander geraten. Nicht ohne Schwächen bei Timing und Inszenierung, aber durchaus sehenswert.

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The Young Pope (Staffel 1 / Sky)

Ein junger US-Amerikaner wird überraschend zum neuen Papst gewählt – und entpuppt sich schnell als Albtraum der alten Kirchen-Eliten. Das interessante Gedanken-Experiment (es wird wohl so schnell kein so junger Papst gewählt werden…) bietet einige große Momente, kann sich aber nicht so recht entscheiden, ob es Drama, Satire oder Gesellschafts- bzw. Kirchenkritik sein will. Vielleicht bekommen die Macher das in der geplanten zweiten Staffel besser hin – ansonsten steige ich hier wohl aus…

Serien-Highlights ab Frühjahr 2017

Twin Peaks

Die späte Fortsetzung der „Mutter aller modernen Fernsehserien“ könnte das große Highlight von 2017 werden. Konjunktiv. Ich bin optimistisch, dass David Lynch tatsächlich weitermacht, weil er etwas erzählen möchte – und nicht weil sein Kontostand ihm dazu rät.

Trotzdem ist die Fallhöhe natürlich beträchtlich, „Twin Peaks“ ist und bleibt ein Meisterwerk. Trotz der holprigen Produktion und des zerfasernden Endes, die zum Mythos der Show ja durchaus beigetragen haben dürften. Nun hat David Lynch seit 2006 keinen Spielfilm mehr gedreht, sollte sein Handwerk aber nicht verlernt und – das wäre noch schlimmer – seine Inspiration nicht verloren haben.

Die Besetzung von einst ist beinahe vollzählig an Bord, auch das ist kein schlechtes Zeichen. Namhafte „Newcomer“ sind ebenfalls dabei, und zwar nicht zu knapp: Michael Cera, Richard Chamberlain, Laura Dern, Robert Forster, Caleb Landry Jones, Ashley Judd, Robert Knepper, Jennifer Jason Leigh, Berenice Marlohe, Amanda Seyfried, Laura Dern, Tom Sizemore, Eddie Vedder, Naomi Watts.

Am 21. Mai werden wir es wissen – dann läuft „Twin Peaks“ in den USA an, kurz darauf wohl in Deutschland bei Sky.

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Game of Thrones Staffel 7

Dieses Jahr nicht im Frühjahr, sondern erst im Herbst, geht es mit „Game of Thrones“ weiter. Das Netz ist voller Spekulationen zum Fortgang der Story, klar ist, dass sich die Dinge in Westeros weiter zuspitzen werden. Reicht mir völlig, um mich sehr auf den Start der siebten Staffel zu freuen. Ein genaues Datum ist bisher nicht bekannt.

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Better Call Saul Staffel 3

Geradezu aufreizend langsam erzählte „Better Call Saul“ in den ersten beiden Staffeln die „Origin“-Story des schmierigen Anwalts aus „Breaking Bad“. Die Show wird sicher nicht komplett das Tempo wechseln, aber ich bin sicher, dass sich die Entwicklungen in Staffel 3 vergleichsweise überschlagen werden – immerhin nähert man sich unaufhaltsam der Zeit an, in der die Ereignisse von „Breaking Bad“ ihren Lauf nahmen. Und wie man hört beehrt ein gewisser ‚Gustavo Fring‘ die neue Staffel mit seiner Anwesenheit. Fortsetzung folgt am 10. März in den USA, hier wohl zeitnah bei Netflix.

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Hap & Leonard Staffel 2

Eine kleine, wenig spektakuläre Show, die eine Menge Potential hat. So ist mir die erste Staffel dieser vom Sundance Channel produzierten Serie in Erinnerung geblieben. angesiedelt irgendwo zwischen „Justified“, „Breaking Bad“ und „Rectify“ – witzig, niveauvoll und unterhaltsam. Mitte März geht es weiter, zu sehen bei Amazon Prime.

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Hand of God Staffel 2

Ich muss ehrlich gestehen, dass meine Erinnerung an die erste Staffel sehr lückenhaft ist. Kein Wunder, immerhin wurde die von Amazon Prime im Herbst 2015 veröffentlicht. Trotz einiger Schwächen hatte die Serie einige faszinierende Aspekte, nicht zuletzt Ron Perlman in der Hauptrolle eines vom Glauben abgefallenen Richters. Bis Mitte März gilt es hier, die Erinnerung aufzufrischen, dann geht es weiter…

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Fargo Staffel 3

Nach einem Jahr Pause kommt auch „Fargo“ zurück. Die dritte Staffel wird erneut eine neue Geschichte im bekannten, dem Film der Coen-Brüder entlehnten ‚Universum‘ im Nordwesten der USA spielen. Mit dabei sind unter anderem Ewan McGregor, Carrie Coon und Michael Stuhlbarg. Worum es geht ist mir erstmal völlig egal, solange die Produzenten nur das Niveau der ersten Staffeln halten können bin ich mit großer Freude dabei. Weiter geht es Mitte April, hierzulande wohl bei Netflix.

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The Leftovers Staffel 3

Nach dem „Neustart“ in der letzten Staffel wird die kommende Staffel von „The Leftovers“ die letzte sein. Man hat also die Chance, die Story geplant zu Ende zu bringen. Allerdings bin ich nur mäßig zuversichtlich, dass die Autoren der Show einen Weg finden, die vielen Mysterien aufzulösen – ohne der Show den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Interessant im besten Sinne war die Serie ja aber immer, daher werde ich es mir definitiv ansehen. Das Ende beginnt Mitte April, hierzulande wohl auf Sky Atlantic HD.

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Taboo Staffel 1

Tom Hardy spielt einen mysteriösen Erben, der sich anno 1814 nicht nur mit der mächtigen British East India Company, sondern auch mit dem Königshaus anlegt. Es geht um ein Stück Land im Westen Kanadas – und viel Geld. Die Serie sieht mir vielversprechend aus, einen Sender oder Starttermin für Deutschland habe ich bisher nicht gefunden. Aber allein aufgrund der Besetzung (und der Tatsache, dass sich Amazon, Netflix, Sky und Co mächtig um attraktiven ‚Content‘ battlen) ist damit zu rechnen, dass „Taboo“ auch hierzulande einen Abnehmer findet.

Die Top 10 Filme des Jahres 2016 [Update]

Alle Jahre wieder hier meine Top 10 Filme des just zu Ende gegangenen Jahres. Wie immer habe ich viel verpasst und werde gegebenenfalls nachbessern.

1. Everybody Wants Some!!
2. The Big Short
3. Paterson
4. Where To Invade Next
5. Toni Erdmann
6. Captain Fantastic
7. Doctor Strange
8. Hail, Caesar!
9. Midnight Special
10. The Revenant

Knapp dahinter:
A Bigger Splash, Arrival (NEU), Der Staat gegen Fritz Bauer, Eye in the Sky, The Hateful Eight, The Nice Guys

Fernsehserien 2016 – Rückblick

Rectify Season 4Hier zum Jahresende ein kurzer Überblick mit allen Serien, die ich dieses Jahr gesehen habe – in Verbindung mit einer äußerst kurz gefassten Einschätzung.

Aktuelle schaue ich “Mozart in the Jungle” (Staffel 3), „The Red Road“ und “The Young Pope”, die seien deshalb hier noch erwähnt. Für eine noch so kurze Bewertung ist es da aber definitiv zu früh. Eine neue Staffel von „Fargo“ habe ich sehr vermisst, da geht es aber offenbar 2017 dann wieder weiter…

Die Kurzfassung für die Ungeduldigen: Die für mich besten drei Serien(staffeln) 2016 sind “Rectify”, “Better Call Saul” & “Game of Thrones”

Knapp dahinter: “Westworld”

Alphabetisch geordnet: Mein Serien-“Speiseplan” des Jahres 2016

„112263“ (gibt nur eine Staffel)
Gute Idee, starker Beginn, am Ende aber eine Enttäuschung. Schade.

„Better Call Saul“ (Staffel 2)
Schlicht großartig, Cast & Crew halten scheinbar mühelos ihr hohes Niveau. So darf es gerne weitergehen (und wird es sicher auch).

„Bosch“ (Staffel 2)
Solide Genre-Kost für Freunde härterer Krimis. Trotzdem unklar ob ich bei Staffel 3 einschalten werde.

„Crisis in 6 Scenes“ (gibt nur eine Staffel)
Woody Allen kann mit dem Prinzip einer kurzen Comedy-Serie offensichtlich nicht viel anfangen und liefert guckbare, aber eher blutleere Kost ab.

„Dirk Gently’s Holistic Detective Agency“ (Staffel 1)
Adaption zweier Bücher von Douglas Adams. Sehr wild und chaotisch, dabei unterhaltsam und durchaus kreativ.

„Game of Thrones“ (Staffel 6)
Starke neue Staffel mit einigen Highlights, wobei es mir auch (weiterhin) egal ist, inwiefern das ganze auf der – noch nicht fertig gestellten – Romanvorlage basiert.

„Goliath“ (gibt nur eine Staffel)
Nach sehr starkem Beginn lässt diese Anwaltsserie gegen Ende leider etwas nach. Dennoch einen Blick wert, nicht nur wegen der guten Darsteller.

„Hap & Leonard“ (Staffel 1)
Sympathische Außenseiter-Story, die wenig spektakulär aber sehr gut gespielt daher kommt. Ich freue mich auf die nächste Staffel…

„Mad Dogs“ (Staffel 1)
Nach guter erster Folge rutscht die Serie in ein heilloses Chaos ab, wobei vor allem die Glaubwürdigkeit von Plot und Story derbe unter die Räder geraten. Kurz vor der Ende der Staffel abgeschenkt – das sagt alles.

„Narcos“ (Staffel 2)
Gute Fortsetzung mit überraschendem Ende. Hier wird es weitergehen, und ich tendiere dazu das gut zu finden…

„Ray Donovan“ (Staffel 4)
Die Serie beweist weiter Stehvermögen und schafft den Spagat zwischen Drama und Entertainment – auch dank des starken Darsteller-Ensembles.

„Rectify“ (Staffel 4)
Großartiges Ende einer der besten Drama-Serien überhaupt, die hierzulande kaum jemand kennt (läuft bei Sky Atlantic HD, wird aber vom Sundance Channel in den USA produziert).

„Vinyl“ (Staffel 1, inzwischen gecancelt)
Große Ambitionen und große Namen ergeben nicht immer ein großartiges Ergebnis. “Vinyl” hatte eindeutig Potential, und doch bin ich nicht wirklich traurig, dass HBO hier schnell den Stecker gezogen hat.

„Wayward Pines“ (Staffel 1 – kam bereits 2015 raus)
Mit vielen dämlichen Dialogen und einer grundsätzlich unglaubwürdigen Story bot sich diese Show für erschöpfte Feierabende an – Spannung war durchaus drin. Am Ende aber ein Reinfall, der Beginn von Staffel 2 gar vollkommen erbärmlich…

„Westworld“ (Staffel 1)
Neue ‘Flagship’-Sci-Fi-Serie von HBO, interessant im positiven Sinne. Ein Highlight, wenn auch (zum Teil naturgemäß) sehr verkopft und kühl inszeniert.

Meine Top-10 Filme 2015

Weniger Filme als in diesem Jahr habe ich seit bestimmt 15 Jahren nicht gesehen. Ein Hauptgrund dafür sind die vielen starken Serien, ein anderer die Tatsache, dass es schwieriger geworden ist, Mitstreiter fürs Kino zu finden. Auch die Zahl der Filme, die ich unbedingt im Kino (ich war vielleicht 5 oder 6 mal da) sehen wollte, hat definitiv abgenommen. Und schlicht Kino-faul war ich 2015 auch.

Sei es drum, für eine Top-10 reicht es noch, wie üblich ist es gut möglich, dass mir ernsthafte Kandidaten entgangen sind. Und 2016 geht es dann hoffentlich wieder häufiger ins Lichtspieltheater!

1. Inherent Vice
2. Das Ewige Leben
3. Birdman
4. Whiplash
5. Ex Machina
6. Citizenfour
7. Sicario
8. Straight Outta Compton
9. Spectre
10. It Follows

Knapp dahinter: Youth, Nightcrawler, What We Do in the Shadows, Mission Impossible: Rogue Nation, Mad Max – Fury Road, Going Clear, Star Wars – The Force Awakens.

PS: Diverse Filme habe ich bisher nicht gesehen, so z. B. “Black Mass” und viele andere. Könnte also sein dass ich die Liste noch anpasse.

Serien-Vorschau 2015

Mad Men, Final Season PlakatWas es in den nächsten Monaten so im Kino geben wird, hatte ich hier neulich schon einmal nach bestem Wissen zusammengetragen. Nicht weniger interessant ist natürlich, mit welchen Serien es wann los oder weiter geht. Ich orientiere mich hier am US-Zeitplan, da ich keine Lust habe zu prüfen, welcher Sender was wann in der Übersetzung zeigen wird. Das bitte bei Bedarf einfach selber googlen!

12 Monkeys“ hatte letzte Woche einen anständigen Start. Aber die Messlatte liegt angesichts der Genialität von Terry Gilliams Film 1995 sehr hoch, daher bin ich noch nicht sicher, ob ich die erste Staffel zu ende gucken werden (und also mindestens halbherzig empfehlen kann.
[1. Staffel seit 16.1., 13 Folgen]

Erst spät habe ich mit „Justified“ angefangen, der Show um einen schießwütig-charmanten US-Marshall in Kentucky. Hier ist allerdings langsam ein echter und finaler Showdown nötig. Die Serie hat großen Spaß gemacht und darf gern noch ein letztes mal Raylan Givens und seinen Erzfeind aus Kindertagen Boyd Crowder zum Duell antreten lassen – dann ist es meines Erachtens aber auch mal gut…
[6. Staffel seit 20.1., 13 Folgen]

Mit dem Prequel und Spin-Off „Better Call Saul“ kehrt das Universum von „Breaking Bad“ zurück ins Fernsehen. Die Besetzung vor und hinter der Kamera besteht weitgehend aus der alten Crew und die ersten Kritiken (die Previews sind vor ein paar Tagen gelaufen) sind überwiegend positiv. Ich nehme die Show erstmal vorbehaltlos in meinen ‚Stundenplan‘ mit auf.
[1. Staffel ab 8.2.,10 Folgen]

Wie üblich an einem Tag veröffentlichen wird Showtime die dritte Staffel von „House of Cards„. Man kann bezüglich des Realitätsgehalts der Show sicher einige Einwände haben, was den Plot, die Dialoge und Figuren angeht ist die Serie aber ganz sicher weit vorne dabei – ich habe den März dafür ‚freigeräumt‘.
[3. Staffel am 27.2., 13 Folgen]

Zu „Game of Thrones“ ist eigentlich alles und noch mehr schon geschrieben worden. Ich gehöre zur Fraktion derer, die nicht die Bücher lesen, und habe daher keinen Plan, was mich in der kommenden Staffel erwartet. Obwohl: der Spitzname ‚Tits & Horses‘ ist ja nicht aus der Luft gegriffen…
[5. Staffel ab 12.4., 10 Folgen]

Eine Ära geht zu ende, wenn „Mad Men“ sich im Frühjahr mit den finalen Folgen für immer aus dem Sendeplan verabschiedet. Ich bin sehr gespannt, wie es für die vielen herrlichen Figuren enden wird. Möge Serien-Mastermind Matthew Weiner uns und seiner Crew ein (denk-)würdiges Finale bescheren.
[Zweite Hälfte der 7. Staffel ab 5.4., 7 Folgen]

Nachdem mir die erste Staffel von „Hannibal“ nicht so sehr zugesagt hat, habe ich mich nur wegen einer ‚Lücke im Spieplan‘ auf die zweite Staffel eingelassen. Das wiederum hat sich sehr gelohnt. Extrem düster, brutal, blutig und krank ist diese Serie, dabei doch stets faszinierend und nie vulgär. Mads Mikkelsen spielt die berühmte Figur mit Intensität und Selbstverständlichkeit – weshalb die Show tatsächlich funktioniert, ohne das Original zu kopieren oder zu beleidigen.
[3. Staffel ab Juni 2015, 13 Folgen]

Weitgehend unbekannt (lief glaube ich bei Sky) ist hierzulande „Rectify„, die Geschichte eines Mannes, der nach Verfahrensfehlern über 10 Jahre nach seiner Verurteilung zum Tode aus dem Gefängnis entlassen wird. Das großartige Drama geht in die dritte Runde, es ist noch Zeit genug, sich vorher die 16 Folgen der ersten beiden Seasons anzusehen.
[3. Staffel ab Sommer 2015, 6 Folgen]

P.S.: Wer hier vergeblich auf einen Termin für „The Walking Dead“ gesucht hat: diese Show habe ich abgeschenkt. Immer wieder die gleichen Splatterszenen und viel zu wenig Drive in der Story, das ist mir nix.

Meine Top-10 Filme 2014

Copyright: Indigo Films

Copyright: Indigo Films

Alle Jahre wieder ohne Gewähr und Anspruch auf Vollständigkeit hier meine Top-10 für 2014. Wenn ich mir die Liste so ansehe sieht es nach einem großartigen Kinojahr aus – kam mir allerdings überhaupt nicht so vor. Liegt aber sicher auch daran, dass ich mehr denn je auf Serien ausgewichen bin.

  1. La Grande Bellezza – Die große Schönheit
  2. Gone Girl
  3. The Wolf of Wall Street
  4. The Grand Budapest Hotel
  5. Her
  6. Interstellar
  7. Boyhood
  8. Edge of Tomorrow
  9. Under the Skin
  10. Calvary

Auch gut: Predestination, The Two Faces of January, Nymphomaniac

 

Die 10 besten Fernsehserien der letzten 25 Jahre

Falls es nicht offensichtlich (genug) sein sollte – es handelt sich hier um meine persönlichen Serien-Favoriten, aus Spaß an der Freude zusammengestellt. Die erste Fassung dieser Liste von 2010 (findet sich hier) ist damit also offiziell abgelöst.

1. Twin Peaks
Immer noch die Mutter aller modernen, anspruchsvollen Fernsehserien. War seiner Zeit weit voraus und wird passenderweise 2016 sogar fortgesetzt.

2. The Sopranos
Herrliche Prämisse, nahezu perfekte Umsetzung und Entwicklung. David Chase entzaubert den Hollywood-Glamour von US-Mafiosi mit Humor und großartigen Figuren.

3. The Wire
Scharfe Gesellschaftskritik und extrem vielschichtig. Von einer ‘Krimiserie’ zu sprechen wäre blanker Hohn. “The Wire” deckt mit schonungslosem Blick die sozialen Probleme von US-Großstädten auf.

4. 24
Ich habe zwar nur die ersten drei Staffeln gesehen, aber darin hat “24” gezeigt, dass mutige Fernsehserien Erfolg haben können (und Ex-Kinostars im Fernsehen neu anfangen können).

5. Mad Men
Am Anfang fast zu elegant und bedächtig erzählt fasziniert “Mad Men” seit Jahren durch die vielen starken Charaktere und den entlarvenden Blick auf die USA in den 60ern.

6. Breaking Bad
Aus dem bizarren “Chemielehrer-wird-zum-Drogengangster”-Setting entwickelt sich eine ungemein spannende, finster eskalierende Thriller-Serie mit ganz großem Finale.

7. Game of Thrones
Als Fantasy-Freund kann ich mich nicht bezeichnen, aber die große erzählerische Wucht, die unzähligen, zum Teil großartig geschriebenen Figuren und nicht zuletzt die herrlichen Dialoge haben mich zum Fan gemacht.

8. Bored to Death
Die einzige Comedy-Serie, die in der Neufassung dieser Liste überlebt hat. Aus welchem Grund? Sie ist und bleibt die witzigste!

9. Dexter
Trotz miesem Finale eine große Show, die in stärkerem Maße als je zuvor ein Monster zum Helden macht – und damit durchkam. Eigentlich beängstigend, aber eben auch verdammt witzig.

10. Sherlock
Die BBC hat die alte Spürnase Holmes samt kongenialem Watson in die Gegenwart verfrachtet. Modern, witzig, spannend und reich an erzählerischen Ideen.

Auch gut: True Detective, Homeland, Justified, John from Cincinatti, Flight of the Concords, House of Cards, Treme, Californication, Veronica Mars, Arrested Development, Ray Donovan, Boardwalk Empire

Bevor jemand sie in den Kommentaren vermissen kann, diese Serien habe ich (noch) nicht gesehen: Six Feet Under, Masters of Sex, Deadwood, Downton Abbey (und viele andere)

Top-10 Filme 2013

Meine persönlichen Favoriten des Jahres, dieses Jahr mal nicht alphabetisch, sondern beginnend mit dem „Film des Jahres“. Wie immer habe ich nicht alles gesehen und so kann und wird sich diese Liste möglicherweise noch ändern!

1. 00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse

Unfassbar witzig. Und auch ein wenig überraschend, dass Helge Schneider 19(!) Jahre nach dem Original eine so beschwingte, charmante und arnarchisch-komische Fortsetzung auf die Leinwand zaubert. Das komplette Publikum ist im Kino vor lachen halb verreckt – sensationelles Comeback in die Kriminalistik!

2. Gravity

Ein mitreißender Ritt in beeindruckenden Bildern und mit nahezu perfekten Tricks. Der beste Film in 3D überhaupt bietet vielleicht inhaltlich nicht sonderlich viel, ist aber ein echtes Kinoereignis und ein wichtiges Zeichen, dass das Medium (und die 3D-Technologie) so schnell nicht unterzukriegen sind.

3. The Grandmaster

Bildgewaltiges Martial-Arts- und Geschichts-Epos mit großer Liebesgeschichte. Nicht nur für Fans des Genres eine echte Empfehlung.

4. Blue Jasmine

Woody Allens Komödie des Jahrgangs 2013 ist tatsächlich ein zutiefst trauriger Film über eine bedauernswerte Frau. Dass er trotzdem Spaß macht UND dramatisch überzeugt zeigt einmal mehr, dass Allen ein gewitzter Meister des Erzählens ist.

5. Django Unchained

Tarantinos kruder Mix aus Spaghetti-Exploitation-Western und kreativer Geschichtsaufarbeitung glänzt wie üblich durch herrliche Dialoge und messerscharfe Figuren.

6. Inside Llewyn Davis

Lakonisch, mit wundervollem Humor und großartiger Musik. Ungewöhnlich straight für einen Film der Coen-Brüder, wie immer absolut überzeugend gespielt.

7. Only Lovers Left Alive

Jim Jarmusch hat mit seiner Vampir-Saga locker den besten Hipster-Film des Jahres gedreht. Die von den Menschen angewiderten Blutsauger – faszinierend gespielt von Tilda Swinton und Tom Hiddleston – posen sich traumhaft durch die karge Handlung.

8. This is the End

Bei einer Party von James Franco geht die Welt unter – und eine Reihe bekannter Schauspieler probiert, das Beste draus zu machen. Überraschend gelungene apokalyptische Farce, die keine Gefangenen macht.

9. Trance

Ich glaube keine meiner Top-10 Listen ist bisher ohne trashigen Thriller ausgekommen. Auch diese nicht – Danny Boyles Heist- und Mindfuck-Thriller trifft genau die schrillen Töne, die ich an diesem Genre so schätze.

10. Frances Ha

Alle mögen Greta Gerwig, stimmt schon. Aber es ist auch unmöglich sie und „Frances Ha“ nicht zu mögen. Amüsant, ehrlich, mit gekonnten Anleihen an Woody Allens frühere Filme – stark.

Filmvorschau 2013: Abseits der Blockbuster

Inside Llewyn DavisVon den Blockbustern des Jahres habe ich noch keinen im Kino gesehen, und das wird sich wohl wenig ändern. Fortsetzungen und Reboots von Superhelden reizen mich nicht genug – eine passende Regisseur/Story/Superheld-Kombination könnte das aber wieder ändern. Bei „Oblivion“, „After Earth“ und „World War Z“ fehlt(e) mir ebenfalls die Begeisterung, der „Hangover“-Drops ist auch gelutscht. Und wenn Ende des Jahres halb Deutschland nach Mittelerde entschwindet werde ich auch passen.

ABER DESHALB IST JA NICHTS VERLOREN. Denn es gibt ja noch kleinere Filme, die mich (hoffentlich) ins Kino locken werden. Die Reihe namhafter Regisseure, die bis Ende des Jahres neue Filme ins Kino bringen, ist definitiv vielversprechend: Martin Scorsese, Woody Allen, Jim Jarmusch, Robert Rodriguez, die Coens, Danny Boyle, Nicolas Winding Refn. Für 2013 habe ich die folgenden Streifen im Auge.

[Update: Ich hatte das Remake von „Oldboy“ vergessen. Was Spike Lee aus dem Stoff macht interessiert mich sehr – einen Trailer gibts noch nicht.]

Now You See Me“ (Kinostart 11. Juli) erzählt von einer Gruppe von Illusionskünstlern, die während ihrer Bühnenperformances Banken ausrauben und das Geld im Publikum verteilen. Wenn das nah genug an der potentiellen Mixtur aus „Ocean’s Eleven“ und „The Prestige“ ist, dann handelt es sich um genau die Art von Mainstream-Kino, die ich gerne sehen will. [Zum Trailer]

Only God Forgives“ (Kinostart 18. Juli) ist der neue Film von „Drive“-Regisseur Nicolas Winding Refn. Wie aus Cannes berichtet wurde handelt es sich um ein explosives, gewalttätiges Spektakel, in dem sich Ryan Gosling durch die Unterwelt von Bangkok prügelt und ballert. Klingt doch bombig, oder!? [Zum Trailer]

This is the End“ (Kinostart 8. August) handelt vom Ende der Welt. Der Schauplatz ist die Villa von Schauspieler James Franco, der ebenso wie zahlreiche Kollegen (Seth Rogen, Emma Watson, Jonah Hill) sich selbst spielt. Ob das wirklich richtig komisch ist bleibt abzuwarten, die Prämisse klingt jedoch schon mal ganz gut… [Zum Trailer]

Trance“ (Kinostart 8. August), der neue Film von „Trainspotting“ und „Slumdog Millionaire“-Regisseur Danny Boyle ist in großen Teilen der Erde schon angelaufen. Der Thriller bekam wenig gute Kritiken, hat aber eine gute IMDb-Bewertung und könnte mich ins Kino führen – falls er nicht schon vor dem Start als BluRay („BluRay“) kursiert. [Zum Trailer]

Mit „Elysium“ (Kinostart 15. August) hat Neill Blomkamp („District 9“) einen weiteren Science-Fiction-Film gedreht. Der Trailer sieht ganz gut aus, die Hoffnung auf einen überzeugenden Film des Genres ist also da und rechtfertigt hoffentlich einen Gang ins Kino. [Zum Trailer]

The Bling Ring“ (Kinostart 15. August) ist Sofia Coppolas neuster Streich. Der Film basiert auf der wahren Geschichte einer Gruppe von Jugendlichen, die in Hollywood in die Villen von Stars einbrechen. Ob dabei ein geistreicher Kommentar auf eine aus dem Ruder gelaufenene Celebrity-Kultur heraus kommt, mit für Coppola typischen ziellosen, furchtbar hübschen jungen Menschen, oder nur bessere Trash-Reality werden wir sehen. [Zum Trailer]

00 Schneider 2 – Im Wendekreis der Eidechse“ (10. Oktober) ist die heiss herbeigesehnte Fortsetzung von Helge Schneiders Geniestreich aus dem Jahre 1994. Leider ohne den verstorbenen Charakter-Laiendarsteller Helmut Körschgen, dafür mit Rocko Schamoni als Eidechse. Ich sehe großes Kino am Horizont! [Zum Trailer]

Inside Llewlyn Davis“ (Kinostart 5. Dezember) will ich mal ganz sicher sehen. Denn erstens klingt die Story interessant (zumindest wenn man sich für die USA, Bob Dylan und die 60er interessiert), zweitens ist der Film von den Coen-Brüdern. Und die liefern bekanntlich fast immer großes oder mindestens interessantes Kino ab. [Zum Trailer]

Blue Jasmine“ (Kinostart 7. November) ist Woody Allens erster in den USA spielender Film seit „Whatever Works“ von 2009. Die Hauptrollen spielen Cate Blanchett, Alec Baldwin und Bobby Cannavale (Gyp Rosetti aus „Boardwalk Empire“), die Story scheint für Allens Verhältnisse ernst zu sein (was oft ein gutes Zeichen ist). [Zum Trailer]

In „The Wolf of Wall Street“ (Kinostart 12. Dezember) erzählt Martin Scorsese mit seinem Liebling Leonardo DiCaprio in der Titelrolle die wahre Geschichte von Finanzhai und Betrüger Jordan Belfort. Eine wahrscheinlich vergleichbare Story war jüngst erst mit „Casino Jack“ zu sehen, ich traue Scorsese hier aber durchaus großes zu, der Stoff passt zu ihm und auch der Trailer überzeugt mich soweit. [Zum Trailer]

Machete 2“ (Kinostart 19. Dezember) ist der Beweis, dass Robert Rodriguez genau soviel Spaß an dem Trashfest mit dem bärbeißigen Danny Trejo hatte wie das Publikum. Neu dabei sind unter anderem Mel Gibson, Lady Gaga und Amber Heard, ein Großteil der alten Crew ist dabei, und die Story wird sicher beinharte, nicht ganz ernste Drogendealer-Legenden stricken. [Zum Trailer]

Only Lovers Left Alive“ (Kinostart 19. Dezember) ist sowohl ein Vampirfilm als auch der erste Film von Jim Jarmusch seit „The Limits of Control“. Das eher für leichte Unterhaltung bekannte Genre bekam in den letzten Jahren einige richtig starke Beiträge, etwa „Durst“ und „So finster die Nacht“, ich hoffe dass Jarmusch mindestens auf deren Niveau seine Geschichte zweier sich seit Jahrhunderten liebenden Vampire erzählt.

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Ebenfalls interessant klingen folgende Filme:  „The Butler“ von Lee Daniels,  „A Most Wanted Man“ von Anton Corbijn, „The Look of Love“ von Michael Winterbottom und „The Counselor“ von Ridley Scott nach einem Drehbuch von Cormac McCarthy

Die 10 besten Filme von 2012

Meine Top 10 des Jahres 2012, wie üblich habe ich sicher nicht alle guten Filme gesehen. Die Highlights des Kinojahres waren für mich eher die großen Filme als die kleinen, zumindest sind vier richtig teure Produktionen darunter. Das liegt vielleicht auch daran, dass da auf dem Regiestuhl Menschen saßen, deren Filme vor ein paar Jahren noch zu den kleineren zählten. Wie etwa Sam Mendes („American Beauty“) mit „Skyfall“ oder Christopher Nolan („Memento“) mit dem Abschluss der „Batman“-Trilogie. Verpasst habe ich auch eine Menge Filme, von denen ich hoffentlich alle bald nachholen kann.

  1. Dame, König, As, Spion
  2. Young Adult
  3. The Avengers
  4. Killer Joe
  5. Moonrise Kingdom
  6. Martha Marcy May Marlene
  7. Hugo Cabret
  8. Skyfall
  9. The Dark Knight Rises
  10. The Artist

Knapp dahinter: „Arbitrage“, „We Need To Talk About Kevin“, „Perfect Sense“

Abseits der Blockbuster: Kinovorschau 2012

Die Blockbuster-Vorschau 2012 habe ich vor ein paar Tagen schon rausgehauen, widmen wir uns nun den weniger teuren, aber nicht weniger viel versprechenden Produktionen. Nicht alle werden noch in diesem Jahr in Deutschland anlaufen, einige wird dasselbe Schicksal erwischen wie jüngst „The Rum Diary“ mit Johnny Depp: Es findet sich kein Verleih, der die aufgerufenen Preise bezahlt und der Film bleibt erstmal ohne Release. Oft ist der Film dann schon in den USA oder Großbritannien auf BluRay erschienen (siehe auch „The Road“ oder „London Boulevard“) bevor er dann verspätet auch hier veröffentlicht wird.

Bei einigen Streifen darf man sich aber recht sicher sein, dass sie ohne zu große Verzögerung in die hiesigen Kinos kommen, denn Filme von Oliver Stone etwa, auch von David Cronenberg oder Woody Allen werden ihren Weg schon finden.

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