Kurzkritik: The Martian (2D)

The Martian FilmplakatSci-Fi, USA/UK 2015

Regie: Ridley Scott; Darsteller: Matt Damon, Jessica Chastain, Jeff Daniels, Chiwetel Ejiofor

In aller Kürze: Unterhaltsame und niveauvolle Science-Fiction zwischen Drama und Spektakel, aber ohne echtes Alleinstellungsmerkmal.

Worum gehts? Die Crew einer Mars-Mission lässt versehentlich einen verletzten Kollegen zurück, der sich verzweifelt ums eigene Überleben bemüht. Die NASA kämpft auf der Erde um ihren Ruf – und bemüht sich um die Rettung des gestrandeten Astronauten.

Die gute Nachricht: Darsteller, Dialoge und Dramaturgie überzeugen, die Effekte sind auf anständigem Niveau.

Die schlechte Nachricht: Die technische Perfektion und die Spannung von „Gravity“ erreicht der Film nicht, bemüht zudem nur bekannte Erzählmuster.

4/5

Wer diese Filme mochte sollte sich den Film anschauen:
„Interstellar“, „Gravity“, „Prometheus“

Kurzkritik: Irrational Man

Irrational Man FilmplakatComedy/Drama, USA 2015

Regie: Woody Allen; Darsteller: Joaquin Phoenix, Emma Stone, Parker Posey

In aller Kürze: Bittersüßes Lustspiel, dessen Plot sich allzu konstruiert entfaltet. Eher ein filmisches Essay als ein echtes Drama.

Worum gehts? Um einen Philosophie-Professor, der an einem kleinen College mit einer Studentin anbandelt und über Dostojewskis „Verbrechen und Strafe“ neuen Sinn in sein Leben bringt.

Die gute Nachricht: Nett anzuschauen und soweit möglich gut gespielt.

Die schlechte Nachricht: Woody Allen versucht ein tragikomisches ‚Drama der Ideen‘, heraus kommt leider eine nur bedingt schlüssige und letztlich überflüssige Abhandlung eines bekannten Motivs der Literatur, ohne ihm etwas bedeutendes hinzufügen zu können.

3/5

Wer diese Filme mochte könnte sich den Film anschauen:
„Melinda & Melinda“, „Magic in the Moonlight“

Kurzkritik: Going Clear – Scientology and the Prison of Belief

Going Clear FilmplakatDokumentation, USA 2015

Regie: Alex Gibney; Darsteller: Paul Haggis, Alex Gibney, Mike Rinder

In aller Kürze: Gespräche mit ehemaligen Scientologen und filmische Zeugnisse aus dem Innenleben von Scientology geben erschreckend klare Einblicke in Alltag und Geschichte der „Kirche“.

Worum gehts? Der wohl bekannteste Scientology-Aussteiger, Filmemacher Paul Haggis, sowie andere ehemalige aus dem inneren Kreis von Scientology schildern ihre Erfahrungen. Im Focus stehen außerdem Gründer Ron L. Hubbard, der „CEO“ David Miscavige sowie Tom Cruise.

Die gute Nachricht: So glaubwürdig (und verstörend) die Aussagen der zu Wort kommenden Aussteiger klingen, es sind die vielen (extrem gruseligen) filmischen Dokumente aus der Geschichte von Scientology, die lange im Gedächtnis bleiben.

Die schlechte Nachricht: Aktuell unter dem mächtigen Einfluss der Organisation stehende Menschen wird der Film wohl nicht erreichen – was aber gewiss kein Verschulden der Filmemacher ist. Große neue Erkenntnisse werden zudem (soweit ich das beurteilen kann) nicht gewonnen.

4/5

Kurzkritik: Sicario

Sicario FilmplakatThriller/Drama, USA 2015

Regie: Denis Villeneuve; Darsteller: Emily Blunt, Josh Brolin, Benicio del Toro

In aller Kürze: Ambitionierter Drogenkrimi über die Eskalation der Gewalt an der Grenze zwischen USA und Mexiko.

Worum gehts? Eine FBI-Agentin wird Teil einer neuen Task-Force, die mit unkonventionellen Methoden gegen die Kartelle vorzugehen scheint.

Die gute Nachricht: Visuell und schauspielerisch eindrucksvoll zeichnet „Sicario“ ein düsteres und spannendes Portrait der Drogenkriminalität, wobei auf altbekannte Schwarzweiss-Malerei weitgehend verzichtet wird.

Die schlechte Nachricht: Ein etwas unspektakuläres und – im Detail – wenig glaubwürdiges Ende.

4/5

Wer diese Filme mochte sollte sich den Film anschauen:
Traffic„, „No Country For Old Men“