Filmkritik: Machete Kills

Machete Kills PosterAction/Comedy, USA 2013

Regie: Robert Rodriguez; Darsteller: Danny Trejo, Demain Bichir, Amber Heard, Michelle Rodriguez, Meld Gibson

Um es gleich vorweg zu sagen: „Machete Kills“ ist definitiv ein Film für einen gemeinsamen Film- bzw. Kinoabend. Da darf gelacht und zwischendurch auch mal gequatscht werden, so wäre es im Sinne des Erfinders. Krankheitsbedingt habe ich den Film allein und mit einem Pfefferminztee bewaffnet gesehen, was das Vergnügen sicher ein wenig geschmälert hat.

Regisseur Robert Rodriguez schickt hier zum zweiten mal Danny Trejo als zerknitterten, bärenstarken Ex-‚Federale‘ (mexikanischer Antidrogen-Cop) Machete in den Ring. Seine Mission bekommt er vom US-Präsidenten (gespielt von Charlie Sheen) höchstpersönlich. Er soll den übergeschnappten Drogen-Boss Mendez (Demian Bichir) zur Strecke bringen – denn der hat eine Atombombe in seinen Besitz gebracht.

Das Szenario ist genau so over-the-top wie im ersten Teil, ein paar lustige Ideen und Cameo-Auftritte (Lady Gaga, Cuba Gooding, Jr.) kommen dazu, auch die trashige Splatter-Ästhetik ist bis zum Anschlag aufgedreht. So macht „Machete Kills“ sicher allen Fans der Figur Spaß, ohne allerdings starke neue Impulse setzen zu können. Die Gewaltorgie aus CGI-Blut, halbnackten Girls und waghalsigen (und albernen) Stunts und Ballereien geht schnell vorbei und unterhält ordentlich.

3/5

Serie: Top of the Lake

Top of the Lake PosterKrimi/Drama/Mystery, Neuseeland 2013 (ca. 360 Minuten)

Regie: Jane Campion, Garth Davis

Nach all den Lobhudeleien, die Anfang November durch die hiesigen Feuilletons rauschten, habe ich mir die Miniserie der „Das Piano“-Regisseurin Jane Campion nun auch mal angesehen. Die vielen Vergleiche mit David Lynchs „Twin Peaks“ hinken meiner Ansicht schon gewaltig, aber zumindest eines lässt sich über „Top of the Lake“ sagen: es ist die visuell beeindruckendste, schönste Serie, die ich bisher gesehen habe.

Der Süden Neuseelands ist der faszinierende Schauplatz des Geschehens. Polizistin Robin (Elizabeth Moss aus „Mad Men“) kehrt in ihre Heimat zurück, wo sie es mit einem bitteren Fall zu tun bekommt. Die 12-jährige Tui hat versucht sich das Leben zu nehmen. Sie ist schwanger, doch niemand weiß, von wem.

Das Szenario ist von merkwürdigen Gestalten bevölkert. Da ist Tuis Vater Matt, ein gefährlicher Drogendealer, der die Gegend scheinbar fest im Griff hat, eine Enklave von Frauen in einem abgelegenen Container-Dorf am See, deren Anführerin die charismatisch-schroffe CG (Holly Hunter) ist. Während Robin bei den Ermittlungen nur schwer voran kommt, muss sie sich zunehmend den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen, die an vielen Ecken (und verkörpert durch eine Vielzahl von Figuren) auf sie lauern.

In den besten Momenten ist „Top of the Lake“ stark gespieltes, spannendes und in großartigen, cineastischen Bildern gefilmtes Drama. Dramaturgisch allerdings übertreibt man es mit dem „Understatement“. Dass die Story erst sich nach und nach ihre wahre Seele offenbart finde ich passend – dass die Serie aber an vielen Höhepunkten holprig erzählt ist störend. Ebenso wie die (zu) kurzen Rückblenden, die es nicht schaffen, Vergangenheit und Gegenwart ausreichend in Einklang zu bringen. Man kann sich natürlich an vielen Stellen seinen Teil einfach denken, aber ein bißchen mehr Erklärung, mehr richtige Aufklärung hätte dem Ganzen schon gut getan.

Fazit: Bildgewaltige, stark gespielte Serie, leider mit Mängeln in der dramaturgischen Bauausführung. Für geduldige Zuschauer auf jeden Fall einen genauen Blick wert, weniger geduldige werden sich frustriert abwenden.