Kurzkritik: A Cure For Wellness

Filmplakat: A Cure For WellnessHorror/Thriller, USA 2017

Regie: Gore Verbinski; Darsteller: Dane DeHaan, Jason Isaacs, Mia Gore

Lockhart (D. DeHaan), ein junger, aufstrebender Manager einer Wall-Street-Firma, soll deren CEO Pembroke aus einer Heilanstalt in den Schweizer Alpen zurück nach New York bringen. Kaum angekommen mehren sich die Anzeichen dafür, dass es in dem Sanatorium nicht mit rechten Dingen zugeht. Und es dauert auch nicht lange, bis Lockhart sich selbst in der ‚Obhut‘ des ominösen Dr. Volmer (J. Isaacs) wiederfindet.

„A Cure For Wellness“ ist eine krude Mischung, bedient sich etwa bei Thomas Manns „Zauberberg“ und Scorseses „Shutter Island“, sowie unzähligen anderen Vorbildern, vorwiegend aus dem Horrorgenre (nicht wenige gemeinsame „Eckdaten“ gibt es auch mit „Get Out“, der jedoch in allen Belangen deutlich besser ist). Punkten kann der Film zu Beginn mit ein paar stylishen Bildern; insgesamt ist das visuelle Niveau auf einem höheren Level als die Story und Figuren.

Weder die Horror- noch die Thriller-Elemente der Story wissen zu überzeugen, das große Finale ist gar denkwürdig bescheuert geraten. Den Darstellern ist dabei nicht wirklich ein Vorwurf zu machen, die mangelnde Glaubwürdigkeit des Geschehens ist vor allem Drehbuch und Regie geschuldet.

Mit zunehmender Laufzeit langweilt der wirre Plot, größtes Ärgernis sind einige vollkommen unsinnige Szenen (deren unfreiwillige Komik immerhin unterhält) und die deutlich überzogene Laufzeit von knapp zweieinhalb Stunden. Mit etwas Humor und besserem Timing hätte der Film das Zeug zum unterhaltsamen „guilty pleasure“ gehabt.

2/5

 

Kurzkritik: Star Trek – Beyond

star trek beyond filmplakatAction/Sci-Fi, USA 2016

Der neueste Beitrag der Reihe „X-ter Film eines Franchise, der den Faden weiter spinnt ohne dabei irgendwas von Belang zu erzählen“ kommt aus dem „Star Trek“-Universum. Mit Pfiff und Ideen vor knapp 10 Jahren neu gestartet steht die Reihe inzwischen ziemlich ziellos im Raum.

Man bleibt der bewährten Erzählstrategie treu (Neuer Auftrag für die Enterprise, Jokes, Aliens, Action, Showdown, alle wieder auf der Enterprise), kann aber trotz guter Besetzung und starken Effekten nicht verhehlen, dass der aktuelle Film eben eine von undenkbar vielen möglichen „Star Trek“-Stories erzählt – nicht mehr und nicht weniger. Für Fans reicht das sicherlich, für den Rest ist das allen Schauwerten zum Trotz einfach zu wenig.

2/5

Filmkritik: Point Break

Point Break FilmplakatAction, USA/DE/CHN 2015

Regie: Ericson Core; Darsteller: Edgar Ramirez, Luke Bracy, Ray Winstone, Teresa Palmer

Dass ein Remake von „Point Break“ in die Hose gehen könnte war klar. Das Original mit Keanu Reeves und Patrick Swayze passte einfach perfekt in seine Zeit und macht – trotz zahlreicher Schwächen und beträchtlichem Trash-Faktor – bis heute Spaß.

Nun haben die Produzenten versucht, das Geschehen in die Gegenwart zu überführen, und sie machen dabei so ziemlich alles falsch. Los geht es mit der Fehlbesetzung der Hauptrolle, Luke Bracey als Johnny Utah hat genau keinen Charme und auch sonst außer einem durchtrainierten Körper nichts zu bieten. Das „Update“ der Story selbst ist noch bescheuerter und unglaubwürdiger als das Original, was gar nicht so leicht ist. Die pseudo-politische Dimension des ganzen ist einfach nur grottig.

Die Handlung ist dem neuen „Point Break“ aber auch total egal, der Film ist eine einzige Abfolge von Actionszenen in „Red Bull TV“-Optik. Es wir gesurft, Motocross und Snowboard gefahren, sogar „im-Flügelanzug-vom-Berge-hüpfen“ ist Teil des Plans. Doch weder findet eine Entwicklung der Figuren statt, noch ist das alles so spektakulär, dass es einem egal wäre. Einzig Edgar Ramirez als Bodhi kann halbwegs überzeugen, gegen das langweilige Script und seine minderbegabten Kollegen ist aber auch er machtlos.

Das Original hatte mit Keanu Reeves, Patrick Swayze, Gary Busy und Lori Petty vier in ihren Rollen überzeugende Schauspieler, der Film entwickelte trotz der bewussten Oberflächlichkeit Spannung. Die Macher dieses Remakes scheinen nicht verstanden zu haben, was an diesem Material funktioniert hat und warum. Das Resultat ist eine erbärmliche Fingerübung, von der man sich besser fernhält.

2/5

Kurzkritik: The Night Before (Die Highligen Drei Könige)

The Night Before FilmplakatComedy, USA 2015

Regie: Jonathan Levine; Darsteller: Seth Rogen, Joseph Gordon-Levitt, Anthony Mackie

In aller Kürze: Derbe Buddy-Komödie mit allzu vorhersehbarer Story und zu wenig guten Jokes.

Worum gehts? Drei Kerle zelebrieren zum letzten Mal die Tradition am Tag vor Weihnachten gemeinsam in NYC voll einen drauf zu machen.

Die gute Nachricht: Ein paar Witze und Ideen zünden durchaus, die Schauspieler sind redlich bemüht.

Die schlechte Nachricht: Der „Plot“ ist arg bescheuert, ohne dass die Clownereien das hinreichend rechtfertigen. Der derbe Humor beisst sich mit der biederen Moral, insgesamt eine unausgegorene Fehlzündung.

3/5

 

Kurzkritik: Knight of Cups

Knight of Cups FilmplakatDrama, USA 2015

Regie: Terrence Malick; Darsteller: Christian Bale, Wes Bentley, Natalie Portman, Cate Blanchett

In aller Kürze: In Episoden erzählter Film von Terrence Malick, den „Tree of Life“-Fans mögen werden, während alle anderen ihn besser meiden.

Worum gehts? Um einen erfolgreichen Drehbuchautor in Hollywood, der zwischen Trauer, Affairen, Aufarbeitung und Eskapaden seinen Platz im Leben sucht.

Die gute Nachricht: Malicks Stil – kein Plot, wenig Dialoge, viel bedeutungsschwangeres Gerade aus dem Off, fantastisch komponierte (Natur-)Bilder – schafft eine bemerkenswerte Stimmung.

Die schlechte Nachricht: Darüber hinaus ist alles vage, offen für Interpretationen – was man bereits aus „The Tree of Life“ und „To the Wonder“ kennt.

3/5

Kurzkritik: Knock Knock

Knock Knock FilmplakatThriller/Horror, USA 2015

Regie: Eli Roth; Darsteller: Keanu Reeves, Ana de Armas, Lorenza Izzo

In aller Kürze: Psychologisch wenig überzeugendes Psycho-Kammerspiel um Sex & Gewalt.

Worum geht’s? Zwei schöne junge Frauen klingeln bei einem Architekten, dessen Familie einen Wochenend-Ausflug macht. Was als harmloses Treffen beginnt wird bald zum bösen Spiel aus Verführung, Gewalt und Chaos.

Die gute Nachricht: Handwerklich ist an „Knock, Knock“ nicht viel auszusetzen, und die Darsteller sind bemüht.

Die schlechte Nachricht: Nach gutem Beginn wird es in Sachen Story und Charaktere krass unglaubwürdig, was durch die nur mäßig gelungenen Schock- und Überraschungseffekte nicht kompensiert werden kann.

Wer eine maue Variation dieser Filme sehen möchte kann sich das angucken:
“Panic Room”, “Funny Games”, “Straw Dogs”

2/5

Kurzkritik: Tomorrowland

Tomorrowland FilmplakatSci-Fi/Drama, USA 2015

Regie: Brad Bird; Darsteller: George Clooney, Britt Robertson,  Hugh Laurie

In aller Kürze: Braves, visuell ansprechendes Sci-Fi-Drama ohne Ideen oder Tiefgang.

Worum geht’s? Um einen Teenager und ein ehemaliges Wunderkind, die in einer Art Paralleluniversum versuchen, die Welt zu retten .

Die gute Nachricht: Hmm. Die Effekte sind nicht verkehrt…

Die schlechte Nachricht: Langweilige Figuren, eine sich beliebig entwickelnde Story aus bekannten Versatzstücken, keine Spannung – und keine Schauwerte, die darüber hinwegsehen ließen.

Wer diese Filme mochte könnte einen Blick riskieren:
Die „Hunger Games„- und „Divergent„-Reihen.

2/5

Filmkritik: The Gunman

The Gunman FilmplakatDrama/Thriller, USA/UK/SP/FR 2015

Regie: Pierre Morel; Darsteller: Sean Penn, Jasmine Trinca, Javier Bardem, Ray Winstone, Idris Elba

Der „lonesome hitman“ ist spätestens seit Alain Delon in „Der Eiskalte Engel“ eine Ikone des modernen Genre-Kinos. Zuletzt haben sich u.a. Denzel Washington („The Equalizer“) und Keanu Reeves („John Wick“) in der Rolle ausgetobt, 2011 war in „Colombiana“ mal eine Frau (Zoe Saldana) zu sehen. Mit „The Gunman“ verewigen sich nun Sean Penn und Regisseur Pierre Morel („Taken“) in einem recht fahrigen Beitrag zum Kanon.

Die Story beginnt im Kongo anno 2006 und springt dann in die heutige Zeit, mit Schauplätzen in London, Barcelona und Gibraltar. Penn spielt den als Entwicklungshelfer getarnten Killer/Söldner Terrier, der über einen heiklen Auftrag seine große Liebe Annie aufgeben muss. Als seine Vergangenheit Terrier schließlich einholt gerät auch Annie in die Schusslinie.

„The Gunman“ läuft weitgehend vorhersehbar nach Schema F ab. Es ist zwar viel Bewegung drin, doch die recht lieblos geschriebenen Figuren (Annie ist reine Ausstattung, die meisten anderen sind Stereotype) machen es dem Publikum schwer, dem Geschehen echte Bedeutung beizumessen. Das aber wäre angesichts fehlender sonstiger Alleinstellungsmerkmale dringend nötig gewesen.

Sean Penns Visage ist wie gemacht für die Rolle als melancholischer Ex-Killer, der wider Willen alte und neue Feinde bekämpfen muss. Mit Javier Bardem, Ray Winstone und Idris Elba hat er zudem hochkarätige Unterstützung. Doch das ändert nichts an dem insgesamt zu lauen Plot, der echte Spannung weitgehend vermissen lässt. Kein ganz schlechter Film, aber einer, den man sofort wieder vergessen kann und sollte.

2/5

Filmkritik: Focus

Focus FilmplakatComedy/Crime, USA 2015

Regie: Glenn Ficarra, John Requa; Darsteller: Will Smith, Margot Robbie,

Würde Will Smith hier nicht mitspielen wäre „Focus“ ein kleiner Genre-Film mittlerer Qualität. Smiths Status als Superstar hat zuletzt gelitten (lange Pause, dann „After Earth“), aber sein Name ist groß genug, um diesem Film deutlich mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, als er eigentlich verdient hätte. Freunde von ‚Caper Movies‘ und eingefleischte Fans von Smith werden hier ein wenig Spaß haben können, ein großes Publikum aber wird „Focus“ eher nicht finden, dafür ist er weder gut noch spektakulär genug.

Der altgediente Trickbetrüger und ‚Con Artist‘ Nicky (Smith) trifft zu Beginn auf die blutige Anfängerin Jess (Margot Robbie aus „The Wolf of Wall Street”), die unbedingt von ihm lernen will. Zwischen den beiden funkt es, doch so ganz ist Nicky die Sache wohl nicht geheuer. Außerdem muss er – mit seinem eingespielten Team von gewitzten Gaunern und Betrügern – noch einen großen Coup in New Orleans landen. Etwas später ist Nicky dabei in der Autorenn-Szene einen großen Batzen Geld zu machen, als ihm Jess plötzlich wieder über den Weg läuft und seine Pläne zu durchkreuzen droht.

Die vielen Kniffe, Tricks und Drehs von Nicky und Jess‘ sind oft reichlich hohl, albern oder schlicht unrealistisch. Was natürlich den Szenen schadet, in denen der Film diese nachträglich präsentiert – das sollten in diesem Genre eigentlich die besten sein. „Focus“ scheint aber in dieser Hinsicht auch keine Ambitionen zu haben. Der Film setzt auf andere Stärken, insbesondere den Charme des Hauptdarstellers, einige witzige One-Liner und den betont lässig-gefälligen Look & Feel.

Eine Mischung aus „Out of Sight“ und „Oceans Eleven“ sollte das wohl werden, doch deren Klasse erreicht „Focus“ in keiner Hinsicht. So plätschert das Geschehen die meiste Zeit vor sich hin, tut niemandem weh und ist stets nett anzusehen. Weder die dramatischen noch die emotionalen oder komödiantischen Anteile sind schlecht, können jedoch weder alleine noch in dieser Verbindung überzeugen. Der Mangel an Ideen und echten Höhepunkten ist schon recht enttäuschend, man kann hier von unterhaltsamer Zeitverschwendung reden, aber eben nicht von echtem Vergnügen.

2/5

Filmkritik: Jupiter Ascending (2D)

Jupiter Ascending FilmplakatFantasy/Action, USA 2015

Regie: The Wachoswkis; Darsteller: Mila Kunis, Channing Tatum, Eddie Redmayne, Sean Bean

Eigentlich muss man froh sein, wenn heute noch jemand den Mut aufbringt für mächtig viel Geld einen Film zu machen, der nicht zu einem der großen Franchises gehört. Bei “Jupiter Ascending” wird nicht mit altbewährten, extrem beliebten Figuren das Geld eingesammelt wie bei “Star Trek”, “Star Wars”, dem “Hobbit” oder den Zig Comicverfilmungen von Marvel und DC.

Aber froh sein fällt einem dann doch schwer, wenn man sich mit einer Mischung aus Langeweile, Ungläubigkeit und Verdruss mitten in der kruden Story wiederfindet, die sich die “Matrix”-Geschwister Wachowski ausgedacht haben. Die schillernden Außeridischen, die das Universum beherrschen, die auf der Erde gestrandete Auserwählte Weltenretterin, ein Held auf Power-Hover-Schuhen (quasi Eislaufen in der Luft) und alle möglichen weiteren Versatzstücke aus dem Baukasten des Fantasy/Science-Fiction Genres – das alles wird visuell opulent serviert.

Leider verlangt “Jupiter Ascending”, dass man sich auf Anhieb mit der Welt, in der das alles spielt, anfreundet, die Prämisse für bare Münze nimmt und sich in das flotte Geschehen fallen lässt. Das geht alles sehr schnell, weder für die äußere Handlung noch für die innere (will sagen für die Figurenentwicklung) bleibt genug Zeit. Blass und vage, angereichert mit ziemlich platten Dialogen und Motiven, nimmt die Story ihren vorhersehbaren Lauf.

Nun ist es sicher nicht leicht, eine frische, innovative Story ins Kino zu bringen, denn es müssen ja auch Finanziers gefunden werden. Und doch wundert es mich, dass “Jupiter Ascending” so komplett ohne Alleinstellungsmerkmal daherkommt. Bei “Matrix” waren Story und Effekte einigermaßen neu, und außerdem kunstvoll verbunden. Hier war die Hoffnung offenbar, dass man mit einem “Star Wars” für Arme irgendwie durchkommt. Gemessen am Einspielergebnis und dem IMDB-Rating von niedrigen 5,8 ergibt sich folgende Antwort: Nein. Fail.

2/5

Kurzkritik: The Gambler

The Gambler FilmplakatDrama, USA 2014

Regie: Rupert Wyatt; Darsteller: Mark Wahlberg, John Goodman, Brie Larson, Michael Kenneth Williams

In aller Kürze: Das Zocker-Drama ohne Höhepunkte leidet an einem lauen Script und der Fehlbesetzung der Hauptrolle.

Worum gehts? Ein Literaturprofessor bekommt seine Spielsucht nicht in den Griff und schuldet bald mehreren Unterwelt-Bossen ein Vermögen.

Die gute Nachricht: Die Nebendarsteller, allen voran Michael Kenneth Williams (Omar aus „The Wire“) und John Goodman als Kredithaie. Die Prämisse hat Potential, das aber weitgehend verschenkt wird.

Die schlechte Nachricht: Wahlberg ist ein guter Schauspieler, aber hier findet er nicht den richtigen Dreh – weder als Spieler noch als Dozent kann er überzeugen, was dem Film letztlich das Genick bricht.

Wer diese Filme mocht kann einen Blick riskieren:
„21“, „The Gambler“ (Orginal von 1974 mit James Caan)

2/5

Kurzkritik: Kill Me Three Times

Kill Me Three Times FilmplakatComedy/Crime, USA/Australien 2014

Regie: Kriv Stenders; Darsteller: Simon Pegg, Teresa Palmer, Alice Braga, Luke Hemsworth, Sullivan Stapleton

In aller Kürze: Belangloser Möchtergern-Tarantino ohne zündende Ideen, der nie wirklich Fahrt aufnimmt.

Worum geht’s? Ein halbes Dutzend Provinz-Australier in einer Posse um Geld, Gier, Verrat und Sex.

Die gute Nachricht: Nicht schlecht gespielt, schöne Locations.

Die schlechte Nachricht: Weder wirklich witzig noch spannend, weil die Figurenzeichnung zu oberflächlich ist. In zwei, drei Szenen zudem mit unnötig grottigen CGI-Effekten (die einem besseren Film aber nichts angetan hätten).

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
„2 Days in the Valley“, „Thursday“

2/5

Kurzkritik: A Most Violent Year

A Most Violent Year FilmplakatDrama, USA 2014

Regie: J.C. Chandor; Darsteller: Oscar Isaac, Jessica Chastain, David Oleyowo

In aller Kürze: Stilvolles & ambitioniertes Drama vom Regisseur von „Margin Call„, das leider nie in Fahrt kommt und insgesamt (auch wegen hoher Erwartungen) enttäuscht.

Worum gehts? Anno 1981 versucht in NYC ein Ölhändler mit ‚Migrationshintergrund‘ sich gegen zahlreiche Feinde zu behaupten.

Die gute Nachricht: Gut gespielt und handwerklich top feiert und zitiert der Film das Kino der 70er Jahre.

Die schlechte Nachricht: „A Most Violent Year“ kann das Publikum nicht ernsthaft für die Figuren interessieren, die Story zieht vorbei, während man emotional distanziert zusieht.

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
„The Yards“, „The Drop“

2/5

Filmkritik: Exodus – Götter & Könige

Exodus - Gods & Kings FilmplakatDrama/Abenteuer, USA/UK/SP 2014

Regie: Ridley Scott; Darsteller: Christian Bale, Joel Edgerton, Ben Kingsley, Sigourney Weaver

Es ist nicht so, dass ich sehnsüchtig auf Ridley Scotts Moses-Film gewartet hätte. Aber auch nicht so, dass ich nicht grundsätzlich interessiert gewesen wäre. Nach eher mauen Kritiken habe ich den Gang ins Kino sein gelassen und mir „Exodus – Gods & Kings“ nun zuhause angesehen. Zum Glück, wie ich leider sagen muss. Denn der Film macht irgendwie alles falsch, was man falsch machen kann.

Das geht mit der Besetzung los. John Turturro ist ein genialer Schauspieler, aber einen Pharao im alten Ägypten nehme ich ihm nicht ab – ich verbinde ihn viel zu sehr mit Stoffen der Gegenwart. Zudem meist mit komischen Stoffen (dieser Film hingegen ist so bierernst, dass man es fast wieder komisch finden muss). Ähnliches gilt für Sigourney Weaver und Aaron „Jesse Pinkman“ Paul (als Joshua), Ben Kingsley (als Nun) und Ewen Bremner, dessen 15 Minuten Ruhm aus „Trainspotting“ stammen und sich in keiner Weise mit seiner Rolle als Berater im Palast vertragen. Joel Edgerton als leicht transiger Ramses gefällt mir da noch am besten, überzeugt aber auch nicht.

Christian Bale als Moses wiederum macht langsam ernsthaft Daniel Day-Lewis Konkurrenz in Sachen erzwungener Intensität und maximalem Körpereinsatz. Solche „larger than life“-Rollen verlangen schon fast nach dieser „Over-acting“-Methode, trotzdem scheitert seine Darstellung in meinen Augen. Für einen altmodischen Mose im Stil alter Bibelschinken ist das zu modern, doch eine glaubwürdige „echte“ Figur wird hier auch nicht draus. Dafür sieht das alles (anders als etwa Aronofskys „Noah“) zu sehr nach Hollywood-Sandalenfilm-Spektakel aus.

Man kann sich auch fragen, warum Ridley Scott den Film überhaupt gedreht hat. Zumindest ist mir nicht klar, welchen Dreh oder welche persönliche Note/Interpretation er der Geschichte hier geben wollte. Das ganze ist im Hochglanz-Look gedreht und bemüht sich nicht wirklich um Authentizität (nicht das dies unbedingt ein Gewinn gewesen wäre). Die Spezial-Effekte sind überzeugend, in 3D vielleicht sogar überwältigend.

Wenn man sich das alles als interessierter Ungläubiger ansieht, kommt „Exodus – Gods & Kings“ recht blutleer daher. Ich nehme an, dass alle wesentlichen Elemente der zugrunde liegenden Geschichte zu finden sind, kann das aber im Detail nicht beurteilen. Der Erzählung fehlt Dynamik, die meisten Szenen laufen recht episodenhaft nacheinander ab, die Übergänge sowie die Dramaturgie ingesamt können nicht überzeugen. Man kann sich das alles schon gut angucken, nur eben überwiegend teilnahmslos.

Es bleibt die Erkenntnis, dass mir ein mit (wenngleich zweifelhafter) Leidenschaft gemachter Film wie „Die Passion Christi“ – gedreht vom erzkonservativen Katholiken Mel Gibson – sehr viel besser gefallen hat. Den haben die Zuschauer entweder geliebt oder gehasst. Dieser Film wird dagegen fast allen ganz einfach egal sein.

2/5

Kurzkritik: The Judge (Der Richter – Recht oder Ehre)

The Judge PosterDrama, USA 2014

Regie: David Dobkin; Darsteller: Robert Downey Jr., Robert Duvall, Vera Fermiga, Billy Bob Thornton

In aller Kürze: Gerichts- und Familiendrama, das sich ausschließlich auf seine Hauptdarsteller verlässt und letztlich zur Moralpredigt wird.

Worum gehts? Ein Staranwalt kehrt in seine Kleinstadt-Heimat zurück, wo er seinen störrischen Vater (selbst Richter von Beruf) verteidigt, der mutwillig einen Ex-Häftling totgefahren haben soll.

Die gute Nachricht: Die Darsteller sind gut, die Inszenierung ist solide, inklusive schöner Bilder aus dem „corn belt“ der USA.

Die schlechte Nachricht: Der Film ist zu lang, die Story zu oft vorhersehbar – es fehlt an echter Spannung.

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
Letztlich alle John Grisham-Verfilmungen oder auch einfach „Matlock“

2/5

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