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The Disappearance of Alice Creed (Fantasy Filmfest)

Posted in KenntKeinMensch, Kranker Scheiss on September 6th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Ganze drei Figuren sind in diesem Kino-Kammerspiel von J. Blakeson dabei. Das Opfer Alice Creed (Gemma Arterton), das zu Beginn des Films gekidnapped wird, und ihre beiden Kidnapper. Der ältere von beiden ist Vic (Eddie Marsan), der jüngere ist Danny (Martin Compston). Sie haben sich im Knast kennen gelernt und den Plan ausgeheckt, den schwerreichen Vater von Alice zu erpressen. Es läuft alles nach Plan zunächst, die Entführte ist in einem leerem Apartment ans Bett gefesselt, die Verhandlungen über das Lösegeld laufen. Vic und Danny scheinen alles im Griff zu haben.

Die Handlung spielt zunächst ausschließlich in der kleinen Wohnung, in der die Entführer und ihr Opfer dem Ende der ganzen Aktion entgegen fiebern. Doch die Konstellation ist nicht so einfach wie man denken könnte, zwischen den Figuren existieren andere Beziehungen als man zunächst annimmt. Der Film macht dabei keine Rolle rückwärts, gibt aber einige Informationen erst spät ans Publikum weiter. Es bleibt nicht bei einer Überraschung, mehr möchte ich hier nicht verraten.

Tatsächlich funktioniert “The Disappearance of Alice Creed” besser als die meisten anderen Kammerspiele der jüngsten Kinogeschichte, etwa “Interview” oder “1 Mord für 2“. Das liegt neben den guten Schauspielern vor allem am guten Drehbuch, das sich fast keine unglaubwürdige Szene leistet. Die Handlungen und Motive der Figuren sind weitgehend stimmig – eine Seltenheit für das Genre. Das Tempo der Inszenierung steigert sich langsam und sehr effektvoll bis zum Finale. Dabei ist der Film nicht ohne Schwächen oder Mängel, und erfindet auch nicht das Rad des Thrillers neu. Für die bescheidenen Mittel, mit denen er realisiert wurde holt er jedoch ein Maximum an Spannung und Unterhaltung raus.

4/5

Paper Man (DVD-Import)

Posted in KenntKeinMensch, Kranker Scheiss on August 17th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Jeff Daniels spielt den mental instabilen Schriftsteller Richard, der sich in einem abgelegenen Haus an der Küste an seinem zweiten Roman versucht. Von seiner Frau entfremdet widmet er seine Zeit dem imaginären Freund “Captain Excellent” (ein blondierter Ryan Reynolds in billigem Superman-Kostüm) und der realen Teenagerin Abby (Emma Stone). Zwischen Richard und Abby entwickelt sich eine Art Freundschaft, die beiden einsamen Seelen teilen bald ihre Geheimnisse miteinander.

Den beiden Hauptdarstellern ist es zu verdanken, dass “Paper Man” seine gelungenen Momente hat. Sie spielen ihre Figuren mit einer gewissen Leichtigkeit und Sinn für Humor, und umspielen soweit möglich die Tücken des Drehbuchs. Die liegen vor allem darin, dass die Story kein echtes Fundament besitzt. Die Charaktere scheinen nur für den Film zu existieren, ohne eine Vergangenheit und Verbindungen zur Realität. Wie etwa Richard über zwanzig Jahre mit einer Ärztin verheiratet sein und dabei seinen imaginären Freund geheimhalten konnte ist schwer vorstellbar.

Auf dem Papier klingt die Story besser, als sie wirklich ist. Richards kleine Aussetzer und seine Marotten sind nett anzusehen, aber sie ergeben kein stimmiges Bild. Abbys Vergangenheit – die langsam ans Licht kommt – erklärt ihr Verhalten auch nur bedingt. Die doppelte “Coming-of-Age”-Geschichte, in der beide Figuren sich dem Ernst des Lebens stellen müssen findet kein überzeugendes Ende, nur einen schönen Ausweg. Es macht gar weitgehend Spaß, sich das ganze anzusehen, aber überzeugen kann der Film letztlich weder als Drama noch als Komödie.

3/5

The Joneses (DVD-Import)

Posted in KenntKeinMensch on August 16th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Nicht erst seit “American Beauty” sind die amerikanischen Suburbs ein beliebter Schauplatz moderner Hollywood-Dramen. Das Fernsehen hat sich mit “Weeds” und “Desperate Housewives” damit beschäftigt, im Kino eine ganze Reihe von Filmen, von Indie-Dramen wie “The Chumscrubber” bis zur Jim-Carrey-Komödie “Fun With Dick and Jane”. Nun geben sich im Regie-Debut von Derrick Borte die “Joneses” die Ehre, eine echte Vorzeige-Familie, bestehend aus Daddy Steve (David Duchovny), Mama Kate (Demi Moore) und den Teenager-Kids Mick (Ben Hollingsworth) und Jenn (Amber Heard).

Sie ziehen zu Beginn des Films in das schönste Haus eines noblen Vororts. Gleich drei schicke Audis haben sie im Gepäck, eine Inneneinrichtung vom allerfeinsten und High-Tech-Entertainment auf dem Stand von Übermorgen. Die Nachbarn sind schwer beeindruckt von dem ganz offensichtlichen Glück der “Joneses”. Nach kurzer Zeit lässt der Film das Publikum wissen, was es bereits ahnt – da stimmt irgendwas nicht mit der vermeintlichen Idylle. Ich lasse die Details hier mal weg, auch wenn der Trailer sie munter ‘ausplaudert’…

Nach diesem Neustart versucht sich der Film erst einmal als Mischung aus Satire und Komödie, mit ein paar dramatischen Untertönen. Die Konsumlust geht munter weiter, neue Golfschläger, neue Autos, neue Klamotten, neue all-inclusive-Reiseanbieter, die Joneses geben mächtig Gas. Doch es tun sich auch die ersten Risse auf in der falschen Idylle, das Konstrukt beginnt zu bröckeln – nach innen ebenso wie nach außen. Schließlich spitzen sich die Ereignisse soweit zu dass die Fassade endgültig einstürzt. Spätestens hier wird klar, dass der Film den Spagat zwischen Gesellschaftskritik, Komödie und Drama nicht überzeugend hinbekommt.

Die Idee der Story ist nicht schlecht, die hemmungslose Konsumsucht der oberen Mittelklasse bietet genug Angriffsfläche für satirische Kommentare. Doch es fehlt hier an Konsequenz. Die Charaktere entdecken doch noch ihr Herz, lernen recht banale Lektionen des Alltags und stehen am Ende geläutert da. Womit alle anderen Ebenen des Films letztlich ins Leere gelaufen sind und nur der Unterhaltung dienlich waren. Das ergibt einen zwar kurzweiligen, aber angesichts des guten Beginns enttäuschenden Film. An den Schauspielern liegt es jedenfalls nicht, Duchovny und Co. haben sichtlich Spaß an ihren Rollen, können aber am Ende nicht überspielen, dass die Story in zu seichte Gewässer gerät.

3/5

Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest (DVD)

Posted in KenntKeinMensch on August 10th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Die Kurzbeschreibung von Antoine Fuquas (“Training Day”) neuestem Film klingt nicht gerade nach der Neuerfindung des Rades. Der Film erzählt die Geschichten von drei Cops in Brooklyn, die mit inneren und äußeren Dämonen zu kämpfen haben – am Ende kreuzen sich ihre Schicksale. Eddie (Richard Gere) steht wenige Tage vor seiner Pensionierung, soll aber vorher noch ein paar Grünschnäbel einarbeiten. Sal (Ethan Hawke) braucht dringend Geld für seine 8-köpfige Familie, die er mit seinem Gehalt nicht mehr versorgen kann. Tango (Don Cheadle) arbeitet Undercover im Drogenmilieu und droht nach der Scheidung von seiner Frau den Kontakt zur “richtigen” Seite zu verlieren.

Die Themen von “Brooklyn’s Finest” sind altbekannt, es ist in erster Linie den Schauspielern zu verdanken, dass man trotzdem nicht das Interesse verliert. Hawke spielt eine düstere Version seiner “Training Day”-Figur und bringt Sals Dilemma glaubwürdig rüber. Gere spielt zurückhaltend, fast stoisch, bis sich seine Figur doch noch einmal vom Leben berühren lässt. Cheadle ist souverän als Spitzel, der von seinen Vorgesetzten zu oft leere Versprechen gehört hat – und dann ausgerechnet seinen alten Freund Caz (Wesley Snipes) ans Messer liefern soll.

Regisseur Fuqua trägt sehr dick auf, und das über die gesamte Spielzeit auch gänzlich ironiefrei. Dass er es ernst meint ist ja verständlich, doch mit dem überladenen Soundtrack und einigen überdeutlich-dramatischen Szenen schießt er über das Ziel hinaus –  weswegen der Film in diesem Momenten ein wenig an “LA Crash” erinnert. Für das breite Publikum ist der Film aber ohnehin nicht gemacht. Nur wer wirklich Interesse für die Cop-Thematik und die kriminelle Halbwelt aufbringt wird Gefallen an “Brooklyn’s Finest” finden können. Und zwischen den persönlichen Dramen findet sich auch noch eine ordentliche Portion Gesellschaftskritik, die angesichts der pompösen Inszenierung allerdings (zu) weit in den Hintergrund gerückt ist.

3/5

From Paris With Love (DVD)

Posted in KenntKeinMensch, Nuck Chorris on August 2nd, 2010 by edzehard – 1 Comment

James Reece (Jonathan Rhys Meyers), Angestellter bei der US-Botschaft in Paris, führt kein sehr spannendes Leben. Als Berater des Botschafters sind seine analytischen Fähigkeiten gefragt, sein Wunsch als “echter” Agent tätig zu werden, scheint sich nicht zu erfüllen. Bis er eines Abends – seine Freundin hat ihm gerade einen Heiratsantrag gemacht – den Auftrag erhält dem eingereisten Spezialagenten Charlie Wax (John Travolta) bei dessen Umtrieben in Paris als Partner zur Seite stehen. Kaum sind die ersten Worte gewechselt hat Wax den verdatterten Reece schon in eine Schießerei mit Drogen-Gangstern verwickelt. Und das ist erst der Anfang der wilden Fahrt, die “From Paris With Love” anstelle eines schlüssigen Plots zu bieten hat.

John Travolta hat sichtlich Spaß an seiner Rolle als überdrehter Super-Spion, dessen Vorgehen man als “ohne Rücksicht auf Verluste” noch milde umschreibt. Mit Teint aus dem Sonnenstudio, Kinnbart und Glatze liefert er eine Energie-Leistung ab, die beinahe überspielt, dass der Figur jegliche Bodenhaftung fehlt. Wax ballert sich durch eine Masse von Bösewichtern, die Stallone und Arnie zu ihren besten Zeiten kaum abgearbeitet haben. Rhys Myers spielt Reece als irgendwie linkischen, nicht unsympathischen aber deutlich überforderten Anfänger – der die erste Hälfte des Films fast komplett eine mit Koks gefüllt Vase mit sich rumschleppt.

Die Story schlägt eine Menge Haken und gipfelt in ein wenig plausibles Szenario in der US-Botschaft – was aber herzlich wenig zur Sache tut. Denn in “From Paris With Love” geht es um Action, Bewegung und ein paar selbstironische Gags am Rande. Figuren und Handlung sind dabei nur Mittel zum Zweck. Zusammengeklaut bei Vorbildern wie “Mission: Impossible” oder “Wanted” entwirft er ein lose der Realität entlehntes Szenario, in dem man es ordentlich krachen lassen kann. Nach dem recht ruhigen Beginn nimmt der Film richtig Fahrt auf, kann aber nicht lange verheimlichen, dass ihm zündende Ideen bei der Inszenierung von Action- und Ballerszenen fehlen.

Mit gut 90 Minuten ist “From Paris With Love” ein recht kurzes Vergnügen – doch jede Minute länger wäre ohnehin zu viel gewesen. Das zuweilen etwas willenlose bunte Vergnügen kann es an Brutalität fast mit “Kick-Ass” aufnehmen, “komischer” Höhepunkt ist hier ein recht unvermittelter Kopfschuss für einen Dinner-Gast. Wer Actionfilme um der Action willen mag, der wird seinen Spaß haben. Nur hinterfragen sollte man in diesem Potpourri nichts und niemanden – das macht ebenso wenig Sinn wie der Film selbst.

3/5

Green Zone (DVD)

Posted in KenntKeinMensch, Nuck Chorris on Juli 28th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Nach ihrer Zusammenarbeit in den letzten beiden “Bourne”-Filmen haben sich Regisseur Paul Greengrass und Schauspieler Matt Damon in “Green Zone” erneut für einen Thriller zusammen getan. Doch diesmal ist der Hintergrund sehr viel ernster. Der Film handelt von den kniffligen Tagen nach dem Einmarsch der US-Armee in den Irak anno 2003, als alle Welt auf die Entdeckung von Saddams Massenvernichtungswaffen wartete. Waffen, die es gar nicht gab, wie wir heute alle wissen.

Matt Damon spielt Captain Miller, der mit seinem Team in Bagdad nach den ‘Weapons of Mass Destruction’(WMD) sucht. Doch die Informationen, die ihrer Suche zugrunde liegen, scheinen nicht viel zu taugen. Miller folgt bald seinen eigenen Hinweisen, zum Mißfallen seiner Vorgesetzten trifft er dabei schnell ins Schwarze und kommt einem untergetauchten General der Baathisten auf die Schliche. Militär und CIA arbeiten gegeneinander, auch eine Journalistin des ‘Wall Street Journal’ ist – stellvertretend für die “gleichgeschalteten” Mainstream-Medien der USA - irgendwie involviert.

In der Figur des Spitzels “Freddy” findet sich auch ein – interessanter – Blick aus der Perspektive eines Einheimischen. Damon spielt Miller durchaus glaubwürdig, allerdings bleibt doch recht offen, warum gerade er im Gegensatz zu seinen Kollegen die Befehle seiner Vorgesetzten zu hinterfragen beginnt. Greg Kinnear ist als ideologisch verbrämter “Falke” der bürokratische Bösewicht, den Gegenpart spielt Brendan Gleeson als hemdsärmliger CIA-Mann mit Durchblick.

“Green Zone” ist DER Film für alle, die immer gesagt haben, der Einmarsch der USA basiere auf Lügen und Propaganda. Er reiht sich nicht ein in die Riege der Irakkriegsfilme, die ohne ein einziges Statement zu den Hintergründen der Invasion auskommen. Die Handlung ähnelt zwar einem Thriller, ist aber von der Botschaft her äußerst eindeutig: WMD hat Saddam nie besessen, und die US-Regierung (oder wenigstens Teile der Regierung) haben das gewusst und also gelogen. Die Auflösung der irakischen Armee war ein schwerer Fehler, die fragile Situation mit den drei großen Volksgruppen wurde falsch eingeschätzt. So, jetzt ist es raus! Und es stimmt ja tatsächlich…

Nur ist das ja leider schon sehr viel länger klar, weshalb “Green Zone” thematisch also nicht sehr brisant daher kommt. Zwischen den Ereignissen, die hier portraitiert werden und der Gegenwart liegt eine Wiederwahl von George W. Bush, dessen zweite Amtszeit und inzwischen 18 Monate der Amtszeit seines demokratischen Nachfolgers Obama. Die Geschichte ist also streng genommen kalter Kaffee, und riecht ein wenig nach Rechthaberei. Erlaubt sein muss die Aussage trotzdem, sie gehört zur Ära Bush wie die Farce bei der Auszählung der Stimmen aus Florida.

Was bleibt, ist ein gut gemachter Thriller, der dem letzten “Bourne”-Teil in punkto Rasanz (fast) das Wasser reichen kann. Greengrass findet überzeugende und packende Bilder für den Großstadtdschungel Bagdads, die Unsicherheit der politischen Situation, den vermeintlich bereits errungenen Sieg der US-Armee sowie die bereits erkennbaren ersten Anzeichen des Terrors. Dabei setzt er weniger auf große Explosionen oder spektakuläre Stunts als auf enge Verfolgungsjagden und den Einsatz von Handkameras, die für Authenzität sorgen sollen (was in diesem Kontext besser passt als bei den “Bourne”-Filmen…). Kein schlechter Film, aber auch keiner den man – aus welchen Gründen auch immer – gesehen haben muss.

3/5

Legion (DVD)

Posted in KenntKeinMensch, Laaaangweilig!, Nuck Chorris on Juli 27th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Bei manchen Filmen ist mir einfach nicht klar, wie sie es jemals von der Drehbuchidee zum Kinofilm schaffen konnten. “Legion” ist so ein Fall. Der Film ist nicht sonderlich schlecht, aber auch nicht gut. Er kombiniert Horror- und Zombiefilm-Elemente mit biblischen Apokalypse-Szenarien und verfeindeten Engeln – ist aber als Ganzes nicht mehr als die Summe seiner Teile.

In einem trostlosen Diner in der Wüste bei Las Vegas kommt es zum Showdown zwischen Engel Michael (Paul Bettany) und seinem Widersacher Gabriel, der mit seinen Zombie-mäßigen Horden angereist ist. Mitten in den Schlamassel geraten Bob (Dennis Quaid), der Betreiber des Diners, mit seinem Sohn und der schwangeren Kellnerin, sowie einige (unfreiwillige) Gäste.

Es folgen Shootouts und Gemetzel, unterbrochen von obligatorischen Drama-Szenen, die bemüht sind alle Figuren ein wenig auszuleuchten. Den Aufwand hätte man sich allerdings sparen können, denn auch wenn die Schauspieler einen korrekten Job machen bringt man nur mäßig Sympathien für die Charaktere auf. Die Story wiederum ist schlichtweg beknackt. Bob protestiert an einer Stelle, er glaube gar nicht an Gott, worauf Michael nur erwidert, Gott glaube auch nicht an ihn und den Rest der Menschheit – alles klar?

Sinnfrei und willenlos ist “Legion” also geworden, aber nicht unguckbar. Für mehr als bloße Bespaßung auf mäßigem Niveau reicht es dabei nicht. Warum dieser Quatsch im Kino lief während andere Filme gleich auf DVD “verschwinden” ist jedenfalls schwer nachvollziehbar.

2/5

Kopfgeld – Perriers Bounty (DVD)

Posted in KenntKeinMensch, Nuck Chorris on Juli 20th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Es dauert nur ein paar Minuten bis man bei “Kopfgeld – Perriers Bounty” unweigerlich an die Filme von Guy Ritchie denken muss. Die schrägen Gangstertypen, die runtergekommenen Kaschemmen, die Schulden bei fiesen Bossen, sogar der bei Actionszenen explodierende Soundtrack - alle Zutaten sind dabei. Nur dass es hier nicht in London zur Sache geht, sondern in Dublin. Die Hauptrollen sind mit bekannten irischen Schauspielern besetzt, namentlich Cillian Murphy (“Batman Begins”) und Brendan Gleeson (“Gangs of New York”).

Murphy spielt Michael McCrea, der schon zu Beginn dringend Geld organisieren muss um Schulden zu begleichen. Anfangs scheint ihm das sogar zu gelingen, aber bald hat er seinen todkranken Vater (Jim Broadbent) sowie seine hübsche Nachbarin (Jodie Whitaker) im Schlepptau – und eine Leiche am Hals. Gleeson gibt den Gangsterboss Darren Perrier, dessen Schergen Michael immer auf den Fersen sind und dabei keine Gefangenen machen. Brutal und schwarzhumorig geht es bei alldem zu, Kampfhunde, Baseballschläger und Revolver stehen als Waffen hoch im Kurs.

Die Hetzjagd quer durch Dublin (und die umliegenden Wälder) ist flott inszeniert, verlässt sich dabei aber allein auf Tempo, Shootouts und zynischen Humor. Die Charaktere bleiben in dem ganzen Chaos recht blass, trotz der prominenten Besetzung und einiger gelungener Szenen. Wahrscheinlich ist “Kopfgeld – Perriers Bounty” auch einfach nicht sonderlich ernst gemeint, wobei man sich dann den Erzähler aus dem Off (im Original gesprochen von Gabriel Byrne) auch hätte sparen können. Wer Spaß an britischen Gangsterfilmen hat, der kann sicher auch dieser irischen Variante etwas abgewinnen. Alle anderen haben mit “Bube, Dame, König, grAS” genug gesehen und können sich getrost nach einem anderen Film umsehen.

3/5

Was machen eigentlich … meine Lieblingsregisseure?!

Posted in KenntKeinMensch, Laber, Laber... on Juli 9th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Statt Filmkritiken gab es hier zuletzt eher News und Trailer – und ein paar Beschwerden meinerseits. Eine dieser Beschwerden ist die Tatsache, dass immer mehr gute Filme im Winter anlaufen – der Rest des Jahres bietet dann entweder Sommer-Blockbuster oder Winter-Blockbuster. Zwischendurch noch ein Film von Woody Allen, einer von Almodovar und ein Überraschungshit wie “District 9″ – mehr ist nicht.

Da ich mich – wie die meisten meiner Leser wissen oder ahnen – für Deutsches Kino nicht wirklich interessiere, geht es dabei vor allem um Filme aus den USA. Die Flaute im letzten Herbst wird sich dieses Jahr offenbar wiederholen. Und nach heutigem Stand nicht etwa deshalb, weil die Filme hier später ins Kino kommen. Es gibt einfach nicht viele Filme, auf die man sich freuen kann. Zwischen den Animations-Abenteuern, 3D-Möchtergern-Blockbustern, “Harry Potter” und “Twilight”-Filmen ist offenbar kein Platz mehr für mittelgroße Filme mit ein wenig Anspruch.

Es sind vielleicht ein gutes Dutzend bekannte Regisseure, die ernsthaftes oder interessantes, irgendwie anspruchsvolles Kino machen. Wenn sich von denen einige eine Pause gönnen macht sich das sofort bemerkbar. Denn nur auf Clint Eastwood und Woody Allen ist Verlass, wenn es um den regelmäßigen Output neuer Filme mindestens einmal im Jahr geht. Wer wann mit welchem Film mal wieder auf der Leinwand zu sehen sein wird, das habe ich mal versucht zu recherchieren.

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So Finster die Nacht (DVD)

Posted in KenntKeinMensch, Kranker Scheiss on Juli 2nd, 2010 by edzehard – 1 Comment

Nun habe ich es sogar während der WM noch geschafft mir diesen schwedischen Film aus dem Jahr 2008 anzusehen. Und er hat sich glatt gelohnt, wenngleich ich nicht ganz so begeistert bin wie andere – vielleicht waren es einfach zu viele Vorschusslorbeeren. “So Finster die Nacht” erzählt die Geschichte von Oskar, einem einsamen 12-jährigen Jungen, und seiner gleichaltrigen neuen Nachbarin Eli.

Habe ich “gleichaltrig” geschrieben? Nun ja, Eli ist auch 12 – aber wie sie selbst sagt: “das bin ich schon sehr lange”. Eli ist nämlich eine Vampirin, und ihr Blutdurst dezimiert langsam aber sicher die Bevölkerung in dem betulichen Vorort Stockholms, in dem die Geschichte spielt. Oskar hat ganz andere Probleme, er wird von Mitschülern übel drangsaliert, schöpft aber aus der Freundschaft mit Eli die Kraft, sich zur Wehr zu setzen.

Der Film inszeniert seine Story in ruhigen, fast hypnotischen Bildern. Einige Szenen sind blutrünstig und brutal, aber es geht nicht um den schnellen Thrill oder “Twilight”-mäßigen Vampir-Kitsch. Der Ton ist ernsthaft und verleiht der ungewöhnlichen Story damit Glaubwürdigkeit, erlaubt sich aber hin und wieder eine Portion Humor. Ein bisschen übertreibt er es allerdings mit der Unaufgeregtheit, ein paar Längen sind schon drin in den knapp zwei Stunden Spielzeit. Von den ungewöhnlichen Vampirstreifen der letzten Jahre bleibt damit “Durst” mein Favorit, aber “So Finster die Nacht” ist auf jeden Fall einen Blick wert.

4/5

PS: Auf das Remake bin ich nun tatsächlich gespannt. Mit ein bisschen Glück wird “Let Me In” die Qualitäten des Films bewahren und gleichzeitig eine etwas flottere Inszenierung bieten…

Red Rock West (DVD)

Posted in KenntKeinMensch, Kranker Scheiss on Juni 10th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Neo-Noirs aus den 80er, 90er und 00er Jahren finde ich von der Idee her schon solange gut, wie ich den Begriff überhaupt kenne. Von “Blood Simple”, dem urigen Erstling der Coen-Brüder, über den unterschätzten “Devil in a blue Dress” bis hin zu mainstreamigen Filmen wie “Basic Instinct” oder dem komödiantischen “Kiss Kiss Bang Bang” sind eine Menge sehenswerter Filme dabei. Zu den weniger bekannten Filmen des Genres gehört John Dahls “Red Rock West” von 1993. Die DVD ist hierzulande vergriffen, in guten Videotheken aber sicher noch zu finden. Grund genug, sich das gute Stück noch einmal anzusehen…

Das Setting ist von klassischer Schlichtheit. Der einsame Ex-Soldat Michael (Nic Cage) ist auf der Suche nach einem Job in den Ölfeldern Wyomings, und gerät dabei ohne eigenes Zutun in eine schwierige Lage. Der schmierige Barbesitzer Wayne (J.T. Walsh) hält ihn fälschlicherweise für den von ihm bestellten Auftragskiller, der seine Frau Suzanne (Lara Flynn Boyle, bekannt als Donna Hayward in “Twin Peaks”) umbringen soll. Ehe er sich versieht hat Michael $ 5000 in der Tasche und ist auf dem Weg zu Suzanne.

Doch statt sie wirklich zu töten warnt er sie nur davor, dass bald tatsächlich ein Killer kommen könnte – und will “Red Rock West”, so der Name des verlassenen Kaffs, danach sofort verlassen. Weil das aber den Gesetzen des (Neo-)Noir widerspräche wird daraus leider nichts. Einen Unfall und etwa fünf Filmminuten später findet sich Michael in einer beinahe ausweglosen Situation wieder. Der Sheriff hat ihm auf dem Kiecker, der  echte Killer taucht auf (gespielt von Dennis Hopper), sein Auto wird konfisziert.

Es sind in “Red Rock West” alle typischen Elemente zu finden, die das Genre ausmachen. Der einsame, von Natur aus rechtschaffene (Anti-)Held, die schöne Femme Fatale, die Intrigen, die Versuchungen und die verdrängten dunklen Geheimnisse der Vergangenheit. Was den Film dabei ausmacht ist die Lässigkeit, mit der er die bekannten Zutaten mixt. Nic Cage spielt angenehm zurückhaltend, ohne Grimassen und Posen, auch seine Kollegen lassen ihren Figuren und deren – meist überzeugenden – Motiven den Vortritt. Dennis Hopper gibt seinem Killer Charme und einen kleinen Schuss abgründigen Irrsinn.

Der Plot ist nicht sonderlich innovativ, der Film versucht das Publikum nicht zu überraschen wie “The Usual Suspects”, “Fight Club” oder “Memento”. Die Story schlägt zwar Haken, hat aber keinen – oder besser nur einen – doppelten Boden. Regisseur Dahl ist inzwischen meist im TV zuhause, dreht Episoden von “Dexter”, “Californication” oder “True Blood”. Sein letzter Kinofilm war “You Kill Me” mit Ben Kingsley von 2007, der zwar zu unterhalten wusste, mich aber irgendwie nicht so recht vom Hocker riss. Vor und nach “Red Rock West” hat Dahl allerdings zwei weitere herrliche Neo-Noirs gedreht: anno 1989 “Kill Me Again”, mit Val Kilmer und Michael Madsen(!), sowie anno 1994 “The Last Seduction” mit Linda Fiorentino und Bill Pullman. Auch die müssten in guten Videotheken noch zu finden sein…

8/10

The Road (DVD-Import)

Posted in Großes Kino!, KenntKeinMensch, Kranker Scheiss on Mai 14th, 2010 by edzehard – 3 Comments

Nachdem die Coen-Brüder Cormac McCarthys “No Country for Old Men” in Oscar-gekröntes Kino verwandelt haben steht nun mit “The Road” die nächste Verfilmung eines McCarthy-Romans an. Kein leichtes Unterfangen, denn das Buch erzählt eine extrem düstere Geschichte, die von der Stimmung und den Dialogen lebt – aber auch vieles der Fantasie des Lesers überlässt.

Mit John Hillcoat wurde ein fähiger Regisseur gefunden, der mit “The Preposition” gezeigt hat, dass er von rauher Natur und düsteren Geschichten etwas versteht. Und düster ist der Stoff allemal. Ein Vater (Viggo Mortensen) wandert mit seinem Sohn (Kodi-Smit-McPhee) durch eine völlig verwüstete und verbrannte USA. Welche Katastrophe diese ewig graue, lebensfeindliche Umgebung, in der keine Sonne mehr zu sehen ist, verursacht hat, darüber ist im Buch nichts berichtet. Zum Zeitpunkt der Handlung ist sie auch schon mehrere Jahre her.

In kurzen Rückblenden zeigt “The Road”, wo die Mutter (Charlize Theron) der Familie abgeblieben ist. Für den Rest des Films sind die beiden mit sich und ihrer gefährlichen Umwelt alleine. Sie sind unterwegs nach Süden, in der Hoffnung auf eine letzte, warme Bastion der Menschheit. Außer den beiden haben nicht viele überlebt, einige davon sind zu wandernden Kannibalen geworden, vor denen sie ständig auf der Hut sein müssen.

Der emotionale Kern der Story ist die innige Beziehung zwischen Vater und Sohn, die bedingslos aufeinander angewiesen sind. Der Vater auf seinen Sohn als einzigen Grund, am Leben zu bleiben (einen Revolver mit zwei Kugeln trägt er mit sich), der Sohn auf seinen Vater als Versorger und Erzieher in einer trostlosen Wirklichkeit – der einzigen, die der Sohn je kennengelernt hat. Es gelingt dem Film durchaus, diese besondere Beziehung zu vermitteln, und in dem Szenario den richtigen Ton zu treffen. Doch fehlt im Vergleich zum Buch ein wenig von der ergreifenden Charakterisierung. Auch einige der besten Dialoge fehlen leider.

Visuell ist es Hillcoat und seinem Team sehr gut gelungen, die postapokalytische Umgebung zu präsentieren. Keine, oder zumindest nur wenige, CGI-Effekte kommen zum Einsatz, sondern echte Sets von verlassenen, heruntergekommenen Landschaften, in denen unter einer omnipräsenten Ascheschicht keine natürlichen Farben mehr durchscheinen. Auch der Ozean ist nicht mehr blau, er spült nur noch dunkelgraue Wellen an den verlassenen Strand.

“The Road” ist keine leichte Kost, das Szenario ist konsequent zu Ende gedacht und zeigt dabei einige schmerzhaft-finstere Szenen. Bis auf wenige Ausnahmen bleibt der Film nah an der Vorlage, zum Glück auch, was das großartige Ende angeht. Ob man dem Ganzen etwas abgewinnen kann hängt allerdings von jedem Zuschauer selbst ab. Wer kein Faible für Gleichnis-artiges, poetisch-düsteres Kino hat sollte lieber zuhause bleiben. Da ich das Buch gelesen habe war ich mit der Story bereits vertraut, inwiefern sich ein anderer Eindruck ergibt, wenn man sie zum ersten Mal erlebt ist schwer zu sagen.

4/5

PS: Zwei Anmerkungen noch:

1. Der erste  Trailer des Films erweckt den Eindruck, “The Road” wäre eine Art Actionfilm. Nicht könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Die Szenen aus dem Trailer sind zwar im Film, stehen aber in einem völlig anderen Kontext und sind auch nicht mit ähnlichem Sound unterlegt. War wohl der Versuch, mehr Leute ins Kino zu bekommen – ein bescheuerte Idee, denn die Enttäuschung oder gar das Entsetzen des Publikums wäre vorprogrammiert gewesen.

2. In Deutschland kommt der Film mit einem Jahr Verspätung erst diesen Oktober (US-Start November 2010) in die Kinos. Warum das so ist kann ich auch nicht sagen, und der Heini vom Verleih Kinowelt wollte mir auf meine – zugegeben etwas überspitzte – Nachfrage auch keine Antwort geben. Die DVD und BluRay gibts inzwischen beide für 12 Pfund bei Amazon.co.uk zu bestellen.

Kick-Ass

Posted in KenntKeinMensch, Kranker Scheiss, Nuck Chorris on April 28th, 2010 by edzehard – 2 Comments

Mit dem Erscheinen der ersten Teile von “X-Men” und “Spiderman” ging eine Superhelden-Renaissance einher, die bis heute anhält. Bevor sich im Zuge jener Renaissance demnächst “Iron Man” ein zweites Mal die Ehre gibt kommt eine Art Genre-Parodie raus, die sich des Themas auf etwas andere Art annimmt. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Teenie-Loser Dave, der sich – trotz fehlender Superkräfte – als Superheld “Kick-Ass” aufschwingt, gegen das Verbrechen in New York zu kämpfen.

Ein Mädchen will er damit natürlich auch beeindrucken, Ehrensache. Eine Schlägerei mit fiesen Gang-Mitgliedern bringt Dave aka “Kick-Ass” ersten Ruhm bei der Internetgemeinde ein, doch bald darauf wächst ihm die Sache böse über den Kopf. Nur mit Hilfe zweier weiterer Feierabend-Superhelden (über deren Identität ich mich hier der Überraschung wegen mal ausschweige) kommt er mit dem Schrecken davon. Doch der Showdown mit dem Obergangster (sehr gut: Mark Brown, zuletzt auch Bösewicht in “Sherlock Holmes“) ist nur noch eine Frage der Zeit – und es wird schwerstes Geschütz aufgefahren…

Matthew Vaughns Film ist mächtig brutal geworden, wobei die übertriebenen Grausamkeiten wohl ironisch verstanden werden sollen. Eine Freigabe ab 16 hätte es hierzulande vor zehn Jahren sicher nicht gegeben. Die Story bedient sich munter bei allerhand bekannten Vorbildern, vor allem bei “Spiderman”, “Leon – Der Profi”, “Kill Bill”, “Superbad” und “Matrix” – Fans dieser Filme sind auch die Zielgruppe. Die Mixtur gelingt gar nicht schlecht und sorgt für Lacher und einen insgesamt hohen Unterhaltungswert. Mit zunehmender Spieldauer gehen dem Film dann ein wenig die – zum Teil recht grenzwertigen – Ideen aus, die Story nimmt ein allzu vorhersehbares und recht altbackenes Ende. Unter dem Strich ein sehr solides Unterhaltungspotpourri, aber kein wirklich großer Wurf.

4/5

Auftrag: Rache

Posted in KenntKeinMensch, Nuck Chorris on April 12th, 2010 by edzehard – 1 Comment

Mel Gibsons erster Film als Schauspieler seit 8 Jahren ist kein sonderlich subtiler Thriller, einen weniger billigen deutschen Titel hätte “Edge of Darkness” (Originaltitel) aber schon verdient gehabt. Gibson spielt Detective Thomas Craven, der recht unvermittelt Besuch von seiner Tochter Emma bekommt. Wenig später wird Emma brutal über den Haufen geschossen. Craven glaubt zunächst, der Anschlag habe eigentlich ihm gegolten, landet bei seinen Nachforschungen dann aber bei ihrem letzten Arbeitgeber, dem semi-militärischen Forschungslabor “Northmoor”. Dort hält Chef Jack Bennett (Danny Huston) die Fäden in der Hand, lässt sich von Craven aber nicht in die Karten gucken.

“Auftrag: Rache” ist eine B-Movie-artige Mischung aus Rache- und Verschwörungsthriller. Drehbuchgerecht fallen dem trauernden Detective die Indizien in den Schoß, fangen Leute an zu plaudern, betreten zwielichtige Typen die Bühne. Unter diesen ist Geheimdienstler Jedburgh (Ray Winstone), der Craven bei dessen Ermittlungen erst einmal weitgehend gewähren lässt. Das Geschehen hat seine spannenden Momente, die Atmossphäre ist angemessen düster. Mel Gibson – sichtlich älter geworden – hat das Schauspielen nicht verlernt und probiert ein paar neue Gesichtszüge aus, seine Mimik hat mit Riggs aus “Lethal Weapon” nicht sehr viel zu tun.

Trotz der guten Ansätze und einem passenden Ende kann der Film von “Casino Royale”-Regisseur Martin Campbell sein Publikum nicht so recht fesseln. Zu schnell ist klar, was eigentlich los ist (den Zuschauern noch vor Gibsons Figur), zu nebensächlich ist es, welcher Anzugträger nun eigentlich die meiste Schuld an Emmas Tod hat. Der militärisch-industrielle Komplex gibt einmal mehr den Bösewicht, auch das ist nicht neu oder überraschend. Zumal “Edge of Darkness” keine große politische Message mitbringt, sondern offensichtlich als Spannungskino verstanden werden will. Als Zeitvertreib für Thriller-Freunde möglich, den Gang ins Kino darf man sich aber sparen.

3/5

In Meinem Himmel (The Lovely Bones)

Posted in KenntKeinMensch on April 7th, 2010 by edzehard – Be the first to comment

Peter Jackson hat sich an die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Alice Sebold gewagt. Darin wird die 14-jährige Susie ermordet und findet sich in einer Welt zwischen Erde und Himmel wieder. Von dort kann sie mitansehen, wie ihre Familie um sie trauert, aber nicht bei der Suche nach ihrem Mörder helfen. Die eigentliche Handlung kreist um die Versuche von Susies Eltern (gespielt von Mark Wahlberg und Rachel Weisz), mit dem Verlust ihrer Tochter fertig zu werden. Weil dabei aber eine der wichtigsten Handlungsstränge aus der Vorlage fehlt kommt das Drama nicht so richtig in Fahrt, auch wenn die Darsteller – unter ihnen auch Susan Sarandon als kettenrauchende Oma, sowie Stanley Tucci als fieser Nachbar – einen guten Job machen.

Jackson ist eher bei den Fantasy-Anteilen in seinem Element, findet prächtige, zuweilen auch recht kitschige Bilder für Susies Zwischenstation auf dem Weg zum Himmel. Reale Dinge und Motive aus dem Film werden dort zu riesigen Objekten, es gibt unzählige Landschaften die sich beständig wundersam wandeln. Die Ermordete selbst kommentiert das Geschehen auf der Erde, das in einem typisch amerikanischen Suburbia in den 70er Jahren spielt. Letztlich ist “The Lovely Bones” ein sehr ansehnlicher Film geworden, der sicher viele Fantasy-Fans und auch Freunde des gepflegten Dramas zufrieden stellen wird. Echte Begeisterung dürfte er aber in keinem Lager so recht auslösen, dafür ist er wie seine Hauptfigur zu sehr gefangen zwischen den Welten.

3/5