Kurzkritik: Aloha

Aloha FilmplakatDrama/Comedy, USA 2015

Regie: Cameron Crowe; Darsteller: Bradley Cooper, Emma Stone, Rachel McAdams, Alec Baldwin

In aller Kürze: Liebenswerte Figuren in einer flotten ‚Dramedy‘, die sich an ihrem überfrachteten Drehbuch ziemlich verhebt.

Worum gehts? Bradley Cooper spielt einen Raumfahrt-Berater, der Mist gebaut hat und bei einem umstrittenen Raktenprojekt in seiner Heimat Hawaii eine zweite Chance erhält. Dort trifft er sowohl auf seine Ex (R. McAdams) als auf eine charmante junge Kollegin (E. Stone).

Die gute Nachricht: „Aloha“ kommt ambitioniert und mit Humor daher, bietet zudem einige großartig inszenierte Szenen.

Die schlechte Nachricht:  Das Szenario ist zu offensichtlich konstruiert, die „moralische“ Dimension der Story vollkommen unglaubwürdig und unnötig.

Wer diesen Film mochte kann einen Blick riskieren:
„Elizabethtown“, „We Bought A Zoo“

3/5

 

Filmkritik: Mission: Impossible – Rogue Nation (2D)

Mission: Impossible - Rogue Nation FilmplakatAction, USA 2015

Regie: Christopher McQuarrie; Darsteller: Tom Cruise, Rebecca Ferguson, Simon Pegg, Alec Baldwin, Jeremy Renner

Mit dem vierten Teil „Ghost Protocol“ zeigte die Formkurve dieser Filmreihe zuletzt nach oben. In „Rogue Nation“ stagniert das Unterfangen nun auf relativ hohem Niveau. Fans von Agenten-Action kommen auf ihre Kosten, die Zutaten sind natürlich nicht neu, werden aber zum Teil originell serviert.

Ethan Hunts Antiterror-Geheimdienst IMF wird vom CIA-Chef aufgelöst und assimiliert. Hunt jagt aber gerade einen Superverbrecher, der Staatsoberhäupter ermorden und vollbesetzte Passagierflugzeuge verschwinden lässt. Hunt macht auf eigene Faust weiter – wobei ihm seine alten Kollegen natürlich helfen wollen.

Es dauert auch nicht lange, bis es wieder um eine ominöse digitale Liste geht (NOC-Liste, Rabbit’s Foot, Aktivierungs-Codes, … erinnert sich noch jemand?) geht, die unmöglich gestohlen werden kann und natürlich doch gestohlen wird.

Mit der britischen Undercover-Agentin Ilsa Faust hat „Rogue Nation“ zudem eine echte Seltenheit im Action-Genre zu bieten: eine hervorragend geschriebene und ebenso gut gespielte weibliche Hauptrolle. Die es mit dem Superstar Cruise locker aufnehmen kann, ohne dabei zur Karikatur zu verkommen.

Die Stärke des Films liegt – wie schon im ersten und vierten Teil – in den wunderbar komponierten Actionszenen. Diesmal sind Hunt und seine Kollegen u. a. in der Wiener Oper unterwegs, tricksen die Cyber-Security eines unterirdischen Unterwasser-Datenterminals aus und kacheln in aberwitzigem Tempo erst mit Autos, dann mit Motorrädern durch Marokko, bevor die Story in geradezu klassischer Manier (Masken!) in London zu Ende geht. Die Optik ist top, CGI-Effekte sind sicher im Spiel, aber nicht als solche zu erkennen.

Tom Cruise ist offensichtlich nicht jünger geworden, womit der Film einerseits etwas Schabernack treibt (siehe etwa Hunts sparsamen Blick, wenn unmögliche Dinge von ihm verlangt werden). Andererseits scheint sich der Schauspieler eine Frischzellenkur im Gesicht gegönnt zu haben, deren Erfolg oder Misserfolg wohl im Auge des Betrachters liegt.

Der Ton ist beinahe flapsig, es soll durchaus gelacht werden. Das gelingt stellenweise richtig gut, zum Teil werden bekannte Jokes und Spleens der Figuren etwas überstrapaziert. Der fünfte Teil von Cruise‘ persönlichem James-Bond-Abklatsch ist sehr gut gemachte Unterhaltung für Leute, die (so wie ich) genau das gerne sehen. Nicht mehr, nicht weniger.

4/5

Kurzkritik: Dark Places

Filmplakat: Dark PlacesDrama/Thriller, Frankreich/USA/GB 2015

Regie: Gilles Paquet-Brenner; Darsteller: Charlize Theron, Nicolas Hoult, Christina Hendricks, Chloe Grace Moretz, Corey Stoll

In aller Kürze: Unglaubwürdiger Thriller, der für die reißerische Roman-Vorlage keinen passenden erzählerischen Ansatz findet.

Worum gehts? Mit 8 Jahren hat Libby Day zusehen müssen, wie ihr Bruder Ben ihre Familie ermordet – aufgrund ihrer Aussage muss Ben ins Gefängnis. 30 Jahre später ist Libby ein Wrack und pleite, in ihrer Verzweiflung nimmt sie das Geld eines ominösen „Kill Clubs“ an, der mit ihr gemeinsam Bens Unschuld beweisen will…

Die gute Nachricht: Durchaus stimmungsvoll und mit einigen ‚unterhaltsamen‘ Twists.

Die schlechte Nachricht: Die Figuren werden vom Plot getrieben, nicht anders rum – immer ein schlechtes Zeichen. Die Inszenierung mischt ungeschickt Rückblenden und Gegenwart, entwickelt dabei nur selten Spannung (die Rückblenden sind noch besser als die Story der Gegenwart). Die Auflösung ist total bescheuert.

Wer diesen Film mochte kann einen Blick riskieren:
„Jack Reacher“

2/5

Kurzkritik: Escobar – Paradise Lost

Filmplakat - Escobar: Paradise LostDrama, 2014

Regie: Andrea Di Stefano; Darsteller: Josh Hutcherson, Benicio Del Toro, Claudia Traisac

In aller Kürze: Gut gespieltes Drama mit eingeschränkter Daseinsberechtigung.

Worum gehts? Ein junger Kanadier trifft am Strand von Kolumbien auf Maria, die Liebe seines Lebens. Dabei gerät er in die Kreise von Marias Onkel – ein gefährliches Spiel, denn dabei handelt es sich um den Über-Drogenboss Pablo Escobar.

Die gute Nachricht: Del Toros starke Performance zeigt den Gangsterboss als allzu menschliches Monster, das in zwei Welten lebt. Auch die übrige Besetzung überzeugt, Inszenierung und Drehbuch bringen gutes Timing mit.

Die schlechte Nachricht: Für eine tiefer gehende Beleuchtung der Figur Escobars sowie der Situation und Geschichte Kolumbiens fehlt die Zeit, weil das (fiktive) Drama im Zentrum der Erzählung steht. Daraus folgt zwangsläufig eine gewisse Oberflächlichkeit.

3/5