Edzards Filmriss

DER Filmblog. Alles andere is Quatsch!

Category Archives: Laaaangweilig!

12 Runden

Durchschnittliche Actionfilme gibt es wahrlich genug, aber “12  Rounds” war für mich einer zuviel. Die nächsten paar Streifen mit Ex-Wrestlern als Actionhelden müssen ohne mich auskommen, da guck ich mir lieber noch ein paar mal die “Die Hard” oder “Lethal Weapon”-Filme an. “12 Runden” folgt einem einfachen Prinzip. Ein Cop (John Cena) stellt einen Schwerverbrecher, wobei dessen Geliebte stribt. Der Bösewicht schwört Rache, flieht aus dem Knast. Und dann klingelt beim Cop das Telefon und eine Stimme sagt: “Let’s play a game”. In dem Moment hätte ich den Film ausmachen sollen, man erinnere sich nur an die unseligen “Saw”-Filme, in denen auch immer irgendwer ein beklopptes Spiel spielen wollte. Lernt Skat, Jungs! DAS ist ein Spiel.

Nun denn, der fiese Kerl in “12 Rounds” spielt also mit seinem Opfer Katz-und-Maus, was der Film zum Anlass nimmt quer durch New Orleans zu hetzen und dabei ein paar nette Actionszenen aufzufahren. Wie das ganze ausgehen wird ist auch klar. Viel wäre also ohnehin nicht drin gewesen bei dem Material. Die Sache wird leider nicht besser durch die Anwesenheit von John Cena, gegen den Dwayne “The Rock” Johnson ein begnadeter Charakterdarsteller ist. Mit seinem vierkantigen Schädel,tiefer Stimme und nicht vorhandenem Mimik-Repertoire rennt, wirft und grummelt er sich durch den lauen Plot. Und es macht schlicht keinen Spaß, ihm dabei zuzusehen. So wie das etwa bei John McClane immer der Fall war. Was bleibt, sind ein paar Explosionen, Verfolgungsfahrten und Schießereien, die man auch schon besser gesehen hat, und das nicht nur einmal. Laaaangweilig.

2/5

Neues von Christopher Nolan

“Memento”–Regisseur Nolan hat letztes Jahr mit “The Dark Knight” soviel Geld eingebracht, dass er sich Budget und Stars seines nächsten Films wohl einfach so aussuchen durfte. Für “Inception”, seinen für einen Release 2010 geplanten Thriller/Sci-Fi/Action-Film hat er davon ausgiebig gebrauch gemacht. Leonardo DiCaprio wird dabei sein, außerdem die beiden talentierten Jungsstars Ellen Page (“Juno”) und Joseph Gordon-Levitt (“Brick”, “Shadowboxer”). Auch Marion Cotillard (“La vie en Rose”) steht bei der IMDB schon auf der Besetzungsliste, ebenso Cilian Murphy (spielte u.a. Scarecrow in “Batman Begins”). Nur hinter Michael Caines Mitwirken steht noch ein Fragezeichen.

Falls der Film nichts werden sollte – am grundsätzlich vorhandenen Talent der Beteiligten wird es nicht liegen. Das Drehbuch wird Nolan selbst schreiben, hoffen wir mal, dass ihm was gutes einfällt…

Inside Hollywood (What Just Happened)

Komödien oder Satiren über das Showgeschäft sind keine einfache Sache. Mir fallen spontan nur zwei gute Filme ein, Robert Altmans “The Player” und Barry Levinsons “Wag the Dog”. Wobei letzterer eher eine Polit-Farce war. Nun denn, Barry Levinson ist auch der Regisseur von “Inside Hollywood”, der das Leben von Produzenten, Autoren und Darstellerns in Hollywood auf die Schippe nimmt. Oder auch nicht, denn der Film kann sich nie so richtig entscheiden, ob er gemein und lustig sein will, oder doch nett und dramatisch. Das Ergebnis ist dem entsprechend kein sehr gelungener Film.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Produzent Ben (Robert De Niro), der an einigen Fronten zu kämpfen hat. Geschäftlich wäre das ein Film, dessen Ende umgeschnitten werden soll, was der Regisseur vehement ablehnt. Der Star des nächsten Films (Bruce Willis spielt sich selbst) weigert sich, seinen Vollbart abzurasieren. Sein Privatleben ist ebenfalls kompliziert, zwei Ex-Frauen und drei Kids wollen umsorgt werden – dabei hängt Ben eigentlich den ganzen Tag immer und überall nur am Telefon, meist per Headset, wie auch die Kollegen.

“Inside Hollywood” geht recht vielversprechend los, mit einem richtig mies laufenden Test-Screening. Doch es wird schnell deutlich, dass der Film sich all die möglichen bösen Spitzen gegen die Gepflogenheiten in Hollywood entweder ganz spart oder im Nachhinein wohlwollend rehabilitiert. Und so kommt ein unterhaltsamer, gefälliger Film über das Drehen von Hollywoodfilmen hinaus. Interessante Einsichten in die Branche sind ebenso Fehlanzeige wie richtige Lacher. Diesem Portrait Hollywoods aus dem Blickwinkel Hollywoods geht jede Tiefenschärfe ab, die Kämpfe um Story und Schauspieler hat man so oder ähnlich schon ein Dutzend mal gesehen.

Fazit: Der Gang ins Kino lohnt sich nicht. Wer sich für Hollywood und seine Filme begeistert wird ausreichend unterhalten, aber weder können die dramatischen Elemente wirklich mitreißen, noch bringen die komischen Elemente einen ausreichend zum Lachen.

5/10

Punisher – War Zone (DVD Import)

Einer der weniger erfolgreichen Versuche, eine erfolgreiche Comicfilm-Reihe zu starten war “The Punisher” von 2004. Der brutale, einfallslose Film mit Thomas Jane als “Punisher” ging mehr oder weniger unter, auch weil er aus seinem Antihelden keine greifbare, irgendwie interessante Figur machen konnte. Düstere Rachestories sind auch ohne Comicvorlage schon xmal verfilmt worden, es fehlte also etwas Besonderes. Die damalige Crew ist nun von Bord gegangen, und “Punisher – War Zone” nimmt auf den ersten Teil auch keinen Bezug.

In der Hauptrolle ist Ray Stevenson dabei, einigen vielleicht bekannt als römischer Soldat aus der TV-Reihe “Rome”. Als ich den Film gesehen habe schrieb ich folgendes dazu in meine Notizen: “Der neue Punisher hat eine ziemliche Rübennase, die Ausstrahlung eines vollen Aschenbechers und ‘schauspielert’ auf Augenhöhe mit Steven Seagal.” Das gilt auch am Ende noch. Ansonsten ist die herausragendste Eigenschaft der blutrünstigen Story, dass sie es an Brutalität locker mit “Rambo” aufnehmen kann. Der “Punisher” schlägt mit seiner Faust gleich durch ganze Gesichter durch und zermatscht so neben der Nase auch treffsicher das Gehirn. Ein Bösewicht landet im Flaschenhäcksler, die anderen werden sonstwie umgebracht. Kurze, zweiflerische Zwischentöne (die sowieso albern rüberkommen) werden schnell wieder fallen gelassen, und noch in der letzten Einstellung muss der “Punisher” mit einem Kopfschuss beweisen, das die Welt ihn einfach braucht.

In Deutschland verzögert sich der Start des Films, wohl auch weil die Jungs von der FSK bei der Altersfreigabe rot sehen. Sollte er dann doch noch (definitiv nur geschnitten) erscheinen ist vom Genuss trotzdem abzuraten, es gibt schlichtweg nichts zu sehen, dass sich lohnen würde.

1/5

The Day the Earth Stood Still (Remake von 2008)

The Day The Earth Stood StillKeanu Reeves ist mal nicht der “Auserwählte”, sondern der Außerirdische – und landet mit seinem UFO mitten in New York. Die skeptischen US-Politiker und Militärs wittern große Gefahr und blasen zum Angriff, doch die überlegene Technologie der Aliens degradiert alle High-Tech-Waffen zu unnützem Altmetall. In menschlicher Form wandelt Klaatu (Reeves) über unseren grünen Planeten, wo er neben folterwütigen Geheimdienstlern auch der aufgeschlossenen und freundlichen Wissenschaftlerin  Helen über den Weg läuft. Deren “Menschlichkeit” – und die ihres Stiefsohns Jacob – überrascht den kühlen Außerirdischen, hält ihn aber nicht davon ab, den Masterplan seiner Spezies für den Planeten Erde in die Tat umzusetzen.

Remakes werden ja gerne am Original gemessen, in diesem Fall immerhin ein Film aus den IMDB Top 250. Die Story ist in Grundzügen noch die gleiche – mit dem entscheidenden Unterschied, dass in den 50ern der Kalte Krieg eine (mehr oder minder) heimliche Hauptrolle spielte. Der ist ja nun vorbei, an seine Stelle ist nun amerikanischer Militarismus und an Paranoia grenzendes Sicherheitsdenken getreten. Doch überzeugen können diese Szenen nur bedingt, weshalb in der Story ein dramaturgisches und inhaltliches Loch entsteht, dass auch die bemühten Schauspieler (Keanu Reeves, Jennifer Connelly, Kathy Bates) mit den wenig einfallsreichen Figuren nicht stopfen können.

Überspitzt formuliert passiert in “The Day the Earth Stood Still” eigentlich gar nichts. Gemessen am vergleichsweise starken Beginn geht die Reise nur noch abwärts. und hätte schon atmosphärisch stimmiger und mit kosequentem Konzept inszeniert sein müssen, um dem Film richtig Leben einzuhauchen.

2/5

Righteous Kill

Al Pacino und Robert DeNiro gehören unbestritten zu den ganz großen Hollywood-Schauspielern. Gemeinsam durfte man sie bisher nur zweimal bewundern. Im zweiten “Paten”, da allerdings in verschiedenen Erzählsträngen und -zeiten, und in “Heat”, in dem sie als Jäger und Gejagter jedoch nur eine gemeinsame Szene haben, in der sie jedoch nie zusammen im Bild sind. Soviel zu dem, was allgemein bekannt ist.

In “Righteous Kill” spielen die beiden nun Cops, sind Partner bei der New Yorker Mordkommission. Ein Serienkiller sorgt für Aufsehen, und der Verdacht, er könne aus den eigenen Reihen stammen, wird immer lauter und öffentlicher. Und während einer der beiden alten Haudegen bald selbst in Verdacht gerät will der andere natürlich nichts davon wissen.

Trotz der hochkarätigen Besetzung ist der Film im Grunde ein B-Movie, für den etwa Michael Madsen eine passendere Besetzung gewesen wäre. Die Story müht sich zwar, mit Kniffen und Tricks für Spannung zu sorgen, letztlich aber “zaubert” Regisseur Jon Avnet dieselben Kaninchen aus dem Hut wie unzählige vor ihm. Da hilft dann auch keine Schauspielkunst mehr, eine psychologisch beknackt angelegte Rolle ist eben kaum zu retten.

Den Gang ins Kino sollte man sich hier also definitiv sparen, wer den großen Meistern trotzdem zusehen will kann getrost auf die DVD warten. Sie wird sicher nicht lange auf sich warten lassen. Warum, ja warum De Niro und Pacino in so einem mittelmäßigen Streifen überhaupt mitmachen, darüber darf natürlich spekuliert werden. Das Geld brauchen sie beide nicht, mir scheint eher, dass ihnen entweder im Laufe der letzten 10, 15 Jahre das Gespür für die Rollenauswahl verloren gegangen ist (“Gigli”!?, “Showtime”?!) oder aber keine besseren Drehbücher ins Haus flattern. Wie man es auch dreht und wendet, für die Highlights ds Jahres werden 2009 wohl andere sorgen müssen.

2/5

The Strangers

Eher versehentlich habe ich mal wieder einen Horrorfilm gesehen. Ein junges Paar übernachtet in einem entlegenen Sommerhaus, und dann….klopft jemand an die Tür. Wer? Das ist geschenkt. Maskierte Personen sind es, die nichts im Sinn haben als Kristen (Liv Tyler) und James (Scott Speedman) zu terrorisieren. Handwerklich ist das ganze gut gemacht. Nur kommt bei all den Horror-Momenten nie raus warum das ganze überhaupt passiert, noch wer die Bösewichter eigentlich sind. Und auch die “Das würde man in dieser Situation doch auf keinen Fall tun”-Momente sind reichlich vorhanden. So bleiben ein paar spannende Momente und gute Schauspieler, die aber letztlich gegen die bemüht fatalistische und eindimensionale Story  nicht anspielen können – was schade ist, denn die Figuren erscheinen zunächst durchaus interessant. Bevor dann der in der Dunkelheit lauernde “Terror” die Regie übernimmt hätte das ganze durchaus Potential gehabt als richtige Story zu funktionieren.
4/10

Eagle Eye

Der Copyshop-Angestellte Jerry (Shia LeBeouf) und die junge alleinerziehende Mutter Rachel (Michelle Monaghan) bekommen beide urplötzlich Anrufe, in denen sie zur unverzüglichen Flucht aus ihrem geregelten Leben aufgefordert werden. Bei Jerry steht in NullKommaNix das FBI vor der Tür, Rachel wird erklärt sie müsse tun  was verlangt werde, um ihren Sohn wieder zu sehen. Und so attestiert diese ominöse Macht, die aus dem Telefon spricht (und  Ampeln auf grün schalten, Anrufe umleiten kann und sonstige Technik-Manipulationen im Program hat) den beiden bei einer wilden Flucht quer durchs Land, verfolgt von allen möglichen Bundesbehörden, die Jerry und seinen verstorbenen Zwillingsbruder für Terroristen halten.

Die Auflösung des betont mysteriösen Plots will ich hier nicht vorweg nehmen, nur soviel sei gesagt: sie passt ganz gut zum Film, fällt bei näherer Betrachtung der Story aber (natürlich) in sich zusammen. Das hohe Erzähltempo lässt eine solche Betrachtung aber (sicher nicht ohne Grund) auch erst zu wenn der Film vorbei ist. Bis dahin wurden bei einigen Verfolgungsfahrten unzählige Autos verschrottet, wurden Züge und Flugzeuge bestiegen, während Agent Morgan (Billy Bob Thornton) und Armee-Ermittlerin Perez (Rosario Dawson) versuchen zu begreifen, was da eigentlich im Gange ist. Für einen Actionfilm, der ausnahmsweise weder Fortsetzung, noch Remake oder Comic-Verfilmung ist, hat “Eagle Eye” genug im Gepäck um sein Publikum bei Laune zu halten. LaBeouf und Monaghan machen einen soliden Job, wenn auch die Chemie zwischen beiden nicht eben explosiv ist. Viel wird von dem Film nicht hängen bleiben, aber so ist der Film (bis auf ein paar aus Hollywood bekannte politische Zwischentöne) auch nicht gedacht – er bietet Mainstream-Unterhaltung und leistet sich dabei keine groben Aussetzer.

6/10

Lions for Lambs

Vor einigen Monaten bestätigte sich die Nachricht, dass Robert Redford einen Film über die US-Außenpolitik drehen würde, in dem Meryl Streep und der bei Publikum und Kritik in Ungnade gefallene Ober-Scientologe Tom Cruise mitspielen. Was sich zunächst in Anbetracht von Redfords vorigen Filmen wie eine gute Nachricht liest entpuppt sich leider als derber Rohrkrepierer. In seinem Bemühen dem Publikum anhand von drei verzahnten Storys die Lage und Moral der Nation zu erklären gerät „Lions for Lambs“ zu einem gut gemeinten Aufklärungsfilm ohne schlüssige Dramaturgie. Die Geschichte zweier US-Soldaten im Einsatz in Afghanistan, das Interview einer liberalen Journalistin (M. Streep) mit einem aufstrebenden Senator (T. Cruise) zu einer neuen Kampfstrategie und die Überzeugungsarbeit eines Professors (Redford), der einen politikverdrossenen Studenten „umkrempeln“ will, sind für sich genommen jeweils gar nicht schlecht. Leider sind sie nicht Teil eines verbindenden Gesamtkonzeptes, und so verlaufen einige gute Ansätze im Sande – so wie der ganze Film, der nach gut 80 Minuten wieder vorbei ist, ohne nennenswerten Eindruck hinterlassen zu haben. Die betonte Kopflastigkeit kommt in einem Kinofilm einfach nicht überzeugend daher, und kann schon gar keine gute Geschichte ersetzen.
5/10

We Own The Night

Vielversprechend beginnt dieses Crime-Drama ja schon. Wir schreiben das Jahr 1988, Bobby Green (Joaquin Phoenix) ist Geschäftsführer eines angesagten Clubs in Brooklyn, wo er es sich mit seiner Freundin Amada (Eva Mendes) auch gerne mal im Hinterzimmer gemütlich macht. Sein Bruder Joe (Mark Wahlberg, zum x-ten mal als Cop) führt dagegen Ermittlungen gegen einen russischen Dealerring, der möglicherweise mit dem Besitzer des Nachtclubs unter einer Decke steckt. Der Film hätte durchaus Potential für einige spannende Konflikte, geht aber den Weg des geringsten Widerstands. Als Bobbys Familie im Kampf gegen die Gangster Opfer hinnehmen muss läuft er zu den Cops über und versucht verzeifelt die Bösewichter zur Strecke zu bringen. Damit befindet er sich auf ebenso bekannten wie ausgetrampelten Pfaden, mit dem Ergebnis, dass die Story – trotz hochkarätiger Besetzung (u.a.Robert Duvall) – keine nennenswert gelungenen Szenen oder Überraschungen mehr zu bieten hat. Da hilft die Tatsache, dass sie auf einer realen Geschichte basiert (die einer Polizeieinheit, die sich mit dem Slogan ’We Own the Night’ schmückte) auch niemandem ernsthaft weiter. Wenn alles vorbei ist freut man sich dann fast, endlich den Abspann zu sehen.
5/10

Pirates of the Caribbean – At World's End

Im Kino habe ich diesen dritten Teil, anders als “Spiderman 3″ deshalb nicht gesehen, weil mir schon der zu lange zweite Teil etwas auf den Sender ging. Und der dritte Streich ist noch mal eine halbe Stunde länger, kratzt damit schon an den drei Stunden. Was leider auch keine gute Nachricht ist – mit willenlos zusammengeschusterter Story und ein paar altbekannten und wenigen neuen Gags kommt der Film träge und beliebig daher. Zunächst verzettelt sich die Story in immer neuen Allianzen der Hauptfiguren, schließlich ergeben drei Showdowns hintereinander immer noch kein Ende, und dann kommt nach dem Ende und den folgenden Credits noch ein Ende – welches dann auch noch partout nicht passen will. Für Zerstreuung ist zwar durchaus gesorgt, es gibt ein paar nette Stunts und Actionsequenzen zu sehen (wobei die beste noch verschenkt wird, Stichwort Ende-der-Welt). Aber nichts, aber auch gar nichts an diesem Film ist irgendwie geeignet, um im Gedächnis zu bleiben – es passiert immer irgendwas, von Flüchen, Geistern und dem vermaledeiten “Code” der Piraten ist die Rede, sogar ein neues Oberhaupt der Seeräuber wird denkbar knapp gewählt. Über den reinen Zeitvertreib kommt “At World’s End” dabei leider nie raus, da helfen weder Johnny Depps Grimassier-Kunst noch der Auftritt von Rock-Zombie Keith Richards. Die Luft ist einfach raus, und die Piraten sollten mal lieber ganz schnell nach Disneyland zurücksegeln. Besser issas.
4/10

Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler

Als ich vor über einem halben Jahr in den Nachrichten las, daß Helge Schneider in einer Komödie Adolf Hitler spielen wird, konnte ich mein Glück kaum fassen. Der alberne Helge, so die Hoffnung, würde jede Lächerlichkeit des Gröfaz auf die Leinwand bringen können, für zahllose politisch unkorrekte Witze sorgen und dem tragisch-ernsten Hitler-Bild des traditionellen Kinos etwas entgegensetzen. Gestern nun war es soweit, Dani Levys Film lief endlich an. Doch sein Film ist keineswegs die erhoffte Hitler-Farce geworden, sondern ein zähes, unausgegorenes Nazi-Potpourri zwischen Satire und Tragikomödie.Geschildert werden die (fiktiven) Ereignisse kurz vor der Jahreswende 44/45, aus der Sicht des jüdischen Schauspiellehrers Adolf Grünberg (Ulrich Mühe). Er wird eigens von Goebbels aus Sachsenhausen zum Führer geholt, denn Hitler ist nur noch ein desillusionierter Schatten seiner selbst – ein unhaltbarer Zustand. Mit seinem jüdischen Namensvetter soll Hitler eine Rede an die Deutsche Nation entwerfen, deren Vortrag die Massen noch einmal begeistern und vom nahenden Sieg überzeugen soll. Unterdessen ist der Krieg allerdings längst verloren, Berlin und der Rest des Landes liegt in Schutt und Asche.

In einigen wenigen Szenen blitzt der Mut der Filmemacher auf, eine beißende Satire zu drehen. Da entschuldigt sich Goebbels bei Grünbaum, dieser “dürfe das mit der Endlösung nicht persönlich nehmen” und erklärt das “Lagerleben” für “besser als sein Ruf”. Hitler macht sich über Goebbels berühmte “Wollt ihr den totalen Krieg”-Rede lustig, oder liegt mit einem Modell der “Bismarck” in der Badewanne. Doch zumeist ist der Ton weniger scharf, und verfolgt den ärgerlichen Ansatz, seine Version von Hitler mit einfachster Küchenpsychologie verstehen zu wollen. Er ist ein Bettnässer, der von seinem Vater jahrelang mißhandelt wurde. Wofür er sich nun an der Welt rächt. So einfach ist das.

Nur greift das viel zu kurz, und ist darüber hinaus weder unterhaltsam noch witzig. Ein paar Gags über die übrigen Nazis und ihre Macken gibt es zwar zu sehen, insgesamt aber ist im ganzen Kino gestern das Gelächter verhalten ausgefallen und war auf einige wenige Szenen beschränkt. Helge Schneider hat als Hitler leider zu wenige gute Szenen, in denen er als albernster und beklopptester “Führer” aller Zeiten so richtig Dampf ablassen kann. Ulrich Mühe ist ein guter Schauspieler (“Das Leben der Anderen”), kann aber die Schwächen des Drehbuchs beim Entwerfen seiner Figur nicht gänzlich überspielen.

So ist die erste deutsche Hitler-Komödie leider eine Enttäuschung geworden. Für den äußerst gewagten Versuch gebührt Dani Levy und seinem Team ganz sicher Respekt. Ihren Film jedoch kann ich abgesehen von beinharten Helge-Fans (und auch denen nur unter Vorbehalt) niemandem empfehlen.

4/10

Wer die Diskussion in den Zeitungen über den Neuschnitt des Films verfolgt hat und sich weitergehend informieren möchte, der findet hier Helge Schneiders Aussagen zum Thema im Interview mit dem Schweizer Magazin “Blick”. Ein Interview der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” mit dem Regisseur gibts hier.

Der Teufel trägt Prada

Mainstreamkino aus den USA ist in den seltensten Fällen besonders originell oder gar gewagt. Entertainment wird dagegen groß geschrieben, und genau dies trifft auch auf David Frankels “The Devil Wears Prada” zu. Was vom Poster und vor allem vom Titel her eine Satire auf die weite Welt der Modeindustrie hätte sein können, entpuppt sich als harmloses kleines Drama ohne irgendwelchen Ecken und Kanten. Wer einen Film Marke “Pret-A-Porter” erwartet wird bitter enttäuscht werden. Für den Rest gibt es auch nicht viel zu gewinnen, aber immerhin reduziert sich die Fallhöhe.In die glamouröse und hypergeschäftige Welt des Modemagazins “Runway” platzt wie aus heiterem Himmel die schöne Uni-Absolventin Andrea (Anne Hathaway). Deren Ziel ist es, möglichst bald eine seriöse Journalistin zu werden, doch der Zufall will es anders. Die einzige Jobzusage bekommt sie ausgerechnet als Assistentin der Assistentin von “Runway”-Chefredakteurin Miranda Priestley. Miranda (Meryl Streep) ist ein grauhaariger, affektierter Drache, eine ungehaltene Perfektionistin, die ihre Angestellten routinemäßig schikaniert. Und so wäre Andrea beinahe ganz schnell wieder raus aus der Nummer, wenn nicht Nigel (Stanley Tucci), der sympathisch-tuntige Modedirektor des Magazins, ihr verklickern würde, wieviele Frauen auf der Welt sie um ihren Job beneiden und was für Türen ihr nach einem Jahr Assistenz bei der berühmten Modejournalistin Nr. 1 offen stehen würden.

Vorbei ist es also mit romantischen Stunden mit ihrem Freund Nate (der rein zufällig aussieht als wäre er Mitglied der hippen New Yorker Band The Strokes). Stattdessen wird gearbeitet, gearbeitet und gearbeitet. Langsam beginnt Andrea sich darüber zu verändern. Sie trägt nur noch hochmoderne, elegante Fummel statt ihrer Strickpullis, schlägt ihrer tyrannischen Chefin keinen Wunsch aus und vernachlässigt ihre Freunde von früher. Als Nate sie nach einigen Monaten kaum noch wieder erkennt hat Andrea keine Zeit die Sache zu kitten, denn sie muss zur Fashion Week nach Paris – oder sie wird gefeuert.

Hat irgend jemand noch nicht geblickt, wohin die Sache führt? Doch wohl kaum. Und eben das ist das größte Problem des Films. Wer ohne größeres Interesse für die Welt von Models, Mode und Designern ist, dem wird einfach zu wenig geboten. “Der Teufel trägt Prada” ist selten witzig, immer vorhersehbar und nie bissig genug, um als Satire durchzugehen. Meryl Streep ist als Miranda zwar in Hochform, nur durchläuft ihre Figur – wie eigentlich alle außer Andrea – keine Entwicklung. Der imposanten Darstellung einer Karrierefrau par excellence tut das keinen Abbruch, aber dem Film hilft diese nur bedingt. Anne Hathaway, einigen vielleicht bekannt aus den mir unbekannten “Plötzlich Prinzessin”-Filmen, ist immer hübsch anzusehen und macht nicht viel falsch. Die wenigen dramatischen Momente jedoch sind keine Empfehlung fürs Charakterfach.

So bleibt unterm Strich ein durchaus kurzweiliger Film, der für genug Unterhaltung sorgt um nicht zu langweilen. Potentiell etwas heiklere Themen wie Magersucht oder Drogenkonsum werden zwar erwähnt, prallen aber an der Feel-Good-Stimmung von “Der Teufel trägt Prada” locker ab. Die meisten Nebenfiguren sind austauschbare Stereotypen, wie z.B. der charmante Journalist mit den richtigen Verbindungen, der profitgierige Verlagschef und die ehrgeizige, zickige Kollegin. Der Film mag einige Zuschauer zufriedenstellend unterhalten, aber in seinen Bann ziehen, begeistern oder schockieren wird er sicher niemanden. Man kann ihn getrost wieder vergessen.

5/10

Klick

Auf den ersten Blick scheint “Klick” eine typisch alberne Komödie mit Adam Sandler zu sein. Sandler mimt den Architekten Michael Newman, der in der Firma unter Dauerstress und seinem verhassten Chef leidet. Doch auch im trauten Heim lauern Probleme, denn Michael verbringt zum Mißfallen seiner Frau Donna (Kate Beckinsale) immer weniger Zeit mit seinen zwei Kindern. Die Lage bessert sich erst, als er auf der Suche nach einer Universalfernbedienung fürs Wohnzimmer in die mysteriösen Räumlichkeiten des Lagerverwalters Morty (Christopher Walken) gerät.Der dient ihm eine hochmoderne Fernbedienung an, die Michael zufrieden mit nach hause bringt. Dort muss er dann feststellen, dass das gute Stück weit mehr kann als nur den Fernseher oder das Garagentor fernzusteuern. Plötzlich kann Michael die Zeit anhalten oder gar vorspulen, den Hund leiser stellen, die zickige Freundin seiner Gattin auf lautlos und noch einiges mehr. Das wäre also der Komödienteil von “Klick”, und bis hierhin sieht es so aus als ginge der Film einen ähnlichen Weg wie “Bruce Allmächtig”. Ein paar gelungene Gags, ordentlich “toilet humor” und eine folgende kurze Läuterung des Helden. Doch stattdessen wechselt die Handlung bald komplett von Komödie zu Tragödie. Denn die Fernbedienung hat eine Memoryfunktion, und spult nun automatisch den größten Teil vom Leben seines Besitzers vor. Alles, was der mal geskippt hat, wird wieder und wieder vorgespult – keine Streitereien mehr, kein Steckenbleiben im Verkehr, keine Krankheiten, kein Warten bis zur nächsten Beförderung. Machtlos versucht Michael das Teufelsgerät loszuwerden, was aber so einfach nicht ist.

So kann er bald nur noch alle paar Jahre in sein Leben eingreifen, das ihm inzwischen total entglitten ist. Das Problem dabei ist vor allem, dass der Film dem Publikum dabei arg viel zumutet. Wer gerade über Sandler gelacht hat, weil der seinem Chef (gespielt von niemand geringerem als David Hasselhoff) ausgiebig ins Gesicht furzt, wird überrascht sein, im nächsten Moment in Sandlers Figur eine ernstzunehmende tragische Figur sehen zu sollen. Das Konzept geht deshalb nur sehr bedingt auf. Michaels Leben in der Zukunft ist mit netten Details ausgestattet, doch die vorhersehbaren Entwicklungen wecken kaum echtes Interesse.

Gänzlich daneben ist dann das Ende, welches alle möglichen Erwartungen erfüllen möchte und sich in der Folge eines der lahmsten Kniffe des zeitgenössischen Kinos bedient. Der letzte gute Witz ist da schon eine knappe Stunde her. Für einen Mainstreamfilm mit Sonnyboy Sandler ist “Klick” zu traurig und inkohärent. Zu einem interessanten Science-Fiction-Drama aber fehlte wohl auch der Mut, denn der Film wird in erster Linie als Komödie vermarktet. So oder so, aus der Geschichte wäre sicher mehr rauszuholen gewesen. Diese Mischung jedenfalls funktioniert nicht und muss deshalb leider als gescheitertes Experiment bezeichnet werden.

4/10

Das Mädchen aus dem Wasser

Zu einer ausführlichen Kritik fehlt mir im Falle von “Lady in the Water” (Originaltitel) die Muße, wenn es auch viel zu kritisieren gäbe. Der Film stellt den bisherigen Tiefpunkt im Schaffen von M. Night Shyamalan dar und löst damit den Vorgänger “The Village” ab. Der wird zwar den meisten vor allem ob des beknackten Endes in Erinnerung sein (wenn überhaupt), bewies aber in der ersten Stunde eindrucksvoll, dass Shyamalan ein handwerklich begnadeter Regisseur ist. In seinem neuen Film verstrickt er sich nun vollends in naiv-schauerlichem Humbug. Gedacht als modernes Märchen bietet sein Film vor allem Langeweile und eine Story, die schon zu Beginn zu wünschen übrig lässt – vom weiteren Verlauf ganz zu schweigen. Derlei seichte Gewässer sollte man in der Videothek unbedingt umfahren.

M. Night Shymalan ist erst Mitte 30 und trotzdem schon einer der erfolgreichsten, aber auch umstrittensten Regisseure Hollywoods. Mit “The 6th Sense” landete er Ende der 90er einen Riesenerfolg, und auch die Nachfolger “Unbreakable” und “Signs” waren äußerst erfolgreich. Shyamalans Filme sind allesamt stimmungsvoll und handwerklich erstklassig inszeniert. Seine Geschichten sind meist von spirituellen Themen bestimmt, Untote, Aliens und merkwürdige Superhelden bevölkern die Szenerie. Mit “The Village” erlitt er dann jedoch zuletzt Schiffbruch, nicht zuletzt weil die Geschichte getrost als Mogelpackung bezeichnet werden kann. Auch “Lady in the Water” (Originaltitel) passt thematisch durchaus in sein bisheriges Schaffen hinein, kann aber in keiner Weise überzeugen.

“Sideways”-Star Paul Giamatti spielt Cleveland, den stotternden Hausmeister eines heruntergekommen Apartement-Komplex in Philadelphia. Als netter Kerl versteht er sich gut mit dem bunten Volk, das dort Quartier bezogen hat, unter ihnen eine chinesische Studentin, eine Gruppe Kiffer, ein Meister des Kreuzworträtsels und ein junger, vom Regisseur selbst gespielter Autor mit seiner Schwester. Eines Tages entsteigt dem Swimming Pool des Hauses eine makelose junge Frau namens Story (Bryce Dallas Howard), die nach eigener Auskunft aus der “blauen Welt” stammt. Cleveland hat nun alle Hände voll zu tun, das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen, ihre Mission zu verstehen und ihr eine sichere Rückkehr zu ermöglichen.

Auch an diesem Film werden sich, wohl mehr als je zuvor, die Geister scheiden. Wohlwollende Betrachter sehen vielleicht ein unterhaltsames modernes Märchen. Die Mehrheit jedoch wird sich an den Kopf fassen ob der fast schon dreisten, grenzenlosen Naivität der Geschichte, die niemals Fahrt aufnimmt und auch keinerlei Überraschungen zu bieten hat. Schleppend und ohne Höhepunkte enträtseln Cleveland und die Bewohner Storys wahre Berufung, doch nicht mal die aus ihrer Heimat mitgereisten Urviecher sorgen für echte Spannung.

SPOILERS
Unter diesem Link hat sich jemand die Mühe gemacht, den Film gänzlich zu enträtseln, was mir persönlich nie eingefallen wäre. Und tatsächlich gibt es einiges zu entdecken, sollte der Autor des Artikels recht haben. Leider ändert das nix daran, daß der Film keinen Spaß macht. Und um ehrlich zu sein, hat mich sogar der Artikel, der alles “aufklären” soll, sehr bald nur noch gelangweilt. Wenn Shyamalan einen cleveren Film über innere Dämonen drehen will, sollte er das nächste mal nicht vergessen, dem Publikum etwas davon zu erzählen. Nur zum Vergleich: “Identity” hatte einen durchaus vergleichbaren Plot, schaffte es dabei aber locker, das Publikum bei der Stange zu halten…

2/10