Kurzkritik: Captain America – Civil War

Captain America Civil War FilmplakatAction, USA 2016

Regie: Anthony & Joe Russo; Darsteller: Chris Evans, Robert Downey Jr., Daniel Brühl, Scarlett Johansson, …

Von Comic-Verfilmungen mit großen Budgets – oder wie in diesem Fall IMMENSEN Budgets von 250 Mio. $ – kann man nicht mehr erwarten, als dass sie einigermaßen niveauvoll unterhalten. Alles andere, sprich allzu viele Experimente oder Abweichungen vom Mainstream, wäre ein zu großes Risiko für das ‚Franchise‘. So gesehen ist „Civil War“ ein guter Film geworden.

Die Action macht Laune und kommt ohne einen weiteren „showdown to end all showdowns“ (wie bei „Avengers 2“) aus, die Figurenentwicklung folgt einem relativ nachvollziehbaren Weg, der Plot beleidigt nur selten die Intelligenz des Publikums. Auch die Integration des – mittlerweile dritten – Peter Parker aka Spiderman ist gelungen.

Die Handlung zeigt die Gruppe der „Avengers“ tief gespalten in der Frage, ob sie als nur sich selbst Rechenschaft schuldige Welt-Soldaten weitermachen können, oder sich unter die Aufsicht der UN zu stellen. Ausgerechnet Iron Man ist Anführer der „Pro UN“-Fraktion, Captain America steht der anderen Seite vor. Das ist alles soweit schlüssig und gut erzählt, reisst aber niemanden vom Hocker – schon weil sehr absehbar ist, wie das Ganze ausgehen wird.

Der Ton des Films ist etwas weniger albern als sonst, was dem Geschehen gut tut. Thor und Hulk glänzen mit Abwesenheit, ersterer ist glaube ich in fernen Galaxien unterwegs (war da nicht was am Ende eines vorigen Films?), letzterer hat vielleicht was auf dem Herd stehen oder dreht sein erstes „stand alone“-Feature (man muss ja bei der Reihe alles aus dem Blickwinkel des globalen Marketings sehen).

So weit, so gut also. Als kurzweilige, sehr ansehnliche Zerstreuung taugt „Captain America – Civil War“. Stören tun mich immer die gleichen Dinge. Das vergebliche Warten auf ein echtes Ende bedeutet letztlich die komplette Abwesenheit von Spannung, der große Pool neuer Superhelden hat langsam etwas arg beliebiges, die Actionszenen können bei aller technischen Brillanz keinen „Wow-Effekt“ erzeugen – man hat es alles schon so ähnlich gesehen, und man wird es noch ziemlich oft so sehen.

3/5

P.S.: Die Reihe der Superhelden-Filme aus dem Hause Marvel geht derweil munter weiter. Ende des Jahres gibt sich Benedict Cumberbatch als „Doctor Strange“ die Ehre. 2017 stehen neue Filme von „Spiderman“, „Thor“ sowie „Guardians of the Galaxy 2“ an, 2018 folgt „Black Panther“ (hat hier sein Debüt gegeben), dann „Avengers – Infinity War Pt. 1“ und schließlich ein neuer „Ant-Man“. Sofern die Produzenten, Regisseure und Darsteller ihr derzeitiges Niveau halten ist mir das als Heimkino-Unterhaltung alles genehm. Nur ins Kino bringen mich ausgerechnet diese „Tentpole“-Produktionen, die einen immer größeren Teil der gesamten Kino-Einspielergebnisse Hollywoods liefern (sollen), ziemlich sicher nicht mehr…

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