Kranker Scheiss

Biutiful (DVD)

Posted in KenntKeinMensch, Kranker Scheiss on Juni 25th, 2011 by edzehard – 1 Comment

Regisseur Alejandro Gonzales Innaritus (“Ameros Perros”, “Babel”) neuer Film ist keine leichte Kost. Er schickt den Ex-Junkie und alleinerziehenden Vater Uxbal (Javier Bardem) auf eine schier hoffnungslose Odyssee durch die kriminelle Halbwelt Barcelonas. Bemüht, seine familiären und finanziellen Angelegenheiten zu klären – weil er unheilbar an Krebs erkrankt ist – hat er vor allem die Zukunft seiner zwei Kinder im Blick, um die er sich aufopferungsvoll zu kümmern versucht.

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13 (DVD)

Posted in Kranker Scheiss, Müllhaufen on Juni 23rd, 2011 by edzehard – 1 Comment

Eine prominente Besetzungsliste ist kein Garant für einen guten Film. Jason Statham, Mickey Rourke, Ray Winstone, 50 Cent und Michael Shannon sind in “13″ mit dabei, können aber nichts daran ändern, dass der Film trotz einiger guter Ansätze nicht funktioniert. Größtes Problem bei der Sache ist die wenig glaubhafte Story, die außer Show- und Schockeffekten nicht viel zu bieten hat.

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Source Code

Posted in Kranker Scheiss, Nuck Chorris on Juni 8th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Angesichts des wie üblich von Sequels, Prequels und Remakes geprägten Filmsommers habe ich mich auf “Source Code” sehr gefreut. Auch weil Duncan Jones (“Moon“) Regie führte und unter anderem Franz Everschor den Film in seiner Kolumne für den Filmdienst lobend erwähnte. Eine erstmals erzählte Story verspricht mehr Spannung als der x-te Aufguss von “Fluch der Karibik” oder den demnächst wiederkehrenden “Men in Black”. Trotzdem hoffe ich, dass “Source Code” nicht schon den Höhepunkt der diesjährigen Sommerkino-Spektakel darstellt.

Wobei es nicht fair ist, den Film als Spektakel zu bezeichnen, zumindest nicht im Vergleich zu um die $ 200 Mio. teuren Produktionen wie “Transformers”. Die Story beginnt mit Jake Gyllenhaal, der in einem Vorort-Zug Richtung Downtown Chicago aufwacht und nicht so recht weiss, wie er dort gelandet ist. Er führt eine kurze Unterhaltung mit einer attraktiven Frau – die ihn als Sean Fentress zu kennen scheint – und ein paar Minuten später, ohne besondere Vorkommnisse, explodiert der Zug.

Doch Sean ist nicht tot. Er ist auch gar nicht Sean. Gyllenhaals Figur findet sich stattdessen in einer Kapsel voll von militärischem Gerät wieder, in der eine Frau (Vera Fermiga) über Videotelefon zu ihm als Captain Colter Stevens spricht. Ein paar Minuten später wacht er erneut im selben Zug auf, gegenüber derselben Frau und denselben anderen Fahrgästen.

Auf die Story genauer einzugehen würde akuten Spoiler-Alarm auslösen, deshalb lasse ich es hier sein. Der Trailer verrät genug über das Szenario, ohne die letzten Geheimnisse der Story zu lüften. “Source Code” lässt einige cineastische Vorbilder erkennen, insbesondere “Twelve Monkeys”, außerdem eine Prise “Matrix” und auch “Und täglich grüßt das Murmeltier”. Das ganze ergibt eine recht stimmige Variation der bekannten Motive und Versatzstücke, findet aber nie zu einer eigenen, wirklich neuen Bildsprache.

Die Story bietet keinen radikal neuen Erzählansatz, was aber auch etwas viel verlangt wäre. Etwas schade ist es dennoch, dass “Source Code” viele bekannte Sci-Fi Themen anschneidet, ohne sich so recht für ein zentrales entscheiden zu können. An den Schauspielern liegt das immerhin nicht. Gyllenhaal, Michelle Monaghan, Vera Fermiga und Jeffrey Right machen allesamt ihre Sache gut. Doch auch hier muss ein wenig gemeckert werden – das Szenario erlaubt lediglich einer, mit Abstrichen zwei Figuren ein echtes Eigenleben, die anderen Rollen sind durch das Szenario quasi vorherbestimmt und machen keine Entwicklungen durch.

So bleibt ein interessanter Film, der flott und fesselnd daher kommt, aber doch nicht restlos überzeugen kann. Ein paar gute Ideen ersetzen keine echte Vision, die “Source Code” zu einem herausragenden Beitrag zum Genre machen könnte. Deshalb sollte man ihn keineswegs liegen lassen, man darf aber auch (mit gemäßigterer Erwartungshaltung als ich im Kino) auf die DVD warten und hat in der Zwischenzeit nicht allzuviel verpasst.

3/5

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Hobo With A Shotgun (DVD-Import)

Posted in KenntKeinMensch, Kranker Scheiss, Nuck Chorris on Juni 1st, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Man könnte “Hobo With A Shotgun” allein wegen des Covers für einen klassischen Trash-Film halten, wie gemacht für die hinteren Regale der Videotheken. Ein älterer Landstreicher wird Opfer eines brutalen Verbrechens und will sich an seinen Peinigern rächen. Her mit der Shotgun, los geht das Geballer. Doch das wird dem Film nicht ganz gerecht.

Tatsächlich ist er weniger klassische Rachegeschichte als brutale Satire mit Tendenzen zur Farce. Sein übertriebenes Szenario zeigt eine fiktive Stadt, in der ein sadistischer Gangster namens Drake mit seinen zwei Söhnen eine Schreckensherrschaft errichtet hat. Die Polizei ist geschmiert, die normalen Menschen sind die großen Verlierer – sie müssen sich der Willkür der Schurken unterwerfen. Auf den Straßen herrschen Chaos und Angst, auch weil Drake gerne mal auf offener Straße jemanden köpfen lässt.

In dieses Szenario gerät also unser “Hobo”, gespielt von Rutger Hauer und anfangs noch ohne Shotgun. Schockiert von den Zuständen um ihn herum mischt er sich ein, als einer von Drakes Söhnen eine junge Frau kidnappen will. Eine edle Tat, die nicht ungestraft bleibt. Mit einem Messer ritzt man ihm das Wort “Scum” (Abschaum) in die Brust und wirft ihn im wahrsten Sinne des Wortes auf den Müll. Doch der “Hobo” berappelt sich mit Hilfe eben jener Frau, die er vorher vor schlimmerem bewahren konnte, und startet – nun mit seiner Shotgun – seinen Feldzug gegen die kriminellen Elemente der Stadt. Natürlich ist Drake nicht gewillt ihn gewähren zu lassen, und seine Schergen sind dem “Hobo” auf der Spur.

Nicht nur das Szenario des Films ist übertrieben (ein Crack-Ghetto Ende der 80er scheint ein Paradies dagegen), sondern auch die extreme Darstellung der Gewalt. Es explodieren Köpfe, es werden Eingeweide rausgerissen und auch mal ein Bus voller Kinder verbrannt. Der Film geht an die Grenze des Zumutbaren, und für viele Zuschauer sicher weit darüber hinaus.

Dem ganzen eine Note zu geben ist eine zwiespältige Angelegenheit. “Hobo With A Shotgun” ist nicht schlecht gemacht. Der Film setzt auf einen 70er-Jahre B-Movie-Look (stark überbelichtet), der zur Handlung passt. Die wiederum ist straff inszeniert, das Erzähltempo ist zügig. Die Frage ist jedoch, ob der Film eine echte Satire ist (oder sein will), oder sein Setting nur als Vorwand für die krassen Gewaltorgien benutzt.

Die “Message” des Films soll wohl sinngemäß sein, dass die Menschenwürde ALLEN Mitgliedern der Gesellschaft zusteht – und die Leute das (wieder) lernen müssen. So könnte man das Finale (in dem Drake den “Hobo” öffentlich hinrichten will) verstehen, bei dem die Stimmung der Zuschauer zugunsten des “Hobos” kippt. Eine etwas dünne Aussage zwischen all dem Gemetzel, aber immerhin. Wer an blutigen B-Movies seine Freude hat kann zugreifen, alle anderen würden ohnehin nicht auf die Idee kommen.

3/5

PS: Mit einer Veröffentlichung des Films in Deutschland ist eher nicht zu rechnen, schon weil bezweifelt werden darf, dass der Film überhaupt eine FSK-Freigabe erhalten würde…

Four Lions

Posted in Kranker Scheiss on April 20th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Ich muss gestehen, ich habe nicht daran geglaubt, dass “Four Lions” hierzulande noch ins Kino kommt. Deshalb habe ich erst gar keine Rezension geschrieben. Nun gibt es ihn aber doch noch, und ich kann ihn sogar empfehlen. Vorausgesetzt, man kann sich generell vorstellen eine Satire/Farce über muslimische Selbstmord-Attentäter lustig zu finden. Denn der Film zieht seine vier bis fünf Hauptfiguren – allesamt absolute Terror-Trottel – gnadenlos durch den Kakao, womit er sich quasi automatisch jenseits des guten Geschmacks bewegt.

4/5

Eine ausführliche und wie ich finde passende Rezension von Spiegel-Online findet sich hier.

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Ohne Limit (Limitless)

Posted in Kranker Scheiss on April 18th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Was wäre, wenn es eine ultimative Droge für den Erfolg gäbe? Wenn man sein geistiges Potential jederzeit abrufen könnte, hellwach und aufnahmefähig wäre, sich alles merken und verarbeiten könnte – und das ohne störende Nebenwirkungen? Eddie Morra (Bradley Cooper) probiert es in “Limitless” aus. Über einen zwielichtigen und wenig später ermordeten Bekannten gerät er in den Besitz eines Beutels voller Pillen, die genau das möglich machen. Angeblich frisch aus den Laboren der Pharmaindustrie und bereits von den Behörden freigegeben.

Die Grundidee des Films klingt nach einem B-Movie, und das ist”Limitless” auch. Allerdings mit Hollywood-Starpower und großem Budget ausgestattet, außerdem quasi in Hochglanz-Optik gedreht, mit Effekten und irren Kamerafahrten. Man muss sich hier schon vor dem Film entscheiden: lässt man sich auf die Story ein und schaltet das eigene Gehirn einen bis zwei Gänge runter, dann bietet er bunte, laute, mitunter spannende und temporeiche Unterhaltung. Hinterfragt man das Geschehen allzu sehr wird man eher den Kopf schütteln und eine Menge Logik-Fehler bemängeln.

Kaum hat Eddie die erste Pille im System geht sein Leben in New York richtig steil. Aus dem Hänger wird ein Gewinner, der in wenigen Tagen seinen ersten Roman zu Ende schreibt, auf jede Frage eine Antwort weiss und nebenbei ein paar Algorhythmen entwickelt, die ihn an der Börse reich machen. Sogar der milliardenschwere Investor Carl Van Loon (Robert de Niro) ist von Eddies Fähigkeiten beeindruckt und will ihn in seine Geschäfte involvieren. Schließlich gewinnt er auch Freundin Lindy wieder, die ihn bereits als hoffnungslosen underachiever abgeschrieben hatte.

Handwerklich setzt Regisseur Neil Burger (“The Illusionist”) auf eine Menge visueller Spielereien, die dem Publikum die unbändige Brain-Power der Hauptfigur vermitteln sollen. Buchstaben und Zahlen prasseln durchs Bild, ausgedehnte Zooms und Kamerafahrten geben das Tempo vor, und die Farben variieren je nachdem, ob Eddie gerade “drauf” ist oder nicht. Die Inszenierung passt zur Story, auf beiden Ebenen ist “over-the-top” angesagt.

Hauptdarsteller Bradley Cooper macht einen guten Job, kann sowohl als Loser überzeugen wie auch als durch Psychopharmaka entfesselter Alleskönner. De Niro agiert solide und eher zurückhaltend, was angesichts seiner letzten Filme sehr gut ankommt. Für Action und Spannung ist über die gesamte Länge gesorgt, die Story funktioniert bis auf die erwähnten Ungereimtheiten ganz gut, lediglich die Dialoge sind an einigen Stellen ein wenig zu albern geraten.

Wohin die Story führt ist letztlich nicht schwer zu erraten – auf den großen Erfolg folgen Rückschläge und ungeahnte Gefahren, die Eddie auf die Probe stellen. Weil die Wunderpillen Eddies persönlicher Pakt mit dem Teufel sind steckt also eine ordentliche Portion “Faust” oder “Das Bildnis des Dorian Gray” in der Story. Nicht schlecht für ein B-Movie, zumal die Macher von “Limitless” sich darüber im Klaren waren und ihre Geschichte vergnüglich bis zum Schluss ausreizen.

4/5

Alles Was Wir Geben Mussten

Posted in Großes Kino!, KenntKeinMensch, Kranker Scheiss on April 8th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Auf diese Adaption des gleichnamigen Romans von Kazuo Ishiguro habe ich mich schon eine ganze Weile gefreut. Und ich kann sagen, dass ich trotz hoher Ansprüche nicht enttäuscht worden bin. Im Spannungsfeld von Melodram und Science-Fiction angesiedelt erzählt der Film vordergründig die Geschicke dreier ganz normaler Schüler im englischen Internat Hailsham.

Doch schon die ersten Szenen von “Never Let Me Go” machen deutlich, dass irgendwas mit der (einigermaßen) heilen und sehr geschlossenen Welt von Hailsham nicht stimmt. Fliegt beim Spielen ein Ball über den Zaun traut sich keines der Kinder, ihn wiederzuholen – denn draußen, so erzählt man sich, passieren nur böse Dinge.. Die Story entwickelt sich bald zu einer Dreiecksgeschichte zwischen Cathy (Carey Mulligan), Ruth (Keira Knightley) und Tommy (Andrew Garfield), deren Wege sich im Laufe der Jahre auch nach der Internatszeit noch mehrfach kreuzen.

Vom eigentlichen Inhalt darf man viel mehr nicht verraten, denn die Stärke des Films liegt genau wie im Roman darin, dem Publikum langsam die Informationen zu geben, die er braucht um die Lage einschätzen zu können. Das geschieht aber nicht durch irgendwelche dramaturgischen Kniffe, sondern fast beiläufig und ohne Effekthascherei. Wenn am Ende Cathy die Story aus ihrer Sicht zusammenfasst wird aber jedem Zuschauer klar sein, wie die Geschichte zu verstehen ist.

Eine Schwäche von “Never Let Me Go” (Originaltitel) liegt allerdings darin, dass er sein Szenario (das im Buch sehr stimmig ist) nicht bis ins Detail plausibel darstellen kann und man daher von den Figuren in einigen Situationen ein anderes Handeln erwartet. Am Zusammenspiel der drei Hauptdarsteller ist dagegen absolut nichts auszusetzen. Es wundert mich angesichts der grandiosen Romanvorlage auch nicht, dass der Stoff die drei derzeit begehrtesten jungen Schauspieler Englands für sich gewinnen konnte (Garfield, oscarnominiert für seine Rolle in “The Social Network”, ist in den USA geboren, aber in England aufgewachsen).

Bis auf die genannten Defizite ist der Film wahrlich großes Kino. Die ruhige Inszenierung von Mark Romanek gibt der Geschichte die nötige Zeit, sich zu entwickeln. Die Bilder sind von melancholischer Schönheit und zeichnen ein stimmiges Bild des englischen Hinterlands. Weil die Story in den 80er Jahren spielt hat das ganze zudem einen gewissen Retro-Charme. Inwiefern der Film spannend und mitreißend ist für diejenigen (und es dürfte die große Mehrheit sein), die das Buch nicht kennen, kann ich schwer sagen. Von der Vorlage ist er auf jeden Fall nicht weit entfernt, und auch wenn er es nicht ganz schafft dessen emotionale Kraft und seine große Vision ohne Verluste auf die Leinwand zu bringen, habe ich ihn würde die Top-10 von 2011 schon einmal vorgemerkt.

5/5

PS: Warum der Film

  • a) bei uns erst jetzt anläuft, obwohl er seit Herbst 2010 fertig ist wird nur der deutsche Verleiher selber wissen
  • b) keine einzige Oscar-Nominierung bekam ist mir absolut schleierhaft, auch wenn er finanziell nicht sonderlich erfolgreich war

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Sucker Punch

Posted in Kranker Scheiss, Nuck Chorris on April 6th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Sucker Punch Film PosterDass “Sucker Punch” ein Trash-Fest werden würde war bereits nach dem Trailer klar. Doch es stand noch nicht fest, ob der neue Film von “300″ und “Watchmen”-Regisseur Zack Snyder vielleicht gar großartiger Trash sein würde. Leider ist er nicht großartig geraten, sondern bestenfalls mittelmäßig.

Die Story beginnt wortlos und stimmungsvoll. Ein fieser alter Sack ermordet nach dem Tod seiner Frau in einem schlossähnlichen Anwesen seine jüngere Stieftochter, schiebt das der älteren von beiden in die Schuhe und liefert die dann gleich in der Irrenanstalt ab. Dort wird es richtig wild, denn kaum ist Baby Doll (so ihr einfallsreicher Name) in der Klapse, verwandelt die sich in eine Art Burlesque-Show-Bordell, in dem die “Insassinnen” (insgesamt fünf schicke junge Damen in heissen Fummeln) fürs Publikum tanzen müssen, während ein schleimiger Ganove einen Reibach mit Ihnen macht.
Das ist aber noch nicht alles, denn kaum fängt Baby Doll an zu tanzen findet sie sich einer surrealen Traumwelt wieder, in der sie mit Superkräften Monster, Drachen und – kein Witz – deutschen Soldaten-Zombies im ersten Weltkrieg bekämpft. Ihre vier Gefährtinnen sind ebenfalls dabei. Die Handlungsebenen vermischen sich dann, aber weil sie nicht gar so neuartig miteinander zusammenhängen ist diese vordergründige Komplexität kein Garant für Spannung.

Stattdessen ermüden die wilden Kämpfe mit den recht lauen Spezial-Effekten bald, das Treiben erinnert (wenn auch absichtlich) sehr an einen Ego-Shooter und ist nicht wirklich spannend. Die Bordell-Szenen werden zunehmend emotionaler – und damit peinlicher, denn die Schauspielerinnen können gegen das bizarre und provokative Szenario nicht anspielen. Dass ist insgesamt schon noch auszuhalten, der Film ist so offensichtlich over-the-top, dass man ohnehin kein ernstes Drama erwartet.

“Sucker Punch” variiert nicht ungeschickt bekannte Story- und Genre-Elemente, die er zuweilen auch ironisch kommentiert. Vielleicht kommt diese Ironie aber erst zum Tragen, wenn man den Film ein zweites mal sieht und also die Bedeutung der unterschiedlichen Ebenen besser einschätzen kann. Lässt man diese nämlich weg bleibt erstmal “nur” ein buntes Spektakel mit halbnackten Mädels und Monstern über, das hin und wieder von einer nur mäßig funktionierenden Rahmenhandlung unterbrochen wird. Man kann sich das schon ansehen, aber die Begeisterung hält sich doch arg in Grenzen.

2/5

PS: Ein aufschlussreiches Interview mit dem Regisseur und seine Absichten findet sich hier bei SpiegelOnline.

Rubber [Spoilers]

Posted in KenntKeinMensch, Kranker Scheiss on März 24th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Es ist nicht leicht – und vielleicht gar müßig – zu erklären, was in diesem Film passiert. “Rubber” erzählt von einem Killer namens Robert, der ein kleines Kaff im Südwesten der USA unsicher macht. Doch der Killer hat ein Publikum, ein paar ganz normale Leute, die dem Treiben mit dem Fernglas aus sicherer Entfernung zusehen, nachdem sie von einem Sheriff auf den “Film” eingestimmt worden sind. Klingt merkwürdig? Ach so, und der Killer ist übrigens ein Autoreifen. Ein Autoreifen, der durch die Wüste rollt und alles kaputt macht, was sich ihm in den Weg stellt. Alles klar?

Verantwortlich für “Rubber” ist der Franzose Quentin Dupieux, besser bekannt als Musiker ‘Mr Oizo’. Dessen größter Hit war “Flat Beat”, und wenn man sich an das krude Video mit dem gelben Stoffmännchen erinnert, dann traut man ihm im Nachhinein auch einen solch ungewöhnlichen Spielfilm zu. Denn der Film ist nicht nur eine ungewöhnliche Killer-Story mit einem Reifen in der Hauptrolle, sondern auch ein Film über ein Team, das einen solchen Film dreht UND das Publikum, das sich diesen ansieht.

Den Massengeschmack dürfte Dupieux damit nicht so ganz getroffen haben. Dafür explodieren auch zuviele menschliche Köpfe (durch reine Willenskraft des Reifens). Aber seine Rechnung, irgendwo zwischen Satire, Farce, Trash und Kunst-Persiflage eine absolut beknackte Idee konsequent bis zum Ende zu verfolgen, geht erstaunlich gut auf. Wenn Robert am Anfang des Films langsam losrollt und seine telepathischen Kräfte an leeren Bierflaschen und einem Hasen ausprobiert sitzt man als Zuschauer schmunzelnd da und schwankt zwischen Unglauben und Verzückung.

Das Budget von “Rubber” dürfte bescheiden gewesen sein, doch dem Produktionsdesign ist das kaum anzumerken. Der Look des Films ist professionell, die Kamera fängt wunderschöne, sonnige Bilder Südkaliforniens ein. Die Schauspieler sind ebenfalls gut und lassen sich (fast) nicht anmerken, in was für einem bekloppten Szenario sie agieren. Besonders gefallen hat mir der fahrradfahrende Heini, der unter anderem mit einem Truthahn das Publikum vergiften will, um die Farce um den Killer-Reifen zu beenden. Das geht aber schief, und die Story muss zum Leidwesen des Sheriffs noch ein bißchen weitergehen. Auch der Soundtrack, natürlich von Mr Oizo höchstselbst geschrieben, macht Laune, die musikalische Untermalung des Geschehens ist ein guter “Ersatz” für fehlende Dialoge (der Reifen kann ja nicht reden).

Man kann in “Rubber” und die Intentionen seiner Macher eine Menge hinein interpretieren. Er lässt sich als Verarsche oder Hommage verstehen, als Reflexion über die Sinnlosigkeit moderner Kinofilme im Allgemeinen und Speziellen, als doppelbödige Komödie oder einfach als radikaler Klamauk. Man möchte ihn, wenn er nach wie im Flug vergehenden knapp 80 Minuten vorbei ist, nicht unbedingt gleich noch einmal sehen. Aber wenn man sich, am besten ohne größeres Vorwissen (das auch der Trailer nicht vermittelt), einfach mal auf den Film einlässt, bereitet er ein sehr ungewöhnliches, beträchtliches Vergnügen.

5/5

PS: Der Film lief auf so ziemlich jedem Filmfestival der Welt und wird in Deutschland im Mai dieses Jahres von Universum auch als DVD und BluRay vertrieben werden.

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Der Plan (The Adjustment Bureau)

Posted in Kranker Scheiss on März 11th, 2011 by edzehard – 1 Comment

George Nolfis Regie-Debut ist ein romantisches Drama im Mantel eines Science-Fiction Films. Man könnte ihn als eine Mischung aus “Wicker Park” und “Dark City” bezeichnen – doch das hilft natürlich nur denen weiter, die beide Filme kennen. Die Story kreist um den jungen Politiker David (Matt Damon) und die schöne Tänzerin Elise (Emily Blunt), die nicht zueinander finden, weil eine höhere Macht das verhindern will. Diese höhere Macht sind die Männer vom “Adjustment Bureau” (Originaltitel), die im Retro-Look mit Hut und Mantel unterwegs sind um das Schicksal der Menschheit (den titelgebenden “Plan”) zu steuern.

Die Story beginnt mit einer verlorenen Wahl. Davids Kampagne ist zu Ende, er wird nicht zum Senator New Yorks gewählt. Vor seiner letzten Rede lernt er unverhofft eine junge Frau kennen, die sich auf der Toilette verschanzt hat. Die beiden führen eine kurze, anzügliche und knisternde Unterhaltung, die gar in einen Kuss mündet. Dann ist Elise plötzlich verschwunden, und David tut, was ein Politiker niemals tun sollte: er sagt seinen Anhängern die Wahrheit. Überraschenderweise tut er sich damit tatsächlich einen Gefallen, Beobachter räumen ihm gute Chancen ein bei der nächsten Wahl gewinnen zu können.

Auch bei ihrem nächsten, zufälligen Treffen funkt es wieder zwischen David und Elise. Doch an diesem Punkt schreiten die Herren vom “Adjustment Bureau” ein, lassen den überraschten David hinter ihren Vorhang blicken und geben ihm eine deutliche Warnung mit auf den Weg: Finger weg von Elise! Natürlich hält sich David nicht daran, was allerdings gravierende Konsequenzen für beide haben wird…

Von “Dark City” leiht sich der Film die heimliche Macht im Hintergrund und die still stehende Zeit, von “Wicker Park” die komplizierte Liebes-Geschichte voller Schicksals- und Rückschläge. Heraus kommt ein unterhaltsamer, optisch sehr ansprechender Film, der viele philosophische und religiöse Fragen aufwirft, ohne sie ernsthaft beantworten zu wollen. Besonders deutlich wird letzteres beim großen Finale, das diesen Titel wahrlich nicht verdient hat. Laut IMDB wurde ursprünglich ein anderer Schluss gedreht, der aber offenbar bei den Testvorführungen durchgefallen ist.

Funktionieren tut der Film über weite Strecken trotzdem, was vor allem den beiden starken Hauptdarstellern zu verdanken ist. Denn nur weil ihre Romanze glaubwürdig und lebhaft wirkt kann “The Adjustment Bureau” sich die etwas fahrige Story erlauben und trotzdem noch Spaß machen. Natürlich ist das auch dem Drehbuch zu verdanken, das den beiden einige wirklich gute und witzige Dialoge schenkt. Auch Terence Stamp und der aus “Mad Menn” bekannte John Slattery sind gute Besetzungen für ihre Rollen, ebenso Anthony Mackie, auch wenn dessen Rolle nicht so ganz gut durchdacht ist.

Der Science-Fiction-Aspekt ist immerhin visuell sehr gut umgesetzt. Der bereits erwähnte Retro-Look und ein paar einfache, aber wirkungsvolle Tricks (sich in ungeahnte Räume öffnende Türen etwa) geben dem Film eine auf das wesentliche reduzierte, leicht kafkaeske Stimmung. Dass man vor Ort in New York gedreht hat wird in vielen Szenen deutlich und lässt den Film authentisch und ungekünstelt aussehen.

Wie ich höre hat der Film herzlich wenig mit der Kurzgeschichte von Philip K. Dick zu tun, auf der er basiert. Fans des Sci-Fi-Kultautors sollten sich darüber im Klaren sein, andernfalls ist eine Enttäuschung vorprogrammiert. Ein großer Wurf ist “The Adjustment Bureau” nicht geworden, als kurzweiliges Entertainment mit einigen sehr schönen Momenten geht er aber locker durch. Knapp

4/5

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Jackass 3

Posted in Kranker Scheiss, Müllhaufen on März 3rd, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Viel erwartet habe ich von diesem Film nicht. Die Chaotentruppe um Johnny Knoxville hat den dritten Kinofilm ihrer “Jackass”-Abenteuer wohl vor allem des Geldes wegen gedreht. Und in 3D, das klingt dieser Tage ja immer gut. Ich habe mir den Streifen in 2D reingezogen, oder besser: ich habe es probiert.

Während früher noch jeder zweite oder dritte Stunt Spaß gemacht hat fällt den Jungs inzwischen nichts mehr ein. Wohl deshalb fällt Teil 3 noch widerlicher und Fäkalien-lastiger aus als seine Vorgänger. Den ganz wenigen lustigen Aktionen stehen unzählige eklige und unkomische gegenüber. Das euphorische Gelächter von Knoxville, Magera, Steve-O und Co. klingt dabei schon recht gekünstelt, offenbar haben sie selber schon keinen Spaß mehr an ihren Ferkeleien. Um mit dem Filmdienst zu sprechen: “Ich rate ab.”.

1/5

True Grit

Posted in Kranker Scheiss on März 1st, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Jetzt also ein Western. Von allen Film-Genres eines der wenigen, das die Coen-Brüder noch nicht beackert haben. Noch dazu ein Remake des gleichnamigen Films mit John Wayne von 1969, wobei ihre Neuverfilmung wohl näher an dem Roman dran ist, auf dem beide Adaptionen basieren. Zumindest stand das so im “Filmdienst”, dem meist zu trauen ist.

In “True Grit” arbeiten die Regisseure wieder mit Jeff Bridges zusammen, dem sie in “The Big Lebowski” zur immer noch besten Rolle seiner Karriere verholfen haben. Auch diesmal stimmt die Besetzung wieder, Bridges gibt den kauzigen und schießwütigen alten US-Marshall Reuben “Rooster” Cogburn. Der bekommt von der 14-jährigen Mattie (Oscar-nominiert: Hailee Steinfeld) den Auftrag, den Mörder ihres Vaters ausfindig zu machen. Widerwillig nimmt Cogburn die Verfolgung auf, nur um festzustellen, dass es der resoluten Mattie ganz furchtbar ernst damit ist, ihn begleiten zu wollen.

Als dritter Gefährte stösst der Texas Ranger LaBeouf dazu, gespielt vom zurzeit omnipräsenten Matt Damon – mit Schnauzer und Backenbart gerade noch so wiederzuerkennen. LaBeouf ist Ned Pepper auf der Spur, dem Kopf einer Verbrecherbande, der sich offenbar auch der Mörder angeschlossen hat. Im winterlichen ‘Wilden Westen’ müssen die drei ungleichen Figuren einige Prüfungen bestehen, bis es zum finalen Showdown kommt.

“True Grit” nimmt sich viel Zeit für die Exposition, in der die wichtigsten Charaktere ausführlich vorgestellt werden. Der Ton ist wie üblich lakonisch, schwankt zwischen biblischem Ernst und distanzierter, ironischer Heiterkeit. Visuell setzt der Film auf ausgeblichene, matte Farben, wobei einige Einstellungen unweigerlich Assoziationen mit der klassischen Marlboro-Kinowerbung wecken.

Die Chemie zwischen den Figuren stimmt, Damon und Bridges liefern sich ein unterhaltsames und überzeugendes Duell um den Preis für den größten “tough guy”, während Mattie mittendrin quasi als Publikum fungiert. Richtig in Fahrt kommt “True Grit” dann, wenn auch die Bösewichter eingreifen. Josh Brolin und Barry Pepper haben beide starke Auftritte, auch wenn das große Finale nicht so ganz überzeugen kann.

Die Coens haben mit ihrem neuesten Film einen sehenswerten Western vorgelegt, der sich allein wegen der guten Darsteller und Dialoge lohnt. An ihre Meisterwerke (wie etwa “Miller’s Crossing”) kommt der Film nicht ganz heran, was aber nicht weiter schlimm ist – die beiden sind ja noch relativ jung und haben sicher noch ein paar gute Ideen. Man darf gespannt sein, woran sie sich als nächstes versuchen.

4/5

PS: Im englischen Original sind viele Dialoge von “True Grit” recht schwer zu verstehen, weil vor allem Jeff Bridges derbe nuschelt. Untertitel helfen da weiter, die Handlung selbst versteht man auch ohne “Lesehilfe”…

Thomas Pynchons “Inherent Vice” als Film?!

Posted in KenntKeinMensch, Kranker Scheiss on Februar 20th, 2011 by edzehard – Be the first to comment

Irgendwie werden zur Zeit eine Menge Romane verfilmt, die ich auch tatsächlich gelesen habe. Da kommt Mitte April etwa “Alles, was wir geben mussten” (Roman von Kazuo Ishiguro), außerdem hoffentlich sehr bald “The Rum Diary” (von Hunter S. Thompson) und auch eine Adaption von Don DeLillos “Cosmopolis” ist unterwegs, wie ich hier schon berichtet habe. Nicht zu vergessen Philip K. Dicks “Ubik”, das offenbar unter der Regie von Michel Gondry verfilmt wird.

Und nun lese ich bei Deadline.com, dass Paul Thomas Anderson (“Boogie Nights”) tatsächlich vor hat “Inherent Vice” (deutscher Titel “Natürliche Mängel) ins Kino zu bringen. Robert Downey Jr. soll an der Hauptrolle Interesse haben, was ganz gut passen würde. Der Roman ist eine ziemlich wirre Drogen- und Entführungsgeschichte, die anno 1969 in Los Angeles spielt.

Hauptfigur ist Doc Sportello, ein kiffender Detektiv, der in alle möglichen Fälle verwickelt wird, die irgendwie miteinander zusammen hängen. Ein sehr gutes Buch, für die Verhältnisse von Thomas Pynchon sehr einfach zu lesen und definitiv auch für eine Verfilmung geeignet. Bleibt nur zu hoffen, dass der Plot nicht zu sehr eingedampft wird. Ich bin ja sonst eher für kurze Filme, aber dieser darf sich (wie jeder wirklich gute Film) gerne viel Zeit nehmen.

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Neue Philip K. Dick-Verfilmung in Sicht: UBIK

Posted in Kranker Scheiss on Februar 17th, 2011 by edzehard – 1 Comment

Wie die Kollegen bei Empire schreiben wird sich Michel Gondry mit “Ubik” eines der bekanntesten Bücher Dicks annehmen. Der Regisseur hat bereits mit “Eternal Sunshine of the Spotless Mind” und “Science of Sleep” bewiesen, dass er großartige Bilder schaffen kann. Vielleicht ist er der Richtige, um die komplizierte, auf mehreren Zeit- und Realitäts-Ebenen spielende Geschichte auf die Leinwand zu bringen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt und froh, dass nach der Dick-Adaption “The Adjustment Bureau” (in Deutschland als “Der Plan” ab dem 10. März) schon Nachschub in Sicht ist…Hooray!

Hereafter – Das Leben danach

Posted in Kranker Scheiss on Februar 9th, 2011 by edzehard – 1 Comment

Ähnlich wie bei “Black Swan” hatte ich auch bei “Hereafter” grundsätzliche Bedenken, was das Thema des Films angeht. Denn das Leben nach dem Tod ist meist Stoff für bestenfalls mäßige Streifen, in denen tote Eltern mit ihren Kindern in Kontakt treten oder dergleichen. Doch wie schon bei dem Oscar-nominierten Ballettfilm hat auch hier die Neugier gewonnen, denn immerhin ist der Film von Clint Eastwood, von dem man mehr als einen lauen Thriller mit übernatürlichen Untertönen erwarten darf.

Einen solchen hat der alte Haudegen auch nicht gedreht, wenngleich die Parapsychologie eine wichtige Rolle spielt. “Hereafter” folgt drei Figuren, die eigene Erfahrungen mit dem (Nah-)Tod machen, und deren Wege sich am Ende kreuzen. Fernsehjournalistin Marie aus Paris (Cecile de France) kommt bei dem Tsunami von 2004 beinahe ums Leben, den Eastwood in beeindruckenden Bildern – die Effekte sind für den Oscar nominiert – auf die Leinwand bringt. Dabei hat sie eine near death experience, die sie nicht mehr loslässt. Ihre Rückkehr in den gewohnten Beruf gestaltet sich schwierig.

In London verliert Schuljunge Marcus seinen Zwillingsbruder bei einem Unfall, und ist fortan besessen davon noch einmal mit ihm in Kontakt zu treten. In San Francisco hat George (Matt Damon) sein Dasein als Medium, das mit Toten in Kontakt tritt, ad acta gelegt. Sein ‘Talent’ empfindet er nur noch als Fluch, seine Brötchen verdient er sich lieber als Staplerfahrer.

Eastwood konzentriert sich zunächst auf seine Figuren und die Veränderungen, die ihre Erfahrungen in ihnen auslösen. Marcus, inzwischen bei Pflegeeltern untergebracht, zieht sich in sein Schneckenhaus zurück, ohne die Suche aufzugeben. Marie beginnt ein Buch zu schreiben, hat aber bald etwas anderes im Sinn als die ursprünglich geplante Biographie von Francois Mitterand. George, der bei einem Kochkurs eine nette Frau kennenlernt, wird immer wieder von seinen Fähigkeiten eingeholt.

Das “Hereafter” des Titels verbindet die drei Stränge, zunächst nur thematisch, gegen Ende auch dramaturgisch. Der Film wirft einen durchaus kritischen Blick auf die Welt der selbsternannten Jenseitsforscher und Scharlatane, stellt dem aber eine – in einer Szene gar wissenschaftlich untermauerte – Theorie entgegen, nach der es tatsächlich ein Jenseits gibt. Lehnt man diese Vorstellung kategorisch ab wird man dem Geschehen nichts abgewinnen können.

Getragen wird die Story von den sehr guten Hauptdarstellern, die zurückhaltend aber eindringlich das Innenleben der Figuren erlebbar machen. Ohne klassischen Hollywood-Glanz und schmeichelnde Beleuchtung kommt auch die Inszenierung aus, die Schauplätze in London und San Francisco sind rustikal bis heruntergekommen, lediglich von Paris sind auch schöne und moderne Ecken zu sehen.

Über die Story kann nicht viel mehr gesagt werden, ohne zuviel zu verraten, selbst wenn es keinen “großen Kniff” gibt, der am Ende alles in neuem Licht erscheinen lässt. Wer sich für das Thema – oder wie der Autor dieser Zeilen eher für die filmische Umsetzung – interessiert, der wird sicher nicht enttäuscht werden. Wobei man keine ausgefallen Visualisierungen des Jenseits erwarten sollte: “Hereafter” findet zwar stimmige Bilder, überlässt die Details aber der Phantasie des Publikums. Wie gewohnt hat Regisseur Eastwood dabei seine Geschichte fest im Griff. Lediglich ganz kurz vor dem Abspann gehen die Pferde (oder besser die Geigen) mit ihm durch, was den Film als ganzes aber nur leicht ‘beschädigt’.

4/5