Kurzkritik: Victoria

Victoria FilmplakatDrama, Deutschland 2015

Regie: Sebastian Schipper; Darsteller: Laia Costa, Frederick Lau, Franz Rogowski

In aller Kürze: Intensiv gespieltes, in einem Take gedrehtes Indie-Kino – insgesamt einen Tick zu lang geraten.

Worum gehts? Eine Spanierin trifft vier Berliner und geht mit ihnen auf eine aufregende und extrem gefährliche nächtliche Tour…

Die gute Nachricht: Die Art des Drehs und die weitgehend improvisierten Dialoge lassen „Victoria“ authentisch wirken, auch die Schauspieler überzeugen.

Die schlechte Nachricht: Einige Entwicklungen sind nicht sehr glaubwürdig, was zum Glück nur selten auffällt.

4/5

Filmkritik: Spectre (2D)

Spectre FilmplakatAction, UK/USA 2015

Regie: Sam Mendes; Darsteller: Daniel Craig, Christoph Waltz, Ralph Fiennes, Lea Seydoux

Daniel Craigs Bilanz als Bond konnte sich bisher sehen lassen. „Casino Royale“ und „Skyfall“ zähle ich zu den besten Filmen der Reihe, bei „Quantum of Solace“ haben die Drehbuchautoren gestreikt – was man deutlich merkt, aber irgendwie auch einfach Pech war. „Spectre”, der vierte und möglicherweise letzte „007“ mit Craig als Bond, ist leider kein Volltreffer wie die beiden eben genannten Filme, lohnt sich aber dennoch mindestens für alle Fans der Reihe.

Ungewöhnlich für die Reihe setzt „Spectre“ (nach einem der schlechtesten Titelsongs aller Zeiten) direkt da an wo „Skyfall“ aufhörte. Wie man liest war dies für Sam Mendes, der erneut Regie führte, eine wichtige Voraussetzung um an Bord zu kommen. Storytechnisch werden gar Fäden aus allen drei Filmen der Ära Daniel Craig aufgenommen und zu ende gesponnen – was leider weniger glorreich ausfällt als es Fans wie ich erhofft hatten.

Die ersten ca. 90 Minuten von „Spectre“ sind großes Kino, hier werden Tempo, Story, Action, Schauplätze und Plot souverän zu feinster Agenten-Unterhaltung verbunden. Mexiko, Rom, London, Tirol, Tangiers – Bond und seine Kollegen bzw. Gespielinnen sind mächtig auf Achse. Nicht jede Szene ist der absolute Hingucker, doch die Reise macht richtig Spaß und bietet – wenn auch keine bahnbrechende – dann doch sehenswerte Actionszenen mit zahlreichen Reminiszenzen an frühere 007-Abenteuer.

Nach einem „Ersatz-Showdown“ geht es dann jedoch noch eine ganze Zeit mit der Handlung weiter, wobei den Autoren leider die guten Ideen ausgehen. Auf dem Weg zum Finale ist vieles entweder unnötig oder allzu vertraut dem „Beginners Guide to Writing a Spy Movie“ entnommen. Die Wendungen der Story sind recht vorhersehbar, das große „Aha“-Erlebnis bleibt ebenfalls aus.

Christoph Waltz macht als Bösewicht eine gute Figur, wenngleich diese Rolle für ihn 5 Jahre zu spät kommt – man hat ihn als eloquenten, abseitigen Schurken (oder Antihelden) einfach schon zu oft gesehen, als dass er positiv überraschen könnte. Monica Belluccis Auftritt ist kurz, stilvoll und erzählerisch ohne Bedeutung, Ralph Fiennes und Ben Wishaw als M bzw. Q weiterhin funktionieren gut, Léa Seydoux schmollt sich gekonnt als Haupt-Bondgirl durch den Film, kann aber keine Duftmarke setzen wie etwa Eva Green in „Casino Royal“.

Eine Enttäuschung würde ich “Spectre” nicht nennen. An den eigenen Ambitionen, hier einen gemeinsamen End- und Höhepunkt für die letzten vier Filme zu setzen, scheitern Mendes und seine Drehbuchautoren. Aber es ist ein recht knappes und vor allem ehrenwertes Scheitern.

4/5

PS: [SPOILER: Eigentlich müsste Blofeld ja wiederkommen, auch wenn er hier am Ende gefasst wird. Und er bekommt ja am Ende erst die Narben ins Gesicht, die er in den alten Filmen bereits hatte. Ich würde vermuten, dass sich die Produzenten diese Option bewusst offen gelassen haben…]

Kurzkritik: Ant-Man (2D)

Ant-Man FilmplakatAction/Comedy, USA 2015

Regie: Peyton Reed; Darsteller: Paul Rudd, Michael Douglas, Evangeline Lilly

In aller Kürze: Spaßiges, gut besetztes Kinodebut des ‚Ameisenmannes‘.

Worum geht’s? Ein genialer alter Wissenschaftler will seine größte und gefährlichste Erfindung vor dem Zugriff durch böse Mächte schützen – ‚Ant-Man‘ ist geboren.

Die gute Nachricht: ‚Ant-Man‘ spielt geschickt mit den bekannten Motiven der modernen cineastischen ‚Geburt des Helden‘, nimmt sich dabei nur bedingt ernst und bietet einige gelungene Action-Sequenzen (vor allem jene, in denen der Held in Ameisengröße unterwegs ist).

Die schlechte Nachricht: Eigentlich „nur“, dass es bereits mehr als genug Marvel-Kollegen von ‚Ant-Man“ gibt – was ja kein Geheimnis ist…

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
Alle Comic-Verfilmungen der letzten 15 Jahre

4/5