Kurzkritik: Kong – Skull Island

Filmplakat: Kong Skull IslandFantasy/Action, 2017

Regie: Jordan Vogt-Roberts; Darsteller: Tom Hiddleston, Samuel L. Jackson, Brie Larson, John Goodman

Worum gehts?
Ein Team von Wissenschaftlern und Soldaten (plus eine schicke Fotografin) erforscht anno 1973 eine abgelegene Insel im Süd-Pazifik. Es tritt dann auf und trommelt sich auf die Brust: King Kong.

Was soll das?
Nach der 2014er-Neuauflage von „Godzilla“ ist nun der Riesenaffe dran, die beiden teilen sich ja bekanntlich ein ‚Universum‘. Fortsetzungen sind zwingend zu erwarten…

Taugt das was?
Ja, sofern man nicht mehr erwartet als eine solide Abenteuer-Story und unterhaltsame Schauwerte. Es gibt einige schöne Bildkompositionen, die Tricks sind nicht so der Wahnsinn, aber solide.

Sonst noch was?
Die Idee, die Handlung in den 70ern spielen zu lassen, war keine schlechte. Es macht „Kong: Skull Island“ aber auch nicht gleich zu einem gehaltvollen Drama, dass der Vietnam-Krieg ‚thematisiert‘ wird….

Wie muss ich mir das vorstellen?
„KingKong“ meets „Jurassic Park“ meets „Apocalypse Now“

3/5

Kurzkritik: The Fate of the Furious

The Fate of the Furious FilmplakatAction, USA 2017

Regie: F. Gary Gray; Darsteller: Vin Diesel, Dwayne Johnson, Michelle Rodriguez, Charlize Theron, Jason Statham

Es verwundert nicht wirklich, dass es mit dieser höchst erfolgreichen Reihe auch nach dem Tod von Hauptdarsteller Paul Walker weitergeht. Dessen Figur Brian wurde schließlich in dem (vor seinem Ableben erst halb fertig gedrehten) siebten Teil sehr gelungenen verabschiedet, und nun muss die Show weitergehen.

Mit Vin Diesel, Dwayne Johnson, Jason Statham, Ludacris und Michelle Rodriguez sind große Teile der bekannten Crew wieder an Bord, neu hinzu kommt unter anderem Charlize Theron. Obwohl sich der inzwischen achte Teil wenig von seinen letzten drei Vorgängern unterscheidet fällt doch auf, dass Paul Walker fehlt. Und dass Scott Eastwood (ebenfalls neu dabei) kein Ersatz ist, wobei der sicher auch nicht als solcher eingeplant war.

Insgesamt kann „The Fate of the Furious“ die Fans der Reihe – wer sonst zieht sich den 8. Teil der einer Action-Filmreihe rein – sicher gut bei Laune halten. Die Story ist ausreichend, die Action kracht höchst ordentlich, alles wird fürchterlich übertrieben, ist aber auch nicht ganz ernst gemeint, und der bunte Figuren-Mix funktioniert weiterhin.

Doch ihren Zenit hat die Reihe, die 2009 mit dem vierten Teil quasi neu gestartet wurde, nun doch merklich überschritten (ich würde rückblickend die Teile 5 und 6 zum Zenit erklären). Den Produzenten und auch den Stars dürfte das herzlich egal sein, solange der Rubel rollt. Und wer Lust auf blödsinnige, laute, auf Hochglanz gebürstete Action-Unterhaltung hat, der wird nicht enttäuscht werden. Nur auf das bisschen echten ‚Spirit‘, den die „Fast & Furious“ mal hatten, muss man mittlerweile getrost verzichten können. Oder eben gleich auf den ganzen Film.

3/5

 

Kurzkritik: Colossal

Filmplakat ColossalDrama/Sci-Fi, USA 2016

Regie: Nacho Vigalondo; Darsteller: Anne Hathaway, Jason Sudeikis, Tim Blake Nelson

Nachdem ihr versnobbter Freund sie aus seinem New Yorker Apartment geworfen hat, macht sich Gloria (A. Hathaway) auf den Weg in die heimische Provinz. Es ist für das dauertrinkende Partygirl Zeit für eine schmerzliche Neubewertung der Gesamtsituation.

Es dauert nicht lange, bis Gloria ein paar alte Schulfreunde wieder trifft und – ausgerechnet – einen Job in einer Bar annimmt. Vom anderen Ende der Welt, aus Südkorea, kommen derweil finstere News. Dort treibt ein Godzilla-ähnliches Riesenmonster sein Unwesen. Der Witz bei der Sache ist, dass zwischen Glorias nächtlichen Sauf-Eskapaden und dem Auftreten des Monsters eine Verbindung besteht…

Man muss, um den Film genießen zu können, Gefallen an der wahrlich ausgefallenen Prämisse des Films finden (über die man definitiv nicht mehr als das oben stehende wissen sollte). Zum Glück macht „Colossal“ einem das sehr leicht, denn trotz des fantastischen Elements funktioniert die Story auch als klassisches Drama.

Nacho Vigalondo, der hier für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnet, hat mit bescheidenen Mitteln, viel Einfallsreichtum und einem beeindruckenden Gespür für die Qualitäten (und Grenzen) seiner Geschichte einen absolut ungewöhnlichen, dabei aber in keiner Weise sperrigen Film geschaffen. Sicherlich der kreativste Monster-Film des Jahres – aber für ein ganz anderes Publikum gemacht.

4/5

 

 

 

Kurzkritik: A Cure For Wellness

Filmplakat: A Cure For WellnessHorror/Thriller, USA 2017

Regie: Gore Verbinski; Darsteller: Dane DeHaan, Jason Isaacs, Mia Gore

Lockhart (D. DeHaan), ein junger, aufstrebender Manager einer Wall-Street-Firma, soll deren CEO Pembroke aus einer Heilanstalt in den Schweizer Alpen zurück nach New York bringen. Kaum angekommen mehren sich die Anzeichen dafür, dass es in dem Sanatorium nicht mit rechten Dingen zugeht. Und es dauert auch nicht lange, bis Lockhart sich selbst in der ‚Obhut‘ des ominösen Dr. Volmer (J. Isaacs) wiederfindet.

„A Cure For Wellness“ ist eine krude Mischung, bedient sich etwa bei Thomas Manns „Zauberberg“ und Scorseses „Shutter Island“, sowie unzähligen anderen Vorbildern, vorwiegend aus dem Horrorgenre (nicht wenige gemeinsame „Eckdaten“ gibt es auch mit „Get Out“, der jedoch in allen Belangen deutlich besser ist). Punkten kann der Film zu Beginn mit ein paar stylishen Bildern; insgesamt ist das visuelle Niveau auf einem höheren Level als die Story und Figuren.

Weder die Horror- noch die Thriller-Elemente der Story wissen zu überzeugen, das große Finale ist gar denkwürdig bescheuert geraten. Den Darstellern ist dabei nicht wirklich ein Vorwurf zu machen, die mangelnde Glaubwürdigkeit des Geschehens ist vor allem Drehbuch und Regie geschuldet.

Mit zunehmender Laufzeit langweilt der wirre Plot, größtes Ärgernis sind einige vollkommen unsinnige Szenen (deren unfreiwillige Komik immerhin unterhält) und die deutlich überzogene Laufzeit von knapp zweieinhalb Stunden. Mit etwas Humor und besserem Timing hätte der Film das Zeug zum unterhaltsamen „guilty pleasure“ gehabt.

2/5

 

Kurzkritik: John Wick – Chapter 2

Filmplakat: John Wick Chapter 2Action/Thriller, USA/HK/IT/CN 2017

Regie: Chad Stahelski; Darsteller: Keanu Reeves, Common, Ricardo Scarmacio, Ruby Rose, Ian McShane

Selten hat sich eine Fortsetzung so wenig vom Original unterschieden wie „John Wick: Chapter 2“ – und dabei so viel Spaß gemacht.

Das liegt vor allem daran, dass die Reihe in erster Linie von den Schauwerten, der Atmosphäre und ihrem Hauptdarsteller lebt. Story oder Figurenentwicklung sind bestenfalls nebensächlich. Und so geht es in „Chapter 2“ storytechnisch ziemlich genau wieder von vorne los, ohne dass das störend auffallen würde.

John Wick (K. Reeves) holt sich in den ersten Minuten des Films spektakulär sein geliebtes Auto zurück. Seine Rückkehr in die Unterwelt ist beendet, seine Waffen verbuddelt er im Keller, um seine friedliche, trauernde Existenz als Herrchen eines namenlosen Pitbulls weiter zu führen.

Doch dann klingelt der Mafia-Boss Santino D’Antonio an seiner Tür, dem John aus alten Zeiten einen Gefallen schuldet. Man muss kein Hellseher sein, um zu ahnen, was es mit dem „Gefallen“ auf sich hat. Die Fäden des Geschehens laufen im aus dem ersten Teil bekannten Hotel der besonderen Art zusammen, der Plot ist dabei so simpel wie das Szenario schwachsinnig.

„Chapter 2“ ist mindestens genau so stylish wie der Vorgänger geraten, die ultra-brutalen Prügeleien und Kopfschuss-Orgien sind erneut großartig inszeniert. Keanu Reeves spielt John Wick in mitten dieser vollkommen grotesken Dauer-Action erneut als stoischen, in sich ruhenden Antihelden.

Die ein oder andere neue Idee (kugelsichere Maßanzüge), ein temporärer Wechsel des Schauplatzes (nach Rom) sowie einige gute neue Darsteller (z. B. Lawrence Fishburne) sind alles, was es dann noch braucht, um „John Wick: Chapter 2“ zu einem nahezu perfekten Genrefilm zu machen. Einziges kleines Manko ist die Laufzeit, die mit genau zwei Stunden für meinen Geschmack einen Tick zu großzügig bemessen wurde. Einen dritten Teil wird es sicher auch bald geben, dafür spricht schon das – trotzdem sehr gelungene – Ende dieses zweiten Kapitels…

4/5