Kurzkritik: The Man from U.N.C.L.E.

The Man from U.N.C.L.E.Action/Comedy, USA/UK 2015

Regie: Guy Ritchie; Darsteller: Armie Hammer, Henry Cavill, Alicia Vikander

In aller Kürze: Kino-Reboot der Fernsehserie aus den 60ern, charmant und unnötig.

Worum geht’s? Zwei Superspione aus USA und UDSSR müssen gemeinsame Sache machen um fiese Schurken zu bekämpfen, die an einer Atombombe basteln.

Die gute Nachricht: Guy Ritchie inszeniert weniger brachial als gewohnt, ohne dabei seinen Schwung zu verlieren. Besetzung, Ausstattung und Look lassen wenig zu wünschen übrig.

Die schlechte Nachricht: „The Man from U.N.C.L.E.“ kann zu keinem Zeitpunkt vergessen machen, dass die Macher hier einer bekannten Erfolgsformel folgen, von der man schon deutlich bessere Variationen gesehen hat.

Wer diese Filme mochte kann einen Blick riskieren:
„The Italian Job“, „Kingsman – The Secret Service“

3/5

Kurzkritik: The Gift

The Gift FilmplakatDrama/Thriller, AUS/USA 2015

Regie: Joel Edgerton; Darsteller: Jason Bateman, Rebecca Hall, Joel Edgerton

In aller Kürze: Ein fast schon altmodischer Psychothriller – spannend inszeniert, jedoch nur für Genre-Fans zu empfehlen.

Worum geht’s? Das Ehepaar Simon und Robyn zieht in einen luxuriösen Bungalow in Kalifornien, wo sie Simons alten Highschool-Kamerad Gordo treffen – dessen Verhalten zunehmend merkwürdig bis bedrohlich wirkt.

Die gute Nachricht: Das Drehbuch weiss seine Stärken geschickt auszunutzen, Regisseur und Darsteller schaffen eine recht überzeugende Ambivalenz bezüglich der wahren Natur ihrer Figuren und deren Motive.

Die schlechte Nachricht: „The Gift“ ist letztlich eine Fingerübung, die zwar handwerklich überzeugen kann, das Publikum aber emotional eher kalt lassen dürfte.

3/5

Filmkritik: Youth (Ewige Jugend)

Youth FilmplakatDrama, I/F/SUI/UK 2015

Regie: Paolo Sorrentino; Darsteller: Michael Caine, Harvey Keitel, Rachel Weisz, Paul Dano

Da ich von Sorrentinos vorigem Film „La Grande Bellezza“ absolut begeistert war habe ich an „Youth“ natürlich sehr hohe Erwartungen gehabt. In seinen besten Momenten erfüllt der Film diese sogar – als Ganzes jedoch gelingt ihm das nicht.

„Youth“ spielt in einer Luxusherberge in den Schweizer Alpen. Der Komponist und Dirigent Fred (M. Caine) erholt sich hier, sein langjähriger Freund Mick (H. Keitel) arbeitet am Drehbuch für seinen letzten großen Film. Der junge Schauspieler Jimmy (Paul Dano) bereitet sich auf seine nächste Rolle vor, Freds Tochter Lena (R. Weisz) durchlebt eine Beziehungskrise. Zum Kreis der Anwesenden gehört neben dem Personal noch ein aufgeschwemmter ehemaliger Weltfußballer (wer das wohl sein soll?), und auch die frisch gekürte „Miss Universe“ macht hier Station.

In opulenten Bildern filmt Sorrentino ein entrücktes Panorama, in dessen Zentrum mit Fred und Mick zwei (ehemals) erfolgreiche alte Männer stehen. Zwischen Tagträumen, gesundheitlichen Problemen und ganz realen Konflikten verbringen sie ihre Tage in dem paradiesischen Ressort, das für den Film mehr als nur ein Schauplatz ist. Fred lehnt eine Einladung der Queen ab, seine größten Erfolge auf die Bühne zu bringen, Mick findet kein Ende für seinen Film, der sein künstlerisches Testament sein soll.

Der großartige Score und die wunderbaren Bilder sind eine große Stärke des Films (mit Ausnahme einiger weniger Traumsequenzen, in denen die – absichtlich – billigen Effekte dem Film unnötig seinen Fluss rauben). Auch die Darsteller haben mir gefallen, allen voran Michael Caine, der mit 82 Jahren zwar einerseits nur noch ’sich selbst‘ spielen muss, es dabei aber schafft interessant und glaubwürdig zu erscheinen.

„Youth“ ist zweifellos ein mächtig ambitioniertes Werk, das große Themen sowohl leidenschaftlich gefühlvoll als auch ironisch distanziert verhandelt. Es fällt angesichts der mäandernden Erzählweise schwer, einen roten Faden in der Geschichte zu entdecken, es bleibt bei Ansatzpunkten für einen Schlüssel zum Verständnis der in so vielen sorgfältig komponierten Bildern und Szenen transportierten Botschaften. Leider erlaubt sich der Film auch Fehltritte, einige Szenen überschreiten die Grenze zur Plattitüde.

Wie „La Grande Bellezza“ ist auch „Youth“ ein Fest für die Sinne, wenn auch – mindestens im ersten Anlauf – kein so überzeugender und mitreißender Film. Ich bin gespannt, ob sich beim zweiten Durchgang (den es bis Weihnachten unweigerlich geben wird) neue Perspektiven eröffnen, ob die Stärken des Films deutlicher hervortreten oder doch die Schwächen. Bis dahin gibt es:

4/5

 

Kurzkritik: How to make Love like an Englishman (Some Kind of Beautiful)

Some Kind of Beautiful FilmplakatComedy/Romance, USA 2015

Regie: Tom Vaughan; Darsteller: Pierce Brosnan, Salma Hayek, Jessica Alba, Malcolm McDowell

In aller Kürze: Kurzweilige, aber uninspirierte Rom-Com, in der einige gelungene Figuren und der treffsichere Humor der mainstreamigen Oberflächlichkeit der käsigen Story mäßig erfolgreich die Stirn bieten.

Worum geht’s? Der hedonistische Literaturprofessor Richard gründet in reifem Alter mit seiner Studentin Kate eine Familie und zieht nach L.A.. Kaum angekommen werden die Karten neu gemischt – und Kates Schwester Olivia betritt (erneut) die Bühne.

Die gute Nachricht: Vor allem Pierce Brosnan und Salma Hayek (deren Chemie schon in „After the Sunset“ stimmte) sowie McDowell als Richards Vater haben Spaß an ihren Rollen. Einige Szenen und Dialoge sind tatsächlich witzig.

Die schlechte Nachricht: Die übrigen Figuren sind weniger gelungen, allen voran Jessica Albas Rolle ist schmerzhaft eindimensional. Die Story ist platt und vorhersehbar, das Ende arg kitschig geraten.

Wer diese Filme mochte könnte sich das angucken:
„After the Sunset“, „The Rewrite“

2/5

Kurzkritik: Mr. Holmes

Mr. Holmes FilmplakatKrimi/Drama, UK/USA 2015

Regie: Bill Condon; Darsteller: Ian McKellen, Laura Linney, Milo Parker

In aller Kürze: Elegante, aber etwas zähe Variation der Figur Sherlock Holmes im Spätherbst seines Lebens.

Worum geht’s? Detektiv Sherlock Holmes (McKellen) erinnert sich in hohem Alter an einen seiner schwersten Fälle, während auf seinem Landhaus die Haushaltsgehilfin (Linney) mit ihrem Sohn auszuziehen gedenkt.

Die gute Nachricht: Ian McKellens Darstellung des Meisterdetektivs als gebrechlichem Greis und leidenschaftlichen Imker bereichert den beachtlichen Kanon der Verfilmungen. Zudem sieht „Mr. Holmes“ (der Film, nicht der Detektiv) wunderbar aus.

Die schlechte Nachricht: Die ausschweifende und auf drei Zeitebenen spielende Erzählung nimmt nie so richtig Fahrt auf, der Film verstösst daher insgesamt zu oft gegen Billy Wilders oberstes Gebot des Filmemachens: „Du sollst [Dein Publikum] nicht langweilen!“.

Wer diese Filme mochte kann sich das angucken:
„Atonement“, „The Raven“

3/5

Kurzkritik: Knock Knock

Knock Knock FilmplakatThriller/Horror, USA 2015

Regie: Eli Roth; Darsteller: Keanu Reeves, Ana de Armas, Lorenza Izzo

In aller Kürze: Psychologisch wenig überzeugendes Psycho-Kammerspiel um Sex & Gewalt.

Worum geht’s? Zwei schöne junge Frauen klingeln bei einem Architekten, dessen Familie einen Wochenend-Ausflug macht. Was als harmloses Treffen beginnt wird bald zum bösen Spiel aus Verführung, Gewalt und Chaos.

Die gute Nachricht: Handwerklich ist an „Knock, Knock“ nicht viel auszusetzen, und die Darsteller sind bemüht.

Die schlechte Nachricht: Nach gutem Beginn wird es in Sachen Story und Charaktere krass unglaubwürdig, was durch die nur mäßig gelungenen Schock- und Überraschungseffekte nicht kompensiert werden kann.

Wer eine maue Variation dieser Filme sehen möchte kann sich das angucken:
“Panic Room”, “Funny Games”, “Straw Dogs”

2/5

Filmkritik: Terminator – Genisys

Terminator Genisys FilmplakatSci-Fi/Action, USA 2015

Regie: Alan Taylor; Darsteller: Jay Courtney, Emilia Clarke, Arnold Schwarzenegger, Jason Clarke

Braucht die Filmwelt mehr „Terminator“-Filme? Eher nein. Schon Teil drei fiel im Vergleich zu James Camerons ersten Teilen deutlich ab, der Neustart mit „Terminator: Salvation“ ging vor ein paar Jahren ziemlich in die Hose und wurde nicht weiter geführt. Doch nun, da Arnie nicht mehr Gouverneur ist, geht es aber doch noch einmal weiter. In „Genisys“ wird der Faden irgendwo zwischen Teil zwei und drei wieder aufgenommen – Skynet und Zeitreisen (Kyle Reese kommt mal wieder aus der Zukunft vorbei), Sarah und John Connor, sowie ein in die Jahre gekommener T-100.

Wer erwartet oder erhofft hatte, dass es auf dem Niveau der ersten Filme weitergeht, der wird enttäuscht werden. Die wenigsten im Publikum dürften os naiv sein. Und immerhin: „Genisys“ ist ein gut gemachter Actionfilm, mit einer soliden (manchmal blödsinnigen, aber nicht ägerlichen) Story und ein paar guten Ideen, wie man den Geist dieser Filmreihe herauf beschwören kann.

Eine wichtige Zutat ist Humor. Arnies erneutes Auftauchen als T-100 wird zwar storytechnisch ganz gut hergeleitet, doch erlaubt sich der Film einen selbstironischen Ton dabei. Mit Emilia „Khaleesi“ Clarke hat man eine sehr gute Wahl für Sarah Connor getroffen, auch Jay Courtney als Kyle Reese und Jason Clarke als John Connor sind gut besetzt.

Dass die Story erneut darum kreist, wie man Skynet stoppen kann, und es wiederum einige Zeitreisen sind, die dabei eine Schlüsselrolle spielen, kann man einfallslos finden. Mir hat die – gar mit einigen ‚Überraschungen‘ gespickte – Story gut genug gefallen, sie bietet eine funktionierendes Gerüst für einige sehenswerte Actionszenen und die gelungenen Figuren.

Nach dem etwas beliebigen Beginn nimmt „Genisys“ genug Fahrt auf, um das Publikum bei der Stange zu halten und vermeidet dabei gröbere Schnitzer und Längen. Bei geringen Erwartungen wurde ich insgesamt eher positiv überrascht.

3/5

Kurzkritik: Tomorrowland

Tomorrowland FilmplakatSci-Fi/Drama, USA 2015

Regie: Brad Bird; Darsteller: George Clooney, Britt Robertson,  Hugh Laurie

In aller Kürze: Braves, visuell ansprechendes Sci-Fi-Drama ohne Ideen oder Tiefgang.

Worum geht’s? Um einen Teenager und ein ehemaliges Wunderkind, die in einer Art Paralleluniversum versuchen, die Welt zu retten .

Die gute Nachricht: Hmm. Die Effekte sind nicht verkehrt…

Die schlechte Nachricht: Langweilige Figuren, eine sich beliebig entwickelnde Story aus bekannten Versatzstücken, keine Spannung – und keine Schauwerte, die darüber hinwegsehen ließen.

Wer diese Filme mochte könnte einen Blick riskieren:
Die „Hunger Games„- und „Divergent„-Reihen.

2/5

Kurzkritik: Dope

Dope FilmplakatComedy/Drama, USA 2015

Regie: Rick Famuyiwa; Darsteller: Shameik Moore, Tony Revolori, Kiersey Clemons, Zoe Kravitz

In aller Kürze: „Superbad“ meets „Friday“ meets „Boyz n the Hood“ meets „Dazed and Confused“.

Worum geht’s? Drei Highschool-Außenseiter aus Inglewood, Los Angeles, geraten zwischen die Fronten von Drogengangs.

Die gute Nachricht: Ein Fest für Freunde von 90’s-HipHop, temporeich und witzig, dabei aber mit genug Anspruch, jenseits der Comedy-Elemente eine relevante Geschichte zu erzählen.

Die schlechte Nachricht: Als ‚Lehrstück‘ kann der Film nur bedingt nur überzeugen, einige Wendungen der Story sind ziemlich vorhersehbar .

Wer diese Filme mochte sollte einen Blick riskieren:
„Superbad“, „Friday“, „Boyz n the Hood“, „Dazed and Confused“

4/5