Kurzkritik: Kong – Skull Island

Filmplakat: Kong Skull IslandFantasy/Action, 2017

Regie: Jordan Vogt-Roberts; Darsteller: Tom Hiddleston, Samuel L. Jackson, Brie Larson, John Goodman

Worum gehts?
Ein Team von Wissenschaftlern und Soldaten (plus eine schicke Fotografin) erforscht anno 1973 eine abgelegene Insel im Süd-Pazifik. Es tritt dann auf und trommelt sich auf die Brust: King Kong.

Was soll das?
Nach der 2014er-Neuauflage von „Godzilla“ ist nun der Riesenaffe dran, die beiden teilen sich ja bekanntlich ein ‚Universum‘. Fortsetzungen sind zwingend zu erwarten…

Taugt das was?
Ja, sofern man nicht mehr erwartet als eine solide Abenteuer-Story und unterhaltsame Schauwerte. Es gibt einige schöne Bildkompositionen, die Tricks sind nicht so der Wahnsinn, aber solide.

Sonst noch was?
Die Idee, die Handlung in den 70ern spielen zu lassen, war keine schlechte. Es macht „Kong: Skull Island“ aber auch nicht gleich zu einem gehaltvollen Drama, dass der Vietnam-Krieg ‚thematisiert‘ wird….

Wie muss ich mir das vorstellen?
„KingKong“ meets „Jurassic Park“ meets „Apocalypse Now“

3/5

Kurzkritik: The Fate of the Furious

The Fate of the Furious FilmplakatAction, USA 2017

Regie: F. Gary Gray; Darsteller: Vin Diesel, Dwayne Johnson, Michelle Rodriguez, Charlize Theron, Jason Statham

Es verwundert nicht wirklich, dass es mit dieser höchst erfolgreichen Reihe auch nach dem Tod von Hauptdarsteller Paul Walker weitergeht. Dessen Figur Brian wurde schließlich in dem (vor seinem Ableben erst halb fertig gedrehten) siebten Teil sehr gelungenen verabschiedet, und nun muss die Show weitergehen.

Mit Vin Diesel, Dwayne Johnson, Jason Statham, Ludacris und Michelle Rodriguez sind große Teile der bekannten Crew wieder an Bord, neu hinzu kommt unter anderem Charlize Theron. Obwohl sich der inzwischen achte Teil wenig von seinen letzten drei Vorgängern unterscheidet fällt doch auf, dass Paul Walker fehlt. Und dass Scott Eastwood (ebenfalls neu dabei) kein Ersatz ist, wobei der sicher auch nicht als solcher eingeplant war.

Insgesamt kann „The Fate of the Furious“ die Fans der Reihe – wer sonst zieht sich den 8. Teil der einer Action-Filmreihe rein – sicher gut bei Laune halten. Die Story ist ausreichend, die Action kracht höchst ordentlich, alles wird fürchterlich übertrieben, ist aber auch nicht ganz ernst gemeint, und der bunte Figuren-Mix funktioniert weiterhin.

Doch ihren Zenit hat die Reihe, die 2009 mit dem vierten Teil quasi neu gestartet wurde, nun doch merklich überschritten (ich würde rückblickend die Teile 5 und 6 zum Zenit erklären). Den Produzenten und auch den Stars dürfte das herzlich egal sein, solange der Rubel rollt. Und wer Lust auf blödsinnige, laute, auf Hochglanz gebürstete Action-Unterhaltung hat, der wird nicht enttäuscht werden. Nur auf das bisschen echten ‚Spirit‘, den die „Fast & Furious“ mal hatten, muss man mittlerweile getrost verzichten können. Oder eben gleich auf den ganzen Film.

3/5

 

Kurzkritik: John Wick – Chapter 2

Filmplakat: John Wick Chapter 2Action/Thriller, USA/HK/IT/CN 2017

Regie: Chad Stahelski; Darsteller: Keanu Reeves, Common, Ricardo Scarmacio, Ruby Rose, Ian McShane

Selten hat sich eine Fortsetzung so wenig vom Original unterschieden wie „John Wick: Chapter 2“ – und dabei so viel Spaß gemacht.

Das liegt vor allem daran, dass die Reihe in erster Linie von den Schauwerten, der Atmosphäre und ihrem Hauptdarsteller lebt. Story oder Figurenentwicklung sind bestenfalls nebensächlich. Und so geht es in „Chapter 2“ storytechnisch ziemlich genau wieder von vorne los, ohne dass das störend auffallen würde.

John Wick (K. Reeves) holt sich in den ersten Minuten des Films spektakulär sein geliebtes Auto zurück. Seine Rückkehr in die Unterwelt ist beendet, seine Waffen verbuddelt er im Keller, um seine friedliche, trauernde Existenz als Herrchen eines namenlosen Pitbulls weiter zu führen.

Doch dann klingelt der Mafia-Boss Santino D’Antonio an seiner Tür, dem John aus alten Zeiten einen Gefallen schuldet. Man muss kein Hellseher sein, um zu ahnen, was es mit dem „Gefallen“ auf sich hat. Die Fäden des Geschehens laufen im aus dem ersten Teil bekannten Hotel der besonderen Art zusammen, der Plot ist dabei so simpel wie das Szenario schwachsinnig.

„Chapter 2“ ist mindestens genau so stylish wie der Vorgänger geraten, die ultra-brutalen Prügeleien und Kopfschuss-Orgien sind erneut großartig inszeniert. Keanu Reeves spielt John Wick in mitten dieser vollkommen grotesken Dauer-Action erneut als stoischen, in sich ruhenden Antihelden.

Die ein oder andere neue Idee (kugelsichere Maßanzüge), ein temporärer Wechsel des Schauplatzes (nach Rom) sowie einige gute neue Darsteller (z. B. Lawrence Fishburne) sind alles, was es dann noch braucht, um „John Wick: Chapter 2“ zu einem nahezu perfekten Genrefilm zu machen. Einziges kleines Manko ist die Laufzeit, die mit genau zwei Stunden für meinen Geschmack einen Tick zu großzügig bemessen wurde. Einen dritten Teil wird es sicher auch bald geben, dafür spricht schon das – trotzdem sehr gelungene – Ende dieses zweiten Kapitels…

4/5

Kurzkritik: Ghost in the Shell (3D)

Ghost in the Shell FilmplakatSci-Fi, USA 2017

Regie: Rupert Sanders; Darsteller: Scarlett Johansson, Pilou Asbaek, Takeshi Kitano, Juliette Binoche

Vor lauter Aufregung um die Tatsache, dass die Hauptrolle dieser ersten Realfilm-Adaption von „Ghost in the Shell“ nicht von einer Asiatin gespielt wird, sondern von Scarlett Johansson, ging der Film selbst in der Diskussion fast ein wenig unter.

Über weite Strecken ist das Ganze eine Verneigung vor der bekannten animierten Verfilmung von 1995. Viele Szenen sind recht komplett übernommen, was angesichts der visuellen Kraft des Originals auch Sinn ergibt. Mit den heutigen Mitteln ist es problemlos möglich, die Effekte und Tricks in makelloser Qualität ‚fotorealistisch‘ auf die Leinwand zu bringen. Und so ist die Optik auch die größte Stärke von „Ghost in the Shell“ – wenngleich man sich das 3D wie so oft hätte sparen können.

Die Diskussion um die Besetzung der Hauptrolle will ich hier nicht weiterführen, dazu ist eigentlich alles gesagt worden. Johansson hat mehrfach bewiesen, dass sie sich auf das Action-Genre versteht, an ihrer Leistung hier als „Mensch-Maschine“ Major ist nichts auszusetzen. Dasselbe gilt für die restlichen Darsteller.

Ein paar Abweichungen zum Vorgänger leistet sich der neue Film, die meisten hängen mit Majors innerer Entwicklung zusammen. Für Puristen sind diese neuen Elemente sicher nichts (wobei ich auch keine Ahnung habe, was genau in der Manga-Vorlage steht…), insgesamt verleihen sie dem Film eine etwas leichter zu verstehende Story. Die kreist wie gehabt um einen Hacker/Virus namens Kuze, dunkle Machenschaften einer großen Technologie-Firma und einen Konflikt zwischen zwei Abteilungen der Regierung.

„Ghost in the Shell“ ist kein schlechter Film geworden. Allerdings ist viel passiert, seit das zugrunde liegende Material zur Inspiration für viele bekannte Filme wurde. So kommt der Film gefühlt irgendwie zu spät, weil seine Ideen und Motive in der Popkultur zuletzt so oft verwendet und weiter entwickelt wurden, dass sie hier fast etwas angestaubt daherkommen – trotz der famosen Optik. Ein Gang ins Kino lohnt sich für Genre-Fans trotzdem auf jeden Fall.

3/5

Kurzkritik: Logan

Logan FilmplakatFantasy/Action, USA 2017

Regie: James Mangold; Darsteller: Hugh Jackman, Patrick Steward, Boyd Holbrook, Dafne Keen

Ich habe in diesem Blog gefühlt in den letzten Jahren nichts häufiger getan, als mich über die Beliebigkeit der Fortsetzungen von Comic-Verfilmungen zu beschweren. Die „X-Men“-Reihe war da genau so schuldig im Sinne der Anklage wie die anderen Marvel-Filme, schlug sich allerdings insgesamt etwas besser. Nun ist es diese Filmreihe, die mit „Logan“ die ausgetretenen Pfade der austauschbaren Sequels verlässt.

Man muss „Logan“ nicht mögen (ich war insgesamt mehr als zufrieden, aber auch nicht begeistert) um anzuerkennen, dass es höchste Zeit dafür war. Die immer gleichen großen Spektakel mit immer mehr Figuren, die nur wieder mit dem größtmöglichen Cliffhanger enden, damit das ganze entweder weiter oder einfach von vorne losgehen kann, führen das Genre in eine Sackgasse.

Wolverine aka Logan (H. Jackman) lebt hier irgendwann in der nahen Zukunft im Süden der USA ein recht erbärmliches Leben. Er verdingt sich als Chauffeur einer Stretch-Limousine, trinkt zu viel und kümmert sich um Professor X (P. Steward), dessen Zustand ähnlich jämmerlich ist. Die Story ist dann recht simpel. Gegen seinen Willen muss sich Logan um eine junge Mutantin kümmern, die aus einem Labor geflohen ist. Ein Heer von Söldnern ist bald im Auftrag des fiesen Bio-Tech-Unternehmens hinter den beiden (die auch den Professor noch im Gepäck haben) her.

„Logan“ ist deutlich brutaler als die meisten Comic-Verfilmungen, die Macher des Films setzen dies als Stilmittel ein, um ihn als ‚Kost für Erwachsene“ zu platzieren. Inhaltlich hätte man darauf durchaus verzichten können. Sci-Fi-Elemente wie Zeitreisen (zuletzt ja sehr angesagt im „X-Men“-Universum) sind hier nicht zu finden, auch die Auftritte von Mutanten mit fantastischen Superkräften sind sehr begrenzt, was zum „down to earth“-Feeling des Geschehens beiträgt (es gibt auch keinen Endkampf mit ins All gerichteten Energiestrählen).

Ich war wie oben bereits erwähnt nicht durchweg begeistert von „Logan“. Der Film ist aus einem Guss und mit den (aus meiner Sicht) richtigen Absichten inszeniert, bietet dazu eine Menge Action. Für sich stehen kann er aber natürlich auch nicht wirklich – ein Makel in der DNA jeder Fortsetzung, die nicht das Ende einer Filmreihe bedeutet.

Man könnte hier, um die Stärken und Schwächen des Films genauer auszuloten, noch eine Menge Szenen und Entwicklungen diskutieren. Das aber würde einige Spoiler mit sich bringen, die ich wie üblich lieber vermeiden will. Absolut positiv ist die unübersehbare Erkenntnis zu bewerten, dass die inhaltliche Langeweile von Comic-Blockbustern mit dem heraufbeschwören immer neuer Mega-Showdowns um die Zukunft der Menschheit nicht wirkungsvoll bekämpft werden kann. Ich bin gespannt, dabei aber äußerst skeptisch, ob und wie sich dies in den -zig anderen Filmen des Genres der nächsten Jahre auswirken wird.

4/5

Kurzkritik: Hacksaw Ridge

Hacksaw Ridge FilmplakatKriegsdrama, USA/Australien 2016

Regie: Mel Gibson; Darsteller: Andrew Garfield, Sam Worthington, Vince Vaughn, Teresa Palmer

Mel Gibson ist als Regisseur nicht eben bekannt für vornehme Kost. Sei es in „Braveheart“, „The Passion of the Christ“ oder „Apocalypto“, es wird meist eine blutige Angelegenheit. Nun hat Gibson einen Kriegsfilm gedreht, und weil hier also ein ‚blutrünstiger‘ Regisseur in einem äußerst blutigen Genre arbeitet, ist „Hacksaw Ridge“ ein in dieser Hinsicht extremer Film geworden.

Der Film erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte von Desmond Doss (A. Garfield), einem jungen Mann aus ärmlichen Verhältnissen, der in der Schlacht um Okinawa zum überraschenden Helden wird. Aus religiösen Gründen lehnt Doss Gewalt ab – wodurch er im ‚Boot Camp‘ zum Außenseiter wird, der sich von seinen Kameraden viel Spott anhören muss. Als Sanitäter begleitet er seine Einheit in eine der entscheidenden Schlachten des Kriegs im Pafizik.

„Hacksaw Ridge“ nimmt sich viel Zeit für die Entwicklung seiner Hauptfigur. Szenen aus Kindheit und Jugend, der Konflikt mit dem Vater, das Finden seiner großen Liebe, schließlich die freiwillige Meldung zum Militär – als Desmond im Ausbildungslager ankommt, hat das Publikum ihn schon recht gut kennengelernt.

Weil das so, ist funktioniert der Film in der Folge – trotz der vollkommen vorhersehbaren Story – erstaunlich gut. Andrew Garfields große Leistung ist es, seine Figur innerhalb des mit mächtig Pathos aufgeblasenen, in der zweiten Hälfte unfassbar brutalen Spektakels mit großer Glaubwürdigkeit zu spielen. Seine bescheidene Entschlossenheit, mit der er Unglaubliches vollbringt (er rettet auf eigene Faust mehrere Dutzend Kameraden aus einem aufgegebenen Schlachtfeld), wirkt authentisch – aller offensichtlichen Formelhaftigkeit des Geschehens zum Trotz.

Gibson geht es in „Hacksaw Ridge“ nicht um eine differenzierte Darstellung der Schlacht selbst. Die Japaner sind in seinem Film zwar keine Monster, aber reine Statisten, deren Geschichte nicht erzählt wird. Sein wundersames Heldenepos über Desmond Doss feiert dessen christlich motivierte Gewaltlosigkeit, vor allem aber seine mutigen Taten inmitten eines ultrabrutalen Gemetzels – dessen militärische Notwendigkeit nicht in Frage gestellt wird. Als Aufruf zum Gewaltverzicht lässt sich der Film daher nicht verstehen.

Insgesamt ist der Film vor allem für Fans des Regisseurs oder des Genres interessant.

3/5

PS: „Hacksaw Ridge“ wurde für mehrere Oscars nominiert (u.a. „Bester Film, „Beste Regie“ und „Bester Hauptdarsteller“), was von vielen als Beweis gewertet wird, dass das Hollywood-Establishment den in Ungnade gefallenen Mel Gibson wieder gern hat.

 

Kurzkritik: Jack Reacher – Never Go Back

Jack Reacher Never Go Back FilmplakatThriller, USA/China 2016

Regie: Edward Zwick; Darsteller: Tom Cruise, Cobie Smulders, Robert Knepper

Tom Cruise spielt den kompromisslosen Ex-Major Jack Reacher hier bereits zum zweiten Mal, baut sich somit quasi ein zweites Action-Franchise neben der deutlich erfolgreicheren (und besseren) „Mission:Impossible“.Reihe auf.

Die Story von „Never Go Back“ führt Reacher zurück in die Army, denn eine befreundete Ex-Kollegin steckt in Schwierigkeiten, die in einer geheimen Mission in Afghanistan ihren Ursprung zu haben scheinen. Flott erzählt und handwerklich solide ist der Film gleichzeitig eine Liebeserklärung an die Armee und ihren Ehrenkodex wie auch eine Kritik am „militärisch-industriellen Komplex“. Die Bösewichter selbst bedienen sich der Armee, kommen aber von außerhalb.

Das Ganze ist ziemlich schnell vorbeiziehende Unterhaltung ohne große Längen. Insgesamt wäre mehr Sorgfalt bei der Entfaltung der Story schön gewesen, doch Regisseur Zwick inszeniert hier routiniert und ohne irgendwelche Gimmicks. Ein schnurgerader Thriller ohne Ecken und Kanten, genießbar aber komplett unnötig.

2/5

Kurzkritik: The Accountant

The Accountant FilmplakatDrama/Thriller, USA 2016

Regie: Gavin O’Connor; Darsteller: Ben Affleck, Anna Kendrick, J.K. Simmons, Jon Bernthal

Aus dem autistischen Jungen Christian wird ein Mathegenie, das sich als Buchhalter für diverse kriminelle Organisationen verdingt. Zudem versiert in Kampfkunst und im Umgang mit Schusswaffen gerät Christian im Laufe des Films ins Fadenkreuz eines ehemaligen Auftraggebers sowie der Behörden.

Glaubwürdigkeit ist ja bekanntlich relativ. „The Accountant“ ist grundsätzlich wenig glaubwürdig, erarbeitet sich aber über die gut erzählte und gespielte Story die nötige Dosis, die es braucht, um das Publikum für seine Geschichte einnehmen zu können. Einfache, aber gekonnt inszenierte Actionsequenzen und von den guten Nebendarstellern getragene dramatische Anteile ergeben ein stimmiges Ganzes. Heraus kommt ein unterhaltsames Thriller-Märchen, das Genre-Freunden gefallen dürfte.

3/5

Filmkritik: Rogue 1 – A Star Wars Story (3D)

Filmplakat: Rogue 1 (Copyright: Disney)Fantasy/Action, USA 2016

Regie: Gareth Edwards; Darsteller: Felicity Jones, Diego Luna, Riz Ahmed, Mads Mikkelsen

Ein großer „Star Wars“-Fan bin ich nie gewesen, das wissen die meisten regelmäßigen Leser dieser Seite. „Rogue 1“ habe ich mir im Kino auch nur angesehen, weil die Gelegenheit günstig war und der klassische „Event-Film“ kurz vor Weihnachten – mit guten Freunden genossen – seit den „Herr der Ringe“-Filmen zum Fest irgendwie dazugehört.

Vom Look & Feel her ist „Rogue 1“ unverkennbar ein Teil des „Star Wars“-Universums. Zeitlich vor der Handlung der originalen Trilogie angesiedelt kreist die Story um eine Gruppe von Rebellen, die die Fertigstellung des ersten Todessterns verhindern wollen.

Im Zentrum steht Jyn Erso, die Tochter der Waffen-Ingenieurs Galen Erso, der vom bösen General Orson Krennic entführt und zum Bau der mächtigen Wunderwaffe gezwungenen wird. Ihr Weg kreuzt sich mit dem eines fahnenflüchtigen Piloten des Imperiums, einem Anführer der Rebellen, einem blinden Jedi und weiteren Gefährten.

Es entwickelt sich ein temporeiches intergalaktisches Road-Movie an zahlreichen Schauplätzen, mit Verfolgungsjagden, neuen Androiden, jeder Menge Stormtrooper und mächtig vielen Schießereien. Damit bedient der Film wohl die Erwartungshaltung der meisten Fans – es fehlen zwar die bekannten Figuren (mit Ausnahme von Darth Vader), doch fast jede Einstellung enthält einen Hinweis darauf, dass „Rogue 1“ ein „Star Wars“-Film ist.

Die Effekte sind wie zu erwarten erstklassig, einige Szenen auch richtig beeindruckend. Doch neu ist an alldem wiederum nichts, und auch mit der 3D-Technik weiss Regisseur Gareth Edwards wenig anzufangen. Ein weiteres Problem ist die sehr einfach gestrickte Story, die es gerade so schafft die vielen Sets, Figuren und Schauplätze zu verbinden – aber eben auch ganz offensichtlich genau nur dafür geschrieben wurde. Einen faden Beigeschmack hat auch das arg überstrapazierte Motiv der jungen Heldin, der das Schicksal den Ruf des Abenteuers schickt – da könnte sich die Reihe an zentraler Stelle langsam wirklich mal was anderes ausdenken.

Zwischen der üblichen „Star Wars“-Folklore von heroischen Außenseitern, fiesen Imperialisten, witzig-exotischen Aliens und beeindruckend animierten Raumschiffen entwickelt der Film keine eigenen Ideen, auch keine eigene Handschrift. Die Figuren sind durchaus gelungen, die Dialoge jedoch eher hölzern und die meisten Jokes zünden nicht sonderlich gut – da ist die Marvel-Konkurrenz aus dem eigenen Hause sehr weit enteilt.

Es reicht im Kino unter dem Strich zwar für gut zwei Stunden anständiges Entertainment, doch die Enttäuschung (selbst bei niedriger Erwartungshaltung) überwiegt deutlich. Wenn Disney mit dem weiteren Ausschlachten der Reihe dauerhaft Erfolg haben will bracht es ein bißchen mehr als handwerklich solide verpackte Ideenlosigkeit in „Star Wars“-Optik.

2/5

VORSICHT – SPOILER
Dass sich der Film traut, quasi die gesamte Riege von Hauptdarstellern am Ende den Heldentod sterben zu lassen, finde ich einerseits erfrischend und mutig. Die Story wird sicher an der Stelle fortgesetzt, aber es müssen neue Figuren her. Andererseits nimmt man sich die Chance aus den Figuren im Laufe der nächsten Filme mehr herauszuholen – womit man freilich hier schon hätte anfangen müssen…

Filmkritik: Die Glorreichen Sieben

The Magnificent Seven 2016Western, USA 2016 (Originaltitel: The Magnificent Seven)

Regie: Antoine Fuqua; Darsteller: Denzel Washington, Chris Pratt, Ethan Hawke, Haley Bennett, Peter Sarsgaard

Fangen wir mal mit den positiven Aspekten dieses ‚zweifachen‘ Remakes (John Sturges Original war seinerseits ein Western-Remake von Kurosawas „Sieben Samurai“) an. „Die Glorreichen Sieben“ sieht stylisch aus, bietet ein beachtliches Darsteller-Ensemble auf und hat trotz gut zwei Stunden Laufzeit keine echten Längen.

Es ist auch schön zu sehen, dass in der ethnischen Zusammensetzung der Hauptfiguren ein Fortschritt zu erkennen ist. Nicht nur führt ein Schwarzer die Truppe an, es kämpfen gar ein Comanche und ein Asiate an seiner Seite. Auch ein Mexikaner ist dabei, was allerdings auch für das Original us dem Jahr 1960 gilt (damals gespielt von Horst Buchholz – diesmal wird die Rolle auch von einem echten Mexikaner gespielt).

Meine Erinnerung an die genaue Handlung der Vorlage ist recht dünn, der Rahmen ist allerding gleich geblieben. Eine von raffgierigen Gewalttätern bedrohte Gemeinde ersucht einen einsamen Revolver-Helden um Hilfe. Dieser formiert eine Truppe von mehr oder minder professionellen Abenteurern, die das Problem mit Waffengewalt lösen sollen.

Auch wenn meine Erinnerung dünn ist, es darf doch als sicher gelten – so ein Gemetzel wie in Antoine Fuquas Film hat es in der Vorlage nicht gegeben. Nicht nur im letzten Akt – einem halbstündigen Mega-Shootout – wird geballert, was das Zeug hält. Der Bodycount ist locker auf einem Level mit den Schwarzenegger- oder Stallone-Filmen der 80er.

Grundsätzlich funktioniert die einfache Story aber sehr gut, die Formel hat sich schließlich nicht umsonst über Jahre bewährt. Der Kampf der tapferen Außenseiter gegen die zahlenmäßig krass überlegenen Bösewichter, die aufrichtige Dankbarkeit der „kleinen Leute“, die ‚Bromance‘ zwischen den Figuren, und nicht zuletzt hier auch der Humor sorgen für einen anständigen Unterhaltungsfaktor.

Was den neuen „Glorreichen Sieben“ fehlt ist letztlich eine echte Daseinsberechtigung. Der Film ist keineswegs schlecht geworden, hat aber keine Qualitäten jenseits des Prädikats „zeitgemäßer Neuverfilmung“ zu bieten. Die Darsteller schlagen sich wacker, doch werden die Figuren hier nicht den Status der von Steve McQueen, Yul Brunner oder Charles Bronson gespielten Vorbilder erreichen. Aber das hat wohl auch keiner im Vorfeld erwartet – weder auf Seiten der Filmschaffenden noch das Publikum.

3/5

Kurzkritik: Suicide Squad (2D)

Suicide Squad FilmplakatFantasy/Action, USA 2016

Regie: David Ayer; Darsteller: Will Smith, Margot Robbie, Viola Davis, Jared Leto

Im Kino habe ich mir „Suicide Squad“ geschenkt, weil ich erstens die Nase weitgehend voll von Superhelden-Gedöns habe und zweitens der Trailer ziemlich mies war. Immerhin passt der Trailer zum kompletten Film, der ist auch ziemlich mies.

Im DC-Universum nach Supermans ‚Tod‘ suchen die Behörden nach Möglichkeiten, zukünftigen Bedrohungen durch „besondere Spezies“ etwas entgegen setzen zu können. Ihre Wahl fällt auf eine Horde einander bis dahin unbekannter Super-Verbrecher (Serienkiller, Brandschätzer, Bankräuber, Verrückte, Mutanten), die bis dahin in getrennten Hochsicherheitszellen verwahrt wurde.

Unter der Führung von der US-Agentin Waller (V. Davis) und dem Vorzeige-Major Flag (Joel Kinnaman) soll der wilde und widerspenstige Haufen eine tausende Jahre alte Hexe und ihren Bruder unschädlich machen. Klingt nicht nur bescheuert, ist es auch. Selbst für das Superhelden-Genre. Und dazu wird das alles recht ungeschickt und verwirrend erzählt.

„Suicide Squad“ ist der mißratene Versuch, aus den gigantischen Erfolgen von „Guardians of the Galaxy“ (und mit Abstrichen auch „Deadpool“) Kapital zu schlagen. Finanziell scheint das sogar zu klappen. Doch für das Publikum ist es eine recht zähe Veranstaltung geworden. Weder zünden die Witze (Ausnahmen bestätigen die Regel), noch beeindrucken die Effekte oder der immerhin etwas mutige trashige Neon-Style.

Die ‚Rückkehr‘ des Jokers (J. Leto) ist auch eher enttäuschend, die Figur hätte – nach Heath Ledgers großartiger Darstellung – noch ein paar Jahre Schonzeit vertragen. Und sie ist hier auch letztlich überflüssig. Die Mitglieder des „Suicide Squad“ sind nicht alle gänzlich daneben, Hailey Quinn (Margot Robbie) etwa macht durchaus Laune, Diablo, Captain Boomerang und Slipknot könnten taugen, wenn man ihren Figuren Platz gegeben hätte. Den bekommt allerdings stattdessen Will Smiths „Deadshot“, der als konventionellste Figur wiederum wenig spannend ist. Zudem spielt Smith hier in erster Linie eine klassische Will-Smith-Figur.

Zum davonlaufen ist der Film nun auch nicht, Schauwerte und Tempo reichen aus, um die zwei Stunden Laufzeit schnell vergehen zu lassen. Unter dem Strich aber ist „Suicide Squad“ ein gutes Beispiel, in welche Richtung dieses millardenschwere Genre besser nicht gehen sollte, wenn die Studios ihre “’Cash Cow“ noch ein paar Jahre länger auszuschlachten gedenken. Und davon gab es dieses Jahr bereits mehr als genug…

2/5

Kurzkritik: Doctor Strange (3D)

Filmplakat Doctor StrangeAction/Fantasy, USA 2016

Regie: Scott Derrickson; Darsteller: Benedict Cumberbatch, Chiwetel Ejiofor, Tilda Swinton, Rachel McAdams, Mads Mikkelsen

Am Beispiel von „Doctor Strange“, dem neuesten Film aus dem Hause Marvel, kann man sehr gut ablesen, was die Faszination des Superhero-Genres ausmacht. Und auch – ich wette sobald der gute Dr. seinen nächsten Auftritt hat – wo dessen Probleme liegen.

Benedict „Sherlock“ Cumberbatch ist die Rolle des arroganten Chirurgen Stephen Strange geradezu auf den Leib geschrieben, die Besetzung ist eindeutig ein Glücksfall. Nach einem Unfall, der ihn die Feinmotorik seiner Finger kostet, macht sich Strange auf die Suche nach Hilfe – jenseits der von ihm vertretenen Schulmedizin. Die Reise führt ihn nach Kathmandu, wo er bald am eigenen Leib sagenhafte Kräfte und Mächte erlebt.

Die Story ist – trotz der starken metaphysischen Note – im Grunde eine bekannte Heldenreise. Initiierung, Lernphase, Läuterung und schließlich die Geburt des Helden. „Doctor Strange“ macht einiges richtig. Die insgesamt hervorragende Besetzung macht Laune, die Konzentration auf wenige Figuren, welche weitgehend glaubhaft miteinander interagieren, hilft bei der ‚Glaubwürdigkeit‘. Und auch beim Humor trifft der Film den richtigen Ton (die besten Szenen gehen hier auf das Konto des Umhangs sowie der Kollegin am OP-Tisch…).

Die gekonnte Inszenierung des mysteriösen „Geheimbunds“ kokettiert mit dem Image der fernöstlichen Binsenweisheiten. Und nicht zuletzt schafft es der Film, Spezial-Effekte zu produzieren, die wirklich sehenswert sind. Dass sie wie eine Mischung aus „Inception“ und „Transformers“ daherkommen stört dabei nicht. Sie bieten großartige Schauwerte und sind sauber in die Story integriert. Die Story des Films hat dabei sicher genau so viele Lücken wie andere Comic-Verfilmungen auch, aber nach denen schaut ja niemand, wenn man so gut unterhalten wird. Die 3D-Effekte sind ebenfalls gut, wichtiger ist allerdings der Gang ins Kino im Vergleich zum – für diese Bilder so oder so zu kleinen – Heimkino.

Wie üblich bei Marvel gibt es nach dem gelungenen, wenn auch nicht großartigen Finale und dem Abspann einen Ausblick wohin die Reise weitergeht. Und damit sind wir beim Problem des Marvel-Universums: nur die ersten Filme der einzelnen Helden besitzen die Fähigkeit, das Publikum für die neue Figur wirklich zu begeistern. Es braucht einen ungestörten Alleinunterhalter (mit Sidekick, ok, aber nicht mit echter Konkurrenz) dafür.

Nun wird Dr. Strange – kaum ein echter Spoiler – also Teil der kommenden „Avengers“-Dauerberieselung. In dieser aber tummeln sich sowieso schon arg viele Helden.  Und der darin mehr oder weniger fortlaufend erzählte Plot ist mittlerweile nur noch für Hardcore-Fans im Ansatz ernst zu nehmen. So ergänzt Marvel hier das Universum um eine weitere wirklich gut gemachte Figur, von der wir den spannendsten Teil bereits gesehen haben – wie sie entstanden ist.

4/5

Kurzkritik: Jason Bourne

Jason Bourne FilmplakatAction/Thriller, USA/UK/CHN 2016

Regie: Paul Greengrass; Darsteller: Matt Damon, Tommy Lee Jones, Vincent Cassel, Alicia Vikander

Die „Bourne“-Trilogie gehört zum Besten, was das Agententhriller-Genre in den letzten Jahren zu bieten hatte. Wie ich finde hat auch das „offene“ Ende ganz gut gepasst – weniger weil es Raum für Fortsetzungen ließ, als weil es inhaltlich gepasst hat.

Quasi unweigerlich kommt nun – nach dem anständigen Spin-off „The Bourne Legacy“ – doch noch ein vierter Teil der Reihe in die Kinos. Da fragt man sich natürlich, ob es neben den finanziellen Anreizen für alle Beteiligten, auch einen guten erzählerischen Grund gibt, die das „Reboot“ rechtfertigt. Grob gesagt würde ich das verneinen.

Der Plot kreist um die bekannten Motive. Bourne ist abgetaucht, will aber weiterhin seine Vergangenheit aufklären. Die CIA-Bosse haben da weiterhin etwas gegen. Ein neuer Erzählfaden um den fiktiven jungen CEO eines ebenso fiktiven Facebook-ähnlichen Social-Media-Giganten soll offenkundig die Nähe zum Zeitgeist „erneuern“, was allerdings etwas bemüht wirkt.

Rein handwerklich kann sich „Jason Bourne“ sehen lassen. Das Tempo ist hoch, die Schauplätze sind zahlreich und die Actionszenen machen Laune. Mit Tommy Lee Jones, Alicia Vikander und Vincent Cassel sind starke Schauspieler hinzugekommen.

Es ist letztlich nicht so, dass die Story es nicht wert wäre, erzählt zu werden. Der Eindruck, dass man das alles so ähnlich schon mal gesehen hat (und auch ein Ende der Geschichte), ist allerdings einen Tick zu stark, als man man sich dem Geschehen freudig und ohne diese Hintergedanken hingeben könnte.

3/5

Kurzkritik: Star Trek – Beyond

star trek beyond filmplakatAction/Sci-Fi, USA 2016

Der neueste Beitrag der Reihe „X-ter Film eines Franchise, der den Faden weiter spinnt ohne dabei irgendwas von Belang zu erzählen“ kommt aus dem „Star Trek“-Universum. Mit Pfiff und Ideen vor knapp 10 Jahren neu gestartet steht die Reihe inzwischen ziemlich ziellos im Raum.

Man bleibt der bewährten Erzählstrategie treu (Neuer Auftrag für die Enterprise, Jokes, Aliens, Action, Showdown, alle wieder auf der Enterprise), kann aber trotz guter Besetzung und starken Effekten nicht verhehlen, dass der aktuelle Film eben eine von undenkbar vielen möglichen „Star Trek“-Stories erzählt – nicht mehr und nicht weniger. Für Fans reicht das sicherlich, für den Rest ist das allen Schauwerten zum Trotz einfach zu wenig.

2/5

Kurzkritik: „X-Men – Apocalypse“

X-Men Apocalypse FilmplakatAction/Sci-Fi, USA 2016

Regie: Bryan Singer; Darsteller: James McAvoy, Michael Fassbinder, Jennifer Lawrence, Olivia Munn, Rose Byrne, Oscar Isaac, …

Mit dem ich-weiss-nicht-wievielten „X-Men“-Film verhält es sich sehr ähnlich wie jüngst mit „Captain America – Civil War“. Alles schön anzusehen und gut gemacht, aber letztlich kein richtiger Film, sondern ein weiteres Kapitel in einer Reihe, die aus kommerziellen Gesichtspunkten gar kein Ende finden darf. Die „X-Men“-Filme waren immer dann am besten, wenn sie die inneren Konflikte der Mutanten und das schwierige Verhältnis zu den Menschen ernsthaft in den Focus gerückt haben.

„Apocalypse“ geht eher in die Richtung eines Spektakels, in dem diese Motive noch anklingen, aber eine untergeordnete Rolle spielen – schließlich muss ein wiedererweckter alt-ägyptischer Weltenknechter (unter massig CGI kaum zu erkennen: Oscar Isaac) besiegt werden. Und damit – GÄHN – ist zur Story auch schon alles gesagt. Das prominente Ensemble macht Spaß, auch das energische Tempo, welches knapp zweieinhalb Stunden sehr schnell verfliegen lässt. Das andauernde „Magnet ist gut, Magneto ist böse“-Spielchen ging mir dabei allerdings mächtig auf den Zünder…

3/5

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