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	<title>Edzards Filmriss &#187; Kranker Scheiss</title>
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	<description>DER Filmblog. Alles andere is Quatsch!</description>
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		<title>Filmkritik: The Rum Diary</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 14:36:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edzehard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kranker Scheiss]]></category>
		<category><![CDATA[Hunter S. Thompson]]></category>
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		<category><![CDATA[Romanverfilmung]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf keinen anderen Film habe ich länger gewartet als auf diese Verfilmung von Hunter S. Thompsons Frühwerk &#8220;The Rum Diary&#8221;, das erst 1998 erstmalig veröffentlicht wurde. Knapp 10 Jahre dauerte es von der ersten konkreten Idee einer Adaption bis zum fertigen Film. Johnny Depp spielt darin zum zweiten mal (nach &#8220;Fear &#38; Loathing in Las [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2012/02/the-rum-diary-movie-poster.jpg" rel="lightbox[7338]"><img class="alignleft size-medium wp-image-7350" title="The Rum Diary" src="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2012/02/the-rum-diary-movie-poster-200x300.jpg" alt="The Rum Diary" width="200" height="300" /></a>Auf keinen anderen Film habe ich länger gewartet als auf diese Verfilmung von Hunter S. Thompsons Frühwerk &#8220;The Rum Diary&#8221;, das erst 1998 erstmalig veröffentlicht wurde. Knapp 10 Jahre dauerte es von der ersten konkreten Idee einer Adaption bis zum fertigen Film. Johnny Depp spielt darin zum zweiten mal (nach &#8220;Fear &amp; Loathing in Las Vegas&#8221;) ein Alter Ego des 2005 verstorbenen Autors, diesmal mit dem Namen Paul Kemp. Kemp ist ein erfolg- und zielloser Schriftsteller, der im Jahre 1960 mangels Alternativen eine Stelle als Redakteur beim <em>San Juan Star</em> in Puerto Rico antritt.</p>
<p>Die Zeitung ist bei seiner Ankunft in einem erbärmlichen Zustand, sie dient nur dazu den urlaubenden US-Amerikanern ein geschöntes Bild der realen Zustände in Puerto Rico zu vermitteln. Die meisten Mitarbeiter sind verkrachte Existenzen, viele davon Alkoholiker. Kemp passt also eigentlich ganz gut rein, immerhin beschreibt er seine Trinkverhalten gegenüber dem cholerischen Chefredakteur Lotterman (Richard Jenkins) als &#8220;on the upper end of social&#8221; – was deutlich untertrieben ist.</p>
<p><span id="more-7338"></span></p>
<p>Die Story &#8211; falls man von einer sprechen will, im eigentlichen Sinne gibt es genau wie im Buch nur eine mehr oder minder lose Abfolge von Ereignissen &#8211; kreist um den aalglatten Immobilien-Heini Sanderson (Aaron Eckhart), der Kemp als PR-Autoren für ein Hotel-Projekt auf einer abgelegenen Insel engagieren will. Was den aber viel mehr interessiert ist Sandersons schöne junge Freundin Chenault (Amber Heard). Im Laufe des Films gibt zudem einige Alkohol- und Drogenexzesse, bei denen Kemp und seine Zeitungskollegen Bob Sala (Michael Rispoli) und Moberg (Giovanni Ribisi) bei den örtlichen Polizisten aneinander geraten.</p>
<p>Ein Problem des Films ist es, dass seine Vorlage eher ein Stimmungsbericht ist, der die innere Entwicklung des Autors wiedergibt, als ein &#8216;richtiger&#8217; Roman. Während Thompsons Abneigung gegen das US-Establishment und seine radikale Version des Amerikanischen Traums in &#8220;Fear &amp; Loathing in Las Vegas&#8221; klar im Zentrum stehen sind sie in &#8220;The Rum Diary&#8221; eher am Horizont zu erahnen. Dadurch fehlt dem Film eine klare Richtung, was vor allem am Ende deutlich wird, denn statt mit einem echten Finale klingt der Film eher unspektakulär aus.</p>
<p>Leider kann ich mich im Detail nicht mehr genau an die Handlung im Buch erinnern, aber mir scheint als wären ein paar Entwicklungen etwas geglättet worden (um Kemp sympathischer erscheinen zu lassen), einige andere dagegen zugespitzt (um für mehr Action zu sorgen). Man kann es Regisseur und Drehbuchautor Bruce Robinson nachsehen, er bleibt insgesamt nah genug an der Vorlage dran, hat dabei aber Schwierigkeiten die Balance zwischen komischen und ernsten Elementen zu wahren.</p>
<p>Dass Johnny Depp es sich nicht hat nehmen lassen, noch einmal eine von Thompsons Figuren zu spielen überrascht nicht wirklich. Immerhin war er in &#8220;Fear &amp; Loathing in Las Vegas&#8221; in der Form seines Lebens und zudem mit dem Autor in dessen letzten Jahren freundschaftlich verbunden. Doch zu 100 Prozent passt er nicht die Rolle, schon weil er 15 Jahre nach Raoul Duke eine weniger extreme Version des gleichen Charakters spielt – die zudem eigentlich mindestens fünf Jahre jünger sein müsste als Duke. Immerhin geht Depp (inzwischen 48 Jahre alt) immer noch als junger Mann um die 30 durch und spart sich auch &#8211; bis auf wenige Ausnahmen &#8211; das Zurückfallen in die frühere Rolle.</p>
<p>Der anderen Schauspieler sind gut besetzt, überzeugen können vor allem Richard Jenkins, Michael Rispoli und Aaron Eckhart – wobei ihren Rollen eine echte Entwicklung letztlich versagt bleibt. Amber Heard hingegen sieht zwar unbestritten sehr gut aus, aber irgendwie fehlt ihr das gewisse Etwas. Vielleicht liegt das aber auch am Drehbuch, dass sie fast ausschließlich als Sexbombe präsentiert und Kemps bei aller körperlichen Zuneigung schwieriges Verhältnis zu ihr ausblendet (zumindest habe ich das vom Roman so in Erinnerung).</p>
<p>&#8220;The Rum Diary&#8221; wendet sich ziemlich deutlich in erster Linie an Fans von &#8220;Fear &amp; Loathing in Las Vegas&#8221;, die sich sicher freuen Johnny Depp mal wieder politisch unkorrekt agieren zu sehen. Der Film ist eine ähnlich abenteuerliche Irrfahrt, wenn auch weniger schrill und psychedelisch. Als Nummernrevue, die am Rande auch Themen wie journalistischen Ethos oder Haifisch-Kapitalismus behandelt, funktioniert er sehr gut, auch ein paar großartige Jokes und Dialoge im klassischen Thompson-Stil bereiten Freude. Erst am Schluss geht dem Geschehen merklich die Luft aus, hier offenbart der Film seine eigene (ziemlich werktreue) Ziellosigkeit, ebenso wie die seiner Figuren.</p>
<p>4/5</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Filmkritik: Verblendung (Remake)</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 15:40:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edzehard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kranker Scheiss]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Craig]]></category>
		<category><![CDATA[Millenium-Trilogie]]></category>
		<category><![CDATA[Rooney Mara]]></category>
		<category><![CDATA[Stieg Larsson]]></category>
		<category><![CDATA[The Girl With The Dragon Tattoo]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit den schwedischen Verfilmungen von Stieg Larssons &#8220;Millenium&#8221;-Trilogie habe ich wie hier berichtet  so meine Probleme gehabt. Jetzt ist die US-Version des ersten Teils erschienen, Regie führte dabei David Fincher (&#8220;Sieben&#8221;, &#8220;The Social Network&#8221;). Tatsächlich gefällt mir dessen Version von &#8220;Verblendung&#8221; besser – aber das bedeutet keineswegs, dass nicht auch sein Film Schwächen hätte. Die wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2012/01/19846951.jpg-r_760_x-f_jpg-q_x-20111111_112705.jpg" rel="lightbox[7202]"><img class="alignleft size-medium wp-image-7225" title="Verblendung (Remake)" src="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2012/01/19846951.jpg-r_760_x-f_jpg-q_x-20111111_112705-225x300.jpg" alt="Verblendung (Remake)" width="225" height="300" /></a>Mit den schwedischen Verfilmungen von Stieg Larssons &#8220;Millenium&#8221;-Trilogie habe ich <a title="zum Artikel" href="http://www.edzards-filmriss.de/2012/01/millenium-trilogie-stieg-larsson/">wie hier berichtet</a>  so meine Probleme gehabt. Jetzt ist die US-Version des ersten Teils erschienen, Regie führte dabei David Fincher (&#8220;Sieben&#8221;, &#8220;The Social Network&#8221;). Tatsächlich gefällt mir dessen Version von &#8220;Verblendung&#8221; besser – aber das bedeutet keineswegs, dass nicht auch sein Film Schwächen hätte. Die wie ich glaube größte Schwäche ist die, dass es für nicht-Kenner des Stoffes schwer sein dürfte, die Handlung komplett zu verstehen.</p>
<p>&#8220;The Girl With The Dragon Tattoo&#8221; (Originaltitel) konzentriert sich in der ersten von zweieinhalb Stunden Laufzeit fast komplett auf die Exposition. Der vor Gericht wegen Verleumdung verurteilte Journalist Mikael Blomkvist (Daniel Craig) bricht seine Zelte in Stockholm ab und verlässt die Zeitschrift &#8220;Millenium&#8221;. Er nimmt den Auftrag des alternden Großindustriellen Henrik Vanger (Christopher Plummer) an, das Verschwinden von dessen Nichte im Jahre 1966 aufzuklären. Dazu zieht er (vorübergehend) auf das ländliche Anwesen der Vanger-Familie.</p>
<p><span id="more-7202"></span></p>
<p>Parallel führt der Film die Figur von Lisbeth Salander (Rooney Mara) ein. Die arbeitet für eine private Sicherheitsfirma, in deren Auftrag sie einen Hintergrund-Check über Mikael Blomkvist ausführt. Salander ist &#8211; aus Gründen, die erst in den späteren Romanen zur Sprache kommen &#8211; vom Staat entmündigt worden. Weil ihr bisheriger Vormund einen Schlaganfall erlitten hat übernimmt diese Rolle der Anwalt Bjurman, ein fieser, gewalttätiger Schweinehund. Lisbeth macht üble Erfahrungen mit Bjurman; ihre Aufeinandertreffen führen zu äußerst schwer verdaulichen Szenen, die sicher so manchem zu drastisch ausgefallen sind.</p>
<p>Regisseur David Fincher ist bekannt für seine handwerklich exzellente und eindringliche Art der Inszenierung. Kamerafahrten, Schnitt, der Soundtrack von Ex-Nine Inch Nails-Mastermind Trent Raznor sowie die übrige Soundkulisse: alles vom Feinsten. Es gibt kaum eine Szene in &#8220;Verblendung&#8221; die nicht allein deshalb sehenswert wäre. Doch sein Meisterstück ist der Film dennoch nicht geworden, weil es ihm und seinem Drehbuchautor Steven Zaillian nicht gänzlich gelingt, dem Geschehen eine überzeugende dramaturgische Form zu geben.</p>
<p>Die Exposition ist wie schon erwähnt überzeugend, steht aber weitgehend für sich. Die Aufklärung des zentralen Rätsels (was vor 40 Jahren mit Vangers Nichte passiert ist) und die Ermittlungen, die dahin führen enthalten viele sehr gute Szenen und Montagen. Und doch kommt unter anderem die Familie Vanger mit ihren vielen unsympathischen und mysteriösen Mitgliedern letztlich ein wenig zu kurz. Am Ende lässt der Film gar die zentrale Beteiligung und Schuld einer Schlüsselfigur einfach weg. Die Faszination des Schauplatzes Hedestad (einer fiktiven, abgelegenen kleinen Insel, auf der die meisten Vangers leben) ist spürbar, rückt aber nie ins erzählerische Zentrum des Films &#8211; als wüsste er damit nichts anzufangen. Oder hätte keine Zeit dafür.</p>
<p>Daniel Craig ist eine gute Besetzung für Blomkvist, im Vergleich mit Mikael Nyqvist spielt er die Figur zugänglicher und souveräner, macht es dem Publikum leichter, sich mit Blomkvist zu identifizieren. Das mag auch an Craigs Bekanntheit und seinem Image liegen, der Story nützt es auf jeden Fall. Auch Mara Rooney, die das schwere Erbe von Noomi Rapace antritt, verleiht ihrer Figur einen Hauch mehr Offenheit und Emotion – weicht dabei aber (zum Glück) nicht nennenswert von der Roman-Figur ab. Die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren gibt Finchers Film präziser und stimmiger wieder als im schwedischen &#8220;Original&#8221;.</p>
<p>Unter dem Strich hat David Fincher gute Arbeit geleistet und einen spannenden, visuell überzeugenden Thriller gedreht. Doch so ganz bekommt auch er die umfassende, in viele Richtungen gesponnene Story für seinen Film nicht in den Griff, einige Szenen wirken aufgesetzt (nicht im schauspielerischen Sinne, sondern im dramaturgischen), andere kommen ein wenig zu kurz. Es wäre vielleicht besser gewesen, einige Stränge einfach wegzulassen &#8211; schwierig jedoch, da die meisten in den Fortsetzungen weitergeführt werden. Ein guter, aber kein überragender Thriller mit einigen äußerst eindringlichen Szenen ist der Film dennoch, und auch die bessere der beiden Adaptionen.</p>
<p>4/5</p>
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		<title>Filmkritik: &#8220;Hanna&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 19:02:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edzehard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kranker Scheiss]]></category>
		<category><![CDATA[Nuck Chorris]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwo in der Nähe des Polarkreises, in einem klirrend kalten weißen Nadelwald, lernt man in &#8220;Hanna&#8221; die Titelfigur kennen. Ein blondes, schlankes Mädchen, das gerade mit Pfeil und Bogen einen Elch erlegt hat. Hanna (Saoirse Ronan, bekannt aus &#8220;Atonement&#8221;) lebt dort allein mit ihrem Vater Erik (Eric Bana), und das offenbar schon sehr lange. Musik [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/12/MPW-57685.jpeg" rel="lightbox[6762]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6767" title="Hanna" src="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/12/MPW-57685-201x300.jpg" alt="Hanna" width="201" height="300" /></a>Irgendwo in der Nähe des Polarkreises, in einem klirrend kalten weißen Nadelwald, lernt man in &#8220;Hanna&#8221; die Titelfigur kennen. Ein blondes, schlankes Mädchen, das gerade mit Pfeil und Bogen einen Elch erlegt hat. Hanna (Saoirse Ronan, bekannt aus &#8220;Atonement&#8221;) lebt dort allein mit ihrem Vater Erik (Eric Bana), und das offenbar schon sehr lange. Musik kennt sie nur vom Namen her, der Anblick eines Flugzeugs versetzt sie in helle Aufregung &#8211; Hanna ist offensichtlich keine gewöhnliche 16-Jährige.</p>
<p><span id="more-6762"></span></p>
<p>Warum Erik mit seiner Tochter in der Einöde wohnt und sie zu einer brandgefährlichen Kriegerin ausbildet, das erfährt man im Film nach und nach. Es hat mit seiner eigenen Vergangenheit zu tun, mit Hannas verstorbener Mutter und einer Frau namens Marissa. Die wird gespielt von Cate Blanchett und arbeitet für die CIA. Kaum verlassen Vater und Tochter ihre einsame Blockhütte ist sie den beiden auf den Fersen.</p>
<p>Der Film von Joe Wright ist in erster Linie sehr stylisches und dynamisches Bewegungskino. Die Kampfszenen (es gibt viele davon) sind von einem explosiven Soundtrack unterlegt, die Kamera selbst ist viel in Bewegung. Die Inszenierung setzt auf die Wucht der Bilder, dazu hat man viele beeindruckende Schauplätze gewählt, von einer unterirdischen Geheimdienst-Station über einen riesigen Containerhafen bei Nacht bis zum stillgelegten Spreepark in Berlin.</p>
<p>Die Rechnung geht auf, &#8220;Hanna&#8221; ist ein packender Film geworden, eine geschickte Mischung aus den &#8220;Bourne&#8221;-Filmen und &#8220;Leon &#8211; Der Profi&#8221;. Die Story an sich ist nicht ohne ein paar Macken und geht zuweilen over-the-top, auch die Kräfte seiner Heldin sind quasi übermenschlich. Aber der Film ist nun mal ein modernes Action-Märchen, bei der Psychologie und Logik zwar eine Rolle spielen, aber eine untergeordnete.</p>
<p>Die Hautdarsteller sind allesamt überzeugend, wenn sie auch ein paar der schwächeren Szenen nicht wirklich retten können. Von den Nebendarstellern überragt vor allem Tom Hollander als vor sich hin pfeifender Auftragskiller. Weil Hanna außerhalb der Zivilisation aufgewachsen ist, hat sie &#8211; trotz ihrer exzellenten Kampfkünste &#8211; einen unschuldigen Blick auf die Welt. Daraus zieht der Film ein paar starke Momente, etwa während ihrer kurzen Freundschaft mit einer gleichaltrigen Engländerin.</p>
<p>Im Mittelteil geht dem Film für eine knappe halbe Stunde ein wenig die Luft aus, und das Ende ist leider insgesamt nicht sonderlich überzeugend. Doch die spannenden und überzeugenden Szenen überwiegen deutlich. &#8220;Hanna&#8221; ist ähnlich wie die Filme von Tarantino Kino auf der Meta-Ebene, ein Spiel mit Versatzstücken des Kinos und der Kraft der Bilder. Äußerst nett anzusehen, aber nicht sonderlich tiefgründig &#8211; trotz der &#8220;Wolfskind&#8221;-Thematik.</p>
<p>4/5</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Filmkritik: &#8220;Der Gott des Gemetzels&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 18:39:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edzehard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Großes Kino!]]></category>
		<category><![CDATA[Kranker Scheiss]]></category>
		<category><![CDATA[Selten so gelacht!]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Waltz]]></category>
		<category><![CDATA[Jodie Foster]]></category>
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		<category><![CDATA[Polanski]]></category>

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		<description><![CDATA[Einer der besten Filme des Jahres 2011 ist gleichzeitig einer der kürzesten. Gerade mal knapp 80 Minuten benötigt Roman Polanski in &#8220;Der Gott des Gemetzels&#8221; (Originaltitel &#8220;Carnage&#8221;) für eine extrem bissige Komödie um den ganz alltäglichen Wahnsinn im Leben zweier Ehepaare. Der Film basiert auf einem Theaterstück und beschränkt sich räumlich komplett auf eine Wohnung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/11/carnage.jpg" rel="lightbox[6622]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6626" title="Der Gott des Gemetzels" src="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/11/carnage-220x300.jpg" alt="Der Gott des Gemetzels" width="220" height="300" /></a>Einer der besten Filme des Jahres 2011 ist gleichzeitig einer der kürzesten. Gerade mal knapp 80 Minuten benötigt Roman Polanski in &#8220;Der Gott des Gemetzels&#8221; (Originaltitel &#8220;Carnage&#8221;) für eine extrem bissige Komödie um den ganz alltäglichen Wahnsinn im Leben zweier Ehepaare. Der Film basiert auf einem Theaterstück und beschränkt sich räumlich komplett auf eine Wohnung New York City, in der die Longstreets die Cowans empfangen um ein Problem aus der Welt zu räumen.</p>
<p><span id="more-6622"></span></p>
<p>Das Problem besteht darin, dass der Sohn von Nancy und Alan Cowan (Kate Winslet und Christoph Waltz) dem Sohn von Penelope und Michael Longstreet (Jodie Foster und John C. Reilly) mit einem Stock zwei Zähne ausgeschlagen hat. So geht es natürlich nicht, da sind sich alle einig. Zu Beginn des Films wollen die Cowans eigentlich schon gehen, nachdem man sich bereits auf eine schriftliche Beschreibung der Tat geeinigt hat. Doch so ganz sind die Unstimmigkeiten noch nicht ausgeräumt, und man findet sich bald gemeinsam bei Kaffee und Kuchen am Couchtisch wieder.</p>
<p>Alan Cowan, ein Anwalt und Workaholic, hat für die ganze Angelegenheit dabei nur begrenzt Nerven und telefoniert ständig mit seinem Blackberry . Das wiederum mißfällt seiner Gattin, die sich von Penelope zunehmend als Mutter angegriffen fühlt. Michael bemüht sich, die Wogen ein wenig zu glätten. Aber der Film hieße nicht &#8220;Der Gott des Gemetzels&#8221; wenn es ihm gelingen würde&#8230;</p>
<p>Es fliegen bald buchstäblich die Fetzen, es wird gestritten, diskutiert, verhöhnt, geweint und gelacht. Von Polanski mit ruhiger Hand und großartigem Timing inszeniert kippt langsam, aber sicher die Stimmung. Bald geht es nur noch am Rande um die Rauferei der beiden Söhne, es ist ein Kampf der Egos entbrannt, in dem keiner zurückstecken möchte. Interessanterweise verschieben sich die Fronten zwischen den Charakteren immer wieder, mal ziehen die Herren an einem Strang, dann die Damen, und schließlich auch mal über Kreuz.</p>
<p>Die Schauspieler haben sichtlich Spaß an ihren Rollen, ich würde mich nicht wundern wenn sie alle vier &#8211; völlig zu Recht &#8211; für Oscars nominiert werden. Auch wenn es um ernste Themen geht ist der Film letztlich eine Komödie, die eine Menge Lacher zu bieten hat. Die herrlich spitzen bis bösartigen Dialoge bereiten großes Vergnügen, die angespannte Stimmung sorgt für zusätzlichen Reiz. So einfach kann großes Kino sein.</p>
<p>5/5</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Filmkritik: &#8220;The Devil&#8217;s Double&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 20:05:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edzehard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Großes Kino!]]></category>
		<category><![CDATA[KenntKeinMensch]]></category>
		<category><![CDATA[Kranker Scheiss]]></category>
		<category><![CDATA[Based on a true story]]></category>
		<category><![CDATA[Dominic Cooper]]></category>
		<category><![CDATA[Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Saddam Hussein]]></category>
		<category><![CDATA[Udai Hussein]]></category>

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		<description><![CDATA[Udai Hussein war der älteste Sohn von Saddam Hussein, dem langjährigen Diktator des Irak. Wie sein Vater hat auch Udai u.a. aus Gründen der Sicherheit einen Doppelgänger gehabt, womit dann auch der Titel des Films erklärt wäre. &#8220;The Devil&#8217;s Double&#8221; erzählt die Geschichte von Latif Yahia, Udais Doppelgänger, und basiert dabei auf dessen Memoiren. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/11/the-devils-double-movie-poster.jpg" rel="lightbox[6587]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6591" title="The Devil's Double" src="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/11/the-devils-double-movie-poster-202x300.jpg" alt="The Devil's Double" width="202" height="300" /></a>Udai Hussein war der älteste Sohn von Saddam Hussein, dem langjährigen Diktator des Irak. Wie sein Vater hat auch Udai u.a. aus Gründen der Sicherheit einen Doppelgänger gehabt, womit dann auch der Titel des Films erklärt wäre. &#8220;The Devil&#8217;s Double&#8221; erzählt die Geschichte von Latif Yahia, Udais Doppelgänger, und basiert dabei auf dessen Memoiren. Die allerdings werden &#8211; laut Wikipedia &#8211; von einigen Seiten angezweifelt, was für den Film allerdings von untergeordneter Bedeutung ist. Denn die Story ist gut.</p>
<p><span id="more-6587"></span></p>
<p>Der britische Schauspieler Dominic Cooper (&#8220;An Education&#8221;) verkörpert im Film sowohl das Original als auch die Fälschung. Schon wegen seiner Leistung und der Tatsache, dass man schnell vergisst, dass viele Szenen nachbearbeitet sein <em>müssen</em>, ist &#8220;The Devil&#8217;s Double&#8221; sehenswert. Zu Beginn des Films &#8211; gegen Ende des Krieges zwischen Irak und Iran in den 80er Jahren &#8211; zitiert Udai seinen ehemaligen Klassenkameraden Latif in seine Villa. Der versteht sofort, dass er nicht wirklich eine Wahl hat &#8211; er wird zu Udais Doppelgänger, wofür er sich auch kleineren chirurgischen Eingriffen unterziehen muss.</p>
<p>Der Spross des Diktators war &#8211; da sind sich die meisten Quellen einig &#8211; kein angenehmer Zeitgenosse. In diesem Film und Dank Coopers Leistung wird er zu einem der überzeugendsten Bösewichter des Kinojahres. Mit schriller Stimme, unfassbar kaltblütig, launisch und selbstverliebt hält Udai in Bagdad Hof. Seine Macht ist schier endlos, schließlich war sein Vater nicht einfach Präsident, sondern ein skrupelloser Despot, der sein Land brutal unterdrückt hat.Latif hat von dem alltäglichen Wahnsinn schnell genug; doch wie soll er fliehen, ohne das Leben seiner Familie aufs Spiel zu setzen?</p>
<p>Regisseur Lee Tamahori hat &#8220;The Devil&#8217;s Double&#8221; temporeich inszeniert und dabei in unerbittlich helles Licht getaucht (gedreht wurde auf Malta und in Jordanien). Einige Szenen sind extrem brutal, für schwache Mägen ist er sicher nichts. Für Fans von 80er-Jahre Popmusik schon eher, denn es laufen stilecht &#8220;Relax&#8221; und ähnliche Hits. Der Film macht ein paar kleine dramaturgische Sprünge, und am Ende geht ihm gar fast ein wenig die Luft aus &#8211; beides mindert das Vergnügen jedoch nur sehr bedingt.</p>
<p>Dominic Cooper schafft es, zwei absolut unterschiedliche Charaktere äußerst überzeugend zu spielen. Das Szenario ist zwar extrem, wirkt aber sofort glaubwürdig (nicht nur weil es nicht allzu weit von der Wahrheit weg ist). Eine Frau ist natürlich auch im Spiel, eine von Udais Geliebten. Gespielt wird sie von Ludivine Sagnier (&#8220;Swimming Pool&#8221;), welche Rolle ihr genau zufällt sollte hier aber besser nicht verraten werden. &#8220;The Devil&#8217;s Double&#8221; ist kein politischer Film, die Rollen von Gut und Böse sind klar verteilt. Seiner Story gewinnt er trotzdem oder genau deshalb viele sehr gut Szenen ab, die zusammen einen abwechslungsreichen, kurzweiligen und im besten Sinne interessanten Film ergeben. Angesichts der finsteren Hauptfigur allerdings sicher nicht jedermans Sache.</p>
<p>4/5</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Filmkritik: &#8220;Die Haut in der ich wohne&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 17:59:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edzehard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kranker Scheiss]]></category>
		<category><![CDATA[Almodovar]]></category>
		<category><![CDATA[Antonio Banderas]]></category>
		<category><![CDATA[Europäisches Kino]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei Filmen von Pedro Almodovar ist es ein bisschen wie mit denen von Woody Allen. Die besseren gehören meist zu den besten des Jahres, die weniger guten sind immer noch sehenswert. &#8220;Die Haut in der ich wohne&#8221; ist leider einer der weniger guten Filme des spanischen Meisters. Nicht, dass es nicht ein paar großartige Szenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/11/hautin-derichwohne.jpg" rel="lightbox[6575]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6581" title="Die Haut in der ich wohne" src="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/11/hautin-derichwohne-213x300.jpg" alt="Die Haut in der ich wohne" width="213" height="300" /></a>Bei Filmen von Pedro Almodovar ist es ein bisschen wie mit denen von Woody Allen. Die besseren gehören meist zu den besten des Jahres, die weniger guten sind immer noch sehenswert. &#8220;Die Haut in der ich wohne&#8221; ist leider einer der weniger guten Filme des spanischen Meisters. Nicht, dass es nicht ein paar großartige Szenen und insgesamt eine spannende Idee dahinter gäbe &#8211; aber so richtig überzeugen kann der Film nicht.</p>
<p><span id="more-6575"></span></p>
<p>Antonio Banderas spielt den plastischen Chirurgen Robert, der in seinem abgelegenen Haus eine ganz besondere Patientin umsorgt. Vera (Elena Anaya) trägt einen Ganzkörper-Anzug und &#8211; so viel darf hier verraten werden &#8211; hat schon einige Eingriffe hinter sich. Wo sie herkommt, wer sie ist und was Robert mit ihr vorhat bleibt erstmal offen. Robert hat vor einigen Jahren bei einem Auto-Unfall seine Frau verloren und lebt seitdem nur noch für seine Arbeit. Unter anderem entwickelt er dabei eine künstliche, extrem widerstandsfähige Haut &#8211; doch seine Vorgesetzten pfeifen ihn bei diesem Projekt zurück. Wie so häufig arbeitet Almodovar auch in &#8220;Die Haut in der ich wohne&#8221; mit verschiedenen Zeitebenen, in diesem Fall setzt nach etwa der Hälfte des Films eine Rückblende ein, die langsam, aber sicher die offenen Fragen beantwortet.</p>
<p>Die menschlichen Abgründe und die Beschäftigung mit Tod, Trauer und Sexualität sind typisch für den Regisseur, ebenso der mitunter sehr absurde Humor. Doch die Figuren sind weniger liebevoll und facettenreich gezeichnet, der Blick auf das Szenario ist &#8211; verglichen etwa mit &#8220;Sprich mit Ihr&#8221; oder &#8220;Alles über meine Mutter&#8221; &#8211; sehr klinisch. Die erzählerischen Motive sind oft ähnlich wie in früheren Filmen, aber sie entwickeln trotz gewohnt wunderbaren, stilvollen Kamera-Einstellungen nicht dieselbe dramatische Wucht.</p>
<p>An den Schauspielern liegt das eher weniger, Banderas und seine recht unbekannten Kollegen leisten gute Arbeit. Was dem Film fehlt ist eine Identifikationsfigur, eine reine Seele, die dem immer etwas surrealen Geschehen ein emotionales Zentrum gibt. Weil niemand so recht sympathisch ist bleibt dem Publikum nur die Rolle des interessierten, aber distanzierten Beobachters. &#8220;Die Haut in der ich wohne&#8221; bietet einige faszinierende und sehenswerte (Überraschungs-)Momente, und eine ambivalente, beängstigende Stimmung wie sie kaum ein anderer Regisseur zu erzeugen vermag. Interessant, einfallsreich und ungewöhnlich ist der Film geworden &#8211; aber eine deutliche Spur kälter und unnahbarer als Almodovars beste Filme.</p>
<p>3/5</p>
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		<title>Filmkritik: &#8220;Red State&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Oct 2011 09:36:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edzehard</dc:creator>
				<category><![CDATA[KenntKeinMensch]]></category>
		<category><![CDATA[Kranker Scheiss]]></category>
		<category><![CDATA[Nuck Chorris]]></category>
		<category><![CDATA[Hillbillies]]></category>
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		<description><![CDATA[Mit &#8220;Red State&#8221; hat Kevin Smith (&#8220;Clerks&#8221;) einen Film gedreht, der die Erwartungen des Publikums gleich mehrfach unterläuft. Das Geschehen, das irgendwo im konservativen Hinterland der USA spielt, beginnt wie ein klassischer Horrorfilm. Die Highschool-Jungs Travis, Jared und Billy Ray planen einen kleinen Road-Trip zu einer Frau, die ihnen per Internet-Annonce Sex angeboten hat. Das Stadtgespräch &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/10/red-state-movie-latest-poster.jpg" rel="lightbox[6425]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6440" title="Red State" src="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/10/red-state-movie-latest-poster-192x300.jpg" alt="" width="192" height="300" /></a>Mit &#8220;Red State&#8221; hat Kevin Smith (&#8220;Clerks&#8221;) einen Film gedreht, der die Erwartungen des Publikums gleich mehrfach unterläuft. Das Geschehen, das irgendwo im konservativen Hinterland der USA spielt, beginnt wie ein klassischer Horrorfilm. Die Highschool-Jungs Travis, Jared und Billy Ray planen einen kleinen Road-Trip zu einer Frau, die ihnen per Internet-Annonce Sex angeboten hat. Das Stadtgespräch &#8211; ein extremistischer, schwulenfeindlicher Pfarrer und seine demonstrierenden Jünger &#8211; interessiert sie bei diesen Aussichten natürlich nicht im Geringsten.</p>
<p><span id="more-6425"></span></p>
<p>Kaum sind sie unterwegs kommt es zu einem (folgenschweren) Unfall, bei dem sie ein parkendes Auto rammen. Doch der Besitzer des Wagens hat kein Interesse daran, die Sache schnell aufzuklären, und so fahren die drei erstmal weiter. Es stellt sich raus, dass Sara, die Dame aus der Anzeige, in einem Trailer an einer Landstraße lebt &#8211; und nicht gerade die jüngste ist. Gespielt wird sie von Oscar-Preisträgerin Melissa Leo (&#8220;The Fighter&#8221;), als erstes bietet sie den etwas aufgeregten Jungs ein paar Bier zur Entspannung an.</p>
<p>Hier schlägt &#8220;Red State&#8221; dann bald den ersten Haken, wobei man das sich entwickelnde Szenario durchaus am Horizont hätte kommen sehen können. Im Mittelpunkt steht nun (Hass-)Prediger Abin Cooper, der vor seiner verschworenen kleinen Gemeinde in einem abgelegenen Anwesen eine Predigt hält. Wie es dann genau weiter geht verrate ich lieber nicht; es macht den Reiz des Films aus, sich überraschen zu lassen. Mit zunehmender Laufzeit entfernt sich der Film vom Horror-Genre, wendet sich anderen Themen (und auch Charakteren) zu und wechselt dabei die Perspektive.</p>
<p>Nicht jede Entwicklung des Films ist in sich logisch, was mich allerdings kaum gestört hat. Denn immerhin kann &#8220;Red State&#8221; den Zuschauer tatsächlich hin und wieder im positiven Sinne überraschen &#8211; was man über Horror- oder Actionfilme und auch Thriller viel zu selten sagen kann. In christlich-konservativen Kreisen der USA wird sich Smith mit seinem recht drastischen Film wenig Freunde gemacht haben &#8211; aber daran wird dem bekanntermaßen liberalen Regisseur von der Ostküste auch nicht viel gelegen haben.</p>
<p>4/5</p>
<p>PS: Der Film wird in Deutschland wohl noch im Laufe des Jahres bei Ascot auf DVD/BluRay erscheinen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Filmkritik: &#8220;Melancholia&#8221; [Spoilers]</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 16:07:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edzehard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kranker Scheiss]]></category>
		<category><![CDATA[Cannes]]></category>
		<category><![CDATA[Kirsten Dunst]]></category>
		<category><![CDATA[Lars von Trier]]></category>
		<category><![CDATA[Weltuntergang]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass im Kino der Weltuntergang droht ist eigentlich keine Seltenheit. Doch meist wird die Katastrophe noch irgendwie gestoppt, oder ist wenigstens auf eine Erdhalbkugel begrenzt &#8211; zumindest in den Filmen von Roland Emmerich (&#8220;2012&#8243;, &#8220;The Day After Tomorrow&#8221;) läuft das so. Nun verbindet den dänischen Regisseur Lars von Trier (&#8220;Das Fest&#8221;, &#8220;Dogville&#8221;) herzlich wenig mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/10/wpid-melancholia-movie-poster-404x600.jpg" rel="lightbox[6414]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6429" title="Melancholia" src="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/10/wpid-melancholia-movie-poster-404x600-202x300.jpg" alt="" width="202" height="300" /></a>Dass im Kino der Weltuntergang droht ist eigentlich keine Seltenheit. Doch meist wird die Katastrophe noch irgendwie gestoppt, oder ist wenigstens auf eine Erdhalbkugel begrenzt &#8211; zumindest in den Filmen von Roland Emmerich (&#8220;2012&#8243;, &#8220;The Day After Tomorrow&#8221;) läuft das so. Nun verbindet den dänischen Regisseur Lars von Trier (&#8220;Das Fest&#8221;, &#8220;Dogville&#8221;) herzlich wenig mit Emmerichs Hollywoodschinken, und in seinem Endzeit-Drama &#8220;Melancholia&#8221; ist bereits nach dem Prolog klar, dass es kein Happy-End geben wird.</p>
<p><span id="more-6414"></span></p>
<p>&#8220;Melancholia&#8221; ist nicht nur der Name des Films (und eines schwermütigen Geisteszustandes), sondern auch der eines Planeten; eines Planeten, der aus den Tiefen des Weltalls kam und dessen Bahn ihn gefährlich nah an die Erde heran führt. Im ersten Teil des Films (&#8220;Justine&#8221;) ist er ein unbekannter, leuchtender Punkt am Abendhimmel, der nur Justine (Kirsten Dunst) auffällt. Am Abend ihrer Hochzeit auf dem abgelegenen Landhaus ihres reichen Schwagers John (Kiefer Sutherland) ist das Brautpaar arg spät dran. Die Feierlichkeiten beginnen schon unter größeren Anspannungen seitens der Beteiligten.</p>
<p>Es folgt ein Stunde Film, die nah dran ist an von Triers &#8220;Das Fest&#8221;, inklusive Handkamera und (familiärer) Streitigkeiten, die sich aus dem Verborgenen ihren Bann treffen. Doch es gibt eine zusätzliche Dimension &#8211; Justines merkwürdiges Verhalten, ihre innere Unruhe &#8211; die der Film dem Publikum nicht mit herkömmlichen Diagnosen erklären will. Am Ende der Hochzeitsnacht steht Justine vor den Trümmern ihres Lebens.</p>
<p>Familienfeste hat man im Kino schon viele gesehen, aber von Trier versteht es viele interessante &#8211; und allesamt sehr gut gespielte &#8211; Figuren zu entwerfen. Unter ihnen ist Charlotte Gainsbourg als Justines Schwester Claire, die im zweiten, nach ihr benannten Teil des Films in den Fokus rückt. Auch er spielt auf dem luxuriösen Anwesen, auf dem Claire mit Ehemann John und ihrem kleinen Sohn Leo lebt. Justine ist auch bei Ihnen, ihr Zustand hat sich noch verschlimmert und belastet die kleine Gemeinschaft &#8211; die dann vom Regisseur mit der ultimativen Katastrophe konfrontiert wird.</p>
<p>Der kleine Punkt am Himmel ist inzwischen zu einem mächtigen Planeten angewachsen, der bedrohlich nah an der Erde seine Bahn zieht. Und &#8211; dem Publikum ist das längst klar &#8211; es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Welt untergehen wird. Aus diesem perfiden Spiel mit den Erwartungen (der Figuren und des Publikums) bezieht der Film eine intensive Spannung.</p>
<p>&#8220;Melancholia&#8221; ist (natürlich) schwer verdauliche Kost. Dem Film gelingt es einerseits durch überwältigende Bilder und Soundeffekte, das Szenario sehr real wirken zu lassen, bleibt aber andererseitd durch die hervorragenden, sich sichtlich verausgabenden Darsteller immer auch ein menschliches Drama. Ich könnte mich nicht erinnern, wann im Kino jemals so ernst über die Frage zu reden war, welches die beste Art sei, den Untergang der Erde gebührend zu begehen. Claire, Justine und Leo finden einen Weg.</p>
<p>4/5</p>
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		<title>Attack the Block</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 18:20:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edzehard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Haufen Ghetto-Kids aus einem Sozialbau-Hochaus im Süden Londons müssen sich gegen den Angriff fieser Aliens wehren. Weil ihnen lange niemand glauben will, dass tatsächlich Außerirdische (agressive,  pelzige und kugelförmige Viecher) nehmen sie die Verteidigung ihres Territoriums in die eigenen Hände&#8230; Die beherzt aufspielenden Jungdarsteller und ihre (zumindest im Original) lustigen Sprüche in Verbindung mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/09/attack_the_block.jpg" rel="lightbox[6358]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6363" title="Attack the Block" src="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/09/attack_the_block-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /></a>Ein Haufen Ghetto-Kids aus einem Sozialbau-Hochaus im Süden Londons müssen sich gegen den Angriff fieser Aliens wehren. Weil ihnen lange niemand glauben will, dass tatsächlich Außerirdische (agressive,  pelzige und kugelförmige Viecher) nehmen sie die Verteidigung ihres Territoriums in die eigenen Hände&#8230; Die beherzt aufspielenden Jungdarsteller und ihre (zumindest im Original) lustigen Sprüche in Verbindung mit dem etwas absurden Szenario machen dabei den Reiz des Films aus.</p>
<p><span id="more-6358"></span></p>
<p>Was nach einer lustigen Ausgangssituation klingt ist auch tatsächlich eine. Den Kids bei ihrem Feldzug zuzusehen ist witzig und unterhaltsam, auch ein paar &#8211; nicht ernst gemeinte &#8211; sozialkritische Themen werden angerissen. Aber letztlich erlahmt das Geschehen trotz recht viel Action auf ungefähr halber Strecke. &#8220;Attack the Block&#8221; hat dann keine Überraschungen mehr parat, und wiederholt sich weitgehend nur noch. Spaß macht der Film trotzdem, aber für einen großen Wurf fehlen ein paar zündende Ideen. Da geht es &#8220;Attack the Block&#8221; ähnlich wie dem &#8211; von den selben Produzenten gemachten &#8211; &#8220;Shaun of the Dead&#8221;. Nette Idee, nette Anspielungen aufs Genre &#8211; aber mehr eben auch nicht.</p>
<p>3/5</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Planet der Affen &#8211; Prevolution</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 19:32:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edzehard</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Tierversuche]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit sich Tim Burton vor etwa 10 Jahren an einem Remake des ersten Teils versucht hat und damit jämmerlich scheiterte durfte die &#8220;Planet der Affen&#8221;-Reihe als erledigt gelten. Nun wäre aber Hollywood nicht Hollywood, wenn man nicht früher oder später die alten Klassiker (und Kassenschlager) wieder neu unters Volk bringen wollte. Tatsächlich ist das mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/08/movie-poster-rise-of-the-planet-of-the-apes.jpg" rel="lightbox[6254]"><img class="alignleft size-medium wp-image-6260" title="Planet der Affen - Prevolution" src="http://www.edzards-filmriss.de/wp-content/uploads/2011/08/movie-poster-rise-of-the-planet-of-the-apes-202x300.jpg" alt="" width="202" height="300" /></a>Seit sich Tim Burton vor etwa 10 Jahren an einem Remake des ersten Teils versucht hat und damit jämmerlich scheiterte durfte die &#8220;Planet der Affen&#8221;-Reihe als erledigt gelten. Nun wäre aber Hollywood nicht Hollywood, wenn man nicht früher oder später die alten Klassiker (und Kassenschlager) wieder neu unters Volk bringen wollte. Tatsächlich ist das mit dem Prequel &#8220;Rise of the Planet of the Apes&#8221; überraschend gut gelungen &#8211; vor allem deshalb weil ein echter Neuanfang gewagt wurde und eine gute Idee hinter dem Projekt steht.</p>
<p><span id="more-6254"></span></p>
<p>Sowohl von der Story als von den Charakteren, Kostümen und Schauplätzen geht &#8220;Planet der Affen &#8211; Prevolution&#8221; neue Wege. Im Zentrum des Films steht (zunächst) der junge Wissenschaftler Will Rodman (James Franco), der an Affen Tierversuche durchführt, um eine Medizin gegen Alzheimer zu entwickeln. Dabei hat er das Wohl der Menschheit ebenso auf dem Schirm wie das seines Vaters, der an Alzheimer leidet und zunehmend abbaut.</p>
<p>Bei den Versuchen (die aus moralischer Sicht relativ harmlos sind, weil &#8220;nur&#8221; Medikamente verabreicht werden) kristallisiert sich bald ein Stoff heraus, der die Intelligenz der Affen durch &#8220;von selbst heilende Zellen&#8221; steigert. Leider dreht eines der Tiere pünktlich zur großen Präsentation des Wundermittels durch und stürmt den Konferenzsaal. Die Forschung wird eingestellt, nur ein Baby-Schimpanse bleibt &#8211; in Wills Obhut &#8211; übrig.</p>
<p>Um hier nicht zuviel zu verraten zum weiteren Verlauf nur folgendes: Das vermeintliche Wundermittel führt zu einer Vielzahl extrem intelligenter Affen, weil die Menschen nicht in der Lage sind, die Folgen ihrer Experimente richtig einzuschätzen. Das ganze geschieht allerdings im Rahmen einer sehr ansehnlichen Story, in der sich das Affenjunge Caesar langsam aber sicher zum eigentlichen Hauptdarsteller entwickelt.</p>
<p>&#8220;Planet der Affen &#8211; Prevolution&#8221; setzt anders als alle Vorgänger auf <em>computer generated images</em> (cgi). Das hat einen entscheidenden Vorteil: die Affen kommen nicht so B-Movie-mäßig in Kostümen und Gummimasken daher. Die Animation ist überwiegend sehr gut gelungenen, die Tricks sind auf hohem Niveau. In einigen Einstellungen (meist in Totalen) ist aber leider doch recht deutlich zu sehen, dass wir es hier mit künstlichen Kreaturen zu tun haben.</p>
<p>Richtig gut gelungen &#8211; und letztlich entscheidend dafür, dass der Film funktioniert &#8211; ist die &#8216;Figur&#8217; Caesar, der Andy Serkis seine Gesichtszüge leiht. Die wurden dann digital dem Affen übergestülpt, so wie das schon bei Gollum aus dem &#8220;Herren der Ringe&#8221; und &#8220;King Kong&#8221; gemacht wurde. Den menschlichen Darstellern (neben Franco sind das u.a. Freida Pinto als Tierärztin und Love Interest sowie  John Lithgow als Wills Vater) wird im Vergleich recht wenig abverlangt. Sie spielen solide und überzeugend, müssen aber auch ein paar recht platt geschriebene Momente mitmachen.</p>
<p>Nur sehr wenig im Film erinnert daran, dass es sich um ein Prequel zu einer bekannten Filmreihe handelt. Schauplatz ist keine Wildnis auf einem mysteriösen Planeten, sondern San Francisco. Die Story entwickelt sich gut aus sich selbst heraus, und nicht wenige werden sich wundern, an welcher Stelle sie zu Ende ist. Vor allem der Kniff, die Geschichte fast komplett aus der Sicht des wichtigsten Affen zu erzählen, macht &#8220;Planet der Affen &#8211; Prevolution&#8221; zu einem der interessantesten Filme des Jahres. Er bedient sich bei vielen Motiven und Themen anderer Filme, steht dabei aber solide auf eigenen Beinen.</p>
<p>Frei von Schwächen ist der Film aber wahrlich auch nicht. Das Szenario um Wills Arbeitgeber, einen Pharma-Konzern ist recht platt, einige Szenen sind auch schlicht unglaubwürdig und selten auch mal unfreiwillig komisch. Als Ganzes aber geht die Rechnung auf, die spannenden, lustigen oder auch dramatischen Szenen sind überwiegend gut inszeniert und halten das Publikum immer bei Laune.</p>
<p>Die Schauwerte stimmen, ebenso die Dramaturgie und die angemessene Länge. Mal sehen von wie vielen der anderen Sommerblockbuster dieses Jahres (die ich fast alle verpasst habe oder plane zu verpassen) ich ähnliches behaupten kann. Dem bisher recht unbekannten Regisseur Rupert Wyatt und seinen Drehbuchautoren Amanda Silver und Rick Jaffa gebührt für diese erfolgreiche Wiederbelebung der Filmreihe ein ordentliches Lob.</p>
<p>4/5</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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