Filmkritik: Ex Machina

Ex Machina FilmplakatSci-Fi, UK 2015

Regie: Alex Garland; Darsteller: Oscar Isaac, Domhnall Gleeson, Alicia Vikander

In aller Kürze: Spannendes, intensiv gespieltes Kammerstück über einen weiblichen „A.I.“-Roboter, das interessante Facetten der Thematik auslotet.

Worum gehts? Ein junger Mann soll in einem abgelegenen Komplex die von einem reichen Technik-Guru entworfene künstliche Intelligenz „Ava“ testen – hat sie wirklich ein Bewusstsein entwickelt?

Die gute Nachricht: Überzeugend gespielt, mit Anleihen von Horror bis schräger Comedy, entwickelt „Ex Machina“ mit gemächlichem Tempo intensive Spannung. Auch die Effekte überzeugen, indem sie der Story dienen, ohne ihr Konkurrenz zu machen.

Die schlechte Nachricht: An einigen Stellen durchaus vorhersehbar.

Wer diese Filme mocht kann einen Blick riskieren:
„Splice“, „Under the Skin“, „Her“

4/5

Filmkritik: Kingsman – The Secret Service

Filmplakat KingsmanComedy/Action, UK 2015

Regie: Matthew Vaughn; Darsteller: Colin Firth, Taron Egerton, Samuel L. Jackson, Mark Strong

Kruder Action-Klamauk um einen ‚Bund von Gentlemen“, der sich heimlich, still und leise ums Wohlergehen der Welt kümmert. Während eine Reihe junger „Kingsman“-Anwärter um den einen freien Platz in der Organisation kämpfen, muss tatsächlich auch gleich die Welt vor einem „Evil Guy Who Wants To Take Over The World“ (Jackson als lispelnder Internet-Milliardär) gerettet werden. Das übernimmt unter anderem Colin Firth in ungewohnter Rolle als Actionheld.

Anständig inszenierte, dabei extrem brutale Action und ein hoher Trashfaktor werden von lustvollem Spiel mit Genre-Zitaten und britischem Klassenkampf der Marke „Snobs vs. Arbeiterkind“ flankiert. Unter dem Strich kommt dabei ein durchaus unterhaltsames Potpourri heraus, das Action-Fans trotz Überlänge Spaß machen dürfte. Der Plot und die Charaktere sind keine großen Attraktionen, „Kingsman“ ist bewusst als derbe Kost inszeniert und löscht sich mit den End Credits auch gleich selbst aus dem Gedächtnis.

3/5

Filmkritik: Focus

Focus FilmplakatComedy/Crime, USA 2015

Regie: Glenn Ficarra, John Requa; Darsteller: Will Smith, Margot Robbie,

Würde Will Smith hier nicht mitspielen wäre „Focus“ ein kleiner Genre-Film mittlerer Qualität. Smiths Status als Superstar hat zuletzt gelitten (lange Pause, dann „After Earth“), aber sein Name ist groß genug, um diesem Film deutlich mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, als er eigentlich verdient hätte. Freunde von ‚Caper Movies‘ und eingefleischte Fans von Smith werden hier ein wenig Spaß haben können, ein großes Publikum aber wird „Focus“ eher nicht finden, dafür ist er weder gut noch spektakulär genug.

Der altgediente Trickbetrüger und ‚Con Artist‘ Nicky (Smith) trifft zu Beginn auf die blutige Anfängerin Jess (Margot Robbie aus „The Wolf of Wall Street”), die unbedingt von ihm lernen will. Zwischen den beiden funkt es, doch so ganz ist Nicky die Sache wohl nicht geheuer. Außerdem muss er – mit seinem eingespielten Team von gewitzten Gaunern und Betrügern – noch einen großen Coup in New Orleans landen. Etwas später ist Nicky dabei in der Autorenn-Szene einen großen Batzen Geld zu machen, als ihm Jess plötzlich wieder über den Weg läuft und seine Pläne zu durchkreuzen droht.

Die vielen Kniffe, Tricks und Drehs von Nicky und Jess‘ sind oft reichlich hohl, albern oder schlicht unrealistisch. Was natürlich den Szenen schadet, in denen der Film diese nachträglich präsentiert – das sollten in diesem Genre eigentlich die besten sein. „Focus“ scheint aber in dieser Hinsicht auch keine Ambitionen zu haben. Der Film setzt auf andere Stärken, insbesondere den Charme des Hauptdarstellers, einige witzige One-Liner und den betont lässig-gefälligen Look & Feel.

Eine Mischung aus „Out of Sight“ und „Oceans Eleven“ sollte das wohl werden, doch deren Klasse erreicht „Focus“ in keiner Hinsicht. So plätschert das Geschehen die meiste Zeit vor sich hin, tut niemandem weh und ist stets nett anzusehen. Weder die dramatischen noch die emotionalen oder komödiantischen Anteile sind schlecht, können jedoch weder alleine noch in dieser Verbindung überzeugen. Der Mangel an Ideen und echten Höhepunkten ist schon recht enttäuschend, man kann hier von unterhaltsamer Zeitverschwendung reden, aber eben nicht von echtem Vergnügen.

2/5